Das Wichtigste in Kürze
- Die 624 stammt aus dem VT-23/24-Programm der Deutschen Bundesbahn aus den 1960er Jahren.
- Sie ist der Vorläufer der Baureihe 614, mit der sie die Grundidee der mehrteiligen Dieseltriebwagen teilt.
- VT, VM, VS und VB bezeichnen Trieb-, Mittel-, Steuer- und Beiwagen – bei älteren Triebwagen tragen sie getrennte Nummern.
- Schnellster Erkennungsweg: Formenbild der 1960er, Dieseldach, Anschrift beginnt mit 624.
- Regelverkehr gibt es nicht mehr – Sichtungen sind an museale Anlässe gebunden.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Dieseltriebwagen für den Nahverkehr, mehrteilig einsetzbar |
|---|---|
| Herkunft | VT-23/24-Programm der Deutschen Bundesbahn |
| Bauzeit | 1960er Jahre |
| Zugbildung | Motorwagen, wahlweise mit Mittelwagen ergänzt |
| UIC-Bauartcode | 95 – Dieseltriebwagen und Dieseltriebzüge |
| Nachfolgebauart | Baureihe 614 |
| Status | aus dem Regelbetrieb ausgeschieden |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Kantige Wagenkästen im Formenbild der 1960er Jahre mit flachen Frontscheiben
- Dachaufbauten mit Kühler und Auspuff, kein Stromabnehmer
- Mehrteilige Zugbildung: Motorwagen mit Führerstand, dazwischen ein Mittelwagen ohne Führerstand
- Fahrzeugnummer der Motorwagen beginnt mit 624
- Nüchtern gegliedertes Fensterband ohne durchgehende Panoramaflächen
Aktualisiert: August 2026 – Bevor moderne Regionaltriebwagen das Bild bestimmten, fuhren auf den nicht elektrifizierten Nebenstrecken Fahrzeuge wie die Baureihe 624 aus dem VT-23/24-Programm der Deutschen Bundesbahn. Kantige Kästen, Dieselgeräusch, ein Mittelwagen zwischen zwei Motorwagen. Diese Seite zeigt dir, wie du diese Bauart einordnest, wie die alte VT/VS/VB-Systematik funktioniert und was heute noch von ihr übrig ist.
Historische Fahrzeuge dokumentieren
Museale Triebwagen sieht man selten und meist nur kurz – halte Nummer, Anlass und Datum gleich in Traintrack fest.
Was ist die Baureihe 624?
Die Baureihe 624 ist ein Dieseltriebwagen für den Nahverkehr, hervorgegangen aus dem VT-23/24-Programm der Deutschen Bundesbahn aus den 1960er Jahren. Die Fahrzeuge wurden mehrteilig eingesetzt: Motorwagen mit Führerstand an den Zugenden, dazwischen ein Mittelwagen ohne eigenen Führerstand.
Ihre Aufgabe war klar umrissen. Auf Strecken, für die ein lokbespannter Zug zu aufwendig war, sollte ein selbstfahrender Triebzug ein attraktives Angebot ermöglichen – flexibel in der Länge, schnell zu wenden, ohne Umsetzen der Lok. Die Weiterentwicklung dieser Idee mündete in die Baureihe 614, die das Konzept in den 1970er Jahren fortführte.
In der Fahrzeugsystematik steht die 624 bei den Dieseltriebwagen mit dem UIC-Bauartcode 95 – den ersten beiden Ziffern der zwölfstelligen Fahrzeugnummer. Dass es sich um ein historisches Fahrzeug handelt, ändert daran nichts: Der Code beschreibt die Antriebsart, nicht das Baujahr.
