ÖBB 1116 (Taurus)

Die Reihe 1116 ist der Zweisystem-Taurus der ÖBB: 15 kV und 25 kV, 230 km/h, 6.400 kW. So trennst du sie sicher von 1016 und 1216.

Auch bekannt als: Reihe 1116 · Taurus · Siemens ES 64 U2

ÖsterreichÖsterreichElektrolokomotiven7 Min. LesezeitAktualisiert: August 2026

230 km/h

Höchstgeschwindigkeit

6.400 kW

Dauerleistung

2

Stromsysteme

Das Wichtigste in Kürze

  • Die 1116 ist der Zweisystem-Taurus: 15 kV / 16,7 Hz und 25 kV / 50 Hz, damit grenzüberschreitend einsetzbar.
  • Die Taurus-Familie sortiert sich über Stromsysteme: 1016 einsystemig, 1116 zweisystemig, 1216 mehrsystemig.
  • Silhouette hilft nicht – nur die vierstellige Reihenanschrift trennt die Varianten sicher.
  • Universallok im Wortsinn: vor Fernzügen ebenso zu Hause wie vor Güterzügen.
  • Sonderlackierungen sind Alltag – notiere Nummer und Lackierung, nicht nur die Reihe.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die ÖBB-Reihe 1116?
  2. 2.Stromsysteme: der Schlüssel zur ganzen Taurus-Familie
  3. 3.Die Taurus-Variante schnell bestimmen
  4. 4.Einordnung im Bahnbetrieb
  5. 5.Was an einer Systemgrenze tatsächlich passiert
  6. 6.Spotting und Fotografie
  7. 7.Häufige Verwechslungen
  8. 8.Fazit

Steckbrief

FahrzeugartVierachsige Universal-Elektrolokomotive für Reise- und Güterzüge
SpitznameTaurus
HerstellerbezeichnungSiemens ES 64 U2 (EuroSprinter, 6.400 kW, Universal)
AchsfolgeBo'Bo' (zwei zweiachsige Drehgestelle)
Stromsysteme15 kV / 16,7 Hz und 25 kV / 50 Hz Wechselstrom
Höchstgeschwindigkeit230 km/h
Dauerleistungrund 6.400 kW
BezeichnungssystemÖBB-Reihe 1116 – führende 1 gleich Elektrolokomotive

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?

Hak ab, was auf das Fahrzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Vier Achsen in zwei Drehgestellen, kompakter Lokkasten
  • Keilförmige Taurus-Front mit stark geneigter Frontscheibe
  • Reihenanschrift beginnt mit 1116 – nicht 1016 oder 1216
  • Beim Anfahren die charakteristische aufsteigende Tonfolge des Umrichters
  • Häufig vor internationalen Zügen und regelmäßig in Sonderlackierung

Aktualisiert: August 2026 – Die Reihe 1116 ist die Taurus-Variante, die Österreich mit seinen Nachbarn verbindet: zwei Stromsysteme, 230 km/h, rund 6.400 kW und ein Einsatzspektrum vom Fernzug bis zum schweren Güterzug. Diese Seite zeigt dir, warum die Zahl 1116 mehr über die Lok verrät als jedes Formmerkmal.

Taurus im Grenzverkehr dokumentieren

Gerade an internationalen Achsen wechseln die Fahrzeuge schnell – halte Nummer und Ort direkt in Traintrack fest.

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Was ist die ÖBB-Reihe 1116?

Die Reihe 1116 ist eine vierachsige Universal-Elektrolokomotive der ÖBB aus der Taurus-Familie, herstellerseitig als Siemens ES 64 U2 bezeichnet. Sie ist für 230 km/h zugelassen, leistet rund 6.400 kW und beherrscht zwei Stromsysteme: 15 kV bei 16,7 Hz sowie 25 kV bei 50 Hz.

Genau diese Zweisystemfähigkeit ist ihr Daseinszweck. Sie erlaubt durchgehende Leistungen über Systemgrenzen hinweg, ohne dass an der Grenze eine andere Lok vorgespannt werden muss – ein Zug aus Wien erreicht so Budapest Keleti mit derselben Maschine, die ihn in Österreich übernommen hat. Für ein Transitland wie Österreich ist das kein Komfortmerkmal, sondern betriebliche Notwendigkeit. Jenseits der Systemgrenze fährt dort die MÁV mit eigenem Fahrzeugpark.

