Baureihe 563 (Siemens Mireo)

Die Baureihe 563 gehört zur Mireo-Familie von Siemens. Woran du den Mireo erkennst, wie die Nummernblöcke 463, 1463 und 563 zusammenhängen und was ihn vom FLIRT trennt.

Auch bekannt als: Siemens Mireo · Mireo Plus B · BR 563

DeutschlandDeutschlandElektrotriebzüge7 Min. LesezeitAktualisiert: August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Mireo ist die Herstellerfamilie, 563 die deutsche Baureihenkennung – dasselbe Fahrzeug, zwei Bezeichnungsebenen.
  • Die Mireo-Nummern verteilen sich über mehrere Blöcke: 463 und 464, 1463 sowie 563, abhängig von Länge und Antrieb.
  • Schnellster Erkennungsweg: gerundete, glatte Kopfform plus Jakobsdrehgestelle zwischen den Wagenteilen.
  • Der UIC-Bauartcode 94 steht am Beginn jeder zwölfstelligen Nummer eines elektrischen Triebzugs.
  • Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit Stadler FLIRT und Alstom Coradia Continental – hier trennt die Kopfform.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Baureihe 563?
  2. 2.Bestimmung im Feld: drei Beobachtungen
  3. 3.Was die Bauform über den Einsatz verrät
  4. 4.Fototipps für Regionaltriebzüge
  5. 5.Herstellerfamilien und Baureihennummern zusammenbringen
  6. 6.Häufige Verwechslungen
  7. 7.Fazit

Steckbrief

FahrzeugartElektrischer Triebzug für den Regional- und Nahverkehr
HerstellerSiemens Mobility
FahrzeugfamilieMireo – Siemens-Plattform für Regionaltriebzüge
BauformMehrteiliger Gliederzug mit Jakobsdrehgestellen zwischen den Wagenteilen
UIC-Bauartcode94 – elektrischer Triebzug
Baureihenblöcke der Familie463 und 464, 1463 sowie 563 – je nach Länge und Antriebsvariante

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?

Hak ab, was auf das Fahrzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Glatte, stark gerundete Kopfform mit tief heruntergezogener, großer Frontscheibe
  • Jakobsdrehgestelle: zwischen zwei Wagenteilen steht nur ein Drehgestell
  • Durchgehend begehbarer Innenraum mit breiten Faltenbalgübergängen
  • Aufgeräumte Dachlandschaft; bei Akkuvarianten zusätzliche große Container
  • Fahrzeugnummer beginnt mit dem UIC-Bauartcode 94
  • Zwei Türen je Wagenseite und Wagenteil, Einstieg auf Regionalbahnsteighöhe

Aktualisiert: August 2026 – Moderne Regionaltriebzüge sehen sich auf den ersten Blick alle ähnlich: mehrteilig, niederflurig, mit großen Fenstern. Die Baureihe 563 gehört zur Mireo-Familie von Siemens – und die erkennst du zuverlässig an der Kopfform und an der Art, wie die Wagenteile miteinander verbunden sind. Diese Seite zeigt, worauf du achtest und wovon du den Mireo sauber abgrenzt.

Triebzug gesichtet? Ordnungsnummer festhalten.

Bei Triebzügen ist die Einheitennummer das, was bei Loks die Betriebsnummer ist – notier sie gleich mit.

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Was ist die Baureihe 563?

Die Baureihe 563 ist eine deutsche Baureihenkennung für elektrische Triebzüge der Siemens-Mireo-Plattform. Der Mireo ist die Antwort von Siemens Mobility auf FLIRT, Talent und Coradia: eine modulare Familie von Regionaltriebzügen, die in verschiedenen Längen und Antriebsvarianten geliefert wird.

Wichtig für das Verständnis ist die doppelte Bezeichnungsebene. Hersteller vermarkten Fahrzeugfamilien unter Produktnamen – FLIRT bei Stadler Rail, Talent und Coradia bei Alstom, Desiro und Mireo bei Siemens, KISS für die Doppelstockvariante von Stadler. Das deutsche Nummernsystem kennt diese Namen nicht, sondern vergibt Baureihenkennungen nach Fahrzeugvariante. Deshalb verteilt sich ein und dieselbe Herstellerfamilie über mehrere Blöcke: Mireo-Fahrzeuge findest du unter 463 und 464, unter 1463 und eben unter 563.

