Das Wichtigste in Kürze
- Der Abschnitt Bergün–Preda ist der Kern der Albulabahn: über 400 Höhenmeter mit drei Kehrtunneln auf kurzer Distanz.
- Der Bahnlehrpfad macht die Strecke begehbar – du wanderst neben der Linie, statt sie aus der Ferne zu betrachten.
- Bergab planen, nicht bergauf: mit dem Zug nach Preda, dann zu Fuß nach Bergün.
- Der Takt ist der große Vorteil gegenüber den Normalspur-Bergstrecken – du wartest selten lang.
- Im Winter wird die gesperrte Passstraße zur Schlittelbahn, mit ganz eigenen Standpunkten und ganz eigenen Rücksichtsregeln.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Der Spot in Zahlen
- 2.Steckbrief
- 3.Die besten Standpunkte
- 4.Was du hier zu sehen bekommst
- 5.Lohnt sich die Anreise?
- 6.Wie 400 Höhenmeter auf so wenig Luftlinie passen
- 7.Der Takt ist hier der eigentliche Luxus
- 8.Jede Jahreszeit ist eine andere Strecke
- 9.So baust du den Tag auf
- 10.Sicherheit auf dem Lehrpfad
- 11.Fazit
- 12.Häufige Fragen
Empfohlener Standpunkt46.63100, 9.74800 · Bergün/Bravuogn, Graubünden
Auf der Karte öffnenDer Spot in Zahlen
Einschätzung der Redaktion auf einer Skala von 1 bis 5 – gemessen an dem, was du an einem normalen Werktag realistisch erwarten kannst.
Steckbrief
| Offizieller Name | Albulalinie der Rhätischen Bahn, Abschnitt Bergün/Bravuogn – Preda |
|---|---|
| Spot-Typ | Meterspurige Gebirgsstrecke mit begehbarem Bahnlehrpfad |
| Höhengewinn | rund 416 m zwischen Bergün und Preda |
| Kunstbauten | Drei Kehrtunnel, mehrere Albula-Viadukte, Galerien und Stützmauern |
| Spurweite | Meterspur (1000 mm), 11 kV 16,7 Hz Wechselstrom |
| Schutzstatus | Teil des UNESCO-Welterbes der Albula- und Berninalinie |
| Zugang | Bahnlehrpfad Preda – Bergün, ganzjährig öffentlich (Winterführung abweichend) |
| Typische Aufenthaltsdauer | 3–5 Stunden für den Abstieg mit Fotostopps |
Die besten Standpunkte
Alle genannten Punkte liegen auf öffentlich zugänglichem Gelände. Gleise, Rangierbereiche und Betriebsflächen sind tabu – auch wenn der Winkel von dort besser wäre.
Bahnlehrpfad im Kehrtunnelabschnitt
Zwischen Preda und Bergün führt der Weg genau durch die Zone, in der die Strecke in Schleifen Höhe verliert. Du siehst denselben Zug mehrfach auf unterschiedlichen Ebenen und kannst zwischen zwei Sichtungen bequem weitergehen. Informationstafeln erklären unterwegs, was du gerade siehst.
Blick auf die Albula-Viadukte oberhalb von Bergün
Die gemauerten Viadukte über die Albula liegen so übereinander, dass du mehrere Streckenebenen in einem Bild bekommst. Der klassische Blick auf die Streckenführung, für den die Linie berühmt ist – ohne dass du dafür klettern musst.
Bergün mit Bahnhof und Bahnmuseum
Der Ort selbst ist Ausgangspunkt, Rückfalloption und eigenes Ziel. Am Bahnhof sortierst du den Takt, im Bahnmuseum Albula überbrückst du Regen oder ergänzt den Tag um die Technikgeschichte der Strecke.
Preda und die obere Rampe
Am oberen Ende des Abschnitts wird die Landschaft weiter und karger. Von hier startest du den Abstieg, hier kommen im Winter die Schlittler an – und hier bekommst du Züge vor einer Kulisse, die eher an Hochtal als an Alpental erinnert.
Winterstandpunkte entlang der Schlittelbahn
Wenn die Passstraße gesperrt und zur Schlittelbahn präpariert ist, verläuft ein breiter, geräumter Weg in Streckennähe. Das ergibt Winterstandpunkte, die es sonst nirgends gibt – allerdings mit Schlittenverkehr, auf den du achten musst.
