Das Wichtigste in Kürze
- Die Reihe 1042 ist die vierachsige Universallok der ÖBB aus den 1960er Jahren – gebaut für Reise- und Güterzüge gleichermaßen.
- Österreich sagt „Reihe“: Die führende 1 in einer vierstelligen Nummer kennzeichnet immer eine Elektrolokomotive.
- Die Nachkommastelle zählt: 1042.5 bezeichnet eine spätere Bauserie mit eigenen Merkmalen.
- Aus der 1042.5 ging die Reihe 1142 hervor – deshalb sehen sich beide Reihen sehr ähnlich.
- Bestand und Einsatz ändern sich laufend durch Ausmusterungen und Verkäufe an andere Betreiber.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Vierachsige Universal-Elektrolokomotive für Reise- und Güterzüge |
|---|---|
| Achsfolge | Bo'Bo' – zwei zweiachsige Drehgestelle, alle Achsen angetrieben |
| Baubeginn | ab 1963 |
| Stromsystem | 15 kV / 16,7 Hz Wechselstrom |
| Unterbauart | Reihe 1042.5 als spätere, für höhere Geschwindigkeiten ausgelegte Bauserie |
| Verwandte Reihe | Reihe 1142, aus der Bauserie 1042.5 hervorgegangen |
| UIC-Bauartcode | 91 (Elektrolokomotive), Länderkennung 81 für Österreich |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Vier Achsen in zwei Drehgestellen – keine sechsachsige Bauform
- Kastenförmiger Aufbau mit klarer, funktionaler Linienführung der 1960er Jahre
- Führerstandsfenster in einer flachen, wenig geneigten Frontfläche
- Reihennummer beginnt mit 1042, bei der Unterbauart mit 1042.5
- Vor Reise- wie Güterzügen anzutreffen – eine echte Universallokomotive
- Halterkürzel A-ÖBB oder das eines anderen Betreibers am Fahrzeug
Aktualisiert: August 2026 – Vierachsig, kastig, vor jeder erdenklichen Zuggattung: Die Reihe 1042 war über Jahrzehnte das Arbeitspferd der österreichischen Hauptstrecken. Diese Seite zeigt dir, woran du sie erkennst, was die Bezeichnung 1042.5 bedeutet und wie du sie von der eng verwandten Reihe 1142 trennst.
Ältere Reihen werden seltener
Was heute noch fährt, kann morgen abgestellt sein. Halte deine Sichtungen mit Nummer und Datum in Traintrack fest.
Was ist die Reihe 1042?
Die Reihe 1042 ist eine vierachsige Universal-Elektrolokomotive der ÖBB, deren Bau 1963 begann. Sie arbeitet unter 15 kV bei 16,7 Hz, hat die Achsfolge Bo’Bo’ – zwei zweiachsige Drehgestelle mit durchgehend angetriebenen Achsen – und war bewusst so ausgelegt, dass sie sowohl Reisezüge als auch Güterzüge übernehmen konnte.
Genau dieser Universalanspruch erklärt ihre lange Präsenz im österreichischen Betrieb. Wo in anderen Ländern spezialisierte Baureihen für Personen- und Güterverkehr nebeneinanderstanden, deckte die 1042 beides ab. Für Spotter hat das eine wichtige Konsequenz: Der Zug hinter der Lok hilft bei der Bestimmung kaum weiter. Man muss die Maschine selbst lesen können.
Das österreichische Reihenschema verstehen
Wer aus Deutschland kommt, sollte sich zuerst das Bezeichnungssystem klarmachen, denn es unterscheidet sich grundlegend vom dreistelligen Baureihenschema der DB.
Das Wort „Reihe“
Österreich spricht nicht von Baureihen, sondern von Reihen. Der Begriff steht immer vor der Zahl – etwa Reihe 1042 oder Reihe 1116.
Vier Ziffern bei Triebfahrzeugen
Moderne Triebfahrzeuge tragen vierstellige Nummern. Zweistellige gehören zu Normalspur-Dampfloks, dreistellige zu Schmalspur-Dampfloks.
Die erste Ziffer nennt die Traktionsart
1 steht für Elektrolokomotiven, 2 für Diesellokomotiven, 4 für Elektrotriebwagen, 5 für Dieseltriebwagen. Eine 1042 ist damit sofort als Ellok eingeordnet.
Die Nachkommastelle nennt die Unterbauart
Ein Zusatz wie .5 kennzeichnet eine eigene Bauserie innerhalb derselben Reihe – bei der 1042.5 eine spätere, für höhere Geschwindigkeiten ausgelegte Variante.