Darüber liegt die europäische Ebene. Jede zwölfstellige Fahrzeugnummer beginnt mit dem UIC-Bauartcode, und der lautet bei elektrischen Triebzügen und Triebwagen 94. Elektrolokomotiven tragen 91, Diesellokomotiven 92, Hochgeschwindigkeitszüge 93, Dieseltriebwagen 95. Wer die Nummer einmal aufschlüsseln kann, liest daraus Gattung, Land und Halter ab – der Beitrag zur UIC-Nummer am Fahrzeug erklärt jeden Ziffernblock.

Bestimmung im Feld: drei Beobachtungen

Kopfform beurteilen

Der Mireo hat eine glatte, weich gerundete Front mit einer großen, tief heruntergezogenen Scheibe. Die Übergänge zum Dach und zur Seitenwand wirken fließend, nicht kantig.

Drehgestelle zählen

Steht zwischen zwei Wagenteilen nur ein Drehgestell, hast du einen Gliederzug mit Jakobsdrehgestellen vor dir. Zwei Drehgestelle je Übergang bedeuten eine konventionelle Wagenfolge.

Wagenteile und Türen zählen

Zahl der Wagenteile und Türen je Seite grenzt die Variante ein. Notier beides zusammen mit der Ordnungsnummer – daraus lässt sich die Bauart später sicher rekonstruieren.

Erst Familie, dann Baureihe

Bei Triebzügen führt der schnellste Weg über die Herstellerfamilie: Mireo, FLIRT, Talent oder Coradia bestimmst du an der Kopfform in einer Sekunde. Die genaue Baureihenkennung liest du danach in Ruhe an der Seitenwand ab.

Was die Bauform über den Einsatz verrät

Die Bauart eines Triebzugs sagt mehr über sein Einsatzfeld aus als jede Linienliste – und die ändert sich ohnehin mit jeder Vergabe.

Merkmal Was es bedeutet Folge für die Beobachtung
Gliederzug mit Jakobsdrehgestellen Kurz, leicht, kurvengängig Typisch für Regionalverkehr, nicht für lange Fernzüge
Zwei Türen je Wagenteil und Seite Schneller Fahrgastwechsel Halt an vielen Stationen, kurze Standzeiten
Einstieg auf Regionalbahnsteighöhe Angepasst an gemischte Bahnsteige Fahrzeuge sind netzspezifisch bestellt
Mehrfachtraktion möglich Zwei oder drei Einheiten gekuppelt Zuglängen wechseln nach Tageszeit
Dachcontainer bei Akkuvarianten Traktionsbatterie an Bord Einsatz auf teilelektrifizierten Strecken

Betreiber und Netze sind veränderlich

Wer die 563 fährt und auf welchen Strecken, hängt an Verkehrsverträgen mit begrenzter Laufzeit. Nach einer Neuvergabe können dieselben Fahrzeuge in anderer Lackierung und unter anderem Namen weiterfahren – oder das Netz wechselt komplett die Fahrzeugfamilie. Prüfe immer den aktuellen Stand.

Aktuelle Sichtungen statt veralteter Listen

Sieh direkt, welche Triebzüge andere Spotter gerade wo gemeldet haben.

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Fototipps für Regionaltriebzüge

Triebzüge sind fotografisch anspruchsvoller als Loks: Sie sind lang, gleichförmig und stehen meist nur kurz am Bahnsteig.

  • Dreiviertelansicht wählen. Etwa 30 bis 45 Grad zur Fahrzeugachse zeigen Kopfform und Seitenwand gleichzeitig – genau die beiden Flächen, die zur Bestimmung nötig sind.
  • Ordnungsnummer mit ins Bild. Ohne sie ist die Aufnahme später nur ein Bild „irgendeines Mireo“.
  • Nicht zu weit weg. Ein langer Gliederzug wirkt aus großer Entfernung flach; ein mittleres Tele hält Front und erste Wagenteile plastisch.
  • Abstand halten. Bahnsteigkante und Sicherheitslinie sind verbindlich, der Gleisbereich ist tabu – auch für den besseren Winkel.

Die grundsätzliche Technik – Standpunkt, Verschlusszeit, Licht – behandelt der Guide zu guten Fotos von Zügen. Wer seine Aufnahmen anschließend als Sammlung führt statt als Ordnerchaos, findet die passende Methode im Beitrag zum Sichtungslogbuch.

