Das Wichtigste in Kürze
- Straßburg ist der Grenzbahnhof unter Frankreichs Großbahnhöfen – deutscher und französischer Verkehr treffen hier täglich aufeinander.
- Die Glaskuppel gehört auf jede Aufnahmeliste: Der historische Bau von 1883 steht komplett unter einer modernen Glashülle, und der Vorplatz ist frei zugänglich.
- Als Durchgangsbahnhof liefert Straßburg Züge in Fahrt – ein klarer Vorteil gegenüber den Pariser Kopfbahnhöfen.
- Die Stromsysteme unterscheiden sich beiderseits des Rheins. Deshalb siehst du hier überdurchschnittlich viele Mehrsystemfahrzeuge.
- Für ein sauberes Fahrzeugbild musst du raus – die Bahnsteige sind überdacht, das gute Licht liegt an den Zulaufgleisen.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Der Spot in Zahlen
- 2.Steckbrief
- 3.Die besten Standpunkte
- 4.Was du hier zu sehen bekommst
- 5.Lohnt sich die Anreise?
- 6.Warum hier zwei Netze aufeinandertreffen
- 7.Die Glaskuppel: warum sie funktioniert und wo sie nichts bringt
- 8.Was wo läuft
- 9.Der Tagesablauf in Straßburg
- 10.Anreise, Zugang und Grenzsituation
- 11.Für wen sich Straßburg lohnt
- 12.Abstand halten am Durchgangsbahnhof
- 13.Fazit
- 14.Häufige Fragen
Empfohlener Standpunkt48.58500, 7.73400 · Straßburg, Grand Est
Auf der Karte öffnenDer Spot in Zahlen
Einschätzung der Redaktion auf einer Skala von 1 bis 5 – gemessen an dem, was du an einem normalen Werktag realistisch erwarten kannst.
Steckbrief
| Offizieller Name | Gare de Strasbourg-Ville (Strasbourg Gare Centrale) |
|---|---|
| Spot-Typ | Großer Durchgangsbahnhof mit historischem Empfangsgebäude unter einer Glashülle |
| Verkehrsarten | Hochgeschwindigkeitsverkehr, grenzüberschreitender Fernverkehr, Regionalverkehr, Güterdurchfahrten |
| Netzlage | Endpunkt der Schnellfahrstrecke aus Paris, Anbindung an die Rheintalachse und nach Deutschland |
| Besonderheit | Der historische Bau von 1883 steht vollständig unter einer aufgesetzten Glaskuppel |
| Grenzlage | Der Rhein und die deutsche Grenze liegen nur wenige Kilometer östlich |
| Zugang | Halle und Vorplatz frei zugänglich; auf den Bahnsteigen ist ein Fahrschein die sichere Variante |
| Typische Aufenthaltsdauer | 2–4 Stunden, mit Abstecher über den Rhein auch ein ganzer Tag |
Die besten Standpunkte
Alle genannten Punkte liegen auf öffentlich zugänglichem Gelände. Gleise, Rangierbereiche und Betriebsflächen sind tabu – auch wenn der Winkel von dort besser wäre.
Bahnsteigende Nordkopf, Blick Richtung Rheintal
Der ergiebigste Punkt. Von hier siehst du sowohl die Abfahrten Richtung Norden als auch den Verkehr, der Richtung Rhein und deutsche Grenze abzweigt. Weil hier durchgefahren wird, bekommst du Züge in Bewegung statt stehende Garnituren.
Bahnsteigende Südkopf
Die ruhigere Seite mit Blick auf den Zulauf aus Richtung Süden und Basel. Weniger Publikum, mehr Platz zum Arbeiten, und am Nachmittag die bessere Lichtseite. Für systematisches Erfassen der angenehmste Standpunkt.
Vorplatz unter der Glashülle
Der Blick, für den Straßburg bekannt ist: der historische Sandsteinbau von 1883, komplett überwölbt von einer modernen Glaskuppel. Kein Fahrzeugmotiv, aber das Bild, an dem man den Bahnhof sofort erkennt – und komplett frei zugänglich.
Mittlerer Bahnsteigbereich an den Fernverkehrsgleisen
Die praktische Basis, wenn du mehrere Gleise gleichzeitig im Blick behalten willst. Die Anzeige ist von hier gut lesbar, und du kannst zwischen haltenden und durchfahrenden Zügen wechseln, ohne den Standpunkt aufzugeben.
Öffentliche Wege an den Zulaufgleisen
Nördlich und südlich des Bahnhofs verlaufen öffentliche Straßen und Brücken über beziehungsweise entlang der Gleisbündel. Von dort bekommst du Züge im Tageslicht und in voller Länge – die einzige Möglichkeit für ein sauberes Fahrzeugporträt ohne Bahnsteigdach.
Was du hier zu sehen bekommst
Deine Ausbeute an Strasbourg Gare Centrale
- Deutscher und französischer Verkehr täglich am selben Bahnsteig
- Endpunkt der Schnellfahrstrecke aus Paris mit dichter Abfahrtsfolge
- Grenzüberschreitender Regionalverkehr über den Rhein Richtung Ortenau
- Mehrsystemfahrzeuge, weil die Stromsysteme beiderseits der Grenze verschieden sind
- Güterdurchfahrten auf der Rheintalachse in den Randzeiten
- Glaskuppel über dem Altbau als eigenständiges Motiv
Lohnt sich die