Baureihe 648 (Alstom Coradia LINT 41)

Die Baureihe 648 ist der zweiteilige Coradia LINT 41 – einer der meistverbreiteten Dieseltriebwagen Deutschlands. So bestimmst du ihn sicher und grenzt ihn ab.

Auch bekannt als: LINT 41 · BR 648 · Coradia LINT 41

DeutschlandDeutschlandDieseltriebwagen7 Min. LesezeitAktualisiert: August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Die 648 ist der Coradia LINT 41: zweiteilig, mit Jakobsdrehgestell, rund 41 Meter lang.
  • Die Zahl im Typnamen nennt die ungefähre Fahrzeuglänge – LINT 27, 41, 54 und 81 unterscheiden sich vor allem darin.
  • Schnellster Erkennungsweg: zwei Wagenteile, drei Drehgestelle, Kühler statt Stromabnehmer.
  • Innerhalb der LINT-Familie gibt es mehrere Baureihen mit gleicher Länge, aber unterschiedlicher Bauartgeneration – die Nummer entscheidet.
  • Betreiber, Lackierung und Einsatznetz hängen an Verkehrsverträgen und ändern sich regelmäßig.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Baureihe 648?
  2. 2.So erkennst du den LINT 41 in Sekunden
  3. 3.Was die Nummern verraten
  4. 4.Einordnung im Bahnbetrieb
  5. 5.Spotting und Fotografie
  6. 6.Die LINT-Familie im Überblick
  7. 7.Häufige Verwechslungen
  8. 8.Fazit

Steckbrief

FahrzeugartZweiteiliger Dieseltriebwagen für den Regionalverkehr
UIC-Bauartcode95 (Dieseltriebwagen / Dieseltriebzug)
TypenfamilieAlstom Coradia LINT – die 41 steht für die ungefähre Fahrzeuglänge in Metern
HerstellerwerkSalzgitter (ehemals Linke-Hofmann-Busch)
AufbauZwei Wagenteile auf drei Drehgestellen, mittleres als Jakobsdrehgestell
Höchstgeschwindigkeit120 km/h
NummernschemaBeide Hälften tragen 648er-Nummern aus getrennten Ordnungsnummernblöcken

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?

Hak ab, was auf das Fahrzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Zwei Wagenteile, aber nur drei Drehgestelle – das mittlere wird geteilt
  • Kantig-glatte LINT-Front mit umlaufendem, dunkel abgesetztem Fensterband
  • Kühler- und Auspuffaufbauten auf dem Dach statt Stromabnehmer
  • Niederflurige Einstiegsbereiche zwischen den Drehgestellen
  • Ungefähre Fahrzeuglänge von rund 41 Metern – daher der Typname
  • Fahrzeugnummern beider Hälften beginnen mit 648

Aktualisiert: August 2026 – Zwei Wagenteile, ein geteiltes Drehgestell in der Mitte, umlaufendes dunkles Fensterband und Kühler auf dem Dach: Das ist die Baureihe 648, der Coradia LINT 41. Sie gehört zu den meistgesehenen Dieseltriebwagen Deutschlands. Diese Seite zeigt dir, wie du sie sicher bestimmst und sauber von ihren Verwandten trennst.

LINT gesichtet? Die Baureihe entscheidet die Nummer.

Mehrere LINT-Baureihen sehen sich sehr ähnlich – halte die Fahrzeugnummer direkt in Traintrack fest.

Traintrack im App Store laden4,8(23 Bewertungen) Traintrack bei Google Play laden4,4(35 Bewertungen)

Was ist die Baureihe 648?

Die Baureihe 648 ist der Alstom Coradia LINT 41, ein zweiteiliger Dieseltriebwagen für den Regionalverkehr. Die Zahl im Typnamen nennt die ungefähre Fahrzeuglänge in Metern. Die beiden Wagenteile stützen sich in der Mitte auf ein gemeinsames Jakobsdrehgestell, sodass eine komplette Einheit nur drei Drehgestelle hat. Zugelassen sind die Fahrzeuge für 120 km/h.

Gebaut werden die LINT-Fahrzeuge von Alstom im Werk Salzgitter, das aus der früheren Linke-Hofmann-Busch hervorgegangen ist. Die Familie reicht vom einteiligen LINT 27 der Baureihe 640 über die zweiteilige 648 bis zu den längeren Ausführungen wie dem LINT 54 der Baureihe 622.