Herstellerfamilien und Baureihennummern zusammenbringen

Der häufigste Denkfehler bei Triebzügen ist die Annahme, eine Herstellerfamilie entspreche einer Baureihe. Das ist fast nie der Fall. Hersteller entwickeln Plattformen, aus denen sie je nach Ausschreibung unterschiedliche Fahrzeuge konfigurieren: mehr oder weniger Wagenteile, andere Einstiegshöhen, andere Antriebsvarianten, andere Höchstgeschwindigkeiten. Jede dieser Konfigurationen bekommt im deutschen System eine eigene Kennung.

Praktisch heißt das: Der Produktname sagt dir, wie das Fahrzeug aussieht, die Baureihenkennung sagt dir, welche Variante du vor dir hast. Beides zusammen ergibt die vollständige Bestimmung, und beides brauchst du, wenn du Sichtungen sauber führen willst.

Ein grober Überblick über die Familien, die im deutschen Nah- und Regionalverkehr dominieren:

  • FLIRT von Stadler – Gliederzüge mit kantiger Front, in Deutschland unter anderem in den Blöcken 427, 428, 429 und 3428 geführt, je nach Zahl der Wagenteile.
  • Talent 2 von Bombardier – erkennbar an der ausgebeulten Frontpartie, geführt unter 442 für die End- und 443 für die Mittelwagen.
  • Coradia Continental von Alstom – geführt unter 440, 441 und 1440, mit flacher, breit wirkender Kopfpartie.
  • Desiro und Mireo von Siemens – der Desiro HC ist die doppelstöckige Variante, der Mireo der einstöckige Regionaltriebzug.
  • KISS von Stadler – doppelstöckiger Triebzug, nicht mit lokbespannten Doppelstockwagen zu verwechseln.

Wer sich diese fünf Familien einmal an der Kopfform einprägt, bestimmt danach die überwiegende Mehrheit der deutschen Elektrotriebzüge im Vorbeifahren. Die Nummer braucht es dann nur noch für die Feinunterscheidung – etwa zwischen dem dreiteiligen FLIRT der Baureihe 427 und seinen längeren Geschwistern. Eine strukturierte Reihenfolge für dieses Vorgehen liefert die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.

Häufige Verwechslungen

Es spricht für einen Mireo, wenn …

  • die Front glatt und weich gerundet ist, mit tief gezogener Scheibe
  • zwischen den Wagenteilen jeweils nur ein Drehgestell steht
  • der Innenraum durchgehend begehbar ist
  • die Baureihenkennung 463, 464, 1463 oder 563 lautet

Sieh genauer hin, wenn …

  • du den Zug nur von der Seite siehst – dann fehlt das wichtigste Merkmal
  • eine Werbe- oder Netzlackierung die Formen kaschiert
  • zwei Einheiten gekuppelt sind und du die Wagenzahl nicht sauber trennen kannst

Es ist kein Mireo, wenn …

  • der Zug doppelstöckig ist
  • zwischen jedem Wagenübergang zwei Drehgestelle stehen
  • die Fahrzeugnummer mit 95 beginnt – dann ist es ein Dieseltriebwagen

Im Alltag sind es drei konkrete Familien, die sich mit dem Mireo überschneiden. Der Stadler FLIRT ist ebenfalls ein Gliederzug mit Jakobsdrehgestellen, hat aber eine deutlich kantigere Front mit klar abgesetzter Frontscheibe. Der Alstom Coradia Continental wirkt in der Seitenansicht sehr ähnlich, unterscheidet sich aber durch die flachere, breiter wirkende Kopfpartie. Und die Akkuvariante der eigenen Familie, der Siemens Mireo Plus B, sieht von vorn praktisch identisch aus – ihn verraten allein die zusätzlichen großen Dachcontainer über den Batterien.

Fazit

Die Baureihe 563 zeigt gut, wie das deutsche Nummernsystem und die Herstellerfamilien nebeneinander funktionieren: Mireo beschreibt die Bauform, 563 die Variante, und der UIC-Bauartcode 94 die Gattung. Für die Bestimmung im Feld reicht der Blick auf Kopfform und Drehgestelle; die Nummer an der Seitenwand liefert die Bestätigung.

Kurzfazit

Weich gerundete Front, Jakobsdrehgestelle, durchgehender Innenraum: Das ist die Mireo-Signatur. Ob 463, 1463 oder 563 – die genaue Variante steht an der Seitenwand, nicht im Gesicht des Zuges.

