Siemens Mireo Plus H

Der Mireo Plus H ist die Wasserstoffvariante der Siemens-Mireo-Plattform: Brennstoffzelle plus Batterie, kein Stromabnehmer, Einsatz auf Strecken ohne Oberleitung.

Auch bekannt als: Mireo Plus H · Mireo H · Wasserstoff-Mireo

DeutschlandDeutschlandDampfloks & Sonderantriebe7 Min. LesezeitAktualisiert: August 2026

160 km/h

Höchstgeschwindigkeit

H2

Energieträger an Bord

Mireo

Fahrzeugplattform

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Mireo Plus H ist ein Brennstoffzellen-Triebzug: Wasserstoff wird an Bord in Strom umgewandelt, eine Batterie puffert Leistungsspitzen und Bremsenergie.
  • Plus H heißt Wasserstoff, Plus B heißt Batterie – die Buchstaben unterscheiden die alternativen Antriebe innerhalb der Mireo-Familie.
  • Zielmarkt sind nicht elektrifizierte Strecken, auf denen bisher Dieseltriebwagen fahren.
  • Erkennungsweg im Feld: Dachaufbauten ja, Stromabnehmer nein, Dieselgeräusch nein.
  • Einsätze hängen an Vergaben und Infrastruktur: Ohne Betankungsanlage in der Nähe fährt kein Wasserstoffzug – der Bestand ändert sich mit Fahrplanjahren.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist der Siemens Mireo Plus H?
  2. 2.Wie sich der Antrieb im Fahrzeugbild zeigt
  3. 3.Schnellbestimmung am Bahnsteig
  4. 4.Wo solche Fahrzeuge eingesetzt werden
  5. 5.Warum Plattformen die Fahrzeugbestimmung verändern
  6. 6.Fototipps für Fahrzeuge mit Dachaufbauten
  7. 7.Häufige Verwechslungen
  8. 8.Fazit

Steckbrief

FahrzeugartTriebzug mit Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb
HerstellerSiemens Mobility
PlattformMireo – die Nahverkehrs-Triebzugfamilie von Siemens
AntriebBrennstoffzelle in Kombination mit einer Traktionsbatterie
EnergieträgerGasförmiger Wasserstoff in Dachtanks
Höchstgeschwindigkeit160 km/h
EinsatzumfeldNicht elektrifizierte Strecken im Regionalverkehr
Emissionen im BetriebKein CO2-Ausstoß am Fahrzeug; Abgabe von Wasserdampf

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?

Hak ab, was auf das Fahrzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Kein Stromabnehmer auf dem Dach – im Gegensatz zu elektrischen Mireo-Varianten
  • Deutlich sichtbare Dachaufbauten für Wasserstofftanks und Brennstoffzellenmodule
  • Mireo-typische Kopfform mit großer, tief heruntergezogener Frontscheibe
  • Leiser Anfahrvorgang ohne Dieselmotorgeräusch – elektrischer Antriebsstrang
  • Kein Dieselauspuff und keine Kühlergrills an den Seitenwänden
  • Fahrzeug fährt auf Strecken ohne Oberleitung, obwohl es elektrisch angetrieben klingt

Aktualisiert: August 2026 – Ein Triebzug, der elektrisch fährt, aber keinen Stromabnehmer hat: Der Siemens Mireo Plus H holt seine Energie aus Wasserstoff, den er in Dachtanks mitführt. Diese Seite zeigt dir, wie der Antrieb funktioniert, woran du das Fahrzeug im Feld erkennst und wie du es sauber von Diesel-, Akku- und Oberleitungsfahrzeugen trennst.

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Was ist der Siemens Mireo Plus H?

Der Mireo Plus H ist ein Nahverkehrs-Triebzug mit Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb von Siemens Mobility. Er basiert auf der Mireo-Plattform, die Siemens Mobility auch als klassisches Elektrofahrzeug und als batterieelektrische Variante anbietet. Ausgelegt ist er auf 160 km/h.

Der Antrieb ist konsequent elektrisch: Eine Brennstoffzelle wandelt mitgeführten Wasserstoff in Strom um, eine Traktionsbatterie puffert Bremsenergie und Leistungsspitzen beim Anfahren. Am Fahrzeug entsteht dabei kein CO2 – abgegeben wird Wasserdampf. Zielmarkt sind Strecken ohne Oberleitung, auf denen bisher Dieseltriebwagen unterwegs sind.