So erkennst du den LINT 41 in Sekunden

Drehgestelle zählen, nicht Wagen

Zwei Wagenteile, aber nur drei Drehgestelle: der Fingerabdruck gegliederter Triebwagen. Kurzgekuppelte Bauarten haben an derselben Stelle zwei Drehgestelle nebeneinander.

Front und Fensterband ansehen

Die LINT-Front ist kantig-glatt, mit einem umlaufenden dunkel abgesetzten Fensterband. Sie wirkt weniger rund als beim Desiro und weniger gefaltet als beim Talent.

Aufs Dach schauen

Kühlerpakete und Auspuff bedeuten Diesel. Weil es in derselben Formensprache auch elektrisch und akku-elektrisch angetriebene Fahrzeuge gibt, ist dieser Blick entscheidend.

Die allgemeine Reihenfolge beim Bestimmen – Grobform, Antrieb, Nummer – steht in der Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.

Gleiche Länge, andere Baureihe

Innerhalb der LINT-Familie gibt es mehrere Baureihen mit derselben Länge, aber unterschiedlicher Bauartgeneration. Die Zuglänge grenzt also die Größenklasse ein, nicht die Baureihe. Für die genaue Zuordnung brauchst du die Kopfform – und im Zweifel die Fahrzeugnummer.

Was die Nummern verraten

Bei der 648 sind beide Wagenteile angetrieben. Deshalb tragen auch beide eine Nummer aus der 648er-Reihe, allerdings aus getrennten Ordnungsnummernblöcken. Eine 9-Nummer für einen antriebslosen Wagenteil gibt es hier nicht – anders als etwa bei der Baureihe 628 / 629, wo der Steuerwagen eine 928er-Nummer trägt.

Beobachtung Was sie bedeutet
Zwei Wagenteile, drei Drehgestelle gegliederter Triebwagen der LINT-41-Klasse
Beide Nummern beginnen mit 648 beide Wagenteile angetrieben
Zweiter Wagenteil mit 9-Nummer keine 648 – anderer Aufbau
UIC-Nummer beginnt mit 95 Dieselantrieb
UIC-Nummer beginnt mit 94 elektrischer Triebzug, keine 648

Wie die zwölfstellige Nummer im Detail aufgebaut ist, erklärt der Beitrag zur UIC-Nummer am Fahrzeug.

Einordnung im Bahnbetrieb

Der LINT 41 ist ein Allrounder: lang genug für nachfragestarke Regionalstrecken, kurz genug für Nebenbahnen und in Doppel- oder Dreifachtraktion beliebig skalierbar. Genau deshalb ist er so weit verbreitet. Im Dreiländereck von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen fährt ihn die 3-Länderbahn. Im bayerischen Oberland gehört er zum Bestand der Bayerischen Oberlandbahn (BOB).

Ort Trefferchance Warum
Nicht elektrifizierte Regionalstrecken sehr hoch Kernrevier und weit verbreitete Bauart
Regionalknoten mit Dieselverkehr hoch Zusammenlauf mehrerer Diesellinien
Endbahnhöfe mit Wende mittel bis hoch Standzeit für saubere Aufnahmen
Elektrifizierte Hauptbahnen niedrig Nur Umleiter und Überführungen
S-Bahn-Netze sehr niedrig Reiner Elektrobetrieb

Netzzuordnungen sind nicht dauerhaft

Verkehrsverträge laufen aus, Fahrzeuge werden umgesetzt, verkauft oder umlackiert. Behandle Angaben zu Betreiber, Linie und Einsatzgebiet grundsätzlich als Momentaufnahme und prüfe den aktuellen Stand, bevor du eine weite Anfahrt planst.

Aktuelle LINT-Sichtungen ansehen

Community-Meldungen zeigen dir, welche Fahrzeuge zuletzt wo unterwegs waren – die beste Basis für deine Tour.

Traintrack im App Store laden4,8(23 Bewertungen) Traintrack bei Google Play laden4,4(35 Bewertungen)

Spotting und Fotografie

Weil der LINT 41 so häufig ist, wird das Foto schnell beliebig. Wer ein gutes Bild will, muss über das reine Fahrzeugporträt hinausdenken.

Traktionen suchen

Zwei oder drei gekuppelte Einheiten geben dem Bild Länge und dokumentieren gleich mehrere Fahrzeugnummern. Das ist auch für die Sammlung effizienter.

Streckenumfeld nutzen

Kurven, Brücken, Einfahrsignale und Landschaft machen aus einem Allerweltsfahrzeug ein erzählendes Bild. Achte dabei ausschließlich auf öffentlich zugängliche Standorte.

