Das Wichtigste in Kürze
- MÁV ist Netzbetreiber und Dach, nicht der Reisezugbetreiber. Die Personenzüge fahren unter MÁV-START.
- Jedes ältere Fahrzeug hat zwei Namen: die Buchstabenreihe wie V43 und die dreistellige Nummer wie 431.
- Ungarn fährt mit 25 kV 50 Hz – und war eines der ersten Länder, die dieses System großflächig einsetzten.
- Der Güterverkehr gehört seit 2008 nicht mehr zur MÁV, sondern zur österreichischen Rail Cargo Group.
- Das Netz ist ein Stern auf Budapest. Fast jede Fernverbindung führt durch die Hauptstadt.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Geschäftsfelder
- 3.Struktur & Marken
- 4.Geschichte im Zeitraffer
- 5.Woran du das Unternehmen erkennst
- 6.Stärken und Schwächen
- 7.Was MÁV heute noch selbst macht – und was nicht
- 8.V43 oder 431: das doppelte Nummernsystem
- 9.Ein Netz, das nur eine Mitte kennt
- 10.Wo Ungarn für Spotter am meisten hergibt
- 11.Wem der Zug vor dir wirklich gehört
- 12.Drei Fahrzeuggenerationen im selben Fahrplan
- 13.Fazit
- 14.Häufige Fragen
Steckbrief
| Rolle im System | Netzbetreiber und Konzerndach; der Reiseverkehr läuft über die Tochter MÁV-START |
|---|---|
| Eigentümer | Ungarischer Staat |
| Gründung | 1868 als Königlich Ungarische Staatsbahnen |
| Spurweite | 1435 mm Normalspur; einzelne Schmalspur- und Breitspurabschnitte bestehen daneben |
| Stromsystem | 25 kV 50 Hz Wechselstrom – Ungarn war einer der Pioniere dieser Technik |
| Netzform | Sternförmig auf Budapest ausgerichtet, mit schwachen Querverbindungen |
| Güterverkehr | Nicht mehr im Konzern – er gehört heute zur österreichischen Rail Cargo Group |
| Besonderheit | Seit den 2020er Jahren mit dem Busunternehmen Volánbusz in einer Gruppe zusammengefasst |
| Offizielle Website | www.mavcsoport.hu |
Geschäftsfelder
Struktur & Marken
Geschichte im Zeitraffer
Woran du MÁV Magyar Államvasutak erkennst
Gehört der Zug wirklich zu MÁV Magyar Államvasutak?
- Doppelte Bezeichnung am Fahrzeug: die alte Buchstabenreihe wie V43 und die neue dreistellige Nummer wie 431
- V steht für elektrisch (villamos), M für Diesel (motor) – ein System, das viele Altbaufahrzeuge bis heute tragen
- Kastenförmige Altbau-Elloks mit charakteristischer Front prägen bis heute den Regionalverkehr
- Sowjetische Dieselloks mit Spitznamen sind im Rangier- und Bauzugdienst weiter präsent
- Taurus-Lokomotiven in ungarischer Beschriftung fahren die schnellen internationalen Züge
- Kopfbahnhöfe in Budapest – Keleti, Nyugati und Déli bedienen jeweils andere Landesteile
- Ungarische Beschriftung mit lateinischer Schrift; pályaudvar heißt Bahnhof, vágány Gleis
Stärken und Schwächen
Dafür steht das Unternehmen
- Sehr hoher Anteil an Altbaufahrzeugen im Planbetrieb – Motive, die es westlich davon nicht mehr gibt
- Budapest bündelt drei große Kopfbahnhöfe auf engem Raum
- Freier Bahnsteigzugang an fast allen Stationen
- Der Grenzbahnhof zu Österreich zeigt zwei Bahnwelten direkt nebeneinander
- Nummernsystematik ist erlernbar und wird konsequent geführt
Wo es hakt
- Zwei parallele Bezeichnungssysteme führen zu doppelten Einträgen in Sichtungslisten
- Der Güterverkehr gehört nicht mehr zur MÁV – wer ihn dort verbucht, liegt falsch
- Zum Fahrzeugbestand gibt es keine belastbare, aktuelle öffentliche Quelle
- Querverbindungen abseits von Budapest sind schwach bedient, Touren brauchen Umwege
- Bauarbeiten und Schienenersatzverkehr treffen ganze Korridore über Monate
Aktualisiert: August 2026 – In Ungarn wirst du eine Lok finden, die gleichzeitig V43 und 431 heißt. Beides ist richtig, beides steht in Umlauf, und beides gehört zur MÁV Magyar Államvasutak. Wer das nicht weiß, führt dieselbe Maschine zweimal in seiner Liste. Wer es weiß, hat den Zugang zu einem der letzten Länder in der EU, in denen Altbautechnik täglich im Planbetrieb fährt.
