Das Wichtigste in Kürze
- Die 668.4 ist ein Akkutriebzug auf Basis der Siemens-Mireo-Plattform, nicht auf LINT-Basis wie die 668.2.
- Schnellster Erkennungsweg: moderner, glatter Wagenkasten plus Stromabnehmer plus Fahrt ohne Fahrdraht.
- Der Bauartcode 95 stammt aus der Zeit, als der 6xx-Block ausschließlich Verbrennungstriebwagen aufnahm.
- Einsatzlogik: Laden unter Oberleitung oder am Ladepunkt, Akkubetrieb auf dem nicht elektrifizierten Ast.
- Veränderlich: Netz, Betreiber und Flottengröße hängen an Verkehrsverträgen und sollten immer aktuell geprüft werden.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Mehrteiliger Nahverkehrstriebzug mit Batteriespeicher (BEMU) |
|---|---|
| Plattform | Siemens Mireo, Akkuvariante Mireo Plus B |
| UIC-Bauartcode | 95 – in dieser Datenbank bei den Triebwagen geführt |
| Antriebsprinzip | Elektrisch, Energie aus Oberleitung oder Bordbatterie |
| Typischer Einsatz | Regionalverkehr auf teilelektrifizierten Netzen |
| Bestand und Einsatzgebiet | ändert sich mit Vergaben und Fahrplanjahren – aktuellen Stand prüfen |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Glatter, langgezogener Aluminium-Wagenkasten mit großen, weit heruntergezogenen Frontscheiben
- Stromabnehmer und Batterieaufbauten auf dem Dach statt Motorvorbauten
- Mehrteilige Einheit mit durchgehendem Innenraum und breiten Einstiegen
- Fahrzeugnummer beginnt mit 668, Unterbaureihe 4
- Fährt Abschnitte ohne Oberleitung mit gesenktem Stromabnehmer
- Kein Dieselgeräusch beim Anfahren – nur Umrichter, Lüfter und Rollgeräusch
Aktualisiert: August 2026 – Ein moderner Regionaltriebzug mit Stromabnehmer, der mitten auf der Strecke den Bügel senkt und trotzdem weiterfährt: Das ist die Baureihe 668.4, die Akkuvariante des Siemens Mireo. Diese Seite erklärt, wie du sie von den übrigen Fahrzeugen im selben Nummernblock trennst, warum sie unter dem Bauartcode für Dieseltriebwagen geführt wird und wo sich das Warten lohnt.
Akkuzug gesichtet? Nummer sichern.
Bei neuen Fahrzeugfamilien ist die Einzelnummer die eigentliche Information – in Traintrack in Sekunden erfasst.
Was ist die Baureihe 668.4?
Die Baureihe 668.4 ist ein mehrteiliger Nahverkehrstriebzug mit Batteriespeicher auf Basis der Mireo-Plattform von Siemens Mobility, vermarktet als Mireo Plus B. Der Antrieb ist durchgehend elektrisch; unter Oberleitung kommt die Energie aus dem Fahrdraht, auf nicht elektrifizierten Abschnitten aus den Batterien an Bord.
Betrieblich ersetzt sie damit dasselbe, was jahrzehntelang der Dieseltriebwagen erledigt hat: den Verkehr auf Strecken, deren Elektrifizierung sich nie gerechnet hat. Der klassische Gegenpart dazu ist ein Fahrzeug wie die Baureihe 642 – gleicher Hersteller, gleiche Aufgabe, völlig anderes Antriebskonzept.
Der Bauartcode 95 und was er wirklich aussagt
Die zwölfstellige UIC-Fahrzeugnummer beginnt mit zwei Ziffern, die die Bauart beschreiben. 95 bezeichnet dabei Dieseltriebwagen – und trotzdem steht die 668.4 hier. Das ist kein Fehler, sondern eine Folge der Systemgeschichte.
