Baureihe 668.2

Die Baureihe 668.2 ist eine akku-elektrische Weiterentwicklung des Coradia LINT 41. Sie sieht aus wie ein Dieseltriebwagen, trägt aber einen Stromabnehmer – daran erkennst du sie.

Auch bekannt als: Akku-LINT · Coradia LINT 41 BEMU · BR 668.2

DeutschlandDeutschlandDieseltriebwagen7 Min. LesezeitAktualisiert: August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Die 668.2 ist ein Akkutriebwagen auf Basis des zweiteiligen Coradia LINT 41 – äußerlich Dieseltriebwagen, technisch elektrisch.
  • Schnellster Erkennungsweg: LINT-Silhouette plus Stromabnehmer auf dem Dach. Diese Kombination gibt es sonst kaum.
  • Einsatzlogik: Das Fahrzeug lädt unter Oberleitung und fährt Nebenstrecken ohne Fahrdraht rein aus dem Speicher.
  • Nummernsystem: Die 668 gehört in den 6xx-Block der Triebwagen, die Unterbaureihe .2 trennt sie von der 668.4.
  • Veränderlich: Netze, Betreiber und Stückzahlen verschieben sich mit jeder Vergabe – nie aus alten Listen abschreiben.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Baureihe 668.2?
  2. 2.Warum ein Akkuzug unter dem Bauartcode 95 läuft
  3. 3.So bestimmst du die 668.2 im Feld
  4. 4.Einordnung im Bahnbetrieb
  5. 5.Spotting- und Fototipps
  6. 6.Häufige Verwechslungen
  7. 7.Fazit

Steckbrief

FahrzeugartZweiteiliger Nahverkehrstriebwagen mit Batteriespeicher (BEMU)
PlattformAlstom Coradia LINT 41, akku-elektrische Variante
UIC-Bauartcode95 – in dieser Datenbank bei den Dieseltriebwagen geführt
WagenkastenaufbauZwei Wagenteile über einem gemeinsamen Jakobs-Drehgestell
Typischer EinsatzRegionalverkehr auf teilelektrifizierten Strecken
Bestand und Einsatzgebietändert sich mit Vergaben und Fahrplanjahren – aktuellen Stand prüfen

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?

Hak ab, was auf das Fahrzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Zweiteiliger Gelenktriebwagen: Der Übergang sitzt über einem gemeinsamen Drehgestell
  • Ein Stromabnehmer auf dem Dach – ungewöhnlich für ein Fahrzeug in LINT-Optik
  • Zusätzliche Dachaufbauten für Batterien und Kühlung statt reiner Motorvorbauten
  • Kurze Einheit mit Türen jeweils in den Wagenenden, Fensterband ohne Unterbrechung
  • Fahrzeugnummer beginnt mit 668, gefolgt von der Unterbaureihe 2
  • Fährt Abschnitte ohne Oberleitung, obwohl der Stromabnehmer gesenkt ist

Aktualisiert: August 2026 – Ein Triebwagen, der aussieht wie ein Dieselfahrzeug, aber einen Stromabnehmer auf dem Dach trägt und trotzdem über Strecken ohne Fahrdraht rollt: Das ist die Baureihe 668.2, die akku-elektrische Variante des Coradia LINT 41. Diese Seite zeigt dir, woran du sie erkennst, warum sie ausgerechnet unter einer Triebwagennummer läuft und worauf du beim Fotografieren achten solltest.

Neue Fahrzeuge zuerst dokumentieren

Gerade bei jungen Baureihen ändern sich Umläufe ständig – halte deine Sichtung mit Nummer und Datum fest, solange sie frisch ist.

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Was ist die Baureihe 668.2?

Die Baureihe 668.2 ist ein zweiteiliger Nahverkehrstriebwagen mit Batteriespeicher, den Alstom auf der Coradia-LINT-41-Plattform aufgebaut hat. Sie fährt elektrisch, führt die nötige Energie aber teilweise an Bord mit und kommt damit auch über Streckenabschnitte ohne Oberleitung.

