Das Wichtigste in Kürze
- Die Reihe 1142 ging aus der Bauserie 1042.5 hervor und wurde für den Wendezugbetrieb ertüchtigt.
- Wendezug heißt: kein Umsetzen. Der Zug wird vom Steuerwagen aus gesteuert, die Lok bleibt am selben Zugende.
- Äußerlich kaum von der 1042 zu trennen – die vierstellige Reihennummer entscheidet.
- Die führende 1 im ÖBB-Schema kennzeichnet immer eine Elektrolokomotive.
- Einsatzumfang und Bestand ändern sich mit Fahrplanjahren, Ausmusterungen und Verkäufen.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Vierachsige Elektrolokomotive für den Wendezugbetrieb |
|---|---|
| Achsfolge | Bo'Bo' – zwei zweiachsige Drehgestelle, alle Achsen angetrieben |
| Herkunft | Aus der Bauserie 1042.5 der Reihe 1042 hervorgegangen |
| Besonderheit | Ausrüstung für den Betrieb mit Steuerwagen ohne Umsetzen der Lok |
| Stromsystem | 15 kV / 16,7 Hz Wechselstrom |
| UIC-Bauartcode | 91 (Elektrolokomotive), Länderkennung 81 für Österreich |
| Typischer Einsatz | Reisezugleistungen im Wendezugbetrieb, daneben Güterzüge |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Vier Achsen in zwei Drehgestellen
- Kastenförmiger Aufbau, äußerlich sehr nah an der Reihe 1042
- Reihennummer beginnt mit 1142 – der sicherste Unterschied zur 1042
- Häufig am Zugschluss oder am Zuganfang eines Wendezuges mit Steuerwagen
- Führerstände an beiden Enden, flache Frontfläche älterer Bauart
- Halterkürzel A-ÖBB oder das eines anderen Betreibers
Aktualisiert: August 2026 – Eine vierachsige Ellok am Zugschluss, vorn ein Steuerwagen mit Führerstand: Dieses Bild gehört zur Reihe 1142 wie kaum ein anderes. Sie ist die wendezugfähige Weiterentwicklung einer bewährten Universallokomotive. Diese Seite erklärt, was Wendezugbetrieb technisch bedeutet, warum die Lok deshalb oft hinten läuft und wie du sie von ihrer Ursprungsreihe trennst.
Auch die Lok am Zugschluss zählt
Im Wendezug ist die interessante Maschine oft hinten. Halte Nummer und Zugnummer direkt in Traintrack fest.
Was ist die Reihe 1142?
Die Reihe 1142 ist eine vierachsige Elektrolokomotive der Österreichischen Bundesbahnen mit der Achsfolge Bo’Bo’, betrieben unter 15 kV bei 16,7 Hz. Sie ging aus der Bauserie 1042.5 hervor – jener späteren Serie der Reihe 1042, die für höhere Geschwindigkeiten ausgelegt war – und wurde für den Wendezugbetrieb ertüchtigt.
Das ist der ganze Unterschied, und er ist von außen kaum sichtbar. Genau deshalb gehört das Reihenpaar 1042 und 1142 zu den klassischen Verwechslungsfällen im österreichischen Bestand: gleiche Silhouette, gleiche Epoche, unterschiedliche Reihennummer.
Wendezugbetrieb: was dahintersteckt
Ein Wendezug besteht aus einer Lokomotive an einem Ende und einem Steuerwagen am anderen. Der Steuerwagen hat einen vollwertigen Führerstand, aber keinen eigenen Antrieb. Über eine Steuerleitung durch den gesamten Zug bedient das Personal von dort aus die Lokomotive am anderen Ende.
Der Vorteil liegt im Betriebsablauf:
Kein Umsetzen am Endbahnhof
Die Lok bleibt am selben Zugende. Es entfällt das Abkuppeln, Umfahren und erneute Ankuppeln – ein Vorgang, der sonst mehrere Minuten und ein zusätzliches Gleis kostet.
