Das Wichtigste in Kürze
- Die 1010 ist eine Altbau-Ellok der ÖBB: sechsachsig, Co'Co', aus der Aufbauphase der elektrischen Traktion in Österreich.
- Reihenbezeichnung lesen: Bei den ÖBB steht die erste Ziffer einer vierstelligen Reihe für die Fahrzeugart – 1 bedeutet Elektrolokomotive.
- Schnellstes Merkmal: Achsen zählen. Sechs Achsen schließen alle vierachsigen ÖBB-Standardreihen sofort aus.
- Naher Verwandter: die Reihe 1110, die sich äußerlich kaum unterscheidet – im Zweifel entscheidet die Anschrift.
- Heute ein Museumsthema: Begegnungen sind planbar über Sonderfahrten, nicht über den Regelfahrplan.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Sechsachsige Elektrolokomotive für Reise- und Güterzüge |
|---|---|
| Bezeichnungssystem | ÖBB-Reihe 1010 – die führende 1 steht für Elektrolokomotive |
| Achsfolge | Co'Co' (zwei dreiachsige Drehgestelle) |
| Stromsystem | 15 kV / 16,7 Hz Wechselstrom |
| Bauzeit | 1950er-Jahre |
| Status | Aus dem Regelbetrieb ausgeschieden, einzelne Maschinen museal erhalten |
| Verwandte Reihe | Reihe 1110 – nahezu baugleich, anders übersetzt |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Sechs Achsen in zwei dreiachsigen Drehgestellen – nicht vier wie bei den moderneren ÖBB-Reihen
- Kastenförmiger Aufbau der 1950er-Jahre mit umlaufenden Griffstangen und klassischen Frontfenstern
- Vierstellige Reihenbezeichnung, die mit 1010 beginnt
- Erscheint heute praktisch nur noch vor Sonder- und Nostalgiezügen, nicht im Taktverkehr
- Deutlich älter wirkende Formensprache als jede Taurus-Variante
Aktualisiert: August 2026 – Sechs Achsen, kastiger Aufbau, tannengrüne oder blutorange Vergangenheit: Die ÖBB-Reihe 1010 stammt aus der Zeit, in der Österreich seine Hauptstrecken konsequent elektrifizierte. Diese Seite zeigt dir, was die Reihenbezeichnung verrät, wie du die Lok von ihrer nahen Verwandten unterscheidest und wie du eine Begegnung realistisch planst.
Historische Lok gesichtet? Sofort festhalten.
Bei Museumsfahrzeugen zählt jede einzelne Sichtung – in Traintrack mit Nummer, Datum und Ort in Sekunden dokumentiert.
Was ist die ÖBB-Reihe 1010?
Die Reihe 1010 ist eine sechsachsige Elektrolokomotive der Österreichischen Bundesbahnen aus der Aufbauphase der elektrischen Traktion in den 1950er-Jahren. Sie hat die Achsfolge Co’Co’, ist also mit zwei dreiachsigen Drehgestellen ausgestattet, bei denen alle Achsen angetrieben sind, und arbeitet unter dem in Österreich üblichen Bahnstromsystem mit 15 kV bei 16,7 Hz.
Betrieblich war sie als Universallokomotive gedacht: schwere Reisezüge, Güterzüge, Streckendienst über die großen österreichischen Gebirgsrelationen. Aus dem Regelbetrieb ist die Reihe längst ausgeschieden. Wer ihr heute begegnet, trifft ein erhaltenes Einzelstück – meist im Rahmen einer Sonderfahrt oder Museumsveranstaltung. Betreut wird das erhaltene Fahrzeug im Umfeld der Österreichischen Bundesbahnen, die ihre historischen Loks nur zu Anlässen bewegen.
Die Reihenbezeichnung der ÖBB richtig lesen
Der wertvollste Teil dieser Seite ist kein Leistungswert, sondern ein System. Die ÖBB bezeichnen Triebfahrzeuge nicht mit „Baureihe“ wie die Deutsche Bahn, sondern mit dem Wort Reihe und einer vierstelligen Zahl. Diese Zahl ist kein Zufallscode: Ihre erste Ziffer verrät die Fahrzeugart.
Erste Ziffer lesen
1xxx bedeutet Elektrolokomotive, 2xxx Diesellokomotive, 4xxx elektrischer Triebwagen oder Triebzug, 5xxx Dieseltriebwagen. Die 1010 ist damit schon vor dem ersten Blick auf das Fahrzeug als Ellok eingeordnet.
