MGB ABDeh 4/8 (Komet)

ABDeh 4/8 heißt: erste und zweite Klasse, Gepäckabteil, Zahnradantrieb, elektrisch, vier von acht Achsen angetrieben. So liest du die Bezeichnung des Komet.

Auch bekannt als: Komet · ABDeh 4/8 · MGB Zahnrad-Triebzug

SchweizSchweizElektrotriebzüge7 Min. LesezeitAktualisiert: August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • ABDeh 4/8 ist ein vollständiger Steckbrief: erste und zweite Klasse, Gepäckabteil, elektrisch, Zahnradantrieb, vier von acht Achsen angetrieben.
  • Das kleine h verrät die Bergstrecke – es steht für Zahnradantrieb und kommt nur dort vor, wo eine Zahnstange liegt.
  • Das D ist der Unterschied zu Fahrzeugen wie dem ABeh 8/12, dessen Bezeichnung kein Gepäckabteil nennt.
  • Schnellster Erkennungsweg: Zahnstange im Gleis, Meterspur, zweiteilige Einheit, MGB-Anschrift.
  • Fahrpläne und Fahrzeugeinsatz sind saisonabhängig – prüfe vor der Anreise den aktuellen Stand.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist der MGB ABDeh 4/8?
  2. 2.Die Bezeichnung Zeichen für Zeichen
  3. 3.Erkennen im Feld: das Gleis zuerst
  4. 4.Fototipps für Meterspur im Gebirge
  5. 5.Häufige Verwechslungen
  6. 6.Fazit

Steckbrief

FahrzeugartElektrischer Zahnrad-Triebzug für den Meterspur-Bergverkehr
BezeichnungABDeh 4/8 – A = 1. Klasse, B = 2. Klasse, D = Gepäckabteil, e = elektrisch, h = Zahnradantrieb
Bruchzahl4/8 – vier von acht Achsen sind angetrieben
ZugbildungZweiteilige Einheit
BetreiberMatterhorn Gotthard Bahn (MGB)
SpurweiteMeterspur
ÜbernameKomet
UIC-Ländercode85 (Schweiz)

Erkennungsmerkmale

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Hak ab, was auf das Fahrzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Zahnstange in Gleismitte auf den steilen Streckenabschnitten
  • Meterspur – deutlich schmaleres Gleis als bei Normalspurfahrzeugen
  • Zweiteilige Einheit mit insgesamt acht Achsen
  • Bezeichnung ABDeh 4/8 mit Bruchzahl statt dreistelliger Nummernreihe
  • Buchstabenfolge mit D – der Zug führt ein Gepäck- beziehungsweise Mehrzweckabteil
  • MGB-Anschrift und -Farbgebung am Fahrzeug

Aktualisiert: August 2026ABDeh 4/8 ist keine Nummer, die man nachschlagen muss, sondern ein Satz, den man lesen kann: erste und zweite Klasse, Gepäckabteil, elektrisch, Zahnradantrieb, vier von acht Achsen angetrieben. Diese Seite nimmt die Bezeichnung auseinander, zeigt, wie du den Triebzug der Matterhorn Gotthard Bahn im Feld erkennst, und gibt Fototipps für den Meterspur-Bergverkehr.

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Was ist der MGB ABDeh 4/8?

Der MGB ABDeh 4/8 ist ein elektrischer Zahnrad-Triebzug in zweiteiliger Ausführung für den meterspurigen Bergverkehr der Matterhorn Gotthard Bahn. Er führt erste und zweite Wagenklasse sowie ein Gepäck- beziehungsweise Mehrzweckabteil, und vier seiner acht Achsen sind angetrieben. Im Alltag trägt er den Übernamen Komet.

Diese Kombination ist typisch für Schweizer Bergbahnen, die keine reinen Ausflugsbahnen sind, sondern echten Verkehr abwickeln: Sie brauchen Zahnradantrieb für die steilen Abschnitte, gleichzeitig aber Klassen, Gepäckplatz und eine Ausstattung, wie man sie von Reisezügen erwartet. Genau das steht in der Bezeichnung – und genau darum lohnt es sich, das Schweizer System zu lesen statt zu googeln.