Ungarische Fahrzeuge ohne Doppeleinträge sammeln
Nummer, Ort und Zeit direkt am Bahnsteig erfassen – die zweite Bezeichnung trägst du später nach.
Was MÁV heute noch selbst macht – und was nicht
Der Name MÁV steht seit 1868 für die ungarische Staatsbahn, aber das Unternehmen dahinter hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten stark verändert. Zwei Abspaltungen sind für die Zuordnung entscheidend.
Erstens wurde der Personenverkehr 2007 in die Tochter MÁV-START ausgegliedert. Auf Fahrkarten, Zugbeschriftungen und Anzeigen steht deshalb oft START, während Bahnsteige, Signale und Fahrweg zur Muttergesellschaft gehören. Zweitens wurde der Güterverkehr 2008 verkauft und ist heute Teil der Rail Cargo Group der ÖBB. Ein ungarischer Güterzug ist damit in aller Regel kein MÁV-Zug – ein Fehler, der in Sichtungslisten ständig passiert.
V43 oder 431: das doppelte Nummernsystem
Ungarn führt zwei Bezeichnungssysteme nebeneinander, und beide begegnen dir am selben Tag.
| System | Aufbau | Beispiel | Wo du es findest |
|---|---|---|---|
| Alte Reihenbezeichnung | Buchstabe für Antriebsart plus Typnummer | V43, V63, M62 | Fanliteratur, Anschriften an Altbaufahrzeugen |
| Neue Serienbezeichnung | Dreistellige Zahl | 431, 630, 628 | offizielle Unterlagen, moderne Anschriftenfelder |
| UIC-Fahrzeugnummer | Zwölfstellig mit Ländercode | 91 55 … | vollständig im Anschriftenfeld |
| Triebzugbezeichnung | Serie plus Herstellertyp | FLIRT, KISS | Zielanzeigen und Innenraumbeschilderung |
Das Kürzel V steht für villamos, also elektrisch, das M für motor, also Diesel. Wer diese beiden Buchstaben kennt, kann jede alte ungarische Bezeichnung sofort einordnen. Für die dauerhafte Dokumentation gilt trotzdem, was überall gilt: Die vollständige zwölfstellige Nummer aus dem Anschriftenfeld ist die einzige eindeutige Angabe – ihr Aufbau steht im Guide zur UIC-Nummer.
Notiere beide Bezeichnungen
Wenn du eine ungarische Lok siehst, schreib die alte und die neue Bezeichnung auf. Ungarische Foren arbeiten überwiegend mit V43, europäische Datenbanken mit 431. Wer beides hat, findet seine Sichtung später in jeder Quelle wieder – und vermeidet den klassischen Doppeleintrag.
Ein Netz, das nur eine Mitte kennt
Budapest als Ausgangspunkt setzen
Fast jede Hauptstrecke läuft sternförmig auf die Hauptstadt zu. Querverbindungen zwischen den Radialen sind schwach bedient.
Den richtigen Kopfbahnhof wählen
Keleti bedient den internationalen Verkehr, Nyugati den Norden und Osten, Déli den Südwesten. Sie bedienen verschiedene Landesteile, nicht dieselben.
Einen Grenzbahnhof einplanen
Im Westen trifft das ungarische 25-kV-System auf das österreichische 15-kV-Netz – dort werden Mehrsystemfahrzeuge sichtbar.