Die deutschen Baureihennummern mit führender 6 wurden mit der Umstellung auf EDV-Nummern 1968 den Verbrennungstriebwagen zugeordnet. Diese Zuordnung überlebte den Technikwechsel: Als batterieelektrische Fahrzeuge kamen, wurden sie in den vorhandenen Block einsortiert, weil sie dieselbe betriebliche Rolle übernehmen. Wie die zwölf Stellen im Detail aufgebaut sind, steht ausführlich im Beitrag zur UIC-Nummer und ihrer Prüfziffer.
Praktische Konsequenz: Die Nummer verrät dir die Rolle des Fahrzeugs, nicht seinen Antrieb. Den Antrieb siehst du am Dach.
Dieses Prinzip ist älter als die Batterietechnik. Schon die Gattungskürzel vor 1968 – VT für Verbrennungstriebwagen, VS für Steuerwagen, VB für Beiwagen – beschrieben, welche Aufgabe ein Fahrzeug im Zugverband erfüllt, nicht wie es technisch gelöst war. Die EDV-Nummern übersetzten diese Logik in Zifferngruppen und haben sie seither konserviert. Wer deutsche Baureihennummern liest, liest also in erster Linie eine Ordnung nach betrieblicher Rolle. Das erklärt auch, warum in einem einzigen Nummernblock heute Dieseltriebwagen, Akkufahrzeuge und Sonderbauarten nebeneinanderstehen können, ohne dass das ein Widerspruch wäre.
So bestimmst du die 668.4 im Feld
Wagenkasten beurteilen
Glatte, langgezogene Seitenwände, große Frontscheiben, keine Motorvorbauten. Die Silhouette wirkt deutlich moderner als bei den Triebwagen der 1990er Jahre.
Dach prüfen
Stromabnehmer und flächige Aufbauten für Batterien und Kühlung. Ein Triebzug im Regionalverkehr mit auffällig belegtem Dach ist ein starkes Indiz.
Fahrdraht über der Strecke prüfen
Fährt ein Fahrzeug mit Stromabnehmer über einen Abschnitt ohne Oberleitung, bleibt praktisch nur ein Akkufahrzeug übrig.
Nummer lesen
Beginnt die Fahrzeugnummer mit 668 und trägt die Unterbaureihe 4, ist die Bestimmung abgeschlossen.
Eine feste Reihenfolge für solche Bestimmungen – erst Form, dann Antrieb, dann Nummer – beschreibt die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.
Einordnung im Bahnbetrieb
Akkutriebzüge haben ein enger umrissenes Einsatzfeld als Dieseltriebwagen: Sie brauchen planbare Lademöglichkeiten. Daraus lässt sich ableiten, wo man sie sucht.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Endbahnhof eines nicht elektrifizierten Astes | hoch | Wendezeit, oft mit Ladeeinrichtung, gute Sicht vom Bahnsteig |
| Übergangsstelle Oberleitungsende | hoch | Der Bügel geht hoch oder runter – das aussagekräftigste Motiv |
| Elektrifizierter Zulaufabschnitt | mittel | Fahrzeug fährt dort wie ein normaler Elektrotriebzug |
| Reine Dieselstrecke ohne Ladepunkt | niedrig | Ohne Ladeinfrastruktur kein planmäßiger Einsatz |
| Betriebswerk oder Abstellgruppe | nicht zugänglich | Betriebsgelände mit Hausrecht, kein öffentlicher Zutritt |
Verkehrsverträge ändern das Bild
Welche Netze mit Akkufahrzeugen betrieben werden, entscheidet sich in Vergabeverfahren und kann sich zum Fahrplanwechsel komplett verschieben. Nutze aktuelle Fahrplandaten und Community-Sichtungen statt älterer Fahrzeuglisten.
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Spotting- und Fototipps
Der glatte Wagenkasten der Mireo-Familie ist fotografisch anspruchsvoll: Große, ungegliederte Flächen wirken bei Mittagslicht flau und spiegeln stark. Flaches Licht am Morgen oder späten Nachmittag zeichnet dagegen die Kanten und lässt die Front plastisch wirken.