Die Bezeichnung Zeichen für Zeichen

A, B und D: der Inhalt

Die Großbuchstaben nennen die mitgeführten Klassen und Abteile. A erste Klasse, B zweite Klasse, D Gepäckabteil. Fehlte das A, hieße das Fahrzeug BDeh; fehlte das D, wäre es ein ABeh.

e und h: die Technik

Kleinbuchstaben beschreiben den Antrieb: e für elektrisch, h für Zahnradantrieb. Beide zusammen heißen: elektrisch angetriebenes Fahrzeug, das auf Zahnstangenabschnitten verkehren kann.

4/8: das Achsverhältnis

Der Zähler nennt die angetriebenen Achsen, der Nenner die Gesamtzahl. Vier von acht heißt: die Hälfte der Achsen arbeitet. Bei Re 4/4 wären dagegen alle vier Achsen angetrieben.

Was fehlt: das R

Ein vorangestelltes R kennzeichnet schnelllaufende Fahrzeuge wie den RABe 501 im Flachland. Bei einem Bergfahrzeug ergibt das keinen Sinn – deshalb steht hier keins.

Bruchzahl gegen Nummernreihe

Ältere und viele Schmalspurfahrzeuge tragen eine Bruchzahl, moderne Normalspur-Triebzüge eine dreistellige Nummernreihe. Römische Ziffern hinter einer Bruchzahl, etwa in Re 4/4 II, bezeichnen aufeinanderfolgende Bauserien derselben Grundbauart.

Wenn du dich systematisch an unbekannte Fahrzeuge herantasten willst, hilft die feste Reihenfolge aus der Anleitung zum Bestimmen von Baureihen. Die international gültige Fahrzeugnummer mit dem Schweizer Ländercode 85 erklärt der Beitrag zur UIC-Nummer und ihrem Aufbau.

Erkennen im Feld: das Gleis zuerst

Bei Bergbahnen ist die schnellste Bestimmung keine Fahrzeugbestimmung. Sieh dir das Gleis an – es sagt dir Spurweite und Antriebsprinzip, bevor der erste Zug kommt.

Beobachtung Was du siehst Was daraus folgt
Gleismitte Zahnstange Zahnradbahn, im Namen steht ein h
Spurweite schmaler als Normalspur Meterspur, typisch für Schweizer Bergbahnen
Fahrzeuglänge zweiteilige Einheit, acht Achsen passt zu einer 4/8-Bezeichnung
Anschrift MGB grenzt die Bahngesellschaft ein
Bezeichnung ABDeh 4/8 eindeutige Zuordnung inklusive Gepäckabteil
Türen und Abteile erkennbarer Mehrzweckbereich bestätigt das D im Namen

Der Weg über das Gleis funktioniert auch dann, wenn du die Bahn nicht kennst. Eine Zahnstange schließt reine Adhäsionsfahrzeuge aus, die Meterspur schließt Normalspurfahrzeuge aus – und was übrig bleibt, ist eine überschaubare Gruppe von Fahrzeugarten. Umgekehrt gilt: Wo keine Zahnstange liegt, wie auf der Berninabahn hinunter nach Tirano, fährt reines Adhäsionsmaterial.

Saison, Fahrplan und Fahrzeugeinsatz ändern sich

Bergbahnen fahren nach saisonal unterschiedlichen Fahrplänen; welche Fahrzeuge dabei eingesetzt werden, hängt zusätzlich von Nachfrage, Wetter und Unterhaltsarbeiten ab. Prüfe vor der Anreise immer den aktuellen Fahrplan der Bahn.

Schmalspur in deiner Sammlung

Gesellschaft, Bezeichnung, Nummer und Foto an einem Ort – so bleibt auch ein einzelner Bergbahn-Ausflug auswertbar.

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Fototipps für Meterspur im Gebirge

Schmalspurfahrzeuge im Gebirge sind fotografisch dankbar – vorausgesetzt, du nutzt das Umfeld, statt es wegzuschneiden. Wie stark das Umfeld tragen kann, zeigt das Landwasserviadukt bei Filisur.

Landschaft mitnehmen

Ein Meterspurzug wirkt vor einer Bergkulisse klein – und genau das ist die Aussage. Ein zu enger Ausschnitt nimmt dem Bild den Maßstab.