Wie sich der Antrieb im Fahrzeugbild zeigt

Alternative Antriebe erkennt man nicht am Typenschild, sondern an dem, was sie technisch brauchen. Genau das macht sie im Feld gut unterscheidbar.

Fahrzeugtyp Dach Geräusch beim Anfahren Erkennbares Merkmal
Wasserstoff-Triebzug Große Aufbauten, kein Stromabnehmer leise, elektrisch Tank- und Brennstoffzellenmodule
Batterietriebzug Aufbauten plus meist ein Stromabnehmer leise, elektrisch Stromabnehmer trotz Fahrt ohne Fahrdraht
Elektrotriebzug Stromabnehmer, flaches Dach leise, elektrisch Fährt nur unter Oberleitung
Dieseltriebwagen Auspuff, Kühleraufbauten laut, Motorlauf Abgasfahne, Kühlergrills

Für den Mireo Plus H ergibt sich daraus eine sehr einfache Prüfkette: Dachaufbauten vorhanden, Stromabnehmer nicht vorhanden, Motorgeräusch nicht vorhanden. Wenn zusätzlich die Strecke keine Oberleitung hat, ist die Zuordnung praktisch eindeutig.

Verwechselbar bleibt vor allem der Alstom Coradia iLINT, der demselben Prinzip folgt, sich aber in Kopfform und Wagenkastengestaltung deutlich unterscheidet. Das batterieelektrische Gegenstück im eigenen Haus ist der Siemens Mireo Plus B. Leichter und für dünner besetzte Nebenstrecken gedacht ist der Stadler RS ZERO, der dieselbe Grundfrage – Nahverkehr ohne Fahrdraht und ohne Diesel – mit einem anderen Fahrzeugkonzept beantwortet.

Schnellbestimmung am Bahnsteig

Welcher alternative Antrieb steht da?

Drei Beobachtungen genügen für eine erste Einordnung. Die Fahrzeugnummer bleibt die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

Brennstoffzellen-Triebzug

Dachaufbauten ohne Stromabnehmer und elektrisches Anfahren auf einer Strecke ohne Fahrdraht sprechen für ein Wasserstofffahrzeug wie den Mireo Plus H. Prüf die Fahrzeugnummer zur Bestätigung.

Wahrscheinlich

Batterietriebzug

Ein Stromabnehmer trotz Fahrt auf nicht durchgehend elektrifizierter Strecke deutet auf einen Akkuzug hin, der unter Fahrdraht nachlädt.

Wahrscheinlich

Dieseltriebwagen

Motorgeräusch, Kühleraufbauten und Auspuff schließen einen Brennstoffzellenzug aus. Hier fährt klassische Verbrennungstechnik.

Wenn du systematisch vorgehen willst statt nur bei diesem einen Fahrzeug, hilft die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen – sie erklärt, in welcher Reihenfolge man Merkmale abarbeitet.

Fahrzeugnummer als letzte Instanz

Merkmale grenzen ein, die Nummer entscheidet – beides erfasst du in Traintrack in einem Schritt.

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Wo solche Fahrzeuge eingesetzt werden

Wasserstofffahrzeuge stehen und fallen mit der Betankungsinfrastruktur. Ein Brennstoffzellenzug braucht eine Anlage in erreichbarer Nähe; deshalb werden solche Fahrzeuge typischerweise als geschlossenes Netz beschafft, nicht als einzelne Umläufe quer durchs Land.

Für die Suche heißt das:

  • Netze ohne Oberleitung sind die richtige Adresse – dort ergibt der Antrieb überhaupt erst Sinn.
  • Vergaben und Fahrplanjahre entscheiden, welche Fahrzeuge auf welcher Linie laufen. Das ändert sich und sollte immer aktuell geprüft werden.
  • Betriebshöfe und Tankstellen sind Privatgelände. Beobachten lässt sich der Verkehr von öffentlich zugänglichen Standorten aus, nicht vom Betriebsgelände.
  • Community-Meldungen zeigen schneller als jede Übersicht, was tatsächlich fährt.

Bestand und Einsatz ändern sich

Bei jungen Fahrzeugfamilien verschieben sich Einsatzgebiete, Stückzahlen und Linien laufend – durch Vergaben, Zulassungsschritte und Infrastrukturprojekte. Verlass dich nicht auf ältere Listen, sondern prüfe den aktuellen Stand über Echtzeitauskunft und Sichtungen.

Für die eindeutige Zuordnung eines konkreten Fahrzeugs führt kein Weg an der Fahrzeugnummer vorbei. Wie die zwölfstellige Kennung aufgebaut ist und was die Prüfziffer leistet, erklärt der Beitrag zur UIC-Nummer.

