Das Wichtigste in Kürze
- Die 628 ist ein zweiteiliger Dieseltriebwagen: ein Motorwagen der Reihe 628 und ein Steuerwagen der Reihe 928 bilden zusammen eine feste Einheit.
- Die 629 ist die zweimotorige Variante: äußerlich fast identisch, aber beide Wagenteile sind angetrieben.
- Schnellster Erkennungsweg: zwei getrennte Wagenkästen mit vier Drehgestellen und Dachaufbauten statt Stromabnehmer.
- Typisches Revier sind nicht elektrifizierte Neben- und Regionalstrecken; auf Hauptbahnen taucht die Bauart nur als Durchläufer auf.
- Bestand und Betreiber ändern sich laufend mit Vergaben, Fahrzeugumzeichnungen und Abstellungen – prüfe immer den aktuellen Stand.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Zweiteiliger Dieseltriebwagen für den Regionalverkehr |
|---|---|
| UIC-Bauartcode | 95 (Dieseltriebwagen / Dieseltriebzug) |
| Aufbau | Motorwagen 628 plus Steuerwagen 928, kurzgekuppelt |
| Variante 629 | Beide Wagenteile angetrieben, für steigungsreiche Strecken |
| Höchstgeschwindigkeit | 120 km/h |
| Hauptbauart | 628.4 – die zahlenmäßig größte Serie |
| Typischer Einsatz | Nebenbahnen und Regionalverkehr ohne Oberleitung |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Zwei kurzgekuppelte Wagenkästen mit je zwei Drehgestellen – kein Jakobsdrehgestell in der Mitte
- Kastige, hohe Front mit großen, fast senkrechten Frontscheiben und Übergangstür-Anmutung
- Auf dem Dach Kühler- und Auspuffaufbauten statt Stromabnehmer
- Hochflureinstieg mit Trittstufen, Türen jeweils am Wagenende
- Fahrzeugnummer beginnt mit 628 oder 629, der antriebslose Teil mit 928
Aktualisiert: August 2026 – Zwei kastige Wagenkästen, Dieselgeräusch, keine Oberleitung über dem Gleis: Dann stehst du mit hoher Wahrscheinlichkeit vor einer Baureihe 628. Diese Seite zeigt dir, woran du die Bauart und ihre zweimotorige Schwester 629 zweifelsfrei erkennst, wo du sie realistisch antriffst und worauf es beim Fotografieren ankommt.
628 gesichtet? Nummer gleich festhalten.
Bei einer auslaufenden Bauart zählt jedes Datum – in Traintrack ist die Sichtung in Sekunden eingetragen.
Was ist die Baureihe 628 / 629?
Die Baureihe 628 ist ein zweiteiliger Dieseltriebwagen für den Regionalverkehr. Eine Einheit besteht aus einem Motorwagen der Reihe 628 und einem antriebslosen Steuerwagen der Reihe 928, die dauerhaft kurzgekuppelt sind. Die Fahrzeuge sind für 120 km/h zugelassen und wurden für Strecken beschafft, auf denen sich eine Elektrifizierung nie gerechnet hat – wie sie etwa die Bodensee-Oberschwaben-Bahn (BOB) zwischen Friedrichshafen und Aulendorf befährt.
Die Baureihe 629 ist die konsequente Weiterentwicklung für anspruchsvolle Topografie: Hier sind beide Wagenteile angetrieben. Äußerlich ist der Unterschied minimal, betrieblich erheblich – doppelte Motorleistung bedeutet mehr Reserven auf Steigungsstrecken. Beide Bauarten gehören zu der Generation, die dem heutigen Bild aus Coradia LINT 41, Talent und Regio-Shuttle vorausging.
So erkennst du die Bauart in wenigen Sekunden
Du brauchst keine Detailkenntnis. Drei Beobachtungen reichen, und sie funktionieren auch von der gegenüberliegenden Bahnsteigkante aus.
