Das Wichtigste in Kürze
- Die Endziffer ist eine Stufe, keine Zufallszahl: 1202, 1203, 1204, 1205 und 1206 folgen innerhalb derselben Leistungsklasse aufeinander.
- G bedeutet dieselhydraulisch, DE dagegen dieselelektrisch – der Buchstabe entscheidet über die gesamte Antriebstechnik.
- BB bedeutet zwei zweiachsige Drehgestelle und ist das einzige Element der Bezeichnung, das du direkt nachzählen kannst.
- Bauartcode 98 weist das Fahrzeug als Rangier- und Kleinlok aus, im Gegensatz zum Code 92 für Streckenloks.
- Zwischen den Stufen entscheidet das Fabrikschild – von außen sind sie kaum zu trennen.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Diesellokomotive für Rangier- und Übergabedienst |
|---|---|
| Hersteller | Maschinenbau Kiel (MaK), Kiel |
| Kraftübertragung | dieselhydraulisch – Kürzel „G“ für die Getriebeausführung |
| Achsanordnung laut Typenzusatz | BB – zwei zweiachsige Drehgestelle |
| Stellung im Typenprogramm | 1200er-Leistungsklasse, Ausführungsstufe laut Endziffer |
| UIC-Bauartcode | 98 – Diesel-Rangier- und Kleinlokomotive |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Vier Achsen in zwei Drehgestellen, Typenzusatz BB
- Vorbaubauform mit versetztem Führerhaus und Sicht nach beiden Seiten
- Fabrikschild mit Herstellername MaK und Fabriknummer
- Zwölfstellige Fahrzeugnummer, beginnend mit dem Bauartcode 98
- Rangierertritte und umlaufendes Geländer als Kennzeichen der Rangierbauart
Aktualisiert: August 2026 – 1202, 1203, 1204, 1205, 1206: Diese Zahlenreihe wirkt beliebig, bis man weiß, wie MaK seine Typen sortiert hat. Die MaK G 1205 BB ist eine späte Stufe innerhalb einer Familie, die über Jahre weiterentwickelt wurde. Diese Seite zeigt, wie du die Bezeichnung liest, was sich zwischen den Stufen unterscheidet – und wo die Grenzen dessen liegen, was man am Fahrzeug erkennen kann.
Typ bestimmt? Dann sichere den Fund.
Bei Rangierloks zählt die Nummer, nicht die Erinnerung – halte sie direkt in Traintrack fest.
Was ist die MaK G 1205 BB?
Die MaK G 1205 BB ist eine vierachsige dieselhydraulische Lokomotive aus dem Typenprogramm von Maschinenbau Kiel, gebaut für Rangier- und Übergabeaufgaben. Ihre Bezeichnung ist vollständig lesbar: „G“ für die Getriebeausführung mit hydraulischer Kraftübertragung, „12xx“ für die 1200er-Leistungsklasse, die Endziffer für die Ausführungsstufe, „BB“ für zwei zweiachsige Drehgestelle.
Sie steht damit in einer Reihe mit der MaK G 1204 BB davor und der MaK G 1206 danach. Ein Teil der späteren Fahrzeuge dieser Familie wurde sogar als eigene NVR-Baureihe geführt – siehe die Baureihe 275.
Die Typenzahl als Entwicklungsreihe lesen
Anders als eine Baureihennummer ist eine MaK-Typenzahl kein bloßes Etikett. Sie kodiert eine Position im Programm – und zwar in zwei Dimensionen zugleich.
Die vorderen Ziffern: Leistungsklasse
Sie ordnen den Typ in eine Größenordnung des Programms ein. MaK orientierte diese Kennzahlen an der Motorleistung.
Die Endziffer: Ausführungsstufe
Innerhalb derselben Klasse zählt sie aufeinanderfolgende Weiterentwicklungen. Eine höhere Endziffer bedeutet eine spätere Stufe.
Der Buchstabe davor: Kraftübertragung
„G" steht für dieselhydraulisch mit Strömungsgetriebe, „DE" für dieselelektrisch mit Generator und Fahrmotoren.
Der Zusatz dahinter: Achsanordnung
BB bedeutet zwei zweiachsige Drehgestelle, C drei gekuppelte Achsen im starren Rahmen, B zwei. Das ist der einzige nachzählbare Teil.
Die Familie erkennst du, die Stufe nicht
Aus der Distanz lässt sich zuverlässig sagen, ob eine vierachsige MaK-Rangierlok der 1200er-Familie vor dir steht. Ob es die Stufe 1203, 1204 oder 1205 ist, entscheidet dagegen das Fabrikschild. Sei bei der Beschriftung deiner Bilder ehrlich: „MaK G 12xx BB" ist eine korrekte Angabe, eine geratene Endziffer nicht.