Kürzere Wendezeiten
Der Fahrtrichtungswechsel dauert nur so lange, wie das Personal für den Weg zum anderen Führerstand braucht. Das ermöglicht dichtere Takte mit demselben Fahrzeugbestand.
Weniger Gleisbedarf
Ohne Umsetzmanöver braucht der Endbahnhof keine Umfahrgleise. Gerade an Kopfbahnhöfen und kleinen Endpunkten ist das ein handfester Vorteil.
Die Lok schiebt in einer Richtung
In der Gegenrichtung läuft sie am Zugschluss und schiebt. Für Beobachter heißt das: Die Lok ist manchmal vorn, manchmal hinten – ohne dass sich am Umlauf etwas ändert.
Für Fotografen relevant
Wenn du eine bestimmte Lok ablichten willst, prüfe vorher, an welchem Zugende sie in deiner Fahrtrichtung läuft. Sonst wartest du auf einen Steuerwagen und bekommst die Maschine nur von hinten – oder umgekehrt.
Der passende Gegenpart im österreichischen Bestand ist der ÖBB CityShuttle Steuerwagen, der genau diese Betriebsform ermöglicht.
Einordnung im ÖBB-Reihenschema
| Reihe | Herkunft | Kennzeichnendes Merkmal |
|---|---|---|
| 1042 | Grundbauart ab 1963 | vierachsige Universallok, breites Einsatzspektrum |
| 1042.5 | spätere Bauserie derselben Reihe | für höhere Geschwindigkeiten ausgelegt |
| 1142 | aus der Bauserie 1042.5 entwickelt | wendezugfähig, Betrieb mit Steuerwagen |
| 1141 | aus der älteren Reihe 1041 hervorgegangen | eigenständige, ältere Bauartlinie |
| 1044 | jüngere Generation vierachsiger Elloks | leistungsstärker, andere Formgebung |
| 1144 | aus der Reihe 1044 hervorgegangen | ebenfalls für den Wendezugbetrieb ertüchtigt |
Das Muster ist erkennbar: Die ÖBB vergeben nach einer Ertüchtigung eine neue Reihennummer, statt die alte zu ergänzen. So wurde aus der 1042.5 die 1142 – und nach demselben Muster entstand die ÖBB 1144 aus der jüngeren vierachsigen Generation. Wer dieses Prinzip kennt, kann bei unbekannten Nummern oft schon erahnen, wo ein Fahrzeug herkommt.
Die Nummer entscheidet, nicht die Form
Bei eng verwandten Reihen hilft nur die Anschrift. Fotografiere sie mit und leg die Sichtung gleich richtig ab.
Spotting-Praxis
Wendezugleistungen sind für Spotter angenehm, weil sie regelmäßig verkehren und die Fahrzeuge über den Tag mehrfach an derselben Stelle vorbeikommen. Sie sind aber auch tückisch, weil die Lok nicht immer dort ist, wo man sie erwartet.
Drei Punkte helfen weiter:
- Zugnummer notieren. Sie benennt die Leistung eindeutig und hilft, dieselbe Garnitur später wiederzufinden. Wo die Zugnummer steht und wie man sie ermittelt, erklärt der Guide zum Zugnummer herausfinden.
- Beide Zugenden prüfen. Am Bahnsteig lohnt der Blick nach hinten – dort steht bei schiebenden Wendezügen die Lok.
- Auf den Fahrplanwechsel achten. Welche Leistungen lokbespannt gefahren werden, verschiebt sich laufend, weil Triebzüge zunehmend übernehmen. Aktuelle Community-Sichtungen sind hier verlässlicher als jede statische Liste.
- Wendezeiten am Endbahnhof einplanen. Weil nicht umgesetzt wird, sind die Aufenthalte kurz. Wer die Lok am Zugende in Ruhe ablichten will, sollte vor der Ankunft am richtigen Bahnsteigabschnitt stehen statt erst danach loszugehen.