Wagenkästen zählen
Zwei getrennte Kästen, dazwischen ein kurzer Übergang. Jeder Kasten steht auf zwei eigenen Drehgestellen – zusammen also vier. Fahrzeuge mit Jakobsdrehgestell in der Mitte scheiden damit aus.
Aufs Dach schauen
Kühlerpakete und Auspuff statt Stromabnehmer. Das ist das sicherste Unterscheidungsmerkmal gegenüber optisch verwandten Elektrotriebwagen und trennt die 95er- von der 94er-Gruppe der UIC-Nummern.
Einstiegshöhe prüfen
Trittstufen und ein sichtbar hoch liegender Fußboden. Moderne Nahverkehrstriebwagen sind dagegen weitgehend niederflurig – schon aus 50 Metern ein klarer Unterschied.
Bleibt ein Restzweifel, entscheidet die Fahrzeugnummer. Sie beginnt beim Motorwagen mit 628 beziehungsweise 629, beim antriebslosen Teil mit 928. Wie du solche Nummern im Betrieb schnell abliest, erklärt die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen; die vollständige zwölfstellige Systematik samt Prüfziffer steht im Beitrag zur UIC-Nummer am Fahrzeug.
Praxis-Tipp für den ersten Blick
Zähl zuerst die Wagenkästen, dann die Drehgestelle. Beides siehst du auch bei schlechtem Licht. Front, Türen und Nummer kannst du danach in Ruhe prüfen.
Was die Nummern über den Zug verraten
Die deutsche Systematik ist bei mehrteiligen Triebwagen erstaunlich aussagekräftig. Der Motorwagen trägt die eigentliche Baureihennummer, der antriebslose Teil dieselbe Zahl mit vorangestellter 9. Aus 628 wird also 928. Wer beide Nummern notiert, hat die Einheit eindeutig dokumentiert.
Auf der internationalen Ebene steht davor der UIC-Bauartcode: Die ersten beiden Ziffern der zwölfstelligen Fahrzeugnummer sind bei Dieseltriebwagen die 95. Elektrische Triebzüge tragen die 94. Das ist ein nützlicher Zweitcheck, wenn du dir bei den Dachaufbauten nicht sicher bist.
| Beobachtung | Was sie bedeutet | Wie sicher |
|---|---|---|
| Zwei Wagenkästen, vier Drehgestelle | Aufbau der 628/629-Familie | hoch |
| Dachkühler und Auspuff | Dieselantrieb, keine Oberleitungsnutzung | sehr hoch |
| Nummer 928 am zweiten Wagenteil | Steuerwagen, also Bauart 628 | sehr hoch |
| Beide Wagenteile mit 629er-Nummer | zweimotorige Variante | sehr hoch |
| Hochflureinstieg mit Trittstufen | Fahrzeuggeneration vor dem Niederflurbau | hoch |
Wo du die Baureihe im Betrieb antriffst
Dieseltriebwagen folgen einer einfachen Logik: Sie fahren dort, wo kein Fahrdraht hängt. Im Südwesten gehörte die Bauart über Jahre zum Alltag der DB ZugBus Regionalverkehr Alb-Bodensee (RAB). Daraus ergibt sich die Suchstrategie fast von allein.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Nicht elektrifizierte Nebenbahnen | hoch | Klassisches Einsatzgebiet der Bauart |
| Regionalknoten mit Dieselstrecken | hoch | Hier laufen mehrere Diesellinien zusammen |
| Endbahnhöfe mit Wendezeit | mittel bis hoch | Lange Standzeiten, gute Sicht auf beide Wagenteile |
| Elektrifizierte Hauptbahnen | niedrig | Allenfalls als Überführung oder Umleiter |
| Große Fernverkehrsknoten | niedrig | Nur als durchgebundene Regionalleistung |
Betreiber und Einsatznetze ändern sich
Welches Unternehmen ein Netz gerade betreibt und mit welchen Fahrzeugen, verschiebt sich mit jeder Vergabe und jedem Fahrplanwechsel. Nimm ältere Netz- oder Linienlisten deshalb nur als groben Anhaltspunkt und prüfe den aktuellen Stand über Echtzeitauskunft und Community-Sichtungen.