Warum Plattformen die Fahrzeugbestimmung verändern

Moderne Hersteller bauen keine Einzelbaureihen mehr, sondern Plattformen: eine gemeinsame technische Basis, aus der mehrere Varianten abgeleitet werden. Mireo ist genau so ein Fall – dieselbe Grundkonstruktion trägt den elektrischen Triebzug, die Batterievariante und das Wasserstofffahrzeug.

Für die Bestimmung im Feld hat das zwei Folgen.

Die Silhouette hilft weniger als früher. Kopfform, Fensterteilung und Wagenkasten sind bei allen Varianten weitgehend gleich. Wer nur die Front betrachtet, kann die Antriebsart nicht bestimmen – ein Unterschied zur Dampf- und frühen Dieselzeit, in der Bauform und Zweck untrennbar zusammenhingen.

Die Antriebstechnik wird zum Erkennungsmerkmal. Was ein Fahrzeug an Energie braucht, muss es mitführen: Stromabnehmer, Tanks, Batterien, Kühlanlagen. Diese Komponenten sind sichtbar und lassen sich zuverlässig unterscheiden – meistens auf dem Dach.

Daraus folgt eine praktische Regel für alle modernen Triebzüge: Erst Dach, dann Front, dann Nummer. Das Dach verrät die Antriebsart, die Front die Plattform, die Nummer das konkrete Fahrzeug. Wer in dieser Reihenfolge vorgeht, ordnet auch Familien richtig ein, die er zum ersten Mal sieht – und vermeidet den häufigsten Fehler, aus einer bekannten Kopfform auf einen bekannten Antrieb zu schließen.

Fototipps für Fahrzeuge mit Dachaufbauten

Bei diesem Fahrzeugtyp steckt das Wesentliche oben. Ein reines Frontalbild zeigt einen Triebzug wie viele andere – erst die Dachpartie macht den Antrieb sichtbar.

Dreiviertelansicht wählen

Ein Winkel von etwa 30 bis 45 Grad zeigt Front, Seitenwand und Dachaufbau zugleich – die aussagekräftigste Perspektive für dieses Fahrzeug.

Höhe suchen, wo sie legal ist

Öffentlich zugängliche Brücken und Wege geben den Blick aufs Dach frei. Bahnsteigkanten, Gleise und Betriebsgelände sind keine Option.

Seitenwand vollständig mitnehmen

Anschriften und Fahrzeugnummer gehören ins Bild, sonst bleibt die Sichtung später unbelegbar.

Licht flach halten

Glatte Wagenkästen wirken im Mittagslicht flau. Morgens und am späten Nachmittag zeichnen sich Kanten und Dachaufbauten deutlich besser ab.

Die allgemeinen Grundlagen zu Standort, Belichtung und Bildaufbau stehen im Guide gute Fotos von Zügen.

Häufige Verwechslungen

Es spricht für einen Mireo Plus H, wenn …

  • große Dachaufbauten vorhanden sind, aber kein Stromabnehmer
  • der Zug leise und ohne Motorgeräusch anfährt
  • die Strecke keine Oberleitung hat
  • die Kopfform der Mireo-Familie entspricht

Sieh genauer hin, wenn …

  • ein Stromabnehmer vorhanden ist – dann liegt eher ein Batterie- oder Elektrofahrzeug vor
  • du das Dach nicht einsehen kannst
  • ein anderer Hersteller mit ähnlichem Konzept unterwegs ist

Es ist kein Mireo Plus H, wenn …

  • du einen laufenden Verbrennungsmotor hörst
  • Auspuff oder Kühlergrills sichtbar sind
  • das Fahrzeug dauerhaft unter Fahrdraht mit gehobenem Stromabnehmer fährt

Fazit

Der Mireo Plus H ist ein gutes Beispiel dafür, dass sich moderne Antriebe im Feld sehr wohl erkennen lassen – man muss nur wissen, wonach man sucht. Dachaufbauten ohne Stromabnehmer, elektrisches Anfahrgeräusch und eine Strecke ohne Oberleitung ergeben zusammen ein eindeutiges Bild. Weil Einsatzgebiete bei jungen Fahrzeugfamilien stark von Vergaben und Infrastruktur abhängen, gilt: Merkmale sind stabil, Einsätze nicht – den aktuellen Stand immer prüfen.

