Das Wichtigste in Kürze
- Die Reihe 1110 ist eine sechsachsige Ellok mit der Achsfolge Co'Co', gebaut in den 1950er Jahren für den Dienst auf Gebirgsstrecken.
- Achsen zählen führt sofort zum Ziel: Sechs angetriebene Achsen schließen alle vierachsigen ÖBB-Reihen aus.
- Die Reihe 1010 ist die Schwesterbauart – gleiche Grundkonstruktion, andere Auslegung; äußerlich kaum zu trennen.
- Zugkraft statt Tempo: Die Übersetzung war auf schwere Züge in Steigungen ausgelegt, nicht auf hohe Geschwindigkeiten.
- Regeleinsätze gibt es nicht mehr; erhaltene Maschinen sind historische Fahrzeuge mit wechselndem Programm.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Sechsachsige Elektrolokomotive für Gebirgsstrecken |
|---|---|
| Achsfolge | Co'Co' – zwei dreiachsige Drehgestelle, alle Achsen angetrieben |
| Bauzeit | 1950er Jahre |
| Stromsystem | 15 kV / 16,7 Hz Wechselstrom |
| Schwesterbauart | Reihe 1010, technisch eng verwandt, anders übersetzt |
| Auslegung | auf Zugkraft im Gebirge statt auf Höchstgeschwindigkeit |
| UIC-Bauartcode | 91 (Elektrolokomotive), Länderkennung 81 für Österreich |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Sechs Achsen in zwei dreiachsigen Drehgestellen – das entscheidende Merkmal
- Langer, kastenförmiger Lokkasten mit Führerständen an beiden Enden
- Nüchterne Formensprache der 1950er Jahre, wenig geneigte Frontfläche
- Reihennummer beginnt mit 1110 – vierstellig mit führender 1 für Ellok
- Sehr ähnlich zur Reihe 1010; die Anschrift entscheidet
- Heute nur noch historisch erhalten, nicht im Regeleinsatz
Aktualisiert: August 2026 – Ein langer, kastiger Lokkasten auf zwei dreiachsigen Drehgestellen: Die Reihe 1110 gehört zur Generation sechsachsiger Elektrolokomotiven, mit denen die ÖBB nach dem Krieg ihre Gebirgsstrecken bedienten. Diese Seite erklärt, warum sie sechs Achsen hat, wie du sie von der praktisch identisch aussehenden Reihe 1010 trennst und was das österreichische Reihenschema dazu beiträgt.
Historische Elloks sind seltene Motive
Wenn du eine erwischst, halte Nummer, Ort und Datum sofort fest – mit Traintrack in wenigen Sekunden erledigt.
Was ist die Reihe 1110?
Die Reihe 1110 ist eine sechsachsige Elektrolokomotive der Österreichischen Bundesbahnen aus den 1950er Jahren. Ihre Achsfolge lautet Co’Co’: zwei dreiachsige Drehgestelle, jede Achse mit eigenem Fahrmotor. Sie arbeitet unter 15 kV bei 16,7 Hz und war für den Dienst auf Gebirgsstrecken ausgelegt.
Ihre engste Verwandte ist die ÖBB 1010. Beide Reihen stammen aus derselben Konstruktionslinie und unterscheiden sich äußerlich kaum. Der Unterschied liegt in der Übersetzung: Die 1110 war auf Zugkraft im Gebirge getrimmt, die 1010 auf zügigeren Dienst in leichterem Gelände. Wer beide auseinanderhalten will, kommt an der Anschrift nicht vorbei.
Warum sechs Achsen?
Die Achszahl einer Lokomotive ist keine Stilfrage, sondern eine technische Entscheidung mit klarer Begründung.
Zugkraft entsteht aus Reibung zwischen Rad und Schiene. Wie viel Kraft eine Lok auf die Schiene bringen kann, hängt deshalb vom Gewicht auf den angetriebenen Achsen ab. Eine sechsachsige Maschine mit durchgehendem Antrieb nutzt ihr gesamtes Gewicht für die Zugkraft – ein entscheidender Vorteil, wenn schwere Züge über lange Steigungen gebracht werden müssen.