Sieh, wo gerade eine 628 gemeldet wurde
Aktuelle Sichtungen anderer Spotter zeigen dir, welche Fahrzeuge unterwegs sind – bevor du losfährst.
Spotting und Fotografie: worauf es ankommt
Die 628 ist ein dankbares Motiv, weil sie meist langsam unterwegs ist und an kleinen Bahnhöfen lange steht. Gleichzeitig ist sie flach, hell lackiert und in Bahnsteigperspektive schnell langweilig. Diese vier Punkte machen den Unterschied.
Beide Wagenteile ins Bild nehmen
Der zweiteilige Aufbau ist das Alleinstellungsmerkmal. Eine Dreiviertelansicht mit rund 30 bis 45 Grad zur Fahrzeugachse zeigt Front, Seitenwand und den zweiten Wagenkasten in einem Bild.
Nummer lesbar halten
Plane den Ausschnitt so, dass die Anschriften an der Seitenwand nicht angeschnitten sind. Ohne Nummer ist eine Sichtung deutlich weniger wert.
Nebenbahn statt Großstadt
Kleine Stationen mit freier Sicht und wenig Fahrleitungsmasten geben ein ruhigeres Bild als der Bahnsteig eines Knotenbahnhofs.
Vom Bahnsteig aus arbeiten
Bleib hinter der Bahnsteigkante und halte Sicherheitsabstand. Gleisbereiche, Betriebsanlagen und Abstellgruppen sind tabu – das gilt ohne Ausnahme, egal wie ruhig eine Strecke wirkt.
Für die konkrete Standortwahl lohnt der Blick in die Übersicht der besten Bahnhöfe zum Trainspotten in Deutschland. Wie du Sichtungen so festhältst, dass sie später auswertbar bleiben, zeigt der Guide zum Sichtungslogbuch.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für die 628 / 629, wenn …
- zwei getrennte Wagenkästen mit vier Drehgestellen zu sehen sind
- auf dem Dach Kühler und Auspuff sitzen, kein Stromabnehmer
- die Einstiege Trittstufen haben
- die Nummer mit 628, 629 oder 928 beginnt
Sieh genauer hin, wenn …
- du nur einen Wagenteil siehst und die Kupplungsstelle verdeckt ist
- das Fahrzeug in einer fremden Lackierung unterwegs ist
- du zwischen 628 und 629 entscheiden musst – dann hilft nur die Nummer
- eine Doppeltraktion aus zwei Einheiten wie ein vierteiliger Zug wirkt
Es ist keine 628, wenn …
- ein Stromabnehmer auf dem Dach sitzt – dann ist es ein Elektrotriebwagen
- die Wagenteile ein gemeinsames Jakobsdrehgestell teilen
- der Einstieg niederflurig und stufenlos ist
- nur ein einziger Wagenkasten vorhanden ist
Die häufigste Fehlzuordnung passiert nicht mit exotischen Fahrzeugen, sondern innerhalb der Dieselfamilie: Der Siemens Desiro Classic der Baureihe 642 ist ebenfalls zweiteilig, teilt sich aber ein Jakobsdrehgestell und ist niederflurig. Die ältere Baureihe 614 wiederum wirkt auf den ersten Blick verwandt, ist aber anders gegliedert.
Fazit
Die Baureihe 628 gehört zu den Fahrzeugen, die man einmal richtig lernt und danach überall wiedererkennt: zwei Kästen, vier Drehgestelle, Kühler statt Stromabnehmer. Die 629 ist der technische Zwilling mit zweitem Motor. Spannend wird die Bauart gerade dadurch, dass sie nach und nach aus dem Betrieb verschwindet – umso mehr lohnt es sich, jede Sichtung mit Nummer und Datum zu dokumentieren.
Kurzfazit
Zwei kurzgekuppelte Wagenkästen, Dachkühler statt Stromabnehmer, Trittstufen am Einstieg: Das ist die 628. Sind beide Wagenteile motorisiert, steht die 629 vor dir – die Fahrzeugnummer liefert die Bestätigung.