Flaches Licht bevorzugen

Die glatten Flächen der LINT-Front reflektieren stark. Morgens und am späten Nachmittag wirkt der Kopf plastischer als in der Mittagssonne.

Bahnsteigkante respektieren

Hinter der Sicherheitslinie bleiben, keine Gleisquerungen, keine Betriebsanlagen betreten. Der bessere Bildwinkel ist nie ein Argument.

Die grundlegende Aufnahmetechnik behandelt der Guide zu guten Fotos von Zügen.

Die LINT-Familie im Überblick

Kaum eine andere Fahrzeugfamilie ist im deutschen Dieselnahverkehr so präsent wie die LINT-Reihe. Wer sie einmal systematisch sortiert hat, ordnet fast jedes Fahrzeug daraus in Sekunden ein. Die Logik ist zweistufig: Zuerst die Größenklasse über die Zuglänge, dann die Bauartgeneration über Kopfform und Nummer.

  • LINT 27 – ein Wagenkasten, zwei Drehgestelle, kürzeste Ausführung.
  • LINT 41 – zwei Wagenteile, drei Drehgestelle, die Standardgröße im Regionalverkehr.
  • LINT 54 – zwei Wagenteile in gestreckter Ausführung, deutlich länger.
  • LINT 81 – drei Wagenteile, die längste Variante der Familie.

Diese Klassen wurden über die Jahre in mehreren Generationen gebaut. Ältere und neuere Fahrzeuge derselben Größe unterscheiden sich in Kopfform, Fensteranordnung und Innenausstattung, behalten aber die Grundproportionen. Deshalb reicht die Zuglänge zur Größeneinordnung, nicht aber zur Baureihenbestimmung.

Ein zweiter Punkt, der in der Praxis oft für Verwirrung sorgt: Die Familie existiert auch mit anderen Antriebskonzepten. Neben den klassischen Dieselvarianten gibt es Fahrzeuge mit Batterie- und mit Brennstoffzellenantrieb, die auf denselben Wagenkästen aufbauen. Von der Seite sind sie kaum zu unterscheiden – das Dach und die zwölfstellige Fahrzeugnummer klären den Fall.

Für die Sammlung heißt das konkret: Notiere immer Größenklasse, Nummer und Datum. Nur so lässt sich später nachvollziehen, welche der optisch ähnlichen Baureihen du tatsächlich gesehen hast, und du erkennst sofort, wenn sich Bestände nach einer Vergabe verschieben.

Häufige Verwechslungen

Es spricht für die 648, wenn …

  • zwei Wagenteile auf drei Drehgestellen stehen
  • die Front der kantig-glatten LINT-Gestaltung folgt
  • auf dem Dach Kühler und Auspuff sitzen
  • beide Nummern mit 648 beginnen

Sieh genauer hin, wenn …

  • die Kopfform moderner wirkt als gewohnt – dann kommt eine jüngere LINT-Baureihe infrage
  • mehrere Einheiten gekuppelt sind
  • eine ungewohnte Lackierung die Formensprache überdeckt
  • du nur eine Seitenansicht ohne Dachblick hast

Es ist keine 648, wenn …

  • ein Stromabnehmer auf dem Dach sitzt
  • der Zug aus einem oder aus drei Wagenteilen besteht
  • die Einheit vier Drehgestelle hat
  • die Front gefaltet wirkt wie beim Talent oder stark gerundet wie beim Desiro

Der schwierigste Fall ist der LINT 41 der Baureihe 623: gleiche Größenklasse, jüngere Bauartgeneration, überarbeitete Kopfform. Hier führt kein Weg an der Fahrzeugnummer vorbei.

Fazit

Die Baureihe 648 ist der Standardfall des deutschen Dieselnahverkehrs – und ein gutes Trainingsobjekt. Wagenzahl und Drehgestellzahl bringen dich zur Grundbauart, das Dach zur Antriebsart, die Kopfform zur Generation und die Nummer zur exakten Baureihe. In dieser Reihenfolge liegt man praktisch nie falsch.

Kurzfazit

Zwei Wagenteile auf drei Drehgestellen mit LINT-Front und Dachkühlern: Das ist der Coradia LINT 41 der Baureihe 648. Zur Abgrenzung von jüngeren LINT-Baureihen hilft nur die Fahrzeugnummer.

Die LINT-Familie vollständig sammeln

Nummer, Datum und Ort dokumentieren – so siehst du sofort, welche Baureihen und Einheiten dir noch fehlen.