Was du hier zu sehen bekommst
Deine Ausbeute an Albulabahn bei Bergün
- Drei Kehrtunnel auf wenigen Kilometern – dieselbe Strecke mehrfach im Blick
- Albula-Viadukte gestaffelt übereinander in der Talflanke
- Bahnlehrpfad mit Tafeln direkt an der Strecke
- Verlässlicher Grundtakt – Wartezeiten bleiben überschaubar
- Meterspur-Güterverkehr, wie es ihn kaum noch gibt
- Schlittelbetrieb im Winter auf der gesperrten Passstraße
- Bahnmuseum Albula als Schlechtwetter-Alternative im Ort
Lohnt sich die Anreise?
Dafür spricht
- Streckenführung und Kunstbauten sind vom Wanderweg aus vollständig einsehbar
- Planbare Taktzeiten – du weißt, wann der nächste Zug kommt
- Ohne Auto machbar: Hinfahrt nach Preda, Abstieg zu Fuß, Rückfahrt ab Bergün
- Ganzjährig nutzbar, mit einem völlig anderen Winterprogramm
- Für Familien geeignet, weil Lehrpfad, Museum und Schlitten zusammenpassen
Dagegen spricht
- Fahrzeugseitig wenig Abwechslung – dasselbe Material den ganzen Tag
- Im Talkessel wird es früh schattig, das Lichtfenster ist kurz
- In der Hochsaison sind Lehrpfad und Schlittelbahn gut besucht
- Der Winterweg ist Schlittelbahn und kein Fotostandort – Rücksicht ist Pflicht
- Die Anreise nach Graubünden ist zeitaufwendig und nicht billig
Aktualisiert: August 2026 – Die meisten Gebirgsstrecken schaut man aus der Ferne an. Die Albulabahn bei Bergün kannst du abwandern. Zwischen Preda und dem Dorf verliert die meterspurige Linie über 400 Höhenmeter, und weil sie das mit Kehrtunneln und gestaffelten Viadukten tut, führt ein Lehrpfad mitten durch die Konstruktion hindurch. Du gehst nicht zu einem Standpunkt – du bewegst dich durch die Streckenlogik.
Diese Seite zeigt dir, wie du den Abschnitt einteilst, welchen Vorteil der Takt gegenüber den großen Normalspur-Rampen hat und was der Winter grundlegend ändert.
Denselben Zug mehrfach erfassen – ohne Durcheinander
Zwischen Kehrtunneln verlierst du schnell den Überblick, welche Ebene du schon hattest. Notiere es sofort, direkt am Weg.
Wie 400 Höhenmeter auf so wenig Luftlinie passen
Die Albulabahn ist eine Adhäsionsbahn – sie fährt ohne Zahnstange, allein über die Reibung zwischen Rad und Schiene. Das begrenzt die mögliche Steigung. Zwischen Bergün und Preda liegt aber ein Höhenunterschied von rund 416 Metern auf einer Luftlinie, die zu Fuß in gut einer Stunde zu schaffen wäre.
Die Lösung der Erbauer war, die Strecke künstlich zu verlängern. Sie legten drei Kehrtunnel an, in denen sich die Linie im Berginneren wendet, und führten sie über gemauerte Viadukte mehrfach über das Tal. Die Trasse liegt dadurch in mehreren Ebenen übereinander in derselben Talflanke.
Für dich bedeutet das etwas, das kaum ein anderer Spot bietet: Ein einzelner Zug bleibt über eine längere Zeit erreichbar. Du fotografierst ihn auf einer Ebene, gehst ein Stück weiter und bekommst ihn – bei passender Wegwahl – noch einmal. Das relativiert den vermeintlich dünnen Takt erheblich.
Der Takt ist hier der eigentliche Luxus
Wer von den Normalspur-Bergstrecken kommt, merkt den Unterschied sofort. An der Gotthard-Nordrampe oder an der Lötschberg-Südrampe wartest du auf einzelne Fahrten und hoffst auf Umleitungsverkehr. Auf der Albulalinie der Rhätischen Bahn fährt ein Grundtakt, weil sie die Hauptverbindung ins Engadin ist – ohne Basistunnel-Alternative, die ihr den Verkehr wegnimmt.
Das macht die Planung völlig anders: Du hängst deine Wanderung an den Fahrplan, statt den Fahrplan zu ignorieren und auf Glück zu setzen. Und du bekommst am selben Tag Regelverkehr der Rhätischen Bahn, Panoramazüge und mit etwas Geduld auch Güterzüge auf Meterspur – eine Kombination, die es in Europa fast nirgends mehr gibt. Wie du die aktuelle Lage vorab prüfst, steht im Guide zu Schweizer Zügen live verfolgen.