Alle Triebzug-Sichtungen an einem Ort

Baureihe, Einheit, Datum und Ort sauber erfasst – und du weißt jederzeit, was dir noch fehlt.

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Zusammenfassung

  • Die Baureihe 563 ist ein Vertreter der Siemens-Mireo-Plattform für den Regionalverkehr.
  • Wie alle modernen Regionaltriebzüge ist sie ein Gliederzug: kurze Wagenteile, gemeinsame Drehgestelle, ein durchgehender Innenraum.
  • Zur Bestimmung reichen Kopfform, Drehgestellanordnung und Baureihenkennung an der Seitenwand.
  • Betreiber und Einsatznetze hängen an Vergaben und ändern sich – Fahrzeug und Bauform bleiben dagegen konstant.

Häufige Fragen

Was ist die Baureihe 563?

Die Baureihe 563 ist eine deutsche Baureihenkennung für Triebzüge der Mireo-Familie von Siemens Mobility. Der Mireo ist eine Plattform für Regionaltriebzüge, die in unterschiedlichen Längen und Antriebsvarianten gebaut wird. Die Kennung ordnet die Fahrzeuge im deutschen Nummernsystem ein und sagt nichts über den Betreiber aus.

Warum hat die Mireo-Familie mehrere Baureihennummern?

Weil im deutschen System nicht die Herstellerfamilie nummeriert wird, sondern die konkrete Fahrzeugvariante. Länge, Antriebsart und Ausstattung führen zu unterschiedlichen Kennungen – deshalb gibt es Mireo-Fahrzeuge unter 463 und 464, unter 1463 und unter 563. Der Produktname Mireo bleibt für alle gleich.

Was sagt der UIC-Bauartcode 94 aus?

Er bildet die ersten beiden Ziffern der zwölfstelligen Fahrzeugnummer und bedeutet elektrischer Triebzug. Elektroloks tragen 91, Dieselloks 92, Hochgeschwindigkeitszüge 93, Dieseltriebwagen 95. Der Code beschreibt die Fahrzeuggattung, nicht Hersteller, Alter oder Einsatzgebiet.

Was sind Jakobsdrehgestelle?

Bei einem Gliederzug stützen sich zwei benachbarte Wagenteile auf ein gemeinsames Drehgestell ab. Das spart Gewicht, verkürzt den Zug und erzeugt das typische Bild: Zwischen zwei Wagenkästen siehst du nur ein Drehgestell statt zwei. Mireo, FLIRT, Talent und Coradia nutzen dieses Prinzip, klassische Wagenzüge nicht.

Wie unterscheide ich Mireo und Stadler FLIRT?

Über die Kopfform. Der Mireo hat eine glatte, weich gerundete Front mit tief heruntergezogener Scheibe. Der FLIRT wirkt kantiger, mit deutlich abgesetzter Frontscheibe und markanterem Übergang zum Dach. Beide sind Gliederzüge mit Jakobsdrehgestellen, deshalb hilft die Drehgestellzählung hier nicht weiter.

Gibt es den Mireo auch als Akkuzug?

Ja, unter der Bezeichnung Mireo Plus B. Diese Variante lädt unter Fahrdraht und fährt anschließend mit Batterie über nicht elektrifizierte Abschnitte. Erkennbar ist sie an zusätzlichen großen Dachcontainern und daran, dass sie mit Stromabnehmer auf Strecken ohne Oberleitung unterwegs ist.

Wo fährt die Baureihe 563?

Einsatznetze und Betreiber im Regionalverkehr sind an Vergabezeiträume gebunden und ändern sich mit jedem Fahrplanwechsel. Eine feste Linienliste wäre schnell falsch. Zuverlässiger ist es, den aktuellen Stand über Echtzeitauskunft und aktuelle Sichtungen zu prüfen.

Woran erkenne ich, welche Einheit genau vor mir steht?

An der vollständigen Fahrzeugnummer. Jeder Wagenteil eines Triebzugs trägt eine eigene zwölfstellige Nummer, die Einheit zusätzlich eine Ordnungsnummer, meist gut sichtbar an der Front oder an der Seitenwand neben der Tür. Für ein auswertbares Sichtungsprotokoll ist diese Ordnungsnummer der entscheidende Wert.

Sichtung von Baureihe 563 (Siemens Mireo) festhalten

Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.

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