VT, VM, VS, VB: die Systematik älterer Triebwagen
Wer moderne Triebzüge gewohnt ist, stolpert bei historischen Fahrzeugen zuverlässig über eine Sache: Ein Zug trägt nicht eine Nummer, sondern mehrere. Jeder Fahrzeugtyp hat seine eigene Reihe.
| Kürzel | Bedeutung | Motor | Führerstand |
|---|---|---|---|
| VT | Verbrennungstriebwagen | ja | ja |
| VM | Verbrennungs-Mittelwagen | nein | nein |
| VS | Verbrennungs-Steuerwagen | nein | ja |
| VB | Verbrennungs-Beiwagen | nein | nein |
Diese Logik erklärt, warum in Fahrzeuglisten zu einem einzigen Zug mehrere Baureihennummern auftauchen. Für Spotter heißt das ganz praktisch: Wer nur die Nummer des Motorwagens notiert, dokumentiert den Zug nur zur Hälfte. Dieselbe Systematik begegnet dir bei Schienenbussen wie dem Uerdinger Schienenbus der Baureihe VT 98, wo Trieb-, Steuer- und Beiwagen ein flexibles Baukastensystem bilden.
So bestimmst du das Fahrzeug im Feld
Antriebsart klären
Kühlergitter und Auspuff auf dem Dach bedeuten Dieselantrieb. Ein Stromabnehmer schließt die Baureihe sofort aus.
Formensprache einordnen
Kantige Kästen, flache Frontscheiben, nüchtern gegliederte Fenster: Das Formenbild gehört eindeutig in die 1960er Jahre.
Zugbildung ansehen
Prüfe, ob ein Wagen ohne Führerstand zwischen zwei Motorwagen läuft. Diese Kombination ist das Markenzeichen der Bauart.
Alle Nummern notieren
Motorwagen und Mittelwagen tragen unterschiedliche Baureihennummern. Für eine vollständige Sichtung gehören beide ins Logbuch.
Wie man Merkmale in einer sinnvollen Reihenfolge abarbeitet, statt sich an Details festzubeißen, beschreibt die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.
Mehrteilige Züge richtig erfassen
Trieb-, Mittel- und Steuerwagen getrennt notieren – Traintrack hält die Nummern zusammen, ohne sie zu vermischen.
Spotting und Fotografie eines Museumsfahrzeugs
Ohne Regeleinsatz ändert sich die Aufgabe grundlegend: Der Termin ist das knappe Gut, nicht der Standort. Wer den Einstieg sucht, beginnt bei Museumsbetrieben wie dem Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein, die ihre Fahrtage früh veröffentlichen.
Erst Termin, dann Standort
Bei musealen Fahrzeugen entscheidet die Terminlage über den Erfolg. Steht das Datum, lassen sich Lichtrichtung und Standort in Ruhe planen – umgekehrt funktioniert es nicht.
Drei Punkte machen das Bild besser:
- Gesamte Zugbildung zeigen. Die mehrteilige Formation ist das Charakteristische. Ein reines Frontbild verschenkt genau diese Information.
- Epochengerechte Details mitnehmen. Anschriften, Lackierung und Ausstattungsdetails ordnen das Fahrzeug zeitlich ein – für die spätere Dokumentation oft wichtiger als der perfekte Winkel.
- Zweitbild mit Umgebung. Ein weiteres Foto mit Bahnhofsschild oder Streckenumfeld macht die Sichtung Jahre später noch nachvollziehbar.
Wie du solche Aufnahmen dauerhaft geordnet hältst, statt sie in Ordnern zu verlieren, beschreibt der Guide zum Fotoarchiv für Spotter. Termine für Museums- und Sonderfahrten findest du über den Beitrag zu Sonderzügen und Sonderfahrten.
Sicherheit gilt auch beim Museumszug
Abstand zur Bahnsteigkante halten, hinter der Sicherheitslinie bleiben, den Gleisbereich nicht betreten. Auf Vereins- und Museumsgelände gilt zusätzlich die jeweilige Hausordnung.