Steigung sichtbar machen

Nimm Horizont, Masten oder Gebäude als Referenz mit ins Bild. Ohne Bezugspunkt sieht selbst eine steile Rampe im Foto flach aus.

Kontraste beherrschen

Im Gebirge stehen gleißende Flächen neben tiefen Schatten. Belichte auf die Lichter, hol die Schatten nachträglich hoch – umgekehrt sind ausgefressene Stellen verloren.

Zahnstange als Detail

Ein enges Bild von Zahnstange und Zahnrad erklärt die Technik besser als jede Totale. Fotografiere ausschließlich von öffentlich zugänglichen Standorten.

Der wichtigste Punkt bleibt unabhängig vom Motiv: Gleise, Zahnstange und Betriebsanlagen sind tabu. Dass ein Bergzug langsam fährt, ändert daran nichts – und im Gelände kommen unübersichtliche Sichtverhältnisse und Privatgrundstücke dazu. Die Grundregeln stehen im Beitrag zum Sicherheitsabstand am Gleis.

Ein Gedanke, der bei Schmalspurbahnen viel Zeit spart: Die Strecke bestimmt das Fahrzeug, nicht umgekehrt. Spurweite, Steigung, Bogenradien und das Vorhandensein einer Zahnstange legen fest, was dort überhaupt fahren kann. Wer eine unbekannte Bahn zum ersten Mal besucht, kann deshalb schon vor dem ersten Zug eingrenzen, welche Fahrzeugart ihn erwartet.

Das erklärt auch, warum Schmalspurfahrzeuge sich so selten zwischen Bahnen verschieben lassen. Ein Normalspur-Triebzug kann im Prinzip überall im Netz eingesetzt werden, wo die Zulassung passt. Ein Meterspur-Zahnradfahrzeug ist dagegen auf sein Netz festgelegt: andere Spurweite, andere Zahnstangenbauart, andere Fahrleitung. Die Meterspurbahnen Graubündens fahren deshalb mit völlig anderem Material – etwa auf der Albulabahn bei Bergün. Hinter diesem Netz steht die Rhätische Bahn, deren Fahrzeuge sich ebenso wenig auf eine andere Bahn verschieben lassen. Für Spotter heißt das zweierlei – die Fahrzeuge sind ortsfest und damit planbar, aber man muss zu ihnen fahren. Eine Sichtung, die man verpasst, kommt nicht zufällig an einem anderen Ort wieder vorbei.

Häufige Verwechslungen

Es spricht für den ABDeh 4/8, wenn …

  • im Gleis eine Zahnstange liegt und die Spur schmal ist
  • eine zweiteilige Einheit mit acht Achsen unterwegs ist
  • die Anschrift MGB lautet
  • in der Bezeichnung ein D für das Gepäckabteil steht

Sieh genauer hin, wenn …

  • eine andere Schweizer Zahnradbahn ein ähnlich aufgebautes Fahrzeug führt
  • du das Gleis nicht einsehen kannst
  • Anschriften durch Schnee, Nässe oder Gegenlicht unlesbar sind

Es ist kein ABDeh 4/8, wenn …

  • das D in der Bezeichnung fehlt – dann ist es ein Fahrzeug ohne Gepäckabteil
  • die Bruchzahl ein anderes Achsverhältnis nennt, etwa 8/12
  • im Gleis keine Zahnstange liegt

Die nächsten Verwandten im MGB-Bestand sind der dreiteilige ABeh 8/12 „Orion“ – gleiche Antriebsart, andere Bruchzahl, kein D im Namen – und auf der Lokseite die HGe 4/4. Bei einer anderen Bahn, aber nach derselben Systematik benannt, fährt der Bhe 4/8 am Gornergrat, der nur zweite Klasse führt.

Fazit

Der ABDeh 4/8 ist ein Musterbeispiel dafür, wie viel Information in einer Schweizer Fahrzeugbezeichnung steckt. Fünf Buchstaben und eine Bruchzahl beschreiben Klassen, Gepäckabteil, Energieform, Antriebsprinzip und Achsverhältnis – vollständig und ohne Nachschlagen. Im Feld reicht der Blick ins Gleis für die halbe Bestimmung, die Anschrift liefert den Rest.