Bauarbeiten vorher prüfen
Ungarn saniert Korridorstrecken über lange Zeiträume. Ein Abschnitt kann monatelang durch Busse ersetzt sein.
Wie viel von Ungarn siehst du wirklich?
Die Altbautechnik findest du nicht im Fernverkehr, sondern auf den Regionalstrecken.
Wo Ungarn für Spotter am meisten hergibt
Budapest Keleti ist der Einstieg: ein Kopfbahnhof mit internationalen Kursen, InterCity-Verkehr und Vorortzügen auf engem Raum. Weil das Netz sternförmig ist, kommt hier zusammen, was sonst über das ganze Land verteilt wäre.
Der zweite Pflichtpunkt liegt an der Grenze. In Hegyeshalom wird der Übergang ins österreichische Netz greifbar, und der Weg von dort nach Wien Hauptbahnhof ist kurz genug für einen gemeinsamen Tag. Wer weiter Richtung Norden will, findet in Bratislava die dritte Bahnverwaltung derselben Region – drei Länder, drei Systematiken, eine Tagesreise.
Drei Länder an einem Tag dokumentieren
Mit Traintrack bleiben Sichtungen aus Ungarn, Österreich und der Slowakei sauber getrennt und trotzdem gemeinsam auswertbar.
Wem der Zug vor dir wirklich gehört
Es ist die MÁV-Gruppe, wenn …
- ein Reisezug mit Zielanzeige und Zuggattung fährt
- im Anschriftenfeld ein ungarischer Ländercode mit MÁV-Halterkürzel steht
- es um Bahnsteige, Signale oder Fahrwegtechnik geht
Genauer hinsehen, wenn …
- der Zug im Westen Ungarns fährt – dort ist die Raaberbahn zuständig
- eine Lok ohne Wagen unterwegs ist
- ein internationaler Zug mit fremden Wagen verstärkt wird
Es ist nicht MÁV, wenn …
- ein Güterzug fährt – dafür ist Rail Cargo oder ein privates Unternehmen zuständig
- das Fahrzeug einer regionalen Schmalspurbahn gehört
- ein Sonderzug von einem Verein oder Reiseveranstalter gefahren wird
Ungarn hat außerdem eine ausgeprägte Schmalspurtradition. Wald- und Kinderbahnen mit 760 mm Spurweite gehören meist nicht zur MÁV, sondern Forstbetrieben oder Kommunen – auch das ein häufiger Zuordnungsfehler.
Altbaufahrzeuge sind keine Museumsstücke
Was in Ungarn nach Nostalgie aussieht, ist Betriebsfahrzeug im Planeinsatz. Rangierbereiche, Abstellgruppen und Bahnbetriebswerke sind entsprechend aktiv und nicht öffentlich zugänglich. Bleib auf dem Bahnsteig, halte den Sicherheitsabstand zum Gleis ein und fotografiere nicht über Zäune hinweg in Betriebsgelände.
Drei Fahrzeuggenerationen im selben Fahrplan
Ungarn ist für Fotografen deshalb interessant, weil dort drei technische Epochen gleichzeitig fahren. Die erste sind die kastigen Elektrolokomotiven aus heimischer Fertigung, deren Grundbauart aus den 1960er Jahren stammt und die bis heute Regional- und Verstärkerzüge ziehen. Die zweite sind sowjetische Dieselmaschinen, die in Ungarn eigene Spitznamen bekommen haben und im Bau-, Rangier- und Reservedienst weiterlaufen; verwandte Fahrzeuge kennst du als PKP ST44 aus Polen.
Die dritte Generation ist neu und westeuropäisch: Niederflurtriebzüge vom Typ FLIRT und doppelstöckige KISS-Einheiten, dazu Taurus-Lokomotiven für die schnellen internationalen Züge. Diese Fahrzeuge unterscheiden sich technisch kaum von dem, was du in Österreich oder Deutschland siehst – die ÖBB 1116 ist die direkte Verwandte der ungarischen Variante.