Einordnung im Bahnbetrieb
Der Bauartcode am Anfang der zwölfstelligen Fahrzeugnummer sortiert Fahrzeuge nach ihrer Aufgabe. Die folgende Übersicht zeigt, wie sich die Codes 90 bis 99 grob gliedern und wo die 1200er-Familie steht.
| Bauartcode | Fahrzeugart | Bedeutung für die Beobachtung |
|---|---|---|
| 90 | Dampflokomotiven und Sonderfälle | überwiegend museal, Sonderfahrten |
| 91 | Elektrische Streckenlokomotiven | Reise- und Güterverkehr auf der Strecke |
| 92 | Diesel-Streckenlokomotiven | Züge über längere Distanzen |
| 97 | Elektrische Rangierlokomotiven | selten, meist ortsfest gebunden |
| 98 | Diesel-Rangier- und Kleinlokomotiven | Anschlüsse, Häfen, Rangieranlagen |
Für die G 1205 BB ist damit klar: 98 ist ihr Platz. Sie arbeitet dort, wo Wagen zugestellt, abgeholt und Züge gebildet werden – nicht auf durchgehenden Streckenleistungen. Wie die vollständige zwölfstellige Nummer aufgebaut ist, erklärt der Guide zur UIC-Nummer und ihrer Prüfziffer.
Familie erkannt, Stufe offen?
Notiere, was du sicher weißt, und ergänze später – Traintrack lässt dich Einträge jederzeit präzisieren.
Spotting: von der Familie zur Maschine
In der Praxis läuft die Bestimmung solcher Loks in vier Schritten ab, und jeder Schritt braucht andere Bedingungen.
- Achsen zählen. Geht aus großer Entfernung und bei schlechtem Licht. Vier Achsen in zwei Drehgestellen schließen die C-Typen aus.
- Bauform einordnen. Vorbau, Führerhausposition, Umlauf und Geländer verraten die Rangierbauart.
- Fabrikschild lesen. Braucht Brennweite und ein stehendes Fahrzeug. Liefert Hersteller, Fabriknummer und meist das Baujahr.
- Fahrzeugnummer notieren. Braucht eine freie Seitenwand. Liefert die amtliche Identität und den aktuellen Halter.
Rangierbereiche sind besonders gefährlich
Fahrzeuge werden dort unangekündigt und ohne Signal bewegt, abgestoßene Wagen laufen ohne Triebfahrzeug, funkferngesteuerte Loks fahren ohne besetzten Führerstand. Werk-, Hafen- und Anschlussbahnen sind zusätzlich Privatgelände und dürfen nicht ohne Erlaubnis betreten werden. Beobachte ausschließlich von öffentlich zugänglichen Wegen, Brücken und Bahnsteigen aus.
Wie man dieses schrittweise Ausschlussverfahren generell aufzieht, beschreibt die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen; geeignete Standorte an Anlagen mit Rangierbetrieb behandelt der Guide zum Spotten am Rangierbahnhof.
Was die Typenbezeichnung ausdrücklich nicht sagt
So viel eine MaK-Bezeichnung leistet – es lohnt sich, ebenso klar zu benennen, was sie nicht enthält. Genau an dieser Stelle entstehen die meisten falschen Angaben in Sichtungslisten und Bildunterschriften.
Eine Typenbezeichnung sagt nichts über das Baujahr. Ein Typ wurde über Jahre gebaut; zwei Loks derselben Bezeichnung können weit auseinanderliegende Lieferdaten haben. Sie sagt nichts über die Stückzahl. Wie viele Maschinen eines Typs entstanden, steht weder am Fahrzeug noch in der Bezeichnung. Sie sagt nichts über den Halter. Fahrzeuge dieser Größenklasse werden gehandelt, vermietet und verlagert, etwa über Vermieter wie On Rail; der aktuelle Eigentümer steht im Halterkürzel der Fahrzeugnummer, nicht im Typennamen. Und sie sagt nichts über die Spurweite, weil Rangierloks nach Kundenwunsch gebaut wurden.
Was sie dagegen zuverlässig liefert, ist ein technisches Kurzprofil: Art der Kraftübertragung, Leistungsklasse, Entwicklungsstufe und Achsanordnung. Das reicht für eine saubere Einordnung – und mehr sollte man einer Bezeichnung auch nicht abverlangen.
Für die Praxis heißt das: Notiere, was du belegen kannst, und lass den Rest offen. Eine Bildunterschrift mit „MaK G 12xx BB, Fahrzeugnummer …, gesehen am …“ ist korrekt und nachprüfbar. Eine mit geratenem Baujahr und geschätzter Leistung ist es nicht – und sie wandert durch Kopieren in weitere Quellen, wo sie irgendwann als gesichert gilt. Diese Zurückhaltung ist bei Rangierloks kein Verzicht, sondern der Unterschied zwischen einer nützlichen und einer irreführenden Dokumentation.
