Siemens Mireo Plus B

Der Mireo Plus B ist die Akkuvariante der Siemens-Mireo-Plattform: Stromabnehmer plus Batterie, damit auch Strecken ohne durchgehende Oberleitung befahrbar werden.

Auch bekannt als: Mireo Plus B · Akku-Mireo · Mireo B

DeutschlandDeutschlandElektrotriebzüge7 Min. LesezeitAktualisiert: August 2026

160 km/h

Höchstgeschwindigkeit

B

Kennbuchstabe für Batteriebetrieb

94

UIC-Bauartcode elektrischer Triebzüge

Das Wichtigste in Kürze

  • Plus B heißt Batterie: Der Zug fährt unter Oberleitung elektrisch und lädt dabei, ohne Fahrdraht läuft er aus dem Akku.
  • Das Unterscheidungsmerkmal zur Wasserstoffvariante ist der Stromabnehmer – der Plus H hat keinen.
  • Dachcontainer sind das Erkennungszeichen gegenüber einem reinen Elektro-Mireo ohne Batterien.
  • Zielmarkt sind teilelektrifizierte Strecken, auf denen bisher Dieseltriebwagen fahren.
  • Einsätze folgen Vergaben und Infrastruktur und ändern sich mit Fahrplanjahren – prüfe den aktuellen Stand.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist der Siemens Mireo Plus B?
  2. 2.Die Antriebsvarianten der Mireo-Familie auseinanderhalten
  3. 3.Was du im Betrieb beobachten kannst
  4. 4.Wie ein Akkutriebzug im Alltag funktioniert
  5. 5.Einsatz, Bestand und was sich davon ändert
  6. 6.Häufige Verwechslungen
  7. 7.Fazit

Steckbrief

FahrzeugartBatterieelektrischer Triebzug (BEMU) für den Regionalverkehr
HerstellerSiemens Mobility
PlattformMireo – die Nahverkehrs-Triebzugfamilie von Siemens
AntriebElektrisch aus der Oberleitung, auf nicht elektrifizierten Abschnitten aus Traktionsbatterien
Bedeutung des ZusatzesPlus B steht für Batterie, Plus H für Wasserstoff
Höchstgeschwindigkeit160 km/h
EinsatzumfeldTeilelektrifizierte Regionalstrecken als Ersatz für Dieseltriebwagen

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?

Hak ab, was auf das Fahrzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Stromabnehmer auf dem Dach vorhanden – anders als bei der Wasserstoffvariante
  • Große Dachcontainer für die Traktionsbatterien, deutlich sichtbar über den Wagenteilen
  • Mireo-typische Kopfform mit großer, tief heruntergezogener Frontscheibe
  • Kein Dieselauspuff, keine Kühlergitter in den Seitenwänden
  • Fährt auf Abschnitten ohne Oberleitung, obwohl der Stromabnehmer vorhanden ist
  • Fahrzeugnummer beginnt mit 94 – dem UIC-Bauartcode für elektrische Triebzüge

Aktualisiert: August 2026 – Ein Triebzug mit Stromabnehmer, der trotzdem auf Strecken ohne Oberleitung fährt: Der Siemens Mireo Plus B ist die Akkuvariante der Mireo-Plattform und damit eines der Fahrzeuge, an denen sich der Umbau des deutschen Regionalverkehrs ablesen lässt. Diese Seite zeigt dir, woran du ihn erkennst und wie du ihn sauber von der Wasserstoffvariante und vom reinen Elektrotriebzug trennst.

Akkutriebzug gesichtet?

Neue Antriebskonzepte laufen oft nur in kleinen Serien – Nummer und Datum festhalten lohnt sich besonders.

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Was ist der Siemens Mireo Plus B?

Der Mireo Plus B ist ein batterieelektrischer Triebzug für den Regionalverkehr, gebaut auf Basis der Mireo-Plattform von Siemens Mobility. Unter Oberleitung arbeitet er wie ein gewöhnlicher Elektrotriebzug und lädt dabei seine Traktionsbatterien. Verlässt er den elektrifizierten Abschnitt, senkt er den Stromabnehmer und fährt aus dem Akku weiter.