Der Reiz liegt im Übergang. Auf einer Vorortstrecke bei Budapest kann innerhalb einer Stunde alle drei Generationen an dir vorbeifahren. Diese Gleichzeitigkeit verschwindet absehbar, und zwar ohne Ankündigung: Altbaufahrzeuge werden abgestellt, nicht verabschiedet.
Fazit
MÁV ist ein Name, der mehr zusammenhält, als er heute noch selbst betreibt. Das Netz gehört ihr, der Reiseverkehr ihrer Tochter, der Güterverkehr längst einem Nachbarn. Wer diese drei Ebenen sauber trennt, ordnet in Ungarn jede Sichtung richtig ein.
Der eigentliche Gewinn liegt aber woanders: Kaum ein EU-Land bietet noch so viel Technik aus mehreren Jahrzehnten im täglichen Einsatz. Wer gezielt danach sucht, arbeitet am besten mit den Methoden aus dem Beitrag zu seltenen Fahrzeugen – Muster erkennen, Umläufe verstehen, Geduld mitbringen.
Kurzfazit
MÁV ist Netz und Konzerndach, MÁV-START fährt die Reisezüge, der Güterverkehr gehört Österreich. Am Fahrzeug gilt: beide Bezeichnungen notieren, V43 und 431 meinen dieselbe Maschine.
Zusammenfassung
- Wer Ungarn spottet, trennt drei Dinge: das Netz bei MÁV, den Reiseverkehr bei MÁV-START und den Güterverkehr bei einem österreichischen Konzern.
- Die doppelte Fahrzeugbezeichnung ist kein Fehler, sondern gelebte Praxis – notiere im Zweifel beide Varianten.
- Der ungarische Fahrzeugpark ist eine der letzten Gelegenheiten in der EU, Altbautechnik im Planbetrieb zu fotografieren.
- Budapest ist Pflicht, aber der Grenzbahnhof im Westen zeigt am deutlichsten, wie zwei Bahnsysteme aufeinandertreffen.
Häufige Fragen
Wofür steht die Abkürzung MÁV?
MÁV steht für Magyar Államvasutak, also Ungarische Staatsbahnen. Der Name reicht bis 1868 zurück und hat Monarchie, zwei Weltkriege, Sozialismus und EU-Beitritt überstanden. Was sich mehrfach geändert hat, ist die Struktur dahinter – heute ist MÁV vor allem Netzbetreiber und Konzerndach.
Was ist der Unterschied zwischen MÁV und MÁV-START?
MÁV betreibt die Infrastruktur und führt den Konzern. MÁV-START ist die 2007 ausgegliederte Tochter, die den Personenverkehr fährt. Auf der Fahrkarte und an den Zügen steht deshalb häufig START, während Signale, Bahnsteige und Betriebsanlagen zur Muttergesellschaft gehören. Das ist dieselbe Trennung, die auch die České dráhy und die slowakische Staatsbahn kennen.
Warum tragen ungarische Loks zwei Nummern?
Weil Ungarn ein altes und ein neues System parallel führt. Historisch hießen Elektrolokomotiven V für villamos und Dieselloks M für motor, jeweils mit Typnummer – etwa V43 oder M62. Mit der Umstellung auf europäische Fahrzeugnummern kamen dreistellige Bezeichnungen dazu, aus V43 wurde 431. Beide Varianten sind im Umlauf, in Fanpublikationen dominiert bis heute die alte.
Fährt MÁV auch Güterzüge?
Nein, nicht mehr. Der Güterverkehr wurde 2008 verkauft und gehört seither zur Rail Cargo Group der ÖBB. Ein Güterzug in Ungarn ist damit kein MÁV-Zug, auch wenn er auf MÁV-Gleisen fährt. Wie du solche Zuordnungen sauber trennst, erklärt der Guide Wer fährt eigentlich?.
Welches Stromsystem hat Ungarn?
25 kV 50 Hz Wechselstrom. Ungarn hat diese Technik bereits in den 1930er Jahren großflächig erprobt, als der Rest Europas noch auf Gleichstrom oder Sonderfrequenzen setzte. Heute ist es der europäische Standard für Neubauten. Für dich heißt das: An der Grenze zu Österreich, wo 15 kV mit 16,7 Hz gilt, findet ein Systemwechsel statt – dort siehst du Mehrsystemloks wie die ÖBB 1116.
