Baureihe 670

Die Baureihe 670 ist ein einteiliger Doppelstock-Dieseltriebwagen aus den 1990er Jahren – eine Kleinserie, die in Deutschland ohne Nachfolger blieb.

Auch bekannt als: Doppelstock-Schienenbus · DUEWAG DSB · BR 670

DeutschlandDeutschlandDieseltriebwagen7 Min. LesezeitAktualisiert: August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Die 670 ist der Doppelstock-Schienenbus: ein einteiliger Dieseltriebwagen mit zwei Sitzebenen, gebaut von DUEWAG in den 1990er Jahren.
  • Schnellster Erkennungsweg: Ein einzelner, kurzer Triebwagen mit Fenstern auf zwei Höhen kann in Deutschland kaum etwas anderes sein.
  • Konzept: maximale Sitzplatzzahl auf minimaler Fahrzeuglänge für schwach ausgelastete Nebenstrecken.
  • Kein Serienerfolg: Die Bauart blieb eine Kleinserie; der Regionalverkehr setzte stattdessen auf mehrteilige Niederflurtriebwagen.
  • Heute historisch: Wer die 670 sehen will, recherchiert im musealen Umfeld, nicht im Regelfahrplan.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Baureihe 670?
  2. 2.Warum die Bauform so ungewöhnlich ist
  3. 3.So bestimmst du die 670 im Feld
  4. 4.Einordnung im Bahnbetrieb
  5. 5.Spotting- und Fototipps
  6. 6.Häufige Verwechslungen
  7. 7.Fazit

Steckbrief

FahrzeugartEinteiliger Dieseltriebwagen in Doppelstockbauweise
HerstellerDUEWAG (Düsseldorfer Waggonfabrik)
Bauzeit1990er Jahre, Kleinserie ohne Nachfolgebauart
UIC-Bauartcode95 – Dieseltriebwagen
BesonderheitZwei Sitzebenen in einem einzelnen, kurzen Triebwagen
Heutiger StatusKein planmäßiger DB-Einsatz mehr; erhaltene Einzelstücke im musealen Umfeld

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?

Hak ab, was auf das Fahrzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Einteiliger Triebwagen mit zwei Sitzebenen – in Deutschland praktisch einmalig
  • Tiefliegender Einstiegsbereich in der Fahrzeugmitte, Sitzbereiche darüber und darunter
  • Deutlich höherer Wagenkasten als bei jedem anderen einteiligen Dieseltriebwagen
  • Kurze Fahrzeuglänge trotz Doppelstockaufbau – die Proportionen wirken gedrungen
  • Fahrzeugnummer beginnt mit 670
  • Fensterreihen auf zwei Höhen übereinander statt eines durchgehenden Bandes

Aktualisiert: August 2026 – Ein einzelner, kurzer Dieseltriebwagen mit Fenstern auf zwei Etagen: Die Baureihe 670 ist eines der ungewöhnlichsten Fahrzeuge, die je im deutschen Regionalverkehr unterwegs waren. Diese Seite ordnet den Doppelstock-Schienenbus ein, zeigt seine Erkennungsmerkmale und erklärt, wie du die wenigen erhaltenen Fahrzeuge überhaupt noch findest.

Seltene Fahrzeuge festhalten

Bei Bauarten wie der 670 ist jede Sichtung ein Einzelfall – mit Datum, Ort und Nummer dokumentiert bleibt sie nachvollziehbar.

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Was ist die Baureihe 670?

Die Baureihe 670 ist ein einteiliger Dieseltriebwagen in Doppelstockbauweise, entwickelt und gebaut von DUEWAG in den 1990er Jahren. Der Hersteller ging kurz darauf in Siemens Mobility auf, wo das Konzept keine Fortsetzung fand. Sie war der Versuch, auf schwach ausgelasteten Nebenstrecken möglichst viele Sitzplätze auf möglichst kurzer Fahrzeuglänge unterzubringen – ein Fahrzeug also, das die Wirtschaftlichkeit eines Schienenbusses mit der Kapazität eines Doppelstockwagens verbinden sollte.