Damit adressiert das Fahrzeug ein sehr konkretes Problem: Viele deutsche Regionalstrecken sind nur teilweise elektrifiziert. Ein reiner Elektrotriebzug kommt dort nicht durch, ein Dieseltriebwagen fährt dagegen die elektrifizierten Abschnitte unnötig mit Verbrennungsmotor. Der BEMU – battery electric multiple unit – schließt genau diese Lücke.

Die Antriebsvarianten der Mireo-Familie auseinanderhalten

Siemens liefert die Mireo-Plattform in mehreren Antriebsausführungen. Der Wagenkasten sieht dabei fast identisch aus – der Unterschied steckt auf dem Dach.

Variante Stromabnehmer Dachaufbauten Fährt ohne Oberleitung
Mireo (elektrisch) ja flach, aufgeräumt nein
Mireo Plus B ja große Batteriecontainer ja, mit Batterie
Mireo Plus H nein Wasserstofftanks und Brennstoffzelle ja, mit Wasserstoff

Daraus ergibt sich ein Zwei-Fragen-Test, der praktisch immer funktioniert: Ist ein Stromabnehmer da? Und sind zusätzlich große Dachcontainer verbaut? Zweimal Ja bedeutet Akkuzug. Der Mireo Plus H hat keinen Bügel, der reine Mireo als Baureihe 463 / 464 keine Batteriecontainer.

Von oben schauen, wenn möglich

Bei allen Fahrzeugen mit alternativen Antrieben liegt die entscheidende Information auf dem Dach. Ein Standpunkt auf einer Fußgängerbrücke oder an einem höher gelegenen Bahnsteigabschnitt bringt dir mehr als jede Detailaufnahme der Front.

Was du im Betrieb beobachten kannst

Akkufahrzeuge machen etwas sichtbar, das sonst im Verborgenen bleibt: den Übergang zwischen elektrifizierter und nicht elektrifizierter Infrastruktur.

Systemwechselstelle suchen

Dort endet die Oberleitung. Der Zug senkt den Stromabnehmer – oft im Rollen, manchmal im Stand. Ein Vorgang, den man an kaum einem anderen Regionalzug sieht.

Ladehalt beobachten

An manchen Stationen wird gezielt unter Fahrdraht nachgeladen. Der Zug steht dann länger als für den Fahrgastwechsel nötig.

Auf das Geräusch achten

Kein Dieselmotor, keine Abgasfahne. Ein elektrisch anfahrender Zug auf einer Strecke ohne Oberleitung ist selbst schon ein Erkennungsmerkmal.

Nummer notieren

Die zwölfstellige Fahrzeugnummer beginnt mit 94 und identifiziert die Einheit eindeutig – wichtig bei kleinen Serien mit wenigen Fahrzeugen.

Wie die zwölfstellige Nummer im Detail aufgebaut ist und was die einzelnen Blöcke bedeuten, erklärt der Beitrag zur UIC-Nummer. Für die systematische Herangehensweise an unbekannte Fahrzeuge hilft die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.

Neue Antriebe live verfolgen

Sichtungen aus der Community zeigen dir, wo Akku- und Wasserstofffahrzeuge gerade im Einsatz sind.

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Wie ein Akkutriebzug im Alltag funktioniert

Das Konzept hinter dem Kürzel BEMU ist einfacher, als es klingt – und es erklärt, warum diese Fahrzeuge so aussehen, wie sie aussehen.

Unter Oberleitung ist es ein normaler Elektrotriebzug. Der Stromabnehmer liegt am Fahrdraht an, der Antrieb bezieht seine Leistung direkt aus dem Netz. Gleichzeitig wird ein Teil der Energie in die Traktionsbatterien geleitet. Der Zug lädt also im Fahrbetrieb, ohne dass dafür Standzeit nötig wäre.

Ohne Oberleitung liefert die Batterie. Der Stromabnehmer wird gesenkt, der Antriebsstrang bleibt derselbe. Aus Fahrgastsicht ändert sich nichts – kein Motorwechsel, kein Geräuschsprung, keine Abgasfahne.

Gebremst wird elektrisch, wo es geht. Beim Bremsen arbeitet der Fahrmotor als Generator und speist Energie zurück. Unter Fahrdraht geht sie ins Netz, ohne Fahrdraht in die Batterie. Auf Strecken mit dichter Haltestellenfolge ist dieser Anteil erheblich.