Die effizienteste Tourenform
Fahr mit dem Zug hoch nach Preda und geh zu Fuß hinunter. Der Abstieg dauert mit Stopps zwei bis drei Stunden, du hast die Kunstbauten vor dir statt hinter dir, und du kannst an jedem Punkt entscheiden, ob du noch einen Zug abwartest. Wer umgekehrt aufsteigt, kommt oben erschöpft an und hat dieselben Motive im Gegenlicht.
Wie viele Züge bekommst du auf dem Lehrpfad?
Richtwert für den Abschnitt Preda – Bergün. Wetter und Wegwahl verschieben das Ergebnis deutlich.
Jede Jahreszeit ist eine andere Strecke
| Jahreszeit | Zugang zum Abschnitt | Was das Bild ausmacht | Was dagegen spricht |
|---|---|---|---|
| Frühjahr | Lehrpfad oben teils nass oder gesperrt | Restschnee auf den Viadukten, klare Luft | unsichere Wegverhältnisse |
| Sommer | Lehrpfad vollständig begehbar | volle Streckenführung, lange Lichtstunden | am meisten Besucher |
| Herbst | Lehrpfad begehbar, ruhiger | Farben im Tal, tiefstehendes Licht | Lichtfenster wird kurz |
| Winter | Passstraße gesperrt, Schlittelbahn präpariert | Schnee, Räumfahrzeuge, ungewöhnliche Standpunkte | Rücksicht auf Schlittelbetrieb nötig |
| Vorsaison | eingeschränkt, Verhältnisse prüfen | leere Wege, ungestörtes Arbeiten | Betrieb und Wege unzuverlässig |
Der Winter ist dabei der größte Bruch. Wenn die Straße zwischen Preda und Bergün für den Autoverkehr gesperrt und zur Schlittelbahn präpariert wird, entsteht ein breiter, geräumter Weg in Streckennähe – aber eben als Sportanlage. Du bist dort Gast, nicht Fotograf mit Vorrecht.
Sehen, was auf der Albulalinie läuft
Sichtungen anderer Spotter zwischen Chur und Engadin – bevor du dein Ticket nach Preda löst.
So baust du den Tag auf
In Bergün starten
Erst im Ort orientieren: Takt prüfen, Wetterlage einschätzen, gegebenenfalls das Bahnmuseum als Regenplan einplanen.
Mit dem Zug nach Preda
Die Auffahrt ist Teil des Programms – du fährst durch genau die Kehrtunnel, die du gleich von außen fotografierst.
Oben die Weite mitnehmen
Bei Preda ist die Landschaft offen und karg. Nimm dort ein bis zwei Züge mit, bevor du in den Wald absteigst.
Ebenen nacheinander abarbeiten
Auf dem Abstieg gezielt an den Viaduktblicken halten, statt überall kurz stehenzubleiben. Drei gute Stellen schlagen zehn mittelmäßige.
Unten auswerten
Zurück in Bergün Sichtungen sortieren, solange du sie zuordnen kannst. Warum sich das langfristig lohnt, zeigt der Beitrag Spotting-Statistik auswerten.
Erfasst du deine Sichtungen sauber?
- Jede Sichtung mit Uhrzeit und Fahrtrichtung notiert
- Mehrfachsichtungen desselben Zuges als solche markiert
- Fahrzeugnummer notiert, nicht nur die Gattung
- Standpunkt beziehungsweise Ebene vermerkt
- Fotos direkt einer Sichtung zugeordnet
- Besondere Fahrten wie Güter- oder Dienstzüge separat erfasst
- Eintrag noch vor Ort abgeschlossen, nicht abends
Wie du ein Logbuch aufbaust, das auch nach Jahren noch etwas taugt, beschreibt der Beitrag Sichtungslogbuch führen.
Sicherheit auf dem Lehrpfad
Der Bahnlehrpfad ist bewusst so angelegt, dass alle lohnenden Blicke von öffentlichem Grund aus möglich sind. Genau deshalb gibt es keinen Grund, ihn zu verlassen.
Zwei Dinge, die hier regelmäßig schiefgehen
Erstens: Trasse, Tunnelportale, Viadukte und Galerien sind Bahnanlage und dürfen nicht betreten werden. In den Kehrtunneln sind Züge bis kurz vor der Ausfahrt nicht zu hören, und sie kommen aus einer Richtung, die du nicht erwartest. Zweitens: Im Winter ist der geräumte Weg eine Schlittelbahn. Schlitten sind schnell, schwer zu bremsen und weichen nicht aus. Stell dich nie in die Spur, um ein Bild zu machen, und tritt beim Fotografieren an den Rand.