Damit besetzt sie eine sehr konkrete Lücke im deutschen Netz: Viele Regionalstrecken sind zu schwach ausgelastet, als dass sich eine durchgehende Elektrifizierung rechnen würde – aber sie hängen an elektrifizierten Hauptstrecken. Genau dort spielt ein Akkufahrzeug seine Stärke aus. Der klassische Dieseltriebwagen, wie ihn die Baureihe 648 verkörpert, bleibt das Vergleichsfahrzeug: gleiche Grundform, gleiche Länge, völlig andere Antriebsphilosophie.

Warum ein Akkuzug unter dem Bauartcode 95 läuft

Das wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich. Die ersten beiden Ziffern der zwölfstelligen UIC-Fahrzeugnummer beschreiben die Bauart, und 95 steht für Dieseltriebwagen. Ein batterieelektrisches Fahrzeug passt dort inhaltlich nicht hinein.

Die Erklärung liegt in der Systemgeschichte: Die deutschen Baureihennummern mit führender 6 waren seit den EDV-Nummern von 1968 für Triebwagen mit Verbrennungsmotor reserviert. Als batterieelektrische Fahrzeuge dazukamen, wurden sie pragmatisch in denselben Nummernblock einsortiert, statt eine neue Familie aufzumachen. Wer die Systematik dahinter komplett verstehen will, findet sie im Guide zur UIC-Nummer und ihrer Prüfziffer – dort steht auch, welche Ziffer welche Aussage trägt.

Für dich als Beobachter heißt das: Verlass dich nicht auf die Nummerngruppe, wenn du den Antrieb wissen willst. Schau aufs Dach.

Dasselbe Muster kennt man aus der Fahrzeuggeschichte: Auch die alten Gattungskürzel VT, VS und VB beschrieben die Rolle eines Fahrzeugs im Verband – Verbrennungstriebwagen, Steuerwagen, Beiwagen – und nicht seine konkrete Technik. Die EDV-Umstellung 1968 übersetzte diese Rollen in Nummernblöcke, und diese Blöcke haben seither jeden Technikwechsel überlebt. Wer die deutsche Baureihensystematik verstehen will, sollte sie deshalb als Ordnungssystem für Aufgaben lesen, nicht als Katalog von Antriebsarten.

So bestimmst du die 668.2 im Feld

Wagenteile zählen

Zwei kurze Wagenteile mit einem Übergang in der Mitte, der über einem gemeinsamen Drehgestell sitzt. Das ist die typische LINT-41-Bauform.

Aufs Dach schauen

Ein Stromabnehmer auf einem Fahrzeug in LINT-Optik ist das entscheidende Merkmal. Dazu kommen flache Aufbauten für Batterien und Kühlung.

Auf den Anfahrklang achten

Fehlt beim Anfahren das Hochdrehen eines Dieselmotors, bleiben nur Umrichter und Lüfter. Das hörst du auch aus einiger Entfernung.

Nummer lesen

Die Fahrzeugnummer beginnt mit 668. Die Unterbaureihe trennt sie von den übrigen Akkutriebwagen im selben Block.

Wenn du dir eine feste Reihenfolge für solche Bestimmungen angewöhnen willst, hilft die allgemeine Anleitung zum Bestimmen von Baureihen: erst grobe Form, dann Antrieb, dann Nummer.

Einordnung im Bahnbetrieb

Akkutriebwagen sind keine Universalfahrzeuge. Ihr Einsatzprofil ergibt sich aus der Reichweite zwischen zwei Ladegelegenheiten – und genau daraus folgt, wo du sie realistisch antriffst.

Streckentyp Trefferchance Warum
Nebenstrecke mit elektrifizierter Zulaufstrecke hoch Klassischer Anwendungsfall: Laden auf der Hauptbahn, Akkubetrieb auf dem Ast
Endbahnhof mit Ladeeinrichtung hoch Längere Standzeit, Stromabnehmer oben, gut fotografierbar
Durchgehend elektrifizierte Hauptbahn mittel Möglich, aber dort fahren meist reine Elektrotriebzüge
Reine Dieselinsel ohne Fahrdraht niedrig Ohne Ladepunkt fehlt die Betriebsgrundlage
Werkstatt- und Abstellbereiche nicht zugänglich Betriebsgelände, kein öffentlicher Zutritt

Netz und Betreiber sind veränderlich

Welche Verkehrsverträge mit Akkufahrzeugen gefahren werden, verschiebt sich mit jeder Vergaberunde. Behandle jede Angabe zu Einsatzgebiet, Betreiber und Stückzahl als Momentaufnahme und prüfe den aktuellen Stand, bevor du eine Fahrt planst.

