Das Wichtigste in Kürze
- Die 622 ist der Coradia LINT 54, die längere der beiden zweiteiligen LINT-Varianten.
- Die Zahl im Typennamen nennt die ungefähre Fahrzeuglänge in Metern – 54 gegenüber 41 beim kleineren Bruder.
- Wagenteile zählen reicht hier nicht: LINT 41 und LINT 54 sind beide zweiteilig, die Länge und die Nummer entscheiden.
- Schnellster Ausschluss: Ein Stromabnehmer auf dem Dach bedeutet immer eine Elektrovariante, nie einen LINT der Reihe 622.
- Betreiber, Netze und Lackierungen wechseln mit jeder Vergabe.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Zweiteiliger Dieseltriebwagen für den Regionalverkehr |
|---|---|
| Hersteller | Alstom |
| Typenname | Coradia LINT 54 |
| Zugbildung | zwei Wagenteile in fester Formation |
| UIC-Bauartcode | 95 – Dieseltriebwagen und Dieseltriebzüge |
| Betreiber und Einsatznetze | veränderlich – wechseln mit Verkehrsverträgen |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Zwei Wagenteile in fester Formation, deutlich länger als ein LINT 41
- Dachaufbauten mit Kühler und Auspuff, kein Stromabnehmer
- LINT-typische kastige Front mit großer Frontscheibe und tief sitzenden Scheinwerfern
- Fahrzeugnummer beginnt mit 622
- Die Wagenteile sind gleich lang – der Zug wirkt symmetrisch, nicht wie ein Fahrzeug mit Kurzteil
Aktualisiert: August 2026 – Zwei Wagenteile, LINT-Front, Kühler auf dem Dach: Damit hast du die Familie, aber noch nicht die Baureihe. Die Baureihe 622, der Coradia LINT 54, teilt sich die zweiteilige Bauform mit dem kürzeren LINT 41 – und genau das macht sie zum interessantesten Bestimmungsfall der ganzen Familie. Diese Seite zeigt dir, wie du die beiden sauber trennst.
LINT ist nicht gleich LINT
Halte Baureihe und Fahrzeugnummer gleich fest – so wird aus „irgendein LINT“ eine verwertbare Sichtung.
Was ist die Baureihe 622?
Die Baureihe 622 ist der Coradia LINT 54 von Alstom, ein zweiteiliger Dieseltriebwagen für den Regionalverkehr. Die Zahl im Typennamen beschreibt die ungefähre Fahrzeuglänge in Metern; der LINT 54 ist damit merklich länger als der ebenfalls zweiteilige LINT 41, aber kürzer als der dreiteilige LINT 81 der Baureihe 620.
In der Fahrzeugsystematik steht sie bei den Dieseltriebwagen mit dem UIC-Bauartcode 95 – das sind die ersten beiden Ziffern der zwölfstelligen Fahrzeugnummer. Für die Praxis heißt das: Der Code beschreibt den Antrieb, nicht die Baugröße. Ein LINT 27 trägt dieselbe 95 wie ein LINT 81.
Betrieblich ist die 622 ein typisches Regionalverkehrsfahrzeug für Strecken ohne durchgehenden Fahrdraht. Wer sie einsetzt und auf welchem Netz, entscheiden Verkehrsverträge – und die werden regelmäßig neu vergeben. Zu den Betreibern zählt die AKN Eisenbahn im Hamburger Umland. Im bayerischen Oberland fahren Fahrzeuge dieser Bauart für die Bayerische Oberlandbahn (BOB).
Der schwierigste LINT-Fall: 41 oder 54?
Bei allen anderen Varianten reicht das Zählen der Wagenteile. Beim LINT 54 nicht: Er hat genauso viele wie der LINT 41. Deshalb braucht es hier eine zusätzliche Beobachtung.
Familie sichern
Kastige, hohe Front mit großer Scheibe und tief sitzenden Scheinwerfern: Das ist die LINT-Handschrift. Talent, Desiro Classic und Regio-Shuttle sehen deutlich anders aus.
Länge einschätzen
Nutze den Bahnsteig als Maßstab. Ein LINT 54 beansprucht spürbar mehr Bahnsteiglänge als ein LINT 41 – das fällt besonders an kurzen Bahnsteigen auf.
Türen zählen
Mehr Fahrzeuglänge bedeutet mehr Einstiege je Seite. Die Türanordnung ist ein zuverlässigerer Hinweis als der bloße optische Eindruck.
Nummer lesen
Die Anschrift beginnt mit 622. Damit ist der Fall entschieden – alles davor sind nur gute Indizien.