Restliche Ziffern als Reihenkennung nehmen
Die folgenden Stellen kennzeichnen die konkrete Bauart. Ähnliche Zahlen bedeuten oft verwandte Technik – 1010 und 1110 gehören technisch eng zusammen, ebenso 1044 und 1144.
UIC-Nummer als letzte Instanz
Die zwölfstellige Fahrzeugnummer enthält den Ländercode 81 für Österreich, davor den Bauartcode – bei Elektrolokomotiven typischerweise 91. Damit ist jedes Fahrzeug eindeutig bestimmt.
Wenn du dieses Muster einmal verinnerlicht hast, kannst du jede österreichische Reihenbezeichnung sofort grob einordnen – auch bei Fahrzeugen, die du noch nie gesehen hast. Wie du in der Praxis systematisch von der groben Fahrzeugart zur konkreten Reihe kommst, beschreibt die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen. Die internationale Systematik hinter der zwölfstelligen Nummer erklärt der Beitrag zur UIC-Nummer und ihrer Prüfziffer.
Woran du eine 1010 im Feld erkennst
Die Bestimmung läuft in zwei Schritten ab, und der erste ist der wichtigste.
Schritt eins: Achsen zählen. Sechs Achsen in zwei dreiachsigen Drehgestellen schließen sofort alle vierachsigen ÖBB-Standardreihen der neueren Generationen aus. Eine Reihe 1044 oder eine Taurus-Variante hat vier Achsen – das ist auf 200 Meter Entfernung erkennbar, auch bei schlechtem Licht.
Schritt zwei: Bauform einordnen. Die 1010 trägt die kantige, funktionale Formensprache der 1950er-Jahre. Gerade Stirnwände, klassische Frontfenster, umlaufende Griffstangen, sichtbare Nietenstrukturen und Lüftergitter. Nichts daran wirkt aerodynamisch optimiert – anders als bei allen Lokomotiven ab den 1990er-Jahren.
Praxis-Tipp
Merk dir eine grobe Zeitachse statt einzelner Reihennummern: kastig und genietet gleich 1950er/60er, glatt und leicht gerundet gleich 1970er/80er, keilförmig mit großen Frontscheiben gleich ab den 1990ern. Damit liegst du bei österreichischen Elloks fast immer im richtigen Jahrzehnt.
Einordnung im Bahnbetrieb
Sechsachsige Universalloks entstanden aus einem konkreten betrieblichen Bedarf. Österreich ist ein Gebirgsland, seine wichtigsten Hauptstrecken überwinden Pässe mit langen, gleichmäßigen Steigungen. Mehr angetriebene Achsen bedeuten mehr Reibungsmasse und eine gleichmäßigere Achslastverteilung – genau das, was auf solchen Rampen zählt.
| Merkmal | Reihe 1010 (Altbau, sechsachsig) | Moderne ÖBB-Ellok (vierachsig) |
|---|---|---|
| Achsfolge | Co’Co’ | Bo’Bo’ |
| Bauzeit | 1950er-Jahre | ab den 1970er-Jahren bis heute |
| Formensprache | kastig, genietet, funktional | glatt, aerodynamisch geformt |
| Typischer Einsatz heute | Sonder- und Nostalgiefahrten | Regelverkehr im Takt |
| Planbarkeit einer Sichtung | über Veranstaltungstermine | über den Fahrplan |
Bestand und Einsatz ändern sich
Welche historischen Fahrzeuge betriebsfähig sind, hängt an Fristen, Ersatzteilen und dem Engagement einzelner Vereine. Das kann sich von Jahr zu Jahr ändern. Prüf den aktuellen Stand, bevor du eine weite Anreise planst.
Der Kontrast zum heutigen Regelbetrieb wird deutlich, wenn du die 1010 neben eine Reihe 1042 stellst, die die nächste Generation österreichischer Streckenloks repräsentiert. Wer sehen will, was auf einer Strecke gerade tatsächlich unterwegs ist, statt zu raten, findet im Guide zum ÖBB-Zugradar für Österreich die passenden Werkzeuge.
Sonderfahrten nicht verpassen
Community-Sichtungen zeigen dir, welche historischen Fahrzeuge gerade unterwegs sind – oft schneller als jede offizielle Ankündigung.
Spotting und Fotografie: was bei historischen Loks anders ist
Eine 1010 zu fotografieren ist keine Frage der Geduld am Bahnsteig, sondern der Vorbereitung. Sonderzüge fahren einmalig. Wenn Standort oder Licht nicht passen, gibt es keine zweite Gelegenheit in derselben Woche.