Bergün passt, wenn …
- du Streckenführung und Kunstbauten fotografieren willst
- du planbare Zeiten statt Warterei brauchst
- du mit Familie unterwegs bist oder Lehrpfad und Museum mitnehmen willst
Kombiniere, wenn …
- du das große Einzelmotiv willst – dann vormittags zum Landwasserviadukt
- du mehr Schmalspur suchst – dann weiter über die Berninalinie nach Tirano
- du einen Knoten als Basis brauchst – dann über Basel SBB anreisen
Fahr woanders hin, wenn …
- du Fahrzeugvielfalt sammeln willst – das Material wiederholt sich hier
- du schwere Normalspur-Güterzüge suchst
- du keine zwei bis drei Stunden gehen willst
Fazit
Bergün ist der Ort, an dem eine Bergstrecke aufhört, ein Foto zu sein, und anfängt, ein Bauwerk zu werden, das man begreift. Der Lehrpfad führt dich durch drei Kehrtunnelebenen, die Viadukte liegen sichtbar übereinander, und der Takt sorgt dafür, dass du nicht stundenlang auf den einen Zug wartest. Wer die Technik dahinter noch einmal in Ruhe nachvollziehen will, findet im Dorf mit dem Bahnmuseum Albula die passende Ergänzung.
Die Grenze ist die Fahrzeugseite: Wer Nummern sammeln will, sieht hier den ganzen Tag dasselbe Material. Wer dagegen Strecken versteht und fotografiert, findet zwischen Preda und Bergün einen der lehrreichsten Abschnitte im europäischen Bahnnetz – und im Winter noch einmal eine völlig andere Strecke.
Kurzfazit
Meterspur-Bergstrecke zum Abwandern, mit drei Kehrtunneln, planbarem Takt und einem Lehrpfad, der die Streckenlogik erklärt. Wenig Fahrzeugvielfalt, dafür Streckenmotive, die du sonst nur aus dem Zugfenster siehst.
Zusammenfassung
- Bergün ist die Bergstrecke zum Anfassen: Kehrtunnel, Viadukte und Streckenlogik werden auf einer Wanderung sichtbar.
- Fahrzeugsammler kommen hier nicht auf ihre Kosten, Streckenfotografen dagegen sehr.
- Der planbare Takt macht die Tour berechenbar – ein seltener Luxus im Gebirge.
- Wer im Winter kommt, bekommt eine völlig andere Strecke, muss sich aber dem Schlittelbetrieb unterordnen.
Häufige Fragen
Warum fährt die Albulabahn in Schleifen?
Weil zwischen Bergün und Preda rund 416 Höhenmeter liegen, die Luftlinie dazwischen aber sehr kurz ist. Als Adhäsionsbahn ohne Zahnstange kann die Strecke nur begrenzt steil sein, also muss sie länger werden. Gelöst wurde das mit Kehrtunneln, in denen sich die Bahn im Berg wendet, und mit gestaffelten Viadukten über das Tal. Das Ergebnis: Du siehst denselben Zug innerhalb weniger Minuten mehrfach auf verschiedenen Ebenen.
Was ist der Bahnlehrpfad Albula?
Ein markierter Wanderweg zwischen Preda und Bergün, der der Strecke folgt und an Tafeln erklärt, wie die Linienführung funktioniert. Er ist der eigentliche Grund, warum dieser Abschnitt für Bahnfans so ergiebig ist: Statt einen festen Standpunkt zu besetzen, bewegst du dich zwischen den Ebenen und kommst dabei an praktisch alle Kunstbauten des Abschnitts. Für den Abstieg mit Fotostopps solltest du zwei bis drei Stunden einplanen.
In welche Richtung sollte ich wandern?
Von oben nach unten, also mit dem Zug bis Preda und zu Fuß zurück nach Bergün. Der Abstieg ist deutlich angenehmer, du hast die Kunstbauten im Blick statt im Rücken, und du kannst jederzeit abbrechen, ohne noch bergauf zu müssen. Umgekehrt geht es auch, kostet aber Kraft und bringt fotografisch keinen Vorteil.
Welche Züge fahren hier?