Wo genau die Fahrzeugnummern an einem Triebwagen stehen und wie du sie auch bei kurzen Halten sicher erfasst, erklärt der Guide zum Zugnummern und Fahrzeugnummern herausfinden. Die allgemeine Reihenfolge beim Bestimmen beschreibt die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.
Die LINT-Familie in der Übersicht
| Typ | Wagenteile | Deutsche Baureihe(n) | Bestimmungshinweis |
|---|---|---|---|
| Coradia LINT 27 | ein Wagenteil | 640 | eindeutig an der Einteiligkeit |
| Coradia LINT 41 | zwei Wagenteile | 623, 648 | kürzer als der LINT 54 |
| Coradia LINT 54 | zwei Wagenteile | 622 | längere Zweiteiler-Variante |
| Coradia LINT 81 | drei Wagenteile | 620 | eindeutig an der Dreiteiligkeit |
Die Tabelle zeigt, warum die 622 der Sonderfall ist: Sie teilt sich die Zeile „zwei Wagenteile“ mit gleich zwei anderen Baureihen. Der LINT 41 der Baureihe 623 und der ältere LINT 41 der Baureihe 648 sind ihre engsten Verwechslungskandidaten.
Welcher LINT fährt gerade bei dir?
Community-Sichtungen zeigen dir Baureihen und Nummern in Echtzeit – die schnellste Antwort auf „41 oder 54?“.
Spotting und Fotografie
Der LINT 54 ist ein dankbares Motiv: lang genug, um Struktur zu zeigen, kurz genug, um vollständig ins Bild zu passen.
Der Bahnsteig als Maßband
Fotografiere den Zug einmal so, dass ein Bahnsteigende oder ein Signal mit im Bild ist. Solche Bezugspunkte helfen dir später, die Fahrzeuglänge nachzuvollziehen – gerade bei der Abgrenzung LINT 41 gegen LINT 54.
Drei praktische Punkte:
- Dreiviertelansicht statt frontal. Etwa 30 bis 45 Grad zur Fahrzeugachse zeigen Front und Seitenwand gleichzeitig und lassen die Türanordnung erkennbar.
- Dachlinie freihalten. Kühler und Auspuff sind das Merkmal, das Diesel- und Elektrovarianten trennt. Ein zu tiefer Standpunkt schneidet sie weg.
- Anschrift mitnehmen. Ein Bild ohne lesbare Fahrzeugnummer ist bei einer Familie mit vier Varianten nur die halbe Information.
Damit die gesammelten Sichtungen später auswertbar bleiben, lohnt sich ein festes Schema – wie das aussehen kann, beschreibt der Guide zum Sichtungslogbuch.
Sicherheitsabstand einhalten
Bleib hinter der Sicherheitslinie und halte Abstand zur Bahnsteigkante. Den Gleisbereich betritt man nicht – auch nicht, um die Fahrzeuglänge besser einschätzen zu können.
Länge schätzen: eine Fertigkeit, die man üben kann
Wer LINT 41 und LINT 54 zuverlässig trennen will, muss Fahrzeuglängen einschätzen können. Das klingt nach Erfahrung, ist aber vor allem eine Frage der Methode – und lässt sich systematisch üben.
Der Grundgedanke: Schätze nie die absolute Länge, sondern immer das Verhältnis zu etwas, das du kennst. Am Bahnsteig stehen dafür mehrere Bezugsgrößen bereit. Bahnsteigkanten sind markiert, Halteschilder sind gesetzt, Wetterschutzhäuser und Beleuchtungsmasten stehen in regelmäßigen Abständen. Ein Fahrzeug, das an einem bestimmten Mast endet, endet beim nächsten Mal wieder dort – und ein längeres Fahrzeug eben nicht.
Die zweite Methode ist das Zählen. Türen, Fensterachsen und Drehgestelle sind an jedem Fahrzeug sichtbar und lassen sich auch aus der Entfernung zählen. Mehr Fahrzeuglänge bedeutet in aller Regel mehr Fensterachsen zwischen den Türen. Das ist deutlich belastbarer als der Gesamteindruck, der von Blickwinkel und Entfernung stark beeinflusst wird.
Die dritte Methode ist der direkte Vergleich. Wenn zwei Fahrzeuge im selben Bahnhof stehen, ist die Frage in Sekunden geklärt. Solche Situationen sind der beste Lernmoment überhaupt – notiere dir dann beide Nummern und präge dir ein, wie der Unterschied aussieht.