Sieh, wo gerade Akkuzüge gemeldet werden

Community-Sichtungen zeigen dir schneller als jede Fahrzeugliste, welche Fahrzeuge auf welchem Ast unterwegs sind.

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Spotting- und Fototipps

Ein BEMU bietet ein Motiv, das es beim Dieseltriebwagen nicht gibt: den Wechsel zwischen gehobenem und gesenktem Stromabnehmer. Dieser Moment am Übergang zwischen elektrifiziertem und nicht elektrifiziertem Abschnitt ist die eigentliche Geschichte des Fahrzeugs.

Den Ladehalt nutzen

An Bahnhöfen mit Ladeeinrichtung stehen die Fahrzeuge länger. Vom öffentlichen Bahnsteig aus bekommst du dort in Ruhe Seitenansicht, Dach und Nummer.

Dach mit ins Bild nehmen

Ein leicht erhöhter Standpunkt auf einer öffentlichen Brücke zeigt Stromabnehmer und Batterieaufbauten – das Merkmal, das die Baureihe ausmacht.

Kontext zeigen

Ein Bild mit endender Oberleitung im Hintergrund erklärt die Baureihe besser als jede Detailaufnahme der Front.

Nummer separat sichern

Eine zusätzliche Aufnahme der Seitenwand mit vollständiger Fahrzeugnummer erspart dir später das Rätselraten im Archiv.

Für die technische Seite – Verschlusszeit, Brennweite, Standpunktwahl – lohnt der Guide zu guten Zugfotos. Und wer seine Bilder danach nicht im Chaos versinken lassen will, findet im Beitrag zum Sichtungslogbuch eine brauchbare Struktur.

Zum Standort: Bahnsteige und öffentliche Wege reichen für alles, was du brauchst. Gleisbereiche, Abstellgruppen und Werkstattgelände sind tabu – dort gilt Hausrecht, und Absperrungen sind keine Empfehlung, sondern eine Grenze.

Häufige Verwechslungen

Die größte Verwechslungsgefahr besteht innerhalb der eigenen Fahrzeugfamilie. Der zweiteilige Dieseltriebwagen der Baureihe 623 teilt Wagenkasten und Front mit der 668.2 und unterscheidet sich vor allem durch das fehlende Dachgerät. Der zweite Akkutriebwagen im selben Nummernblock, die Baureihe 668.4, stammt dagegen von einer ganz anderen Plattform und wirkt deutlich glatter und länger.

Es spricht für die 668.2, wenn …

  • zwei kurze Wagenteile über einem gemeinsamen Drehgestell verbunden sind
  • ein Stromabnehmer auf dem Dach sitzt
  • das Fahrzeug ohne Fahrdraht weiterfährt
  • die Nummer mit 668 beginnt

Sieh genauer hin, wenn …

  • du das Fahrzeug nur von vorn siehst – LINT-Fronten ähneln sich stark
  • der Stromabnehmer gesenkt und schlecht erkennbar ist
  • eine Werbe- oder Netzlackierung die gewohnten Farbflächen überdeckt

Es ist keine 668.2, wenn …

  • ein Motorvorbau brummt und kein Stromabnehmer vorhanden ist – dann eher ein reiner Dieseltriebwagen
  • das Fahrzeug drei oder mehr Wagenteile hat
  • die Nummer mit 622, 623, 640 oder 648 beginnt

Fazit

Die Baureihe 668.2 ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Nummer nicht immer die Technik verrät. Sie steht im Block der Verbrennungstriebwagen und trägt den UIC-Bauartcode 95, fährt aber elektrisch. Erkennen lässt sie sich trotzdem in Sekunden: zweiteilige LINT-Form plus Stromabnehmer, das ist eine seltene Kombination. Alles Weitere – Netz, Betreiber, Flottengröße – gehört zu den Angaben, die du besser aktuell prüfst als aus dem Gedächtnis zitierst.

Kurzfazit

LINT-Silhouette mit Bügel auf dem Dach: Das ist die 668.2. Sie lädt unter Fahrdraht und fährt Nebenstrecken aus dem Akku – ein Fahrzeug, das man am besten dort fotografiert, wo die Oberleitung endet.