Traintrack im App Store laden4,8(23 Bewertungen) Traintrack bei Google Play laden4,4(35 Bewertungen)

Zusammenfassung

  • Der LINT 41 ist einer der prägenden Dieseltriebwagen des deutschen Regionalverkehrs und entsprechend häufig anzutreffen.
  • Wagenzahl und Drehgestellzahl führen in Sekunden zur richtigen Grundbauart.
  • Zur Trennung von jüngeren LINT-Baureihen mit gleicher Länge braucht es Kopfform und Fahrzeugnummer.
  • Alle Angaben zu Einsatzgebiet und Betreiber sind Momentaufnahmen.

Häufige Fragen

Was ist die Baureihe 648?

Die Baureihe 648 ist der Alstom Coradia LINT 41, ein zweiteiliger Dieseltriebwagen für den Regionalverkehr. Die beiden Wagenteile stützen sich in der Mitte auf ein gemeinsames Jakobsdrehgestell, sodass eine Einheit nur drei Drehgestelle hat. Die Fahrzeuge sind für 120 km/h zugelassen.

Was bedeutet die 41 im Namen LINT 41?

Sie nennt die ungefähre Fahrzeuglänge in Metern. Die LINT-Familie umfasst mehrere Größenklassen: LINT 27 als einteiligen Solotriebwagen, LINT 41 zweiteilig sowie LINT 54 und LINT 81 in längeren Ausführungen. Wer sich das merkt, ordnet die gesamte Familie über die Zuglänge ein.

Wie erkenne ich den LINT 41 sicher?

Zähle die Drehgestelle. Zwei Wagenteile mit nur drei Drehgestellen bedeuten einen gegliederten Triebwagen. Dazu kommen die kantig-glatte LINT-Front mit umlaufendem Fensterband und die Dachaufbauten mit Kühler und Auspuff. Die Fahrzeugnummer beginnt mit 648.

Was ist der Unterschied zur Baureihe 623?

Beide sind zweiteilige LINT-41-Fahrzeuge, gehören aber verschiedenen Bauartgenerationen an. Die neuere Generation hat eine überarbeitete Kopfform und aktualisierte Technik. Weil die Grundproportionen gleich bleiben, ist die Fahrzeugnummer das zuverlässigste Unterscheidungsmerkmal.

Was bedeutet die 95 in der zwölfstelligen Fahrzeugnummer?

Sie ist der UIC-Bauartcode für Dieseltriebwagen und Dieseltriebzüge. Elektrische Triebzüge tragen an dieser Stelle die 94. Weil Alstom optisch verwandte Fahrzeuge auch mit elektrischem oder akku-elektrischem Antrieb baut, ist dieser Code ein wertvoller Zweitcheck.

Wie schnell fährt die Baureihe 648?

Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 120 km/h. Auf Regionalstrecken mit dichten Haltabständen wird das selten voll ausgefahren; Streckenparameter und Fahrplan bestimmen das tatsächliche Tempo.

Warum tragen beide Wagenteile eine 648er-Nummer?

Weil bei dieser Bauart beide Hälften angetrieben sind und deshalb keine 9-Nummer für einen antriebslosen Teil vergeben wird. Die Ordnungsnummern stammen allerdings aus getrennten Blöcken, sodass sich die beiden Hälften einer Einheit anhand der Nummer eindeutig zuordnen lassen.

Wo trifft man die Baureihe 648 an?

Auf nicht elektrifizierten Regional- und Nebenbahnen im ganzen Bundesgebiet. Welche Netze aktuell mit LINT-Fahrzeugen gefahren werden, hängt an Verkehrsverträgen und verschiebt sich mit jeder Vergabe. Aktuelle Sichtungen und die tagesaktuelle Fahrplanauskunft sind deshalb zuverlässiger als ältere Übersichten.

Sichtung von Baureihe 648 (Alstom Coradia LINT 41) festhalten

Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.

Traintrack im App Store laden4,8(23 Bewertungen)Traintrack bei Google Play laden4,4(35 Bewertungen)

Verwandte Baureihen

Wer dahintersteckt

Konzerne, Marken, Hersteller und Betriebe – wer wem gehört und woran du sie im Feld erkennst.

Alle Eisenbahnunternehmen →

Wo du die Baureihe 648 (Alstom Coradia LINT 41) siehst

Konkrete Standpunkte mit Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.

Alle 100 Spotting-Orte in Europa →

Passende Guides aus dem Blog

TT

Traintrack Redaktion

Die Baureihen-Datenbank entsteht aus Betriebsbeobachtung, Community-Sichtungen und öffentlich zugänglichen Quellen. Gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet.

← Alle Baureihen aus Deutschland