Der Ansatz blieb eine Kleinserie. Der Regionalverkehr entschied sich in denselben Jahren für mehrteilige, niederflurige Triebwagen – die Linie, die etwa die Baureihe 650 und die späteren Gelenktriebwagen vertreten. Die 670 blieb damit ein Sonderweg, der heute vor allem technikgeschichtlich interessant ist.

Warum die Bauform so ungewöhnlich ist

Doppelstockfahrzeuge kennt jeder aus dem Regionalverkehr – als lange, lokbespannte Wagenzüge oder als mehrteilige Triebzüge. Ein einzelner, kurzer Triebwagen mit zwei Sitzebenen ist dagegen eine Seltenheit.

Die Konsequenzen sind an jedem Fahrzeug sichtbar:

  • Der Einstiegsbereich liegt tief in der Fahrzeugmitte, damit überhaupt Platz für zwei Ebenen bleibt.
  • Von dort führen kurze Treppen nach oben und unten in die Sitzbereiche.
  • Die Fenster sitzen deshalb nicht in einem durchgehenden Band, sondern in zwei versetzten Reihen übereinander.
  • Der Wagenkasten wirkt insgesamt hoch und gedrungen, weil die Länge klein und die Höhe groß ist.

Genau diese Treppen sind auch der Grund, warum sich das Konzept nicht durchgesetzt hat: Sie kosten Zeit beim Fahrgastwechsel und stehen einem stufenlosen Einstieg entgegen.

Historisch steht die 670 damit am Ende einer langen Reihe von Versuchen, den Nebenbahnverkehr wirtschaftlich zu halten. Die Grundfrage ist seit den 1950er Jahren dieselbe: Wie transportiert man auf einer schwach ausgelasteten Strecke genug Menschen, ohne ein zu großes und zu teures Fahrzeug zu bewegen? Die Schienenbusse beantworteten sie mit radikalem Leichtbau, die Leichttriebwagen der Deutschen Reichsbahn mit minimaler Fahrzeuggröße, moderne Gelenktriebwagen mit Doppeltraktion kurzer Einheiten. Die 670 versuchte es mit der dritten Dimension – und scheiterte nicht an der Kapazität, sondern an den Anforderungen an Zugänglichkeit und Fahrgastwechsel, die in den 2000er Jahren immer wichtiger wurden.

Für die Fahrzeugkunde ist das lehrreich: Eine technisch schlüssige Lösung kann trotzdem am Betriebsalltag scheitern. Die Bauart ist deshalb weniger ein Fehlschlag als ein gut dokumentierter Zwischenschritt.

So bestimmst du die 670 im Feld

Höhe und Länge vergleichen

Ein Fahrzeug, das für seine Länge auffällig hoch wirkt, ist der erste Hinweis. Normale einteilige Triebwagen wirken flach und langgestreckt.

Fensterreihen zählen

Zwei Reihen übereinander statt eines durchgehenden Fensterbandes: Das ist das entscheidende Merkmal und schon aus einiger Entfernung erkennbar.

Einstieg suchen

Der Zugang liegt tief und mittig. Türen an den Fahrzeugenden wie beim klassischen Schienenbus gibt es hier nicht.

Nummer bestätigen

Die Fahrzeugnummer beginnt mit 670. Zusammen mit der vollständigen zwölfstelligen UIC-Nummer ist die Zuordnung eindeutig.

Wie du eine solche Merkmalskette systematisch abarbeitest, statt planlos Details zu vergleichen, beschreibt die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.

Einordnung im Bahnbetrieb

Die 670 gehört heute klar zum historischen Bestand. Ein planmäßiger Einsatz im Regionalverkehr findet nicht mehr statt. Das verändert die Suche grundlegend: Statt Fahrplan und Umlauf zählen Veranstaltungstermine und Eigentümerauskünfte.