Stromsysteme: der Schlüssel zur ganzen Taurus-Familie

Mitteleuropa ist elektrotechnisch kein einheitlicher Raum. Diese Landkarte im Kopf zu haben, erklärt fast jede Beschaffungsentscheidung der ÖBB.

Bahnstromsystem Wo es gilt Welche Taurus-Variante reicht
15 kV / 16,7 Hz Wechselstrom Österreich, Deutschland, Schweiz 1016 genügt
25 kV / 50 Hz Wechselstrom mehrere Nachbarländer im Osten und Süden 1116 nötig
3 kV Gleichstrom unter anderem Italien und Slowenien 1216 nötig
1,5 kV Gleichstrom Teile Westeuropas 1216 nötig

Die einfachste Merkregel

Zweite Ziffer der Reihenzahl als Grad der Systemvielfalt lesen: 1016 einsystemig, 1116 zweisystemig, 1216 mehrsystemig. Damit hast du die gesamte Taurus-Familie in einem Satz sortiert.

Wie weit dieses Prinzip trägt, zeigt die Reihe 541, eine Taurus-Variante für den slowenischen Markt: dieselbe Plattform, andere Anforderungen, andere Nummer.

Die Taurus-Variante schnell bestimmen

Welcher Taurus steht vor dir?

Drei Beobachtungen, eine Einschätzung. Die Reihenanschrift bleibt die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

Reihe 1016 – Einsystem-Taurus

Ausgelegt auf 15 kV / 16,7 Hz. Passt zu Leistungen innerhalb Österreichs und in Netze mit gleichem System.

Wahrscheinlich

Reihe 1116 – Zweisystem-Taurus

Beherrscht zusätzlich 25 kV / 50 Hz. Typisch für durchgehende Leistungen über die entsprechenden Systemgrenzen.

Wahrscheinlich

Reihe 1216 – Taurus III

Mehrsystemfähig, auch unter Gleichstrom. Die Variante für weiträumigen internationalen Verkehr.

Wahrscheinlich

Kein Taurus

Sechs Achsen sprechen gegen die gesamte Taurus-Familie. Hier kommen ältere österreichische Altbaureihen infrage.

Die Einsystemvariante beschreibt die Seite zur Reihe 1016, die mehrsystemfähige Ausbaustufe die Seite zur Reihe 1216.

Wo läuft gerade welcher Taurus?

Live gemeldete Sichtungen helfen dir, gezielt eine bestimmte Maschine oder Lackierung zu finden.

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Einordnung im Bahnbetrieb

Als Universallokomotive ist die 1116 nicht auf eine Zuggattung festgelegt. Das erhöht die Trefferchance, macht aber die Bestimmung der einzelnen Maschine umso wichtiger. Nachts gehören dazu die lokbespannten Züge des Nightjet.

  • Reisezugdienst: hochwertige Fernverkehrsleistungen der ÖBB-Personenverkehr AG ebenso wie Verstärker- und Ersatzzüge.
  • Güterverkehr: schwere Züge über die Hauptachsen, auch grenzüberschreitend. Auf der Nordrampe zum Brenner laufen sie dabei regelmäßig in Doppeltraktion – wie du dort stehst, beschreibt der Spot Brennerbahn bei Gries am Brenner.
  • Internationale Leistungen: hier spielt die Zweisystemfähigkeit ihre eigentliche Stärke aus.

Grenzbahnhöfe wie Hegyeshalom an der Systemgrenze nach Ungarn sind für Spotter besonders ergiebig, weil dort Fahrzeuge mehrerer Länder zusammentreffen und Standzeiten längeres Beobachten erlauben. Wie man solche Standorte auswählt und was betrieblich dort passiert, beschreibt der Guide zum Spotten an Grenzbahnhöfen.

Umläufe sind veränderlich

Welche Relationen mit welchen Reihen gefahren werden, ändert sich mit Vergaben und Fahrplanjahren. Verlass dich nicht auf ältere Umlaufübersichten, sondern prüfe den aktuellen Stand.

Was an einer Systemgrenze tatsächlich passiert

Der Begriff „Systemgrenze“ klingt abstrakt, ist im Betrieb aber sehr konkret – und für Spotter einer der interessantesten Orte überhaupt.