Deine Sichtungen an einem Ort

Nummer, Datum, Ort und Leistung sauber erfasst – und du siehst auf einen Blick, welche Fahrzeuge dir noch fehlen.

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Zusammenfassung

  • Akku-elektrische Triebwagen wie die 668.2 ersetzen Dieselfahrzeuge dort, wo eine durchgehende Elektrifizierung zu teuer wäre.
  • Für die Bestimmung im Feld zählen drei Dinge: die zweiteilige LINT-Form, der Stromabnehmer und die Fahrzeugnummer.
  • Wer die Baureihe gezielt sucht, orientiert sich an Strecken mit Oberleitungslücken und an den dazugehörigen Ladepunkten.
  • Alle Angaben zu Einsatzgebiet und Flottengröße gehören regelmäßig überprüft, weil Verkehrsverträge laufend neu vergeben werden.

Häufige Fragen

Was ist die Baureihe 668.2?

Es handelt sich um einen zweiteiligen Nahverkehrstriebwagen mit Batteriespeicher, der auf der Coradia-LINT-41-Plattform von Alstom aufbaut. Er fährt elektrisch, kann aber auch längere Abschnitte ohne Oberleitung zurücklegen, weil er Energie an Bord mitführt. In dieser Datenbank steht er unter dem UIC-Bauartcode 95 bei den Triebwagen.

Warum steht ein Akkufahrzeug bei den Dieseltriebwagen?

Weil die Nummernblöcke älter sind als die Technik. Der 6xx-Bereich der deutschen Baureihennummern war traditionell für Verbrennungstriebwagen reserviert; batterieelektrische Fahrzeuge wurden in denselben Block eingeordnet, statt ein neues System zu schaffen. Der UIC-Bauartcode 95 folgt dieser Einordnung.

Wie erkenne ich die Baureihe 668.2 im Bahnhof?

Achte auf die Kombination aus LINT-Silhouette und Stromabnehmer. Ein zweiteiliger Gelenktriebwagen mit dem typischen kurzen Wagenkasten, aber mit Bügel auf dem Dach, ist ein starkes Indiz. Die vollständige Fahrzeugnummer an der Seitenwand bestätigt die Zuordnung endgültig.

Was bedeutet BEMU?

BEMU steht für Battery Electric Multiple Unit, also einen batterieelektrischen Triebzug. Solche Fahrzeuge laden unter Oberleitung oder an stationären Ladepunkten und überbrücken danach nicht elektrifizierte Abschnitte aus dem Speicher. Sie sind das Bindeglied zwischen reinem Elektro- und reinem Dieselbetrieb.

Worin unterscheidet sich die 668.2 von der 668.4?

Beide sind Akkutriebwagen, stammen aber von unterschiedlichen Herstellern und Plattformen. Die 668.2 baut auf dem Coradia LINT auf, die 668.4 auf dem Siemens Mireo. Das zeigt sich an Frontform, Fensterteilung und Wagenkastenlänge – und natürlich an der Unterbaureihe in der Fahrzeugnummer.

Wo fährt die Baureihe 668.2?

Akkutriebwagen werden dort eingesetzt, wo Strecken nur teilweise elektrifiziert sind. Welche konkreten Netze das aktuell sind, ändert sich mit Vergabeverfahren und Fahrplanwechseln. Verlass dich deshalb nicht auf ältere Übersichten, sondern prüfe den aktuellen Stand über Fahrplanauskunft und Community-Sichtungen.

Hört man den Unterschied zum Dieseltriebwagen?

Deutlich. Beim Anfahren fehlt das Hochdrehen des Dieselmotors; zu hören sind vor allem Umrichter, Lüfter und Rollgeräusche. Wer an einer Bahnsteigkante steht, erkennt ein BEMU oft schon am Klang, bevor die Fahrzeugnummer lesbar ist.

Wie dokumentiere ich eine Sichtung sinnvoll?

Notiere die vollständige Fahrzeugnummer, Datum, Ort und die Zugleistung. Gerade bei neuen Fahrzeugfamilien lohnt sich das, weil Umläufe und Netze in den ersten Betriebsjahren häufig wechseln. Ein sauber geführtes Logbuch macht später nachvollziehbar, wann welches Fahrzeug wo unterwegs war.

Sichtung von Baureihe 668.2 festhalten

Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.

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