Suchweg Erfolgsaussicht Was du dort bekommst
Terminseiten von Museums- und Traditionsbahnen mittel Verbindliche Angaben zu geplanten Einsätzen
Fachforen und Sichtungsthreads mittel Aktuelle Meldungen, oft mit Foto und Datum
Community-Sichtungen in Apps mittel Zeitnahe Hinweise, wenn andere das Fahrzeug bereits gesehen haben
Ältere Fahrzeuglisten im Netz gering Häufig veraltet – Standorte und Eigentümer wechseln
Regelfahrplan der DB keine Kein planmäßiger Einsatz mehr

Standorte nicht aus alten Quellen übernehmen

Erhaltene Einzelfahrzeuge wechseln Eigentümer, Abstellorte und Betriebsfähigkeit. Was vor fünf Jahren galt, kann heute falsch sein. Frag im Zweifel direkt beim Verein oder Museum nach – das spart eine vergebliche Anreise.

Sichtungen anderer Spotter nutzen

Wo ein seltenes Fahrzeug zuletzt gemeldet wurde, ist oft die brauchbarste Information überhaupt.

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Spotting- und Fototipps

Der hohe, kurze Wagenkasten der 670 ist ein dankbares Motiv, weil er sofort erklärt, worum es geht. Eine reine Frontalaufnahme verschenkt genau das.

Seitenansicht schlägt Frontbild

Die Besonderheit der Baureihe liegt in den zwei Fensterebenen – und die sieht man nur von der Seite oder in einer flachen Dreiviertelansicht. Plane den Standpunkt so, dass die komplette Fahrzeugseite ins Bild passt.

Ebenso lohnend ist eine Innenaufnahme, sofern das Fahrzeug zugänglich ist und der Betreiber nichts dagegen hat: Die beiden Sitzebenen und die kurzen Treppen erklären das Konzept unmittelbar, während von außen nur die Fensteranordnung davon zeugt.

Wie du Termine für Sonderfahrten überhaupt findest, ohne dich auf Gerüchte zu verlassen, erklärt der Guide zu Sonderzügen und Sonderfahrten. Für das Umfeld von Museumsbahnen – Recherche, Ansprechpartner, typische Abläufe – lohnt der Beitrag zum Museumsbahn-Guide.

Auf Museumsgelände gilt Hausrecht. Halte dich an ausgewiesene Wege und Absperrungen, betritt keine Gleisbereiche und frag im Zweifel das Personal. Das ist keine Formalie: Auf Vereinsgeländen wird rangiert, oft ohne die Sicherungstechnik, die man von großen Bahnhöfen kennt.

Häufige Verwechslungen

Es spricht für die 670, wenn …

  • ein einzelner, kurzer Triebwagen zwei Fensterebenen hat
  • der Einstieg tief und mittig liegt
  • das Fahrzeug für seine Länge auffällig hoch wirkt
  • die Nummer mit 670 beginnt

Sieh genauer hin, wenn …

  • du das Fahrzeug nur frontal oder stark verkürzt siehst
  • es abgestellt zwischen anderen Fahrzeugen steht
  • es eine Sonder- oder Vereinslackierung trägt

Es ist keine 670, wenn …

  • das Fahrzeug aus mehreren Wagenteilen besteht
  • es ein durchgehendes, einreihiges Fensterband hat
  • es von einer Lok gezogen wird – dann ist es ein Doppelstockwagen, kein Triebwagen

Der nächstliegende Vergleich im Regionalverkehr ist die zweiteilige Baureihe 628 / 629: gleiche Aufgabe, gleiche Zeit, aber flache Bauform und zwei Wagenteile. Aus der ostdeutschen Nebenbahntradition kommt die Baureihe 772 – ebenfalls einteilig, aber niedrig und mit einer einzigen Fensterreihe.

Fazit

Die Baureihe 670 ist ein Fahrzeug, das man nur einmal sehen muss. Zwei Fensterebenen an einem einzelnen, kurzen Dieseltriebwagen gibt es in Deutschland sonst nicht. Betrieblich blieb das Konzept ohne Zukunft, weil sich der Nahverkehr für niederflurige, mehrteilige Fahrzeuge entschied. Für Spotter macht genau das den Reiz aus: Wer die 670 vor die Kamera bekommt, dokumentiert eine Sackgasse der Fahrzeugentwicklung – und die gibt es nicht zweimal.

Kurzfazit

Kurz, hoch, zwei Fensterreihen: Das ist die 670. Sie fährt nicht mehr planmäßig, also führt der Weg über Museumsbahn-Termine, Fachforen und aktuelle Sichtungsmeldungen – nie über alte Standortlisten.