Der zweite Grund ist die Achslast. Ein schwerer Lokkasten auf vier Achsen belastet jede einzelne Achse deutlich stärker als derselbe Kasten auf sechs. Auf Strecken mit älteren Brücken und engen Radien ist das ein handfestes Argument.
Der Preis dafür sind Länge, Masse und Kurvenwiderstand. Sechsachsige Loks sind schwerer zu bewegen, brauchen mehr Platz und laufen in engen Bögen weniger geschmeidig als vierachsige. Deshalb blieb diese Bauform in Österreich stets die Antwort auf eine spezifische Aufgabe – nicht die Standardlösung. Vierachsige Universalmaschinen wie die Reihe 1042 deckten die breite Masse des Verkehrs ab.
Vier oder sechs Achsen? Der schnelle Check
Welche ÖBB-Ellok steht da?
Sechsachsige Nachkriegsbauart
Sechs Achsen und eine nüchterne Formgebung sprechen für die Reihen 1010 oder 1110. Welche von beiden es ist, entscheidet ausschließlich die Anschrift.
Vierachsige Universallok
Vier Achsen führen zu den Reihen 1042, 1141 oder 1142. Auch hier liegen die Unterschiede im Detail – die Nummer ist der sichere Weg.
Moderne Bauart
Eine stark geneigte Front und Nummern wie 1016, 1116 oder 1216 gehören zur Taurus-Familie – eine völlig andere Fahrzeuggeneration.
Wie man solche Merkmalsketten allgemein aufbaut, erklärt die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.
Einordnung im ÖBB-Bestand
| Reihe | Achsen | Typische Aufgabe |
|---|---|---|
| 1010 | sechs | Streckendienst im flacheren Gelände |
| 1110 | sechs | Gebirgsstrecken mit langen Steigungen |
| 1042 | vier | Universaldienst vor Reise- und Güterzügen |
| 1141 | vier | ältere vierachsige Bauartlinie |
| 1044 | vier | jüngere, leistungsstärkere Generation |
| 1116 | vier | moderne Mehrsystem-Universallok der Taurus-Familie |
Im zwölfstelligen europäischen Nummernkranz beginnt jede dieser Maschinen mit 91 für Elektrolokomotive, gefolgt von der Länderkennung 81 für Österreich. Was danach kommt, erklärt der Guide zum Lesen der UIC-Nummer. Die jüngere vierachsige Generation vertritt im selben Bestand die ÖBB 1044.
Verwandte Reihen sauber trennen
Wenn Bauformen sich gleichen, entscheidet die Nummer. Halte sie bei jeder Sichtung fest – später ist sie nicht mehr rekonstruierbar.
Beobachten und fotografieren
Die Seite zeigt, was die Front verschweigt
Bei sechsachsigen Loks steckt die ganze Information in der Seitenansicht: Länge, Drehgestelle, Achszahl. Ein Frontalbild sieht bei vier- und sechsachsigen Maschinen derselben Epoche fast gleich aus. Plane den Standort deshalb so, dass du das Fahrzeug in ganzer Länge frei siehst.
Ein zweiter Punkt betrifft die Bildwirkung. Sechsachsige Loks sind lang, und eine lange Lok vor einem kurzen Zug wirkt schnell unausgewogen. Wer die Maschine im Zugverband fotografiert, sollte deshalb Abstand nehmen und den Zug als Ganzes ins Bild holen, statt eng auf die Lok zu gehen. Steht sie dagegen allein, funktioniert der umgekehrte Weg: Ein Ausschnitt, der ein Drehgestell mit seinen drei Achsen zeigt, erzählt mehr über die Bauart als jede Totale.
Hilfreich ist außerdem ein leicht erhöhter Standpunkt, sofern er von einer öffentlich zugänglichen Fläche aus erreichbar ist – etwa von einer Fußgängerbrücke. Von oben wird die Achsanordnung eindeutig lesbar, während sie auf Augenhöhe hinter Bahnsteigkanten, Signalen und Fahrleitungsmasten leicht verschwindet.