Alte Bezeichnungen lesen: VT 24 wird 624
Historische Fahrzeuge tragen in der Literatur oft zwei Namen – und wer den Zusammenhang nicht kennt, hält sie für zwei verschiedene Baureihen. Bei der 624 ist das besonders ausgeprägt, weil beide Bezeichnungen bis heute nebeneinander verwendet werden.
Das ältere Schema der Deutschen Bundesbahn arbeitete mit Buchstaben und Zahlen: VT für Verbrennungstriebwagen, dahinter eine Bauartzahl. VT 24 war damit kein einzelnes Fahrzeug, sondern eine Bauartgruppe. Mit der Umstellung auf durchgehend dreistellige, computerlesbare Baureihennummern wurde daraus unter anderem die 624 – dieselben Fahrzeuge, neue Anschrift.
Diese Umstellung hat einen ganz praktischen Grund: Ein Nummernschema aus reinen Ziffern lässt sich maschinell verarbeiten, ein Schema aus Buchstabenkürzeln nicht. Genau derselbe Gedanke steckt hinter der heutigen zwölfstelligen Fahrzeugnummer, deren erste beiden Ziffern die Bauart angeben – 95 bei Dieseltriebwagen, 94 bei Elektrotriebzügen, 92 bei Diesellokomotiven.
Für die eigene Recherche folgt daraus eine nützliche Regel: Ältere Quellen sprechen andere Sprache als neuere. Wer über ein historisches Fahrzeug liest, sollte beide Bezeichnungen kennen und beim Suchen beide ausprobieren. Sonst findet man die Hälfte der verfügbaren Informationen nicht.
Eine zweite Konsequenz betrifft die Anschriften am Fahrzeug selbst. Museal erhaltene Fahrzeuge werden häufig in einem bestimmten Zustand hergerichtet – und dazu gehören die Anschriften dieser Epoche. Ein Fahrzeug kann deshalb als VT 24 beschriftet sein, obwohl es in Verzeichnissen als 624 geführt wird. Das ist kein Widerspruch, sondern eine bewusste Entscheidung der Betreiber.
Für deine Dokumentation heißt das: Notiere, was tatsächlich am Fahrzeug steht, und ergänze die Zuordnung getrennt davon. So bleibt nachvollziehbar, was du gesehen hast und was du daraus geschlossen hast – ein Grundsatz, der bei historischen Fahrzeugen besonders wertvoll ist.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die 624, wenn …
- die Formensprache eindeutig in die 1960er Jahre gehört
- Kühler und Auspuff auf dem Dach sitzen
- ein Mittelwagen ohne Führerstand zwischen zwei Motorwagen läuft
- die Anschrift der Motorwagen mit 624 beginnt
Sieh genauer hin, wenn …
- du zwischen 624 und 614 schwankst – die Grundidee ist dieselbe
- der Zug ohne Mittelwagen unterwegs ist
- eine museale Lackierung von der gewohnten Farbgebung abweicht
Es ist keine 624, wenn …
- ein Stromabnehmer auf dem Dach liegt
- sich der Wagenkasten im Bogen sichtbar neigt – Neigetechnik gab es erst bei 610, 611 und 612
- die Anschrift mit 614, 628 oder 798 beginnt
Die spätere Generation, die diese Fahrzeuge im Alltag ablöste, ist unter anderem die Baureihe 628 / 629 – dort findest du dieselbe Grundidee in deutlich moderner Umsetzung.
Fazit
Die Baureihe 624 ist ein Fahrzeug für alle, die verstehen wollen, wie deutscher Dieselnahverkehr vor der Ära der Standardtriebzüge aussah. Ihre Bestimmung ist unkompliziert – Formensprache, Dieseldach, Anschrift –, ihr Antreffen dagegen eine Terminfrage. Wer sie erwischt, sollte alle Fahrzeugnummern notieren, nicht nur die des Motorwagens.
Kurzfazit
Kantiges Formenbild der 1960er, Kühler statt Stromabnehmer, mehrteilige Zugbildung mit Mittelwagen: Das ist die 624. Notiere jede Wagennummer einzeln – bei alten Triebwagen trägt jeder Fahrzeugteil seine eigene Reihe.