Zwei benachbarte Netze führen unterschiedliche Bahnstromsysteme. Auf österreichischer Seite verantwortet die ÖBB-Infrastruktur diese Netzgrenze. Damit ein Zug durchfahren kann, muss entweder das Fahrzeug beide Systeme beherrschen, oder die Lok wird gewechselt. Beide Varianten kommen vor, und beide sind gut beobachtbar.

Variante eins: Systemwechsel mit mehrsystemfähigem Fahrzeug. Die Lok senkt den Stromabnehmer, durchfährt einen kurzen spannungslosen Abschnitt und schaltet auf das neue System um. Der Zug hält dabei im Regelfall nicht extra an. Für Beobachter am Bahnsteig ist das nur an Details zu erkennen – etwa daran, dass die Innenbeleuchtung in Wagen kurz auf Notversorgung umschaltet.

Variante zwei: Lokwechsel im Grenzbahnhof. Der Zug hält, die eine Lok wird abgekuppelt, eine andere setzt sich davor. Genau das macht Grenzbahnhöfe für Spotter so ergiebig: In wenigen Minuten siehst du Fahrzeuge zweier Bahnen unmittelbar nebeneinander, dazu Rangierbewegungen und ausreichend Standzeit, um Nummern sauber abzulesen.

Für Spotter heißt das konkret: Wer Systemwechsel unter Fahrt beobachten will, braucht Geduld und Ortskenntnis, weil das Ereignis selbst unspektakulär aussieht. Wer dagegen Fahrzeugvielfalt sucht, ist im Grenzbahnhof mit Lokwechsel klar besser aufgehoben. Beide Varianten sind interessant, verlangen aber unterschiedliche Standorte und unterschiedliche Zeitplanung.

Die Reihe 1116 ist genau für Variante eins gebaut. Sie macht Lokwechsel an bestimmten Grenzen überflüssig und verkürzt damit Fahrzeiten. Wo im Netz das heute wie gehandhabt wird, ist allerdings veränderlich: Es hängt an Zulassungen, Personalverfügbarkeit und Fahrplangestaltung und kann sich mit jedem Fahrplanjahr verschieben.

Spotting und Fotografie

  • Anschrift ins Bild bringen. Weil 1016, 1116 und 1216 formgleich wirken, entscheidet die Nummer. Eine Dreiviertelansicht von etwa 30 bis 45 Grad zeigt Front und Seitenwand zugleich.
  • Auf den Ton achten. Die aufsteigende Tonfolge beim Anfahren kündigt eine startende Maschine an – gute Sekunden für die letzte Kontrolle der Einstellungen.
  • Lackierung dokumentieren. Sonderlackierungen existieren oft nur in einem Zeitfenster. Wie du gezielt danach suchst, zeigt der Beitrag zu Werbeloks und Sonderlackierungen.
  • Nummern richtig lesen. Der Aufbau der zwölfstelligen UIC-Nummer inklusive Ländercode ist im Guide zur UIC-Nummer am Fahrzeug erklärt.
  • Sicher stehen. Ausschließlich öffentlich zugängliche Flächen. Gleise, Betriebsanlagen und Abstellgruppen sind gesperrt und lebensgefährlich.

Häufige Verwechslungen

Es spricht für die Reihe 1116, wenn …

  • die Anschrift eindeutig mit 1116 beginnt
  • vier Achsen und die keilförmige Taurus-Front zu sehen sind
  • der Zug über eine Systemgrenze mit 25 kV durchgebunden wird

Sieh genauer hin, wenn …

  • eine Werbelackierung die Anschriften überlagert
  • du die Zahl nicht lesen kannst – alle Taurus-Varianten wirken aus der Ferne gleich
  • neben der Nummer ein anderes Landeskürzel als A steht

Es ist keine 1116, wenn …

  • die Anschrift mit 1016 oder 1216 beginnt
  • du sechs Achsen zählst
  • die erste Ziffer der Reihe eine 2 ist – dann steht eine Diesellokomotive vor dir

Fazit

Die Reihe 1116 zeigt, dass moderne Lokreihen weniger über Form als über Fähigkeiten definiert sind. Äußerlich unterscheidet sie nichts von ihren Schwesterreihen – betrieblich trennt sie die Fähigkeit, unter zwei Stromsystemen zu arbeiten. Wer die Systemkarte Mitteleuropas kennt, hat die gesamte Taurus-Familie verstanden.