Weil die Reihe 1110 nicht mehr im Regelverkehr steht, sind Begegnungen an Veranstaltungen und Sonderfahrten gebunden. Das macht die Vorbereitung wichtiger als die Ausrüstung: Termin prüfen, Standort vorher ansehen, Lichtrichtung einplanen. Die Grundlagen der Aufnahmetechnik stehen im Ratgeber gute Fotos von Zügen.
Betriebsanlagen und Gleisbereiche sind gesperrt
Gleise, Bahnsteigkanten, Abstellgruppen, Betriebshöfe und Werkstättenbereiche sind tabu – auch bei historischen Fahrzeugen und auch dann, wenn nichts zu fahren scheint. Rangierfahrten kommen unangekündigt und leise. Fotografiert wird ausschließlich von öffentlich zugänglichen Flächen aus; was im Einzelfall gilt, hängt von den örtlichen Regelungen ab.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für die Reihe 1110, wenn …
- du sechs Achsen in zwei Drehgestellen zählst
- die Formgebung nüchtern und deutlich älter wirkt
- die Nummer mit 1110 beginnt
- das Fahrzeug als historische Maschine geführt wird
Sieh genauer hin, wenn …
- eine formgleiche sechsachsige Lok danebensteht – das kann die Reihe 1010 sein
- du nur die Front oder nur einen Teil der Seite siehst
- die Anschriften durch Verschmutzung oder Umlackierung schwer lesbar sind
Es ist keine 1110, wenn …
- du nur vier Achsen zählst
- die Nummer mit 1042, 1044, 1141 oder 1142 beginnt
- die Front stark geneigt ist – dann gehört die Lok zu einer modernen Bauartfamilie
Fazit
Die Reihe 1110 ist ein Lehrstück darüber, wie Betriebsaufgaben Fahrzeuge formen. Sechs angetriebene Achsen sind keine Spielerei, sondern die direkte Antwort auf schwere Züge in langen Steigungen. Bestimmen lässt sie sich in zwei Schritten – Achsen zählen, Nummer lesen –, wobei der zweite Schritt bei diesem Reihenpaar unverzichtbar ist. Denn von außen sieht die Schwesterreihe 1010 praktisch genauso aus.
Kurzfazit
Sechsachsige ÖBB-Ellok der 1950er Jahre, Achsfolge Co'Co', ausgelegt auf Gebirgsstrecken. Erkennungsweg: Achsen zählen, dann Anschrift lesen. Von der Schwesterreihe 1010 ist sie äußerlich kaum zu unterscheiden.
Zusammenfassung
- Die Reihe 1110 gehört zur Generation sechsachsiger Nachkriegs-Elloks, mit denen die ÖBB ihre Gebirgsstrecken bedienten.
- Sie unterscheidet sich von der Schwesterreihe 1010 vor allem in der Auslegung, kaum im Aussehen.
- Die Bestimmung läuft über Achszahl und Anschrift – die Form allein reicht bei diesem Paar nicht.
- Erhaltungszustand, Halter und Einsatzprogramm einzelner Maschinen ändern sich; prüfe den aktuellen Stand.
Häufige Fragen
Was ist die ÖBB-Reihe 1110?
Die Reihe 1110 ist eine sechsachsige Elektrolokomotive der ÖBB aus den 1950er Jahren mit der Achsfolge Co'Co'. Sie war für den Dienst auf Gebirgsstrecken ausgelegt, wo hohe Zugkraft über lange Steigungen wichtiger ist als Höchstgeschwindigkeit. Heute steht sie nicht mehr im Regelverkehr, sondern wird historisch erhalten.
Was bedeutet die Achsfolge Co'Co'?
Der Buchstabe C nennt drei Achsen in einem Drehgestell, das kleine o zeigt an, dass jede Achse einen eigenen Fahrmotor hat. Der Apostroph steht für die drehbare Lagerung des Drehgestells. Co'Co' bedeutet also: zwei dreiachsige Drehgestelle, sechs Achsen, alle einzeln angetrieben.
Warum brauchte es sechs Achsen?