Die grundsätzliche Bestimmungsreihenfolge liefert die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen, die fotografischen Grundlagen der Ratgeber gute Fotos von Zügen.
Fotografisch bringt der Wendezugbetrieb eine Eigenheit mit sich, die man einmal verstanden haben sollte. Ein schiebender Zug zeigt dir zuerst den Steuerwagen und erst am Ende die Lokomotive. Wer am Bahnsteig steht und den Auslöser beim ersten Fahrzeug drückt, hat den Steuerwagen im Kasten und die Lok verpasst. Umgekehrt gilt: Bei ziehender Fahrt kommt die Lok zuerst, und der Steuerwagen bildet den Abschluss.
Daraus folgt eine einfache Regel für die Standortwahl. Wenn du die Maschine gezielt willst, positioniere dich so, dass du den gesamten Zug überblickst, statt eng auf den Bahnsteigkopf zu gehen. Ein größerer Abstand kostet Brennweite, sichert aber das Motiv – unabhängig davon, an welchem Ende die Lok gerade läuft. Bei planmäßigen Umläufen lohnt es sich außerdem, die Fahrtrichtung einmal zu beobachten, bevor man sich für einen Standpunkt entscheidet: Sie bleibt über den Tag meist gleich.
Bahnsteigkante und Gleisbereich sind tabu
Bei Wendezügen fährt der Zug am Endbahnhof in die andere Richtung wieder los, ohne dass eine Lok umsetzt – Bewegungen kommen dadurch schneller und leiser, als viele erwarten. Gleise, Bahnsteigkanten, Rangierbereiche und Betriebsanlagen sind gesperrt. Fotografiert wird ausschließlich von öffentlich zugänglichen Flächen aus; was im Einzelfall zulässig ist, hängt von den örtlichen Regelungen ab.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für die Reihe 1142, wenn …
- die Lok vier Achsen in zwei Drehgestellen hat
- die Nummer mit 1142 beginnt
- am anderen Zugende ein Steuerwagen läuft
- die Bauform kastig und älterer Generation entspricht
Sieh genauer hin, wenn …
- eine formgleiche Lok ohne Steuerwagen unterwegs ist
- du die Maschine nur von hinten oder im Gegenlicht siehst
- die Anschrift durch Verschmutzung schwer lesbar ist
Es ist keine 1142, wenn …
- die Nummer mit 1042, 1141, 1044 oder 1144 beginnt
- du sechs Achsen zählst
- die Front stark geneigt ist – dann gehört die Lok zur Taurus-Familie
Fazit
Die Reihe 1142 zeigt, wie eine kleine technische Ergänzung den Betriebsalltag verändert. Die Wendezugausrüstung ist von außen kaum sichtbar, entscheidet aber darüber, wie ein ganzer Zug am Endbahnhof gewendet wird. Für die Bestimmung heißt das: Form und Achszahl grenzen ein, die Reihennummer entscheidet. Und wer eine 1142 fotografieren will, sollte vorher wissen, an welchem Zugende sie an diesem Tag läuft.
Kurzfazit
Vierachsige ÖBB-Ellok aus der Bauserie 1042.5, ertüchtigt für den Wendezugbetrieb. Erkennungsweg: Achsen zählen, Zugbildung ansehen, Nummer lesen. Ein Steuerwagen am anderen Zugende ist ein starkes Indiz, die Anschrift der Beweis.
Zusammenfassung
- Die Reihe 1142 steht für die Wendezug-Ertüchtigung einer bewährten Universallokomotive und prägte damit den österreichischen Reisezugverkehr.
- Wendezugbetrieb spart Umsetzzeiten und Rangierpersonal und erklärt, warum die Lok oft am Zugschluss läuft.
- Von der Ursprungsreihe 1042 unterscheidet sie sich äußerlich kaum; die Nummer ist maßgeblich.