Historische Fahrzeuge sauber archivieren

Nummer, Ort, Datum und Anlass festhalten – bei seltenen Bauarten ist das die halbe Recherche für später.

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Zusammenfassung

  • Die Baureihe 670 war ein technischer Sonderweg: doppelstöckig, aber einteilig und kurz.
  • Die Bauform ist so ungewöhnlich, dass eine Verwechslung praktisch ausgeschlossen ist.
  • Der Regionalverkehr entschied sich stattdessen für niederflurige Gelenktriebwagen – die 670 blieb Episode.
  • Sichtungen sind heute Glückssache und gehören deshalb besonders sorgfältig dokumentiert.

Häufige Fragen

Was ist die Baureihe 670?

Die Baureihe 670 ist ein einteiliger Dieseltriebwagen in Doppelstockbauweise, gebaut von DUEWAG in den 1990er Jahren. Sie sollte auf schwach ausgelasteten Nebenstrecken viele Sitzplätze auf kurzer Fahrzeuglänge bieten. Die Bauart blieb eine Kleinserie und hat in Deutschland keinen Nachfolger gefunden.

Warum nennt man die 670 Doppelstock-Schienenbus?

Weil sie zwei Konzepte verbindet: die Sparsamkeit des klassischen Schienenbusses für Nebenstrecken und die Sitzplatzdichte eines Doppelstockwagens. Der Name ist eine Beschreibung, keine offizielle Bezeichnung – offiziell zählt die Baureihennummer 670.

Wie erkenne ich die Baureihe 670?

An einem Merkmal, das es sonst kaum gibt: Fensterreihen auf zwei Höhen an einem einzelnen, kurzen Triebwagen. Der Einstieg liegt tief in der Fahrzeugmitte, die Sitzbereiche darüber und darunter. Wer diese Silhouette einmal gesehen hat, verwechselt sie nicht mehr.

Fährt die Baureihe 670 noch im Regelverkehr?

Nein. Ein planmäßiger Einsatz im DB-Regionalverkehr findet nicht mehr statt. Erhaltene Fahrzeuge stehen im musealen oder sammlerischen Umfeld. Ob und wann eines davon fährt, entscheidet der jeweilige Eigentümer – belastbar ist nur die tagesaktuelle Auskunft.

Warum hat sich das Konzept nicht durchgesetzt?

Der Regionalverkehr der 1990er und 2000er Jahre setzte auf niederflurige, mehrteilige Triebwagen mit stufenlosem Einstieg. Ein Doppelstockfahrzeug bringt zwangsläufig Treppen mit sich, was Fahrgastwechsel verlangsamt und die Barrierefreiheit erschwert. Mehrteilige Konzepte lösten dieselbe Kapazitätsfrage eleganter.

Wo kann ich die Baureihe 670 fotografieren?

Realistisch nur bei Veranstaltungen, Sonderfahrten oder auf Museumsgelände. Der Weg dorthin führt über die Terminseiten der Museums- und Traditionsbahnen, über Fachforen und über Community-Sichtungen. Feste Standorte oder Termine solltest du nie aus älteren Quellen übernehmen, sondern immer direkt beim Veranstalter prüfen.

Was bedeutet der Bauartcode 95 bei diesem Fahrzeug?

95 sind die ersten beiden Ziffern der zwölfstelligen UIC-Fahrzeugnummer und stehen für Dieseltriebwagen. Die Baureihe 670 fällt damit in dieselbe Bauartgruppe wie die Schienenbusse und die modernen Regionaltriebwagen – unabhängig davon, wie unterschiedlich die Fahrzeuge aussehen.

Ist die 670 mit einem Doppelstockwagen verwandt?

Nur im Konzept, nicht in der Bauart. Klassische Doppelstockwagen sind antriebslose Reisezugwagen, die von einer Lok gezogen werden und deutlich länger sind. Die 670 ist ein angetriebener Triebwagen, der allein verkehren kann – das ist der entscheidende Unterschied.

Sichtung von Baureihe 670 festhalten

Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.

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