Weil Zugkraft von der Reibung zwischen Rad und Schiene abhängt. Mehr angetriebene Achsen bedeuten mehr nutzbares Gewicht auf der Schiene und damit mehr Anfahrzugkraft – entscheidend bei schweren Zügen in langen Steigungen. Gleichzeitig verteilt sich die Last besser, was Gleis und Bauwerke schont.
Wie unterscheide ich die Reihe 1110 von der Reihe 1010?
Nur über die Anschrift. Beide Reihen stammen aus derselben Konstruktionslinie und sehen sich äußerlich sehr ähnlich. Der Unterschied liegt in der Auslegung: Die 1110 war für den Gebirgsdienst übersetzt, die 1010 für schnellere Aufgaben im flacheren Gelände. Von außen ist das nicht ablesbar.
Wie funktioniert das österreichische Reihenschema?
Österreich spricht von Reihen statt von Baureihen. Moderne Triebfahrzeuge tragen vierstellige Zahlen, deren erste Ziffer die Traktionsart nennt: 1 für Elektrolokomotiven, 2 für Diesellokomotiven, 4 für Elektrotriebwagen, 5 für Dieseltriebwagen. Eine 1110 ist damit sofort als Elektrolokomotive erkennbar.
Fährt die Reihe 1110 heute noch?
Im Regelverkehr nicht mehr. Erhaltene Maschinen befinden sich in historischer Obhut und kommen allenfalls bei Sonderfahrten und Veranstaltungen zum Einsatz. Betriebsfähigkeit, Halter und Programm ändern sich mit Fristen und Vereinsarbeit, weshalb aktuelle Angaben stets beim jeweiligen Betreiber zu prüfen sind.
Wo standen solche Loks typischerweise im Einsatz?
Auf den österreichischen Gebirgsstrecken, wo schwere Züge über lange Steigungen gebracht werden mussten – oft mit Vorspann oder Nachschub. Genau diese Anforderung erklärt die sechsachsige Bauform. Konkrete Umlaufpläne aus der aktiven Zeit lassen sich nur aus historischen Quellen belegen, nicht aus heutiger Beobachtung.
Worauf achte ich beim Fotografieren einer sechsachsigen Lok?
Auf die Seitenansicht, denn dort wird die Länge und die Achszahl sichtbar – beides sind die eigentlichen Merkmale. Frontal geht der Unterschied zu vierachsigen Maschinen komplett verloren. Nimm außerdem das Anschriftenfeld mit auf, weil bei eng verwandten Reihen später nur die Nummer entscheidet.
Sichtung von Reihe 1110 festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
Verwandte Baureihen
ÖBB 1010
Die Reihe 1010 war eine sechsachsige Universal-Ellok der ÖBB und ist heute nur noch museal unterwegs. So ordnest du sie ein und unterscheidest sie von der Reihe 1110.
E-LokReihe 1042
Die Reihe 1042 ist die klassische vierachsige Universallok der ÖBB. So erkennst du sie, so ordnest du die Unterbauart 1042.5 ein.
E-LokÖBB 1044
Die Reihe 1044 war über Jahrzehnte die Standard-Ellok der ÖBB: vierachsig, 160 km/h, Thyristortechnik. Viele Maschinen wurden zur Reihe 1144 umgebaut.
E-LokReihe 1142
Die Reihe 1142 ist die wendezugfähige Weiterentwicklung der Bauserie 1042.5. So erkennst du sie und verstehst, was Wendezugbetrieb für Spotter bedeutet.
E-LokÖBB 1012
Die Reihe 1012 blieb eine Kleinserie moderner ÖBB-Elloks – überholt von der Großbeschaffung des Taurus. So ordnest du sie ein und erkennst sie im Feld.
E-LokÖBB 1014
Die Reihe 1014 ist eine vierachsige ÖBB-Ellok, aus der später Zweisystemmaschinen für den Grenzverkehr hervorgingen. So erkennst und verstehst du sie.
Wer dahintersteckt
Konzerne, Marken, Hersteller und Betriebe – wer wem gehört und woran du sie im Feld erkennst.
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