Der Regelverkehr der Rhätischen Bahn zwischen Chur und dem Engadin, dazu Panoramazüge und Güterzüge auf Meterspur. Fahrzeugseitig ist die Vielfalt begrenzt – du siehst über den Tag im Wesentlichen dasselbe Material. Wer Fahrzeuge sammeln will, ist an einem Knotenbahnhof besser aufgehoben; wie du systematisch bestimmst, was du siehst, erklärt der Beitrag Baureihen bestimmen.
Wie oft kommt ein Zug?
Im Grundtakt etwa stündlich, ergänzt um Panorama-, Güter- und Dienstzüge. Das ist im Vergleich zu den Normalspur-Bergstrecken am Gotthard ein echter Vorteil: Du kannst deine Wanderung an den Takt hängen und weißt ungefähr, wann du an welcher Ebene sein musst. In der Hochsaison verdichtet sich das Angebot zusätzlich.
Was passiert hier im Winter?
Die Passstraße zwischen Preda und Bergün wird für den Autoverkehr gesperrt und als Schlittelbahn präpariert – rund sechs Kilometer bergab. Die Bahn übernimmt dabei den Transport nach oben. Für dich heißt das: geräumte, breite Wege in Streckennähe, Schnee auf den Viadukten und ein Motiv, das im Sommer nicht existiert. Es heißt aber auch, dass du dich auf einer Sportanlage bewegst und niemandem im Weg stehen darfst.
Ist der Spot für Familien geeignet?
Ja, ungewöhnlich gut. Der Lehrpfad ist bergab machbar, die Tafeln erklären die Strecke verständlich, im Ort gibt es das Bahnmuseum, und im Winter kommt der Schlitten dazu. Damit ist Bergün einer der wenigen Bahnspots, an dem auch Mitreisende ohne Bahninteresse einen guten Tag haben. Anregungen dazu gibt der Beitrag Trainspotting für Kinder und Familien.
Wie kombiniere ich Bergün mit dem Landwasserviadukt?
Sehr einfach, weil beide an derselben Linie liegen. Eine bewährte Aufteilung ist: vormittags zum Landwasserviadukt bei Filisur für das große Bauwerksmotiv, mittags mit der Bahn nach Preda, nachmittags Abstieg über den Lehrpfad. So bekommst du an einem Tag das bekannteste Einzelmotiv und die Streckenlogik dahinter.
Brauche ich besondere Ausrüstung?
Im Sommer reichen feste Schuhe, Wasser und Wetterschutz. Im Winter kommen wasserdichtes Schuhwerk, warme Handschuhe und Ersatzakkus dazu – Kälte halbiert die Akkulaufzeit schneller, als die meisten erwarten. Kondenswasser beim Wechsel zwischen Kälte und geheiztem Zug ist das zweite Thema; wie du damit umgehst, steht im Beitrag zur Winterfotografie an der Bahn.
Wie komme ich nach Bergün?
Mit der Rhätischen Bahn über Chur oder aus dem Engadin über den Albulatunnel. Von Zürich Hauptbahnhof ist Graubünden gut angebunden, für die letzte Etappe bleibst du dann auf Meterspur. Ein Auto brauchst du nicht und willst du auch nicht – die sinnvolle Tourenform ist hoch mit dem Zug, runter zu Fuß.
Deine Sichtungen an Albulabahn bei Bergün festhalten
Fahrzeug, Ort und Uhrzeit in Sekunden erfasst – und du siehst, was andere hier gerade melden.
Spots in der Nähe
Landwasserviadukt bei Filisur
Ein gekrümmtes Kalksteinviadukt, das in 65 Metern Höhe ohne Vorwarnung in einen Felstunnel führt: Das Landwasserviadukt der Rhätischen Bahn ist das bekannteste Bahnmotiv der Schweiz. Eine offizielle Plattform macht es zu einem der wenigen Alpenmotive, die auch Einsteiger sicher bekommen.
SchmalspurTirano und die Berninabahn
In Tirano stehen zwei Bahnhöfe nebeneinander: der italienische Normalspurbahnhof und der Endpunkt der Schweizer Berninabahn. Dazwischen fährt die Meterspurbahn straßenbündig durch die Stadt – ohne Zahnstange, dafür mit UNESCO-Welterbestatus.
GebirgsstreckeGotthard-Nordrampe bei Wassen
Zwischen Gurtnellen und Göschenen schraubt sich die Gotthard-Bergstrecke mit Kehrtunneln den Hang hinauf und passiert Wassen dabei auf drei Höhen. Seit der Basistunnel offen ist, fahren hier deutlich weniger Züge – die Motive sind dafür unverändert die besten der Schweiz.