Was ist GYSEV?
Die Győr-Sopron-Ebenfurti Vasút, auf Deutsch Raaberbahn, ist eine ungarisch-österreichische Gemeinschaftsbahn im Westen Ungarns. Sie ist keine MÁV-Tochter, sondern ein eigenständiges Unternehmen mit eigenem Netz und eigenen Fahrzeugen. Auf ihren Strecken siehst du eine andere Lackierung und andere Fahrzeugtypen – ein häufiger Stolperstein bei der Zuordnung.
Gibt es in Ungarn Hochgeschwindigkeitsverkehr?
Nein. Ungarn hat keine Schnellfahrstrecke und keine eigene Hochgeschwindigkeitsmarke. Die schnellsten Züge sind lokbespannte InterCity-Verbindungen auf ausgebauten Hauptstrecken sowie internationale Kurse Richtung Wien, München und Prag. Wer Hochgeschwindigkeit sucht, ist bei Trenitalia oder SNCF besser aufgehoben.
Welcher Budapester Bahnhof lohnt sich für Spotter?
Alle drei, aber aus verschiedenen Gründen. Keleti ist der internationale Kopfbahnhof mit der größten Fahrzeugvielfalt. Nyugati bedient den Norden und Osten und hat die eindrucksvollste Halle. Déli ist der kleinste und wird am ehesten für Regionalverkehr genutzt. Wer nur einen Tag hat, nimmt Keleti.
Wie kommt man auf ungarische Bahnsteige?
Frei. Zugangssperren sind unüblich, du kannst die Bahnsteige ohne Fahrkarte betreten. Fotografieren vom Bahnsteig ist verbreitet und wird nicht gesondert genehmigt. Es gilt trotzdem das Hausrecht des Bahnhofsbetreibers – die Grundsätze aus dem Beitrag zum Hausrecht auf Bahnhöfen übertragen sich direkt.
Wo sieht man den Übergang nach Österreich am besten?
In Hegyeshalom. Dort endet das ungarische 25-kV-System, dort wechseln internationale Züge das Fahrzeug oder fahren mit Mehrsystemloks weiter. Der Bahnhof zeigt in wenigen Stunden, was zwei benachbarte Bahnsysteme unterscheidet – und liegt nah genug an Wien, um beides an einem Tag zu verbinden.
Fahrzeuge von MÁV Magyar Államvasutak dokumentieren
Unternehmen, Fahrzeug, Ort und Datum in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
Die operative Ebene in der EVU-Datenbank
Wer die Züge tatsächlich führt, mit Halterkürzel und Erkennungsmerkmalen am Fahrzeug.
ÖBB Rail Cargo Group
Die Rail Cargo Group ist die Güterverkehrssparte des ÖBB-Konzerns. Wer sie erkennen will, muss verstehen, warum ein Staatsbahnkonzern nach Funktionen aufgeteilt ist.
GüterverkehrRail Cargo Austria AG
Rail Cargo Austria AG ist die Güterverkehrsgesellschaft im ÖBB-Konzern. Diese Seite erklärt den Wagenübergang: Warum ein Zug an der Grenze endet und die Ladung trotzdem weiterfährt.
GüterverkehrRail Cargo Carrier – Czech Republic s.r.o.
Rail Cargo Carrier – Czech Republic s.r.o. verbindet englische Namensbausteine mit einem tschechischen Rechtsformkürzel. Genau daran lässt sich viel lernen.
Typische Fahrzeuge
ÖBB 1116 (Taurus)
Die Reihe 1116 ist der Zweisystem-Taurus der ÖBB: 15 kV und 25 kV, 230 km/h, 6.400 kW. So trennst du sie sicher von 1016 und 1216.
BaureiheÖBB 1216 (Taurus III)
Die Reihe 1216 ist der mehrsystemfähige Taurus III – und Halterin des Geschwindigkeitsrekords für Lokomotiven mit 357 km/h aus dem Jahr 2006.