Termin vor Standort
Erst den Fahrtag klären, dann den Spot. Bei Museumsfahrzeugen bestimmt der Termin alles Weitere – auch die Uhrzeit und damit die Lichtrichtung.
Seitenwand mitdenken
Bei historischen Loks ist die Lackierung ein zentrales Motiv. Eine Dreiviertelansicht von etwa 30 bis 45 Grad zeigt Front und Seite zugleich und wirkt plastischer als das reine Frontalbild.
Nur öffentlich zugängliche Standorte
Bahnsteige, Wege und öffentliche Flächen. Gleise, Betriebsanlagen und Abstellgruppen sind tabu – sie sind lebensgefährlich und rechtlich gesperrt, ohne Ausnahme.
Ausweichmotiv festlegen
Wetterumschwung, Verspätung, unerwartete Gegenzüge: Ein zweiter Standort in Gehweite rettet den Tag deutlich häufiger als eine bessere Kamera.
Häufige Verwechslungen
Bei österreichischen Altbau-Elloks entstehen Fehlbestimmungen fast nie durch exotische Fahrzeuge, sondern durch nahe Verwandte innerhalb derselben Bauphase. Der mit Abstand häufigste Kandidat ist die Reihe 1110, die derselben sechsachsigen Bauphase entstammt und sich äußerlich kaum abgrenzen lässt.
Es spricht für die Reihe 1010, wenn …
- du sechs Achsen in zwei dreiachsigen Drehgestellen zählst
- der Lokkasten kantig und sichtbar aus den 1950er-Jahren stammt
- die Reihenanschrift mit 1010 beginnt
- das Fahrzeug vor einem Sonder- oder Nostalgiezug läuft
Sieh genauer hin, wenn …
- die Lok sechsachsig ist, du die Anschrift aber nicht lesen kannst – dann kommt auch die Reihe 1110 infrage
- das Fahrzeug in einer historischen Lackierung unterwegs ist, die du nicht zuordnen kannst
- du sie nur im Gegenlicht oder von hinten siehst
Es ist keine 1010, wenn …
- du nur vier Achsen zählst – dann bist du bei den moderneren ÖBB-Reihen
- die Front keilförmig geformt ist und große durchgehende Scheiben hat
- die Reihenanschrift mit 2 beginnt – das wäre eine Diesellokomotive
Grenzüberschreitender Verkehr ist übrigens ein Sonderfall: Auf österreichischen Strecken siehst du regelmäßig auch deutsche, ungarische oder slowenische Fahrzeuge. Eine sechsachsige Altbaulok mit anderer Anschrift muss deshalb keine ÖBB-Maschine sein – das Landeskürzel im Nummernfeld gibt Auskunft.
Fazit
Die Reihe 1010 ist ein Fahrzeug, das man weniger über technische Daten als über Struktur versteht: sechs Achsen für Gebirgsstrecken, eine Formensprache, die ihr Baujahrzehnt sofort verrät, und eine Reihenbezeichnung, die schon in der ersten Ziffer sagt, worum es sich handelt. Im Regelbetrieb ist sie Geschichte, im Museumsbetrieb ein lohnendes Ziel – aber nur mit Vorbereitung.
Kurzfazit
Sechs Achsen, kastiger 1950er-Aufbau, Reihenanschrift beginnend mit 1010: Das ist die Ellok-Generation, die Österreichs Hauptstrecken elektrisch gemacht hat. Sichtungen sind heute Terminsache – dokumentiere sie, denn sie wiederholen sich nicht.
Zusammenfassung
- Die Reihe 1010 gehört zur Generation sechsachsiger österreichischer Universalloks, die den elektrischen Streckenbetrieb der Nachkriegszeit getragen hat.
- Für die Bestimmung reichen Achszahl, Bauform und die vierstellige Reihenanschrift.
- Im Regelverkehr ist die Reihe nicht mehr zu erwarten; wer sie sehen will, orientiert sich an Nostalgie- und Sonderzugterminen.
- Sichtungen historischer Fahrzeuge sind besonders wertvoll, weil sie sich nicht wiederholen lassen – Datum, Nummer und Anlass gehören ins Logbuch.
Häufige Fragen
Was bedeutet die Reihenbezeichnung 1010 bei den ÖBB?
Die ÖBB bezeichnen Triebfahrzeuge mit dem Wort Reihe und einer vierstelligen Zahl. Die führende Ziffer verrät die Fahrzeugart: 1 steht für Elektrolokomotive, 2 für Diesellokomotive, 4 für elektrische Triebzüge und 5 für Dieseltriebwagen. Die 1010 ist damit schon an der Nummer eindeutig als Ellok erkennbar.