Was du dagegen nicht tun solltest: aus der Kopfform auf die Variante schließen. Innerhalb einer Fahrzeugfamilie ist die Front bewusst einheitlich gestaltet. Sie identifiziert die Familie, nicht das Modell. Wer hier abkürzt, liegt regelmäßig falsch.
Und noch ein Hinweis, der über diese Baureihe hinausgeht: Schätzungen gehören nicht ungekennzeichnet in eine Sichtung. Wenn du dir bei der Variante nicht sicher warst, halte das fest. Eine als unsicher markierte Angabe ist ehrlicher und langfristig nützlicher als eine falsche Sicherheit, die niemand mehr überprüfen kann.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die 622, wenn …
- der Triebwagen zwei gleich lange Wagenteile hat
- er spürbar länger ist als ein typischer zweiteiliger Regionaltriebwagen
- Kühler und Auspuff auf dem Dach sitzen
- die Anschrift mit 622 beginnt
Sieh genauer hin, wenn …
- du zwischen LINT 41 und LINT 54 schwankst – ohne Bezugspunkt ist die Länge schwer zu schätzen
- zwei Einheiten gekuppelt fahren und die Zugmitte verdeckt ist
- eine neue Betreiberlackierung die gewohnte Farbaufteilung ersetzt
Es ist kein LINT 54, wenn …
- ein Stromabnehmer auf dem Dach liegt
- der Zug aus einem oder aus drei Wagenteilen besteht
- die Anschrift mit 620, 623, 640 oder 648 beginnt
Fazit
Die Baureihe 622 ist der Fall, an dem sich zeigt, ob man eine Fahrzeugfamilie wirklich verstanden hat. Die Kopfform liefert die Familie, die Wagenzahl grenzt ein, aber erst Länge und Anschrift entscheiden. Wer sich angewöhnt, immer die Nummer mitzulesen, hat dieses Problem ein für alle Mal gelöst – und nebenbei eine deutlich wertvollere Sichtung.
Kurzfazit
Zweiteiliger LINT, spürbar länger als ein LINT 41, Dachkühler statt Stromabnehmer, Anschrift beginnt mit 622: Das ist der LINT 54. Ohne gelesene Nummer bleibt die Bestimmung hier immer eine Schätzung.
Zusammenfassung
- Der LINT 54 ist die längere Zweiteiler-Variante der Coradia-LINT-Familie und trägt in Deutschland die Baureihennummer 622.
- Weil LINT 41 und LINT 54 gleich viele Wagenteile haben, ist die Fahrzeugnummer hier besonders wichtig.
- Der Blick aufs Dach trennt die Dieselvarianten zuverlässig von optisch verwandten Elektrotriebzügen.
- Einsatznetze und Betreiber solltest du grundsätzlich als veränderlich behandeln.
Häufige Fragen
Was ist die Baureihe 622?
Die Baureihe 622 ist der Coradia LINT 54 von Alstom, ein zweiteiliger Dieseltriebwagen für den Regionalverkehr. Die 54 im Namen steht für die ungefähre Fahrzeuglänge in Metern. In der Fahrzeugsystematik wird er mit dem UIC-Bauartcode 95 bei den Dieseltriebwagen geführt.
Wie erkenne ich einen LINT 54?
An der LINT-typischen kastigen Front, an zwei gleich langen Wagenteilen und am Dach mit Kühler und Auspuff statt Stromabnehmer. Weil der LINT 41 ebenfalls zweiteilig ist, entscheidet am Ende die Fahrzeugnummer: Sie beginnt beim LINT 54 mit 622.
Was ist der Unterschied zwischen LINT 41 und LINT 54?
Beide sind zweiteilig, der LINT 54 ist aber deutlich länger – rund 54 statt rund 41 Meter. Am Bahnsteig erkennt man das an der Zahl der Türen und daran, wie viel Bahnsteiglänge der Zug beansprucht. Sicher trennt sie die Baureihennummer: 622 gegen 623 oder 648.
Was bedeutet die Zahl im Namen Coradia LINT?
Sie beschreibt die ungefähre Fahrzeuglänge in Metern. LINT 27 ist ein Einzelwagen, LINT 41 und LINT 54 sind zweiteilig, LINT 81 ist dreiteilig. Damit lässt sich die ganze Familie ohne Auswendiglernen sortieren – man muss nur die Länge grob einschätzen können.
Wie unterscheide ich Diesel- und Elektrovarianten ähnlicher Triebwagen?
Am Dach. Kühlergitter und Auspuffanlagen bedeuten Dieselantrieb und damit den Bauartcode 95, ein Stromabnehmer bedeutet elektrischen Antrieb und den Bauartcode 94. Die Kopfform ist bei vielen Familien nahezu identisch und hilft deshalb nicht weiter.