Daraus folgen die konstruktiven Merkmale, die du am Fahrzeug siehst: Die Batterien brauchen Platz und Kühlung, deshalb sitzen sie in Containern auf dem Dach statt unter dem Fahrzeugboden. Der Stromabnehmer bleibt zwingend erforderlich, weil ohne Fahrdraht auch keine Ladung stattfindet.

Und daraus folgt die betriebliche Logik: Ein BEMU ist kein Ersatz für Elektrifizierung, sondern ein Lückenschließer. Er lohnt sich, wenn ein ausreichend langer Abschnitt unter Fahrdraht liegt und die Lücke dazwischen in der ausgelegten Reichweite bleibt. Deshalb sind Einsatzgebiete solcher Fahrzeuge nie zufällig – sie folgen der Infrastruktur.

Einsatz, Bestand und was sich davon ändert

Bei Fahrzeugen mit alternativen Antrieben gilt in besonderem Maße: Alles, was mit Betreibern, Netzen und Stückzahlen zu tun hat, ist veränderlich. Regionalverkehr wird ausgeschrieben, und mit jeder Vergabe können sich Fahrzeugeinsatz, Halter und Lackierung verschieben. Zusätzlich hängt der Einsatz an der Infrastruktur: Ohne passende Ladeinfrastruktur und ohne teilelektrifizierte Strecke ergibt ein BEMU keinen Sinn.

Was dagegen stabil bleibt:

  • Die Bauform. Dachcontainer plus Stromabnehmer bleiben das Erkennungsmerkmal, unabhängig von der Farbe.
  • Die Fahrzeugnummer. Sie bleibt am Fahrzeug, auch wenn Betreiber oder Beschriftung wechseln.
  • Der Bauartcode 94. Auch ein Akkuzug ist im UIC-System ein elektrischer Triebzug.

Wer wissen will, welche Fahrzeuge tatsächlich gerade laufen, arbeitet mit Live-Sichtungen und Echtzeitdaten statt mit Netzlisten, die nach jedem Fahrplanwechsel überholt sein können.

Sicherheit an der Bahnsteigkante

Elektrisch angetriebene Züge fahren leise an und kommen leiser heran, als man erwartet. Halte den Sicherheitsabstand zur Bahnsteigkante ein und betritt den Gleisbereich nicht. Oberleitungsanlagen stehen unter Hochspannung – Abstand zu Masten, Auslegern und Fahrdraht ist zwingend.

Häufige Verwechslungen

Es spricht für den Mireo Plus B, wenn …

  • ein Stromabnehmer vorhanden ist
  • zusätzlich große Container auf dem Dach sitzen
  • der Zug auf einem Abschnitt ohne Oberleitung fährt
  • weder Dieselgeräusch noch Kühlergitter erkennbar sind

Sieh genauer hin, wenn …

  • du das Dach nicht einsehen kannst – von unten sehen alle Mireo-Varianten gleich aus
  • ein anderer Hersteller ein ähnliches Akkukonzept liefert
  • der Zug unter Oberleitung steht und der Bügel oben ist

Es ist kein Mireo Plus B, wenn …

  • kein Stromabnehmer vorhanden ist – dann kommt die Wasserstoffvariante infrage
  • das Dach flach und ohne Container ist – dann ist es ein reiner Elektrotriebzug
  • ein Dieselmotor hörbar ist oder Kühlergitter sichtbar sind

Ein weiterer realistischer Kandidat ist die Baureihe 557 (CAF Civity BEMU): gleiches Antriebskonzept, anderer Hersteller. Hier entscheidet die Kopfform, nicht das Dach – denn Dachcontainer haben beide.

Fazit

Der Mireo Plus B ist ein Fahrzeug, das sich über zwei Beobachtungen bestimmen lässt: Stromabnehmer vorhanden, Batteriecontainer auf dem Dach. Alles Weitere – Reichweite, Einsatznetz, Stückzahl – ist projektabhängig und ändert sich mit Vergaben und Infrastruktur. Wer sauber dokumentieren will, hält die Fahrzeugnummer fest und schreibt Reichweitenangaben nicht aus zweiter Hand ab.

Kurzfazit

Stromabnehmer plus Dachcontainer, Fahrt auch ohne Oberleitung: Das ist der Mireo Plus B. Der Bügel trennt ihn von der Wasserstoffvariante, die Dachaufbauten vom reinen Elektrotriebzug.