Im zwölfstelligen europäischen Nummernkranz taucht dieselbe Information noch einmal auf: 91 als Bauartkennung für Elektrolokomotiven, 81 als Länderkennung für Österreich. Wie dieser Nummernkranz insgesamt aufgebaut ist, erklärt der Guide zum Lesen der UIC-Nummer.
Was eine Universallokomotive ausmacht
Der Begriff Universallokomotive klingt nach Marketing, beschreibt aber eine echte konstruktive Entscheidung. Eine Lok für Güterzüge braucht hohe Anfahrzugkraft und robuste Auslegung, eine Lok für Reisezüge dagegen Geschwindigkeit und ruhigen Lauf. Beides zugleich zu erreichen, verlangt Kompromisse – und genau diese Kompromisse definieren die Bauart.
Bei der Reihe 1042 fällt der Kompromiss zugunsten der Vielseitigkeit aus. Vier angetriebene Achsen liefern genug Zugkraft für den Alltag, ohne die Maschine so schwer und lang zu machen wie eine sechsachsige Gebirgslok. Die Getriebeauslegung erlaubt Geschwindigkeiten, die für Reisezüge auf Hauptstrecken ausreichen, ohne die Zugkraft im unteren Bereich zu opfern.
Betriebswirtschaftlich ist das ein starkes Argument. Eine Bahn, die eine einzige Reihe für nahezu alle Aufgaben einsetzen kann, braucht weniger Fahrzeugtypen, weniger Ersatzteilvorräte und weniger Sonderausbildung beim Personal. Umläufe lassen sich flexibler planen, weil jede verfügbare Maschine für fast jede Leistung passt. Genau darin liegt der Grund, warum diese Reihe über Jahrzehnte so allgegenwärtig war.
Für Beobachter hat das eine unmittelbare Folge: Der Kontext hilft bei der Bestimmung deutlich weniger als bei spezialisierten Baureihen. Wer eine Güterzuglok sieht, kann in Deutschland oft schon aus dem Zug schließen, welche Baureihen infrage kommen. Bei einer österreichischen Universallok funktioniert dieser Schluss nicht. Es bleibt der direkte Weg: Achszahl bestimmen, Fahrzeuggeneration einschätzen, Nummer lesen.
Die 1042-Familie im Überblick
Die eng verwandten vierachsigen Reihen der ÖBB sind die häufigste Verwechslungsquelle überhaupt. Diese Übersicht ordnet sie ein.
| Reihe | Herkunft | Besonderheit |
|---|---|---|
| 1042 | Grundbauart ab 1963 | vierachsige Universallok für Reise- und Güterzüge |
| 1042.5 | spätere Bauserie derselben Reihe | für höhere Geschwindigkeiten ausgelegt |
| 1142 | aus der Bauserie 1042.5 hervorgegangen | für den Wendezugbetrieb ertüchtigt |
| 1141 | ältere vierachsige Bauartlinie der ÖBB | eigenständige Reihe, nicht aus der 1042 abgeleitet |
| 1044 | jüngere Generation vierachsiger Elloks | leistungsstärkere Bauart mit anderer Formgebung |
Die direkte Nachfolgebauart in derselben Familie ist die Reihe 1142. Deutlich anders aufgebaut, aber ebenfalls vierachsig, ist die Reihe 1141. Die jüngere Generation vertritt die ÖBB 1044, die sich schon auf den ersten Blick durch ihre Formgebung abhebt.
Bei verwandten Reihen zählt die Nummer
Fotografiere das Anschriftenfeld mit – so ist die Zuordnung auch Jahre später noch eindeutig.
Spotting und Fotografie
Die Reihe 1042 gehört zu den Fahrzeugen, deren Chancen mit jedem Jahr geringer werden. Der Einsatz im Regelverkehr ist über die Zeit stark zurückgegangen, einzelne Maschinen sind zu anderen Betreibern gelangt oder werden von Vereinen wie der ÖGEG historisch erhalten. Ein weiterer Anlaufpunkt für erhaltene österreichische Triebfahrzeuge ist das Eisenbahnmuseum Strasshof. Wo genau, ändert sich laufend – aktuelle Sichtungen aus der Community sind hier deutlich verlässlicher als ältere Bestandslisten.
Kastige Loks brauchen Winkel
Frontal fotografiert wirkt die 1042 flach und uninteressant. Eine Dreiviertelansicht mit etwa 30 bis 45 Grad zur Fahrzeugachse zeigt Front und Seitenwand zugleich und gibt der Maschine Volumen. Seitliches Streiflicht am Morgen oder späten Nachmittag zeichnet zusätzlich die Kanten.