Wer setzt die Baureihe 622 ein?
Das wechselt mit den Vergaben. Regionalverkehre werden regelmäßig neu ausgeschrieben, und mit dem Verkehrsvertrag ändern sich häufig Betreiber, Einsatznetz und Lackierung. Prüfe deshalb den aktuellen Stand über Community-Meldungen, statt dich auf ältere Linienlisten zu verlassen.
Fahren LINT 54 in Doppeltraktion?
Ja, das ist bei nachfragestarken Verbindungen üblich. Zwei gekuppelte Einheiten ergeben vier Wagenteile hintereinander. Das ist dann kein anderes Fahrzeug und auch kein LINT 81, sondern schlicht Mehrfachtraktion – achte auf die Kupplungsstelle in der Zugmitte.
Warum trägt die 622 den Bauartcode 95?
Weil die ersten beiden Ziffern der zwölfstelligen Fahrzeugnummer die Bauart beschreiben und 95 für Dieseltriebwagen und Dieseltriebzüge steht. Hersteller, Länge oder Einsatzgebiet spielen dabei keine Rolle – ausschlaggebend ist allein die Antriebsart.
Sichtung von Baureihe 622 (Alstom Coradia LINT 54) festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
Verwandte Baureihen
Baureihe 620 (Alstom Coradia LINT 81)
Die Baureihe 620 ist der dreiteilige Coradia LINT 81 – das längste Mitglied der LINT-Familie und schon an der Zahl der Wagenteile zu erkennen.
DieseltriebwagenBaureihe 623 (Alstom Coradia LINT 41)
Die Baureihe 623 ist ein zweiteiliger Coradia LINT 41 – dieselbe Bauform wie die ältere 648, aber eine eigene Baureihe mit eigener Nummerngruppe.
DieseltriebwagenBaureihe 648 (Alstom Coradia LINT 41)
Die Baureihe 648 ist der zweiteilige Coradia LINT 41 – einer der meistverbreiteten Dieseltriebwagen Deutschlands. So bestimmst du ihn sicher und grenzt ihn ab.
DieseltriebwagenBaureihe 644 (Bombardier Talent)
Die Baureihe 644 ist der dreiteilige Bombardier Talent mit dieselelektrischem Antrieb. Optisch fast identisch mit der 643 – die Fahrzeugnummer entscheidet.
DieseltriebwagenBaureihe 646 (Stadler GTW 2/6)
Der GTW 2/6 der Baureihe 646 ist unverwechselbar: Zwischen den beiden Wagenteilen sitzt ein schmales Antriebsmodul. So erkennst du ihn sicher im Feld.
DieseltriebwagenBaureihe 650 (Stadler Regio-Shuttle RS1)
Der Regio-Shuttle RS1 der Baureihe 650 ist der markanteste einteilige Dieseltriebwagen Deutschlands. So erkennst du ihn an Front, Fenstern und Dach.
Wer dahintersteckt
Konzerne, Marken, Hersteller und Betriebe – wer wem gehört und woran du sie im Feld erkennst.
3-Länderbahn
Die 3-Länderbahn ist ein Regionalnetz rund um Siegen, dessen Linien in drei Bundesländer reichen. Der Markenname hat einen Betreiberwechsel überlebt: Wo früher die Deutsche Bahn fuhr, ist heute die Hessische Landesbahn zuständig – am Namen ist das nicht abzulesen.
MarkeAKN Eisenbahn
AKN ist eine der wenigen Marken in Deutschland, bei der Name und fahrende Gesellschaft tatsächlich zusammenfallen. Die drei Linien A1, A2 und A3 nördlich von Hamburg tragen eine eigene Liniensystematik, die es sonst nirgends gibt – und genau das macht die Zuordnung im Feld ungewöhnlich einfach.
MarkeBayerische Oberlandbahn (BOB)
Die Bayerische Oberlandbahn ist ein Lehrstück in umgekehrter Richtung: Die Gesellschaft existiert weiter, aber ihr Name ist vom Zug fast verschwunden. Wer nach München-Holzkirchen fährt, sieht heute überwiegend eine Schwestermarke – und stellt trotzdem eine BOB-Sichtung fest.
MarkeHellertalbahn
Hellertalbahn ist zugleich Streckenname und Verkehrsmarke – und war zeitweise auch der Name einer eigenen Betriebsgesellschaft. Wer den Triebwagen im Hellertal einordnen will, muss deshalb zuerst klären, welche der drei Bedeutungen gerade gemeint ist. Das Anschriftenfeld entscheidet.
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