Wie erkenne ich eine Reihe 1010 im Feld?
Zähl zuerst die Achsen: Die 1010 hat sechs Achsen in zwei dreiachsigen Drehgestellen. Dazu kommt die kastige Formensprache der 1950er-Jahre. Damit sind alle vierachsigen ÖBB-Reihen wie 1044, 1116 oder 1216 ausgeschlossen. Die endgültige Bestätigung liefert die Reihenanschrift am Fahrzeug.
Was ist der Unterschied zwischen Reihe 1010 und Reihe 1110?
Beide Reihen sind sechsachsige Elloks derselben Bauphase und äußerlich sehr ähnlich. Sie unterscheiden sich vor allem in der Auslegung: Die eine Variante war stärker auf schnellen Streckendienst, die andere auf schweren Zugförderdienst ausgerichtet. Für die Bestimmung im Feld ist die Anschrift am Lokkasten das verlässlichste Merkmal.
Fährt die Reihe 1010 heute noch planmäßig?
Nein. Die Reihe ist aus dem Regelbetrieb ausgeschieden. Begegnungen beschränken sich auf erhaltene Einzelstücke bei Sonderfahrten, Jubiläen und Museumsveranstaltungen. Wer sie sehen will, plant über Veranstaltungstermine statt über den Fahrplan.
Woran erkenne ich die genaue Lokomotive?
An der vollständigen Fahrzeugnummer. Österreichische Fahrzeuge tragen im zwölfstelligen UIC-Nummernschema den Ländercode 81; davor steht der Bauartcode, bei Elektrolokomotiven typischerweise 91. Zusammen mit der ÖBB-Reihenanschrift ergibt das eine eindeutige Identifikation.
Wo lohnt sich die Suche nach historischen ÖBB-Elloks am meisten?
An großen Knotenbahnhöfen entlang der klassischen Hauptstrecken, wenn dort ein angekündigter Sonderzug verkehrt. Der Regelbetrieb hilft nicht weiter. Hilfreich sind Terminlisten von Museumsvereinen sowie Community-Sichtungen, die kurzfristige Änderungen schneller abbilden als jede gedruckte Übersicht.
Warum haben ältere ÖBB-Loks so oft sechs Achsen?
Sechs angetriebene Achsen verteilen das Gewicht besser und bringen mehr Reibungsmasse auf die Schiene. Das war für den Betrieb über österreichische Gebirgsstrecken mit langen Steigungen ein handfester Vorteil. Erst leistungsfähigere Antriebstechnik machte später vierachsige Universalloks zur Regel.
Sind Fotos von historischen Loks anders zu planen als vom Regelverkehr?
Ja, deutlich. Sonderzüge fahren einmalig, oft zu ungewöhnlichen Zeiten und ohne verlässliche Verspätungsinformation. Standort, Lichtrichtung und ein Ausweichmotiv solltest du vorher festlegen, weil es keine zweite Chance in derselben Woche gibt.
Sichtung von ÖBB 1010 festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
Verwandte Baureihen
Reihe 1110
Die Reihe 1110 ist die sechsachsige Gebirgsstreckenlok der ÖBB und eng mit der Reihe 1010 verwandt. So erkennst und unterscheidest du beide.
E-LokReihe 1042
Die Reihe 1042 ist die klassische vierachsige Universallok der ÖBB. So erkennst du sie, so ordnest du die Unterbauart 1042.5 ein.
E-LokÖBB 1044
Die Reihe 1044 war über Jahrzehnte die Standard-Ellok der ÖBB: vierachsig, 160 km/h, Thyristortechnik. Viele Maschinen wurden zur Reihe 1144 umgebaut.
E-LokÖBB 1016 (Taurus)
Die Reihe 1016 ist die Einsystem-Variante des Taurus: vierachsig, 230 km/h, 6.400 kW. So unterscheidest du sie von 1116 und 1216 und erkennst sie sofort.
E-LokÖBB 1116 (Taurus)
Die Reihe 1116 ist der Zweisystem-Taurus der ÖBB: 15 kV und 25 kV, 230 km/h, 6.400 kW. So trennst du sie sicher von 1016 und 1216.
E-LokÖBB 1144
Die Reihe 1144 ging aus umgebauten 1044 hervor. Was die zweite Ziffer der ÖBB-Reihenzahl verrät und wie du beide Reihen sicher unterscheidest.
Wer dahintersteckt
Konzerne, Marken, Hersteller und Betriebe – wer wem gehört und woran du sie im Feld erkennst.
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