Häufige Verwechslungen
Es passt zur 1200er-Familie, wenn …
- vier Achsen in zwei Drehgestellen laufen
- das Fabrikschild MaK als Hersteller nennt
- die Typenbezeichnung mit „G 12" beginnt
- die Fahrzeugnummer mit 98 80 anfängt
Sieh genauer hin, wenn …
- du die Endziffer und damit die Ausführungsstufe bestimmen willst
- die Lok umgebaut, neu motorisiert oder umgebaut lackiert wurde
- nur eine interne Betriebsnummer angeschrieben ist
Es ist keine G 1205 BB, wenn …
- drei Achsen im starren Rahmen laufen
- die Bezeichnung mit „DE" beginnt und dieselelektrische Technik anzeigt
- die Fahrzeugnummer mit 92 startet und eine Streckenlok ausweist
Fazit
Die MaK G 1205 BB zeigt exemplarisch, wie viel eine Typenbezeichnung leisten kann, wenn man ihre Logik kennt – und wo sie an Grenzen stößt. Antriebsart, Leistungsklasse, Entwicklungsstufe und Achsanordnung stecken alle in vier Zeichen. Welche Stufe konkret vor dir steht, klärt am Ende trotzdem das Fabrikschild. Genau diese Ehrlichkeit trennt eine gute Sichtungsnotiz von einer geratenen.
Kurzfazit
G ist die Antriebsart, 12xx die Leistungsklasse, die Endziffer die Stufe, BB das Fahrwerk. Die Familie erkennst du aus der Ferne – die Stufe nur mit Blick aufs Fabrikschild.
Zusammenfassung
- Die MaK G 1205 BB ist eine späte Ausführungsstufe der 1200er-Familie aus dem Kieler Typenprogramm.
- Die Typenbezeichnung ist vollständig lesbar und ersetzt bei diesen Fahrzeugen die fehlende Baureihennummer.
- Eine sichere Trennung der Stufen gelingt nur über Fabrikschild oder Papiere, nicht über die Optik.
- Halter, Lackierung und Standort sind veränderlich und sollten immer gegen den aktuellen Stand geprüft werden.
Häufige Fragen
Was bedeutet MaK G 1205 BB genau?
G steht für die dieselhydraulische Ausführung mit Strömungsgetriebe, die Zahl für die 1200er-Leistungsklasse des Kieler Typenprogramms, die Endziffer für die Ausführungsstufe innerhalb dieser Klasse und BB für zwei zweiachsige Drehgestelle. Damit beschreibt die Bezeichnung Antriebsart, Größenordnung und Fahrwerk in einem einzigen Ausdruck.
Wie unterscheiden sich die Stufen 1202 bis 1206?
Sie gehören derselben Leistungsklasse an und wurden nacheinander weiterentwickelt. Welche konstruktiven Änderungen zu welcher Stufe gehören, lässt sich am abgestellten Fahrzeug nicht ablesen – dazu kommen jahrzehntelange Umbauten. Für eine belastbare Zuordnung brauchst du das Fabrikschild oder Fahrzeugpapiere, nicht das Auge.
Ist die G 1206 dasselbe wie die G 1205?
Nein, die G 1206 ist eine spätere Stufe derselben Leistungsklasse und wurde in deutlich größerem Umfang bekannt. Teile dieser Fahrzeuge sind sogar als eigene NVR-Baureihen geführt. Für die Bestimmung heißt das: Erst die Familie erkennen, dann die Stufe klären – in dieser Reihenfolge.
Warum trägt die Lok keine Baureihennummer?
Weil sie keine Staatsbahnlok ist. MaK-Typen sind Hersteller-Typenbezeichnungen; Fahrzeuge dieser Art laufen überwiegend bei privaten Haltern, Industrie- und Hafenbahnen. Die amtliche Kennung ist die zwölfstellige Fahrzeugnummer, die bei einer deutschen Rangierlok mit 98 80 beginnt und mit dem Halterkürzel endet.
Wie zähle ich die Achsen richtig?
Von der Seite, bei möglichst freier Sicht auf das Fahrwerk. Zähl die Radsätze und achte darauf, ob sie in einem gemeinsamen starren Rahmen sitzen oder in zwei beweglichen Drehgestellen. BB heißt vier Achsen in zwei Drehgestellen, C heißt drei Achsen im starren Rahmen. Das ist die schnellste Vorsortierung überhaupt.
Woran erkenne ich, ob eine Lok überhaupt aus Kiel stammt?
Am Fabrikschild. Es sitzt meist an der Seitenwand des Führerhauses oder am Rahmen und nennt Hersteller, Fabriknummer und in der Regel das Baujahr. Ein formatfüllendes Foto dieses Schilds ist bei Rangierloks oft wertvoller als eine perfekte Totale, weil es die Bestimmung endgültig absichert.
Wo sehe ich solche Loks am ehesten?
Im Übergabe- und Rangierdienst: an Industrieanschlüssen, in Häfen, an Umschlagterminals und an den Rändern größerer Bahnanlagen. Vor Reisezügen wirst du sie nicht antreffen. Die Einsätze folgen dem Bedarf des angeschlossenen Betriebs und stehen in keinem öffentlichen Fahrplan.
Wie sicher sind Angaben zu Halter und Lackierung?
Nur als Momentaufnahme. Rangierloks privater Halter werden gehandelt, vermietet und bei jeder größeren Aufarbeitung neu lackiert. Prüfe vor einer geplanten Tour immer den aktuellen Stand über Community-Sichtungen, statt dich auf ältere Listen zu verlassen.
Sichtung von MaK G 1205 BB festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
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