Zusammenfassung
- Die Baureihe 628 prägte über Jahrzehnte das Bild des deutschen Dieselnahverkehrs und steht für die Generation vor den modernen Niederflurtriebwagen.
- Wer die Wagenzahl, die Drehgestelle und das Dach ansieht, hat die Bauart in wenigen Sekunden eingeordnet.
- Die 629 unterscheidet sich vor allem technisch: zwei angetriebene Wagenteile statt eines Motorwagens mit Steuerwagen.
- Weil die Fahrzeuge nach und nach durch neuere Triebwagen ersetzt werden, lohnt es sich besonders, Sichtungen mit Nummer und Datum festzuhalten.
Häufige Fragen
Wie erkenne ich die Baureihe 628 sicher?
An drei Merkmalen: Sie besteht aus zwei kurzgekuppelten Wagenkästen mit jeweils eigenen Drehgestellen, hat eine kastige Front mit großen senkrechten Scheiben und trägt auf dem Dach Kühler- sowie Auspuffaufbauten statt eines Stromabnehmers. Die Fahrzeugnummer beginnt mit 628, der zweite Wagenteil mit 928.
Was ist der Unterschied zwischen Baureihe 628 und 629?
Bei der 628 ist nur ein Wagenteil angetrieben, der zweite ist ein Steuerwagen der Reihe 928. Bei der 629 sind beide Wagenteile motorisiert, was sie für steigungsreiche Strecken tauglich macht. Äußerlich ähneln sich beide stark – die Fahrzeugnummer ist der zuverlässige Unterschied.
Wie schnell fährt die Baureihe 628?
Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 120 km/h. Auf typischen Nebenbahnen wird das selten ausgefahren, weil Streckenhöchstgeschwindigkeit, Bahnübergänge und dichte Haltabstände das Tempo bestimmen.
Warum trägt der zweite Wagenteil eine 928er-Nummer?
Weil die deutsche Fahrzeugsystematik antriebslose Teile eines Triebzuges mit einer vorangestellten 9 kennzeichnet. Aus dem Motorwagen 628 wird so der zugehörige Steuerwagen 928. Dieses Muster findest du bei vielen mehrteiligen Triebwagen wieder und es hilft beim schnellen Einordnen.
Was bedeutet die 95 in der zwölfstelligen Fahrzeugnummer?
Die ersten beiden Ziffern der UIC-Nummer sind der Bauartcode. 95 steht für Dieseltriebwagen beziehungsweise Dieseltriebzüge. Elektrische Triebzüge tragen dagegen die 94. Wer nur diese zwei Ziffern liest, weiß schon, ob ein Fahrzeug seine Energie selbst erzeugt oder aus der Oberleitung bezieht.
Wo trifft man die Baureihe 628 heute noch an?
Auf nicht elektrifizierten Regional- und Nebenbahnen. Welche Netze aktuell mit der Bauart gefahren werden, ändert sich allerdings mit jeder Verkehrsvergabe und jedem Fahrplanwechsel. Verlass dich deshalb nicht auf ältere Listen, sondern auf aktuelle Sichtungen und die tagesaktuelle Fahrplanauskunft.
Ist die 628 ein Niederflurfahrzeug?
Nein. Die Bauart stammt aus der Zeit vor dem flächendeckenden Niederflurbau und hat Einstiege mit Trittstufen. Genau daran erkennst du sie auch aus der Distanz gut: Der Fußboden liegt sichtbar höher als bei einem LINT, Talent oder Regio-Shuttle.
Wie dokumentiere ich eine Sichtung der 628 sinnvoll?
Notiere die vollständige Fahrzeugnummer beider Wagenteile, Datum, Ort und die Lackierung. Gerade bei einer auslaufenden Bauart ist das Datum die wertvollste Information, weil sich der Einsatzbestand schnell verändert. Ein Foto der Seitenwand mit lesbarer Nummer ergänzt den Eintrag ideal.
Sichtung von Baureihe 628 / 629 festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
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