KnotenbahnhofZürich Hauptbahnhof
Zürich HB ist der meistfrequentierte Bahnhof der Schweiz und gleichzeitig einer der kompliziertesten: oberirdische Kopfgleise, zwei Tiefbahnhöfe und eine eigene Vorortbahn im Untergeschoss. Wer das Knotenprinzip versteht, sieht hier in zwanzig Minuten mehr als anderswo in zwei Stunden.
Fahrzeuge, die du hier bestimmen kannst
HGe 4/4
Die HGe 4/4 ist eine elektrische Zahnradlokomotive für Schweizer Meterspurbahnen. Diese Seite entschlüsselt die Bezeichnung und zeigt, worauf du im Feld achtest.
BaureiheMGB ABeh 8/12 (Orion)
ABeh 8/12 heißt: erste und zweite Klasse, elektrisch, Zahnradantrieb, acht von zwölf Achsen angetrieben. So liest du die Bezeichnung des Stadler-Triebzugs Orion.
BaureiheMGB ABDeh 4/8 (Komet)
ABDeh 4/8 heißt: erste und zweite Klasse, Gepäckabteil, Zahnradantrieb, elektrisch, vier von acht Achsen angetrieben. So liest du die Bezeichnung des Komet.
BaureiheSBB Xrot Schneeschleuder
Die SBB Xrot ist eine Rotationsschneeschleuder – ein Bahndienstfahrzeug, das nur im Winter richtig auffällt. So liest du das Kürzel und erkennst die Bauform.
Unternehmen, die hier fahren
Rhätische Bahn AG (RhB)
Die Rhätische Bahn ist die bekannteste Schmalspurbahn Europas. Ihr auffälligstes Merkmal ist nicht das Fahrzeug, sondern die Strecke: Kehrtunnel, Viadukte und Galerien.
NahverkehrMatterhorn Gotthard Bahn AG (MGB)
Die Matterhorn Gotthard Bahn AG ist eine meterspurige Alpenbahn. Ihr Betrieb zeigt beispielhaft, wie Fahrzeuge zwischen Reibungs- und Zahnradantrieb wechseln.
NahverkehrZentralbahn AG
Die Zentralbahn AG steht für Bahnverkehr im Herzen der Schweiz. Ihr spannendstes Merkmal für Beobachter ist der gemischte Betrieb: Fahrzeuge, die Adhäsions- und Zahnradabschnitte im selben Lauf bewältigen.
NahverkehrAppenzeller Bahnen AG (AB)
Die Appenzeller Bahnen sind ein regionales Bahnunternehmen im Nordosten der Schweiz. Ihre Fahrzeugbezeichnungen folgen dem Schweizer System aus Buchstaben und Achsbruch.
Wer dahintersteckt
Konzerne, Marken, Hersteller und Betriebe – wer wem gehört und woran du sie im Feld erkennst.
Bahnmuseum Albula
Das Bahnmuseum Albula in Bergün ist ein Sonderfall unter den Museumsbahnen: Es besitzt keine eigene Strecke und führt keine eigenen Züge. Die Attraktion liegt draußen – die meterspurige Albulalinie der Rhätischen Bahn fährt planmäßig direkt am Haus vorbei, UNESCO-Welterbe inklusive.
HerstellerDampflokomotiv- und Maschinenfabrik AG (DLM)
Die Dampflokomotiv- und Maschinenfabrik AG in Winterthur ist einer der wenigen Betriebe weltweit, die nach dem Ende der Dampfära noch fabrikneue Dampflokomotiven abgeliefert haben. Ihr Ansatz ist nicht Nachbau, sondern Weiterentwicklung: Ölfeuerung, geschlossene Führerstände, moderne Steuerung.
KonzernRhätische Bahn (RhB)
Die Rhätische Bahn ist eine der wenigen Bahnen Europas, bei der Netz, Betrieb und Marke in einer Hand liegen. Sie vereint mehrere ursprünglich eigenständige Strecken, fährt auf Meterspur ohne Zahnstange und betreibt zwei völlig verschiedene Stromsysteme im selben Netz.
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- Bahnfotografie im Winter: Schnee, Dampf und kurze Tage nutzen
- Trainspotting mit Kindern: So wird der Bahntag zum Erlebnis
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- SBB-Züge live verfolgen: Zugtracking in der Schweiz