Kurzfazit

Vier Achsen, Taurus-Keil, Anschrift 1116: der Zweisystem-Taurus für den Verkehr über Systemgrenzen. Die Reihe erkennst du an der Zahl, die konkrete Maschine an der vollständigen Nummer.

Jede Taurus-Nummer im Griff

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Zusammenfassung

  • Die Reihe 1116 ist das Arbeitspferd des modernen ÖBB-Streckendienstes und speziell für den Verkehr über Systemgrenzen hinweg ausgelegt.
  • Wer die Stromsystemkarte Mitteleuropas kennt, versteht sofort, warum es drei Taurus-Varianten gibt.
  • Für die Bestimmung entscheidet die Reihenanschrift, nicht die Form.
  • Einsatzgebiete und Umläufe ändern sich mit Fahrplanjahren – prüfe den aktuellen Stand vor einer gezielten Tour.

Häufige Fragen

Was ist die ÖBB-Reihe 1116?

Die Reihe 1116 ist eine vierachsige Universal-Elektrolokomotive der ÖBB aus der Taurus-Familie, herstellerseitig Siemens ES 64 U2. Sie ist für 230 km/h ausgelegt, leistet rund 6.400 kW und beherrscht zwei Stromsysteme: 15 kV / 16,7 Hz und 25 kV / 50 Hz. Damit ist sie das Standardfahrzeug für grenzüberschreitende Leistungen.

Was unterscheidet die 1116 von der 1016?

Nur das Stromsystem, nicht die Bauform. Die 1016 ist einsystemig und auf Netze mit 15 kV / 16,7 Hz beschränkt, die 1116 beherrscht zusätzlich 25 kV / 50 Hz. Äußerlich sind beide Reihen praktisch identisch, weshalb die Reihenanschrift am Fahrzeug das einzige verlässliche Merkmal ist.

Und was ist dann die Reihe 1216?

Die 1216 ist die mehrsystemfähige Weiterentwicklung, herstellerseitig ES 64 U4 und in der Szene als Taurus III bekannt. Sie beherrscht neben Wechselstromsystemen auch Gleichstromsysteme und kann damit einen deutlich größeren Teil Europas ohne Lokwechsel befahren.

Warum braucht Österreich Zweisystemloks?

Weil Österreich an Netze mit anderen Bahnstromsystemen grenzt. Im Inland gelten 15 kV bei 16,7 Hz, wie in Deutschland und der Schweiz. Andere Nachbarn fahren mit 25 kV bei 50 Hz, wieder andere mit Gleichstrom. Ohne mehrsystemfähige Fahrzeuge wäre an jeder Systemgrenze ein Lokwechsel nötig – das kostet Zeit und Personal.

Woher stammt der typische Anfahrton der Taurus-Loks?

Aus der Antriebselektronik. Beim Anfahren durchläuft der Umrichter Frequenzstufen, die als aufsteigende Tonfolge hörbar werden. Für Spotter ist das ein nützliches Zusatzmerkmal, weil eine anfahrende Taurus-Lok oft schon zu hören ist, bevor sie in Sicht kommt.

Was bedeutet die 81 in der Fahrzeugnummer?

In der zwölfstelligen UIC-Nummer steht 81 für Österreich. Davor steht der Bauartcode, bei Elektrolokomotiven typischerweise 91. Eine Nummer, die mit 91 81 beginnt, gehört also zu einer österreichischen Ellok – unabhängig davon, in welchem Land du sie gerade siehst.

Wo sind die Chancen auf eine 1116 am größten?

An Bahnhöfen entlang der internationalen Hauptachsen und an Knoten mit hohem Zugaufkommen. Weil die Lok als Universalmaschine läuft, kommt sie sowohl vor Reise- als auch vor Güterzügen vor. Welche Relationen aktuell wie gefahren werden, verschiebt sich allerdings mit jedem Fahrplanwechsel.

Warum lohnt sich das Notieren einzelner Maschinen?

Weil die Taurus-Familie ein beliebter Werbeträger ist und viele Maschinen Sonderlackierungen tragen oder trugen. Eine Sichtung ohne Nummer und Lackierung verliert genau die Information, die sie interessant macht. Datum, Ort, Nummer und Lackierung gehören deshalb in jede Notiz.

Sichtung von ÖBB 1116 (Taurus) festhalten

Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.

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