Zusammenfassung
- Das VT-23/24-Programm brachte der Bundesbahn in den 1960er Jahren mehrteilige Dieseltriebwagen für den Nahverkehr.
- Die daraus hervorgegangene Baureihe 624 ist die direkte Vorstufe zur späteren 614.
- Für die Bestimmung genügen Formensprache, Dachbild und Anschrift.
- Wer sie heute sehen will, orientiert sich an Museumsbahnen und Sonderfahrten.
Häufige Fragen
Was ist die Baureihe 624?
Die Baureihe 624 ist ein Dieseltriebwagen für den Nahverkehr, der aus dem VT-23/24-Programm der Deutschen Bundesbahn aus den 1960er Jahren hervorging. Die Fahrzeuge wurden mehrteilig eingesetzt: Motorwagen mit Führerstand, ergänzt um einen Mittelwagen ohne Führerstand. Sie ist der Vorläufer der späteren Baureihe 614.
Was bedeutet die Bezeichnung VT 23 / 24?
VT steht für Verbrennungstriebwagen, die Zahl bezeichnet die Bauartgruppe im alten Bezeichnungsschema der Bundesbahn. Mit der Umstellung auf dreistellige Baureihennummern wurden aus diesen Fahrzeugen unter anderem die Baureihe 624. Beide Bezeichnungen meinen also dasselbe Fahrzeugprogramm.
Was heißt VT, VS und VB bei alten Triebwagen?
VT ist der Triebwagen mit eigenem Motor und Führerstand, VS der Steuerwagen mit Führerstand aber ohne Motor, VB der Beiwagen ohne beides. Bei älteren deutschen Triebwagen tragen diese Fahrzeugteile jeweils eigene Baureihennummern – ein Zug besteht damit aus mehreren Nummerngruppen.
Wie erkenne ich die Baureihe 624?
An der kantigen Formensprache der 1960er Jahre mit flachen Frontscheiben, am Dach mit Kühler und Auspuff statt Stromabnehmer und an der mehrteiligen Zugbildung mit Mittelwagen. Die Anschrift der Motorwagen beginnt mit 624 und macht die Zuordnung eindeutig.
Was ist der Unterschied zwischen Baureihe 624 und 614?
Die 624 ist die ältere Bauart aus den 1960er Jahren, die 614 ihre Weiterentwicklung aus den 1970ern. Beide treten dreiteilig mit Mittelwagen auf und verfolgen dieselbe Idee, unterscheiden sich aber in Front- und Fensterdetails. Sicher trennt sie die Anschrift.
Ist die Baureihe 624 noch im Einsatz?
Im Regelverkehr nicht mehr. Nach der Ablösung durch modernere Triebwagen blieben nur einzelne Fahrzeuge im musealen Bereich erhalten. Sichtungen hängen deshalb an Veranstaltungen und Sonderfahrten – prüfe Termine vorher, statt auf gut Glück an die Strecke zu fahren.
Warum trägt die 624 den Bauartcode 95?
Weil die ersten beiden Ziffern der zwölfstelligen Fahrzeugnummer die Bauart beschreiben und 95 für Dieseltriebwagen und Dieseltriebzüge steht. Das Alter des Fahrzeugs ändert daran nichts: Auch ein historischer Triebwagen bleibt in dieser Systematik ein Dieseltriebwagen.
Wie viele Fahrzeuge der Baureihe 624 gab es?
Diese Seite nennt bewusst keine Stückzahl. Die Angaben in der Literatur unterscheiden sich je nachdem, ob Motorwagen, Mittelwagen oder komplette Einheiten gezählt werden und welche Umbauten mitgerechnet sind. Wer eine belastbare Zahl braucht, prüft die Zählweise der jeweiligen Quelle mit.
Sichtung von Baureihe 624 (VT 23 / 24) festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
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