Hinzu kommt ein Problem, das alle modernen Regionaltriebzüge teilen: Sie sehen einander ähnlich. Herstellerübergreifend hat sich eine Formensprache durchgesetzt, die auf große Frontscheiben, glatte Seitenwände und niedrige Einstiege setzt. Aus einer Frontalaufnahme allein lässt sich eine Baureihe deshalb selten sicher bestimmen. Wer sein Bildarchiv brauchbar halten will, sollte sich angewöhnen, immer auch eine Seitenansicht mit lesbarer Fahrzeugnummer aufzunehmen – das ist die Aufnahme, die in fünf Jahren die eigentliche Frage beantwortet.
Das Motiv ist das Dach
Was diese Baureihe von jedem anderen Regionaltriebzug unterscheidet, liegt oben. Suche einen legalen, erhöhten Standpunkt – eine öffentliche Straßenbrücke reicht meist – und nimm Stromabnehmer und Batterieaufbauten mit ins Bild.
Praktisch bewährt hat sich diese Reihenfolge: erst eine saubere Dreiviertelansicht als Hauptbild, dann eine Detailaufnahme der Seitenwand mit vollständiger Fahrzeugnummer, zuletzt ein Kontextbild an der Stelle, an der die Oberleitung endet. Welche Brennweite dafür sinnvoll ist, behandelt der Ratgeber zum Teleobjektiv für die Eisenbahnfotografie; wo in Deutschland überhaupt gute Bahnsteigpositionen liegen, steht in der Übersicht der besten Bahnhöfe zum Trainspotten.
Für alles gilt: Bahnsteig, Bahnhofsvorplatz und öffentliche Brücken sind ausreichend. Gleisbereiche und Betriebsanlagen sind gesperrt, Absperrungen bleiben Absperrungen.
Häufige Verwechslungen
Innerhalb des Nummernblocks ist der wichtigste Vergleichspunkt die Baureihe 668.2, das andere Akkufahrzeug – kürzer, zweiteilig, aus der LINT-Familie. Bei reinen Dieselfahrzeugen ähnlicher Größe hilft der Blick aufs Dach: Die Baureihe 622 trägt dort keinen Stromabnehmer.
Es spricht für die 668.4, wenn …
- ein moderner, glatter Triebzug einen Stromabnehmer trägt
- er auf einem Abschnitt ohne Oberleitung fährt
- das Dach mit flächigen Aufbauten belegt ist
- die Nummer mit 668 beginnt und die Unterbaureihe 4 trägt
Sieh genauer hin, wenn …
- du nur die Front siehst – moderne Triebzüge ähneln sich stark
- der Zug unter Fahrdraht steht und der Stromabnehmer normal wirkt
- eine netzspezifische Lackierung die Herstellerhandschrift überdeckt
Es ist keine 668.4, wenn …
- ein Dieselmotor beim Anfahren hörbar hochdreht
- gar kein Stromabnehmer vorhanden ist
- die Fahrzeugnummer mit 622, 623, 642 oder 648 beginnt
Fazit
Die Baureihe 668.4 zeigt, wie sich die Rolle des Dieseltriebwagens verändert, ohne dass sich die Nummernsystematik mitbewegt. Der Bauartcode 95 bleibt, der Antrieb ist ein anderer. Für die Bestimmung im Feld ist das sogar hilfreich: Ein Fahrzeug mit Triebwagennummer, Stromabnehmer und Fahrt ohne Fahrdraht kann kaum etwas anderes sein. Alles, was darüber hinausgeht – Netz, Betreiber, Stückzahl –, ist beweglich und gehört vor jeder Tour neu geprüft.
Kurzfazit
Moderner Triebzug, Bügel auf dem Dach, Strecke ohne Oberleitung: Das ist die 668.4. Der beste Beobachtungspunkt ist die Stelle, an der die Oberleitung endet – dort erzählt das Fahrzeug seine eigene Geschichte.
Zusammenfassung
- Mit der 668.4 kommt ein zweiter Herstellerstandard in den Akku-Nummernblock – nebeneinander gestellt sind beide leicht auseinanderzuhalten.