Dokumentiere den Antriebswechsel

Akku- und Wasserstofffahrzeuge kommen in kleinen Serien. Wer früh Nummern und Daten sammelt, hat später einzigartiges Material.

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Zusammenfassung

  • Der Mireo Plus B ist die batterieelektrische Variante der Siemens-Plattform Mireo.
  • Er kombiniert klassischen Oberleitungsbetrieb mit Batteriefahrt auf nicht elektrifizierten Abschnitten.
  • Erkennbar ist er an der Kombination aus Stromabnehmer und großen Dachaufbauten für die Batterien.
  • Wo solche Fahrzeuge fahren, hängt an Ausschreibungen und am Elektrifizierungsgrad der Strecken und ändert sich laufend.

Häufige Fragen

Was ist der Siemens Mireo Plus B?

Ein batterieelektrischer Triebzug auf Basis der Mireo-Plattform von Siemens Mobility. Unter Oberleitung fährt er wie ein normaler Elektrotriebzug und lädt dabei seine Traktionsbatterien; auf Abschnitten ohne Fahrdraht fährt er aus dem Akku weiter. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 160 km/h.

Was bedeutet das B in der Typenbezeichnung?

Es steht für Batterie. Siemens unterscheidet innerhalb der Mireo-Familie mehrere Antriebsvarianten: Plus B bezeichnet den Akkuzug, Plus H den Zug mit Wasserstoff-Brennstoffzelle. Wagenkasten, Innenraumkonzept und Kopfform sind bei allen Varianten weitgehend gleich – der Unterschied liegt auf dem Dach und im Antriebsstrang.

Wie unterscheide ich den Plus B vom Plus H?

Am Stromabnehmer. Der Akkuzug braucht ihn, um unter Oberleitung zu fahren und zu laden – er hat also einen. Die Wasserstoffvariante fährt ausschließlich aus dem eigenen Energiespeicher und kommt ohne Stromabnehmer aus. Beide haben Dachaufbauten, aber nur einer davon einen Bügel.

Wie unterscheide ich den Plus B von einem normalen Mireo?

An den Dachaufbauten. Ein reiner Elektrotriebzug braucht keine Traktionsbatterien und hat entsprechend ein flacheres, aufgeräumteres Dach. Beim Plus B sitzen dort deutlich sichtbare Container. Ein Blick von einer Brücke oder aus einem höher gelegenen Standpunkt macht den Unterschied sofort klar.

Wie weit fährt so ein Zug ohne Oberleitung?

Die erreichbare Reichweite hängt von Batteriegröße, Topografie, Fahrplan, Temperatur und Zuladung ab und wird für jedes Projekt eigens ausgelegt. Eine allgemeingültige Kilometerzahl für alle Fahrzeuge dieser Bauart gibt es nicht – seriös ist nur die Aussage, dass BEMU-Konzepte für Lücken im elektrifizierten Netz gedacht sind, nicht für den vollständigen Verzicht auf Oberleitung.

Ersetzt der Mireo Plus B Dieseltriebwagen?

Das ist der Zweck. BEMU-Fahrzeuge werden dort beschafft, wo Strecken nur teilweise elektrifiziert sind und bisher Dieseltriebwagen fuhren. Ob und wann ein konkretes Netz umgestellt wird, entscheidet die jeweilige Vergabe – das ändert sich mit jedem Verkehrsvertrag.

Warum beginnt die Fahrzeugnummer mit 94?

Weil 94 im zwölfstelligen UIC-Nummernsystem der Bauartcode für elektrische Triebzüge ist. Er steht an den ersten beiden Stellen der Fahrzeugnummer. Auch Akkuzüge fallen darunter, weil ihr Antriebsstrang elektrisch ist – die Energiequelle ändert daran nichts.

Wo lässt sich ein Mireo Plus B gut beobachten?

An Systemwechselstellen, also dort, wo eine elektrifizierte Strecke in einen Abschnitt ohne Fahrdraht übergeht. Dort senkt der Zug den Stromabnehmer – ein Vorgang, den man bei kaum einem anderen Fahrzeugtyp im Regionalverkehr beobachten kann. Welche Strecken das aktuell sind, ändert sich mit den Verkehrsverträgen.

Sichtung von Siemens Mireo Plus B festhalten

Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.

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