- Welche Leistungen aktuell mit welchen Fahrzeugen gefahren werden, wechselt mit dem Fahrplan – prüfe den aktuellen Stand.
Häufige Fragen
Was ist die ÖBB-Reihe 1142?
Die Reihe 1142 ist eine vierachsige Elektrolokomotive der ÖBB, die aus der Bauserie 1042.5 hervorgegangen ist. Der entscheidende Unterschied zur Ursprungsreihe liegt in der Ausrüstung für den Wendezugbetrieb: Die Lok kann von einem Steuerwagen aus ferngesteuert werden, ohne am Endbahnhof umgesetzt zu werden.
Was bedeutet Wendezugbetrieb?
Der Zug hat an einem Ende die Lokomotive und am anderen einen Steuerwagen mit Führerstand. Für die Rückfahrt wechselt das Personal einfach den Führerstand – die Lok bleibt, wo sie ist, und schiebt den Zug. Das spart Umsetzzeit, Rangierpersonal und Gleisbelegung und ist im Nah- und Regionalverkehr Standard.
Wie unterscheide ich die 1142 von der 1042?
Über die Nummer. Beide Reihen stammen aus derselben Konstruktionslinie und sehen sich äußerlich sehr ähnlich, weil die 1142 aus der Bauserie 1042.5 entwickelt wurde. Die Wendezugausrüstung ist von außen kaum zu erkennen. Verlässlich ist deshalb nur die vierstellige Reihennummer an Front und Seitenwand.
Warum schiebt die Lok manchmal den Zug?
Weil im Wendezugbetrieb die Fahrtrichtung wechselt, die Lok aber am selben Zugende bleibt. In einer Richtung zieht sie, in der anderen schiebt sie. Das ist völlig normal und kein Sonderfall. Für Fotografen bedeutet es: Der interessantere Blick auf die Lok kann je nach Fahrtrichtung am hinteren Zugende liegen.
Wie funktioniert das österreichische Reihenschema?
Die ÖBB bezeichnen Triebfahrzeuge als Reihe mit meist vierstelliger Zahl. Die erste Ziffer nennt die Traktionsart: 1 für Elektrolokomotiven, 2 für Diesellokomotiven, 4 für Elektrotriebwagen, 5 für Dieseltriebwagen. Eine Nachkommastelle wie bei 1042.5 kennzeichnet eine Unterbauart innerhalb derselben Reihe.
Wo treffe ich die Reihe 1142 am ehesten an?
Dort, wo lokbespannte Reisezüge mit Steuerwagen verkehren. Welche Leistungen das konkret sind, ändert sich mit jedem Fahrplanwechsel und mit der zunehmenden Verbreitung von Triebzügen. Verlass dich deshalb auf aktuelle Sichtungen aus der Community statt auf ältere Umlauflisten aus dem Netz.
Zieht die 1142 auch Güterzüge?
Sie stammt aus einer Universallok-Linie und ist grundsätzlich dafür geeignet. Was eine bestimmte Maschine tatsächlich fährt, bestimmt der Umlaufplan. Für die Bestimmung heißt das: Der Zug hinter der Lok ist ein Indiz, aber kein Beweis. Die Reihennummer bleibt das entscheidende Merkmal.
Was gehört in eine gute Sichtung?
Vollständige Fahrzeugnummer, Datum, Ort und wenn möglich die Zugnummer. Gerade bei Wendezügen ist die Zugnummer hilfreich, weil sie die Leistung eindeutig benennt – auch dann, wenn die Lok am Zugschluss lief und du sie nur kurz gesehen hast. Ein Foto des Anschriftenfelds sichert die Zuordnung zusätzlich ab.
Sichtung von Reihe 1142 festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
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Wer dahintersteckt
Konzerne, Marken, Hersteller und Betriebe – wer wem gehört und woran du sie im Feld erkennst.
Wo du die Reihe 1142 siehst
Konkrete Standpunkte mit Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.
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