Kurzfazit

Zahnstange, Meterspur, zweiteilige Einheit mit acht Achsen, D im Namen: Das ist der ABDeh 4/8 der MGB. Die Bezeichnung ist zählbar und prüfbar – ein Vorteil, den deutsche Baureihennummern nicht bieten.

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Zusammenfassung

  • Der ABDeh 4/8 verbindet Zahnradantrieb mit einem vollwertigen Reisezugangebot inklusive Gepäckabteil – typisch für Bahnen, die Tal- und Bergverkehr in einem Fahrzeug abbilden.
  • Die Schweizer Bezeichnung lässt sich vollständig lesen, ohne nachzuschlagen: Großbuchstaben nennen den Inhalt, Kleinbuchstaben die Technik, die Bruchzahl das Achsverhältnis.
  • Bei Bergbahnen führt der schnellste Weg zur Bestimmung über das Gleis, nicht über das Fahrzeug.
  • Für die Dokumentation zählen Bahngesellschaft, Bezeichnung und Fahrzeugnummer – Übernamen allein reichen nicht.

Häufige Fragen

Was bedeutet ABDeh 4/8?

A steht für erste Wagenklasse, B für zweite, D für ein Gepäck- oder Mehrzweckabteil, das kleine e für elektrischen Antrieb und das kleine h für Zahnradantrieb. Die Bruchzahl 4/8 heißt: vier der insgesamt acht Achsen sind angetrieben.

Warum steht in der Bezeichnung ein D?

Weil das Fahrzeug ein Gepäck- beziehungsweise Mehrzweckabteil mitführt. Bei Bergbahnen ist das praktisch: Ski, Gepäck, Kinderwagen und Transportgüter brauchen Platz, den ein reiner Sitzwagen nicht bietet. Das D ist zugleich der schnellste Namensunterschied zu Fahrzeugen ohne solches Abteil.

Wofür steht das kleine h?

Für Zahnradantrieb. Es ist eines der aussagekräftigsten Zeichen im Schweizer System, weil es sofort verrät, dass auf dem Laufweg eine Zahnstange liegt und damit steile Abschnitte befahren werden. Ohne h wäre es ein reines Adhäsionsfahrzeug.

Wie erkenne ich eine Zahnradbahn im Gelände?

An der Zahnstange zwischen den Schienen. Sie ist im Gleis gut sichtbar und das zuverlässigste Merkmal überhaupt – du siehst sie schon, bevor ein Fahrzeug kommt. Dazu passt bei Schweizer Bergbahnen fast immer die Meterspur, also ein deutlich schmaleres Gleis als bei Normalspurstrecken.

Was ist der Unterschied zwischen ABDeh 4/8 und ABeh 8/12?

Zwei Dinge: Der ABDeh 4/8 führt ein Gepäckabteil, erkennbar am D, der ABeh 8/12 nicht. Und die Bruchzahlen unterscheiden sich – 4 von 8 gegenüber 8 von 12 Achsen. Der ABeh 8/12 ist damit länger und stärker motorisiert.

Was heißt Meterspur?

Der Abstand zwischen den Schienen beträgt einen Meter statt der normalspurigen 1435 Millimeter. Schmalspur erlaubt engere Bogenradien und günstigeren Bau in schwierigem Gelände – deshalb sind viele Schweizer Bergbahnen meterspurig. Für Spotter heißt das: Die Fahrzeuge wirken schmaler und niedriger als Normalspurfahrzeuge.

Wo kann ich den Komet antreffen?

Im Verkehr der Matterhorn Gotthard Bahn. Welche Umläufe konkret mit ABDeh 4/8 gefahren werden, hängt von Saison, Fahrplan, Nachfrage und Unterhalt ab und ändert sich regelmäßig. Prüfe deshalb den aktuellen Fahrplan der Bahn, statt dich auf ältere Angaben zu verlassen.

Wie notiere ich eine Sichtung bei einer Schmalspurbahn?

Mit Bahngesellschaft, Fahrzeugbezeichnung, Fahrzeugnummer, Datum und Ort. Schweizer Fahrzeuge tragen in der UIC-Nummer den Ländercode 85. Gerade bei kleinen Fahrzeugbeständen ist die Nummer wertvoll, weil sich einzelne Einheiten selten wiederholen.

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