- Für die Bestimmung reichen Wagenkastenform, Dachtechnik und die Fahrzeugnummer.
- Ladehalte an Endbahnhöfen sind die dankbarsten Beobachtungspunkte, weil dort in Ruhe fotografiert werden kann.
- Angaben zu Einsatzgebieten sind Momentaufnahmen und gehören vor jeder Fahrt neu geprüft.
Häufige Fragen
Was ist die Baureihe 668.4?
Die 668.4 ist ein mehrteiliger Nahverkehrstriebzug mit Batteriespeicher auf Basis der Siemens-Mireo-Plattform, bekannt als Mireo Plus B. Er fährt vollständig elektrisch: unter Oberleitung direkt aus dem Fahrdraht, auf nicht elektrifizierten Abschnitten aus der Bordbatterie. Der Bauartcode 95 verortet ihn in dieser Datenbank bei den Triebwagen.
Wieso trägt ein Elektrofahrzeug den Bauartcode für Dieseltriebwagen?
Weil die Nummernsystematik älter ist als der Fahrzeugtyp. Der Bereich der 6xx-Baureihen war seit den EDV-Nummern für Verbrennungstriebwagen vorgesehen. Batteriefahrzeuge übernehmen Aufgaben, die vorher Dieseltriebwagen erledigt haben, und wurden deshalb im selben Block einsortiert – die Nummer beschreibt hier die Rolle, nicht den Antrieb.
Wie unterscheide ich 668.4 und 668.2?
An der Bauform. Die 668.2 ist ein kurzer, zweiteiliger Gelenktriebwagen aus der LINT-Familie mit vergleichsweise kantiger Front. Die 668.4 wirkt länger, glatter und moderner, mit großflächigen Frontscheiben. Steht die Unterbaureihe in der Fahrzeugnummer lesbar an der Seitenwand, ist die Sache ohnehin entschieden.
Wie weit kommt ein Akkutriebzug ohne Oberleitung?
Das hängt von Batteriegröße, Topografie, Witterung und Fahrplan ab und wird vom Betreiber für jedes Netz einzeln ausgelegt. Belastbare Reichweitenzahlen für einzelne Fahrzeuge lassen sich deshalb nicht pauschal nennen. Verlässlich ist nur die Grundregel: Der Akkuabschnitt liegt immer zwischen zwei Lademöglichkeiten.
Woran erkenne ich, dass gerade Akkubetrieb läuft?
Am gesenkten Stromabnehmer bei gleichzeitiger Fahrt. Interessant ist der Übergangspunkt: Dort wird der Bügel gehoben oder gesenkt, meist am Ende der Oberleitung. Für Fotografen ist das der aussagekräftigste Moment im ganzen Umlauf.
Wo lohnt sich das Warten am meisten?
An Bahnhöfen mit Ladeeinrichtung und an Endpunkten nicht elektrifizierter Äste. Dort stehen die Fahrzeuge länger, sind vom öffentlichen Bahnsteig aus gut einsehbar und lassen sich in Ruhe von der Seite aufnehmen – inklusive Dachtechnik und Fahrzeugnummer.
Fährt die Baureihe auch im Winter mit voller Reichweite?
Batteriefahrzeuge verlieren bei Kälte grundsätzlich Kapazität, weil Heizung und Batteriechemie zusätzliche Energie kosten. Wie stark sich das auf einen konkreten Umlauf auswirkt, ist Betriebssache und wird im Fahrplan bereits berücksichtigt. Für die Beobachtung heißt das vor allem: im Winter häufiger gehobene Stromabnehmer.
Lohnt es sich, jede Einzelnummer zu notieren?
Bei jungen Baureihen besonders. Anfangsjahre sind geprägt von Nachlieferungen, Umbeheimatungen und wechselnden Netzen. Wer Nummer, Datum und Leistung festhält, hat später eine belastbare Chronik – und erkennt sofort, welche Fahrzeuge er noch nie gesehen hat.
Sichtung von Baureihe 668.4 festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
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