Kurzfazit

Wasserstoff-Triebzug auf Mireo-Basis, 160 km/h, Brennstoffzelle plus Batterie. Erkennungsweg: Dachaufbauten ja, Stromabnehmer nein, Dieselgeräusch nein – und die Nummer bestätigt.

Dokumentiere den Wandel im Nahverkehr

Alternative Antriebe kommen und verändern ganze Netze – halte fest, was wann wo gefahren ist.

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Zusammenfassung

  • Der Mireo Plus H ist die Wasserstoffvariante der Siemens-Nahverkehrsplattform Mireo und kombiniert Brennstoffzelle und Traktionsbatterie.
  • Er ist für 160 km/h ausgelegt und ersetzt auf Strecken ohne Oberleitung klassische Dieseltriebwagen.
  • Erkennbar ist er an den Dachaufbauten für Tanks und Brennstoffzellen bei gleichzeitig fehlendem Stromabnehmer.
  • Wo und wie lange solche Fahrzeuge fahren, hängt von Vergaben und der Betankungsinfrastruktur ab und sollte aktuell geprüft werden.

Häufige Fragen

Was ist der Siemens Mireo Plus H?

Ein Triebzug mit Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb auf Basis der Mireo-Plattform von Siemens Mobility. Der Wasserstoff wird in Dachtanks mitgeführt und in einer Brennstoffzelle in elektrische Energie umgewandelt; eine Traktionsbatterie puffert Bremsenergie und Leistungsspitzen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 160 km/h.

Was bedeutet das H in der Typenbezeichnung?

Es steht für Wasserstoff (chemisch H2). Siemens unterscheidet damit innerhalb der Mireo-Familie zwischen Varianten: Plus H bezeichnet den Brennstoffzellenzug, Plus B den batterieelektrischen Zug. Die Grundplattform mit Wagenkasten, Drehgestellen und Innenraumkonzept ist in beiden Fällen dieselbe.

Wie unterscheide ich ihn von einem Dieseltriebwagen?

Am Geräusch und an den Aufbauten. Der Mireo Plus H fährt elektrisch an – ohne Motorenlärm, ohne Abgasfahne und ohne die typischen Kühlergrills an den Seitenwänden. Auf dem Dach sitzen dafür große Aufbauten für Tanks und Brennstoffzellenmodule, aber kein Stromabnehmer.

Warum baut man Wasserstoffzüge, wenn es Oberleitungen gibt?

Weil längst nicht jede Strecke elektrifiziert ist und eine Elektrifizierung teuer und langwierig sein kann. Auf solchen Strecken fahren traditionell Dieseltriebwagen. Brennstoffzellen- und Batteriezüge sind die beiden Wege, dort auf elektrischen Antrieb umzustellen, ohne die Infrastruktur komplett umzubauen.

Wo liegt der Unterschied zu einem Batteriezug?

In der Energiequelle. Ein Batteriezug lädt an Oberleitungsabschnitten oder Ladestationen und speichert die Energie direkt. Ein Wasserstoffzug erzeugt seinen Strom an Bord aus mitgeführtem Wasserstoff und braucht dafür eine Betankungsanlage. Wasserstoff erlaubt in der Regel längere Laufwege ohne Nachladen, verlangt aber eigene Infrastruktur.

Welche vergleichbaren Fahrzeuge gibt es?

Der bekannteste Wettbewerber ist der Coradia iLINT von Alstom, ebenfalls ein Brennstoffzellen-Triebzug für nicht elektrifizierte Strecken. Innerhalb der Siemens-Familie ist der Mireo Plus B das batterieelektrische Gegenstück. Alle drei zielen auf denselben Einsatzbereich: den dieselfreien Regionalverkehr.

Wo fahren solche Züge?

Das hängt an Verkehrsverträgen und an der Betankungsinfrastruktur und ändert sich mit Vergaben und Fahrplanjahren. Sinnvoll sind Wasserstoffzüge dort, wo ein Netz ohne Oberleitung von einem Standort aus bedient wird. Für den aktuellen Stand lohnt der Blick in Fahrplanauskunft und Community-Meldungen statt in ältere Übersichten.

Worauf sollte ich beim Fotografieren achten?

Auf die Dachpartie. Die Aufbauten sind das eigentliche Erkennungsmerkmal und gehen bei einem reinen Frontalbild verloren. Ein leicht erhöhter, öffentlich zugänglicher Standpunkt oder eine Dreiviertelansicht zeigt Front, Seitenwand und Dachaufbau zugleich. Bahnsteigkanten und Gleisbereiche bleiben dabei tabu.

Sichtung von Siemens Mireo Plus H festhalten

Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.

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