Für die Dokumentation gilt bei dieser Reihe ein besonderer Hinweis: Weil die Unterbauarten und die verwandte Reihe 1142 sich äußerlich kaum unterscheiden, gehört die vollständige Nummer zwingend in jede Sichtung. Wie man ein Sichtungsarchiv so aufbaut, dass solche Details später auffindbar bleiben, beschreibt der Guide zum Sichtungslogbuch. Die grundsätzliche Bestimmungsreihenfolge liefert die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.
Betriebsanlagen bleiben tabu
Abstellgruppen, Betriebshöfe, Rangierbereiche und Gleise sind gesperrt – auch dann, wenn dort scheinbar dauerhaft abgestellte Fahrzeuge stehen. Rangierfahrten und Überführungen kommen unangekündigt und oft leise. Fotografiert wird ausschließlich von öffentlich zugänglichen Flächen aus; was im Einzelfall zulässig ist, hängt von den örtlichen Regelungen ab.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für die Reihe 1042, wenn …
- die Lok vier Achsen in zwei Drehgestellen hat
- die Bauform kastig und funktional wirkt
- die Nummer mit 1042 beginnt
- sie vor Reise- oder Güterzügen gleichermaßen läuft
Sieh genauer hin, wenn …
- die Nummer eine Nachkommastelle trägt – dann geht es um die Unterbauart
- die Lok in einer ungewohnten Lackierung unterwegs ist
- du nur die Front siehst und die Seitenanschrift nicht lesen kannst
Es ist keine 1042, wenn …
- die Nummer mit 1142, 1141 oder 1044 beginnt
- die Lok sechs Achsen hat – dann kommen Gebirgsbauarten infrage
- die Front stark geneigt ist und modern wirkt – dann bist du bei der Taurus-Familie
Fazit
Die Reihe 1042 ist der Einstieg in das österreichische Reihenschema. Wer sie einmal sauber bestimmt hat, versteht die Logik dahinter: vierstellige Nummer, führende 1 für Elektrolokomotive, Nachkommastelle für die Unterbauart. Die Bauform verrät die Epoche, die Nummer das Fahrzeug. Und weil ihr Einsatz zurückgeht, ist jede dokumentierte Sichtung heute mehr wert als vor zwanzig Jahren.
Kurzfazit
Vierachsige Universallok der ÖBB ab 1963, Achsfolge Bo'Bo', kastige Bauform. Erkennungsweg: Achsen zählen, Form einordnen, Nummer lesen. Bei 1042.5 und 1142 entscheidet ausschließlich die Anschrift.
Zusammenfassung
- Die Reihe 1042 prägte über Jahrzehnte das Bild der österreichischen Hauptstrecken und war vor nahezu jeder Zuggattung im Einsatz.
- Vier Achsen, kastige Bauform und die vierstellige Nummer mit führender 1 reichen zur Bestimmung.
- Die Unterbauart 1042.5 und die daraus entwickelte Reihe 1142 sind der häufigste Grund für Verwechslungen.
- Wo einzelne Maschinen heute stehen und wer sie hält, wechselt – verlass dich auf aktuelle Sichtungen statt auf ältere Listen.
Häufige Fragen
Was ist die ÖBB-Reihe 1042?
Die Reihe 1042 ist eine vierachsige Universal-Elektrolokomotive der ÖBB, deren Bau 1963 begann. Sie war für Reisezüge wie für Güterzüge ausgelegt und über Jahrzehnte auf österreichischen Hauptstrecken allgegenwärtig. Die Achsfolge lautet Bo'Bo': zwei zweiachsige Drehgestelle, alle vier Achsen angetrieben.
Warum heißt es in Österreich „Reihe“ und nicht „Baureihe“?
Weil die ÖBB ein eigenes Bezeichnungssystem verwenden. Triebfahrzeuge tragen dort das Wort Reihe und eine meist vierstellige Zahl. Die erste Ziffer nennt die Traktionsart: 1 steht für Elektrolokomotiven, 2 für Diesellokomotiven, 4 für Elektrotriebwagen, 5 für Dieseltriebwagen. Das deutsche dreistellige Baureihenschema funktioniert anders.
Was bedeutet die Bezeichnung 1042.5?
Die Nachkommastelle kennzeichnet eine Unterbauart innerhalb derselben Reihe. Bei der 1042.5 handelt es sich um eine spätere Bauserie, die für höhere Geschwindigkeiten ausgelegt war und sich in Details von den früheren Maschinen unterscheidet. Aus dieser Serie ging später die Reihe 1142 hervor.
Wie unterscheide ich die Reihe 1042 von der Reihe 1142?
Über die Nummer, denn die Bauform ist eng verwandt. Die Reihe 1142 entstand aus der Bauserie 1042.5 und wurde für den Wendezugbetrieb ertüchtigt. Äußerlich fallen die Unterschiede gering aus, weshalb die Anschrift an Front und Seitenwand die verlässlichste Quelle bleibt.
Wofür wurde die Lok eingesetzt?
Für praktisch alles. Als Universallokomotive zog sie Schnellzüge, Regionalverkehr und Güterzüge. Genau darin liegt für Spotter die Schwierigkeit: Anders als bei spezialisierten Baureihen sagt der Zug hinter der Lok wenig über die Reihe aus. Die Bestimmung läuft deshalb über Bauform und Nummer, nicht über den Einsatz.
Fährt die Reihe 1042 heute noch?
Der Einsatz im ÖBB-Regelverkehr ist über die Jahre stark zurückgegangen. Einzelne Maschinen sind zu anderen Betreibern gelangt oder werden historisch erhalten. Welche Lokomotiven aktuell noch fahren und in wessen Bestand sie stehen, ändert sich fortlaufend – prüfe deshalb den aktuellen Stand, bevor du eine Tour planst.
Wie erkenne ich sie an der Fahrzeugnummer?
Im zwölfstelligen europäischen Nummernkranz beginnt sie mit 91 für Elektrolokomotive und 81 für Österreich. Danach folgen Reihennummer und laufende Ordnungsnummer, abgeschlossen von einer Prüfziffer und dem Halterkürzel. Am Fahrzeug selbst steht zusätzlich die verkürzte Reihenbezeichnung, die im Alltag verwendet wird.
Worauf achte ich beim Fotografieren?
Auf die Dreiviertelansicht. Die kastige Bauform wirkt frontal flach und wenig plastisch; ein Winkel von etwa 30 bis 45 Grad zeigt Front und Seitenwand zugleich. Nimm die Anschriftenfelder mit ins Bild – bei eng verwandten Reihen ist die Nummer später oft der einzige Beleg für die richtige Zuordnung.
Sichtung von Reihe 1042 festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
Verwandte Baureihen
Reihe 1142
Die Reihe 1142 ist die wendezugfähige Weiterentwicklung der Bauserie 1042.5. So erkennst du sie und verstehst, was Wendezugbetrieb für Spotter bedeutet.
E-LokReihe 1141
Die Reihe 1141 ging aus der älteren Reihe 1041 hervor. So erkennst du die vierachsige Altbaulok und verstehst die Logik hinter der Umzeichnung.
E-LokÖBB 1044
Die Reihe 1044 war über Jahrzehnte die Standard-Ellok der ÖBB: vierachsig, 160 km/h, Thyristortechnik. Viele Maschinen wurden zur Reihe 1144 umgebaut.
E-LokOeBB / SZ Reihe 541
Die Reihe 541 ist der Taurus der Slowenischen Eisenbahnen: eine Mehrsystemlok aus der ES64U4-Familie. So erkennst du sie und trennst sie von der ÖBB-Variante.
E-LokReihe 1110
Die Reihe 1110 ist die sechsachsige Gebirgsstreckenlok der ÖBB und eng mit der Reihe 1010 verwandt. So erkennst und unterscheidest du beide.
E-LokÖBB 1010
Die Reihe 1010 war eine sechsachsige Universal-Ellok der ÖBB und ist heute nur noch museal unterwegs. So ordnest du sie ein und unterscheidest sie von der Reihe 1110.
Wer dahintersteckt
Konzerne, Marken, Hersteller und Betriebe – wer wem gehört und woran du sie im Feld erkennst.
Eisenbahnmuseum Strasshof
Das Eisenbahnmuseum Strasshof ist kein nachgebautes Museum, sondern ein echtes Bahnbetriebswerk an der Nordbahn, das seine Aufgabe verloren hat. Ringlokschuppen, Drehscheibe und Wasserkran stehen noch dort, wo sie hingehören – dazu die größte Fahrzeugsammlung Österreichs.
MuseumsbahnÖGEG Österreichische Gesellschaft für Eisenbahngeschichte
Die ÖGEG ist keine Museumsbahn mit einer Strecke, sondern ein Verein mit mehreren Betätigungsfeldern: ein großer Fahrzeugstandort in Ampflwang im Hausruckwald, eigene Werkstattarbeit und Dampfsonderfahrten auf dem öffentlichen Netz. Das ändert, wie du eine Begegnung planst.
Wo du die Reihe 1042 siehst
Konkrete Standpunkte mit Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.
Passende Guides aus dem Blog