BaureiheCD 380 (Skoda 109E)
Die Reihe 380 ist Tschechiens moderne Mehrsystemlok: 20 Maschinen, 200 km/h und drei Stromsysteme. So ordnest du die Škoda 109E im Feld sicher ein.
BaureihePKP ST44 (M62)
Die ST44 ist Polens Ausgabe der sowjetischen M62 – sechsachsig, laut und unverwechselbar. So liest du das Kürzel, so erkennst du die Lok im Feld.
BaureiheÖBB Railjet (RJ / RJX)
Der Railjet ist kein Triebzug, sondern eine feste Wagengarnitur mit Lok an einem und Steuerwagen am anderen Ende. So erkennst du ihn und trennst RJ von RJX.
Wo du MÁV Magyar Államvasutak antriffst
Spotting-Orte, an denen dir Fahrzeuge dieser Organisation regelmäßig begegnen – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Budapest Keleti
Keleti ist der wichtigste internationale Bahnhof Ungarns und einer der letzten großen Kopfbahnhöfe Europas, in dem Altbaufahrzeuge nicht museal sind, sondern Dienst tun. Wer die Halle richtig liest, bekommt hier Fahrzeuge vor die Linse, die westlich der Grenze längst verschwunden sind.
GrenzbahnhofHegyeshalom
Hegyeshalom ist der Punkt, an dem das österreichische und das ungarische Bahnsystem aufeinandertreffen. Zwei Stromsysteme, wechselnde Traktion und ein hoher Güterverkehrsanteil machen den flachen Grenzbahnhof zu einem der lehrreichsten Spots Mitteleuropas – wenn du Zeit mitbringst.
KnotenbahnhofWien Hauptbahnhof
Wien Hauptbahnhof ist erst seit gut einem Jahrzehnt in Betrieb und hat den österreichischen Fernverkehr komplett neu sortiert. Zwölf Bahnsteiggleise als Durchgangsbahnhof, Züge aus Ungarn, Tschechien, der Slowakei und Italien – und nachts eine Nachtzugdichte, die es sonst kaum noch gibt.
KnotenbahnhofBratislava hlavná stanica
Bratislava liegt so nah an Österreich und Ungarn wie kaum eine andere Hauptstadt an ihren Nachbarn. Der Hauptbahnhof klebt am Hang über der Altstadt, ist sichtbar in die Jahre gekommen – und bietet genau deshalb eine Fahrzeugmischung, die weiter westlich längst verschwunden ist.
Weitere Unternehmen
Österreichische Bundesbahnen (ÖBB)
Die ÖBB sind kein einzelnes Unternehmen, sondern ein Konzern aus Personenverkehr, Rail Cargo Group und Infrastruktur. Wer in Österreich spottet, kommt am vierstelligen Reihenschema nicht vorbei – es sagt dir Antriebsart und Bauart, bevor du das Fahrzeug überhaupt erkannt hast.
StaatsbahnČeské dráhy (ČD)
Tschechien fährt mit zwei Stromsystemen und einer dritten Klasse von Fahrzeugen, die beide beherrschen. Die České dráhy führen ihre Baureihen nach einem Schema, das genau das abbildet – die erste Ziffer sagt dir Antrieb und Fahrdrahtspannung in einem Zug.
StaatsbahnŽelezničná spoločnosť Slovensko (ZSSK)
Die Slowakei hat von der Tschechoslowakei ein Bezeichnungssystem geerbt, das seinesgleichen sucht: Die erste Ziffer der dreistelligen Reihennummer nennt dir Antriebsart und Stromsystem. Und Stromsysteme gibt es hier zwei – die Trennstelle liegt nicht an der Grenze, sondern mitten im Land.
StaatsbahnHŽ Putnički prijevoz
HŽ Putnički prijevoz ist der Personenverkehrsarm der kroatischen Staatsbahn – seit der Aufspaltung eine von drei Schwestergesellschaften neben Güterverkehr und Netz. Die Fahrzeugnummern folgen dabei einer jugoslawischen Logik, die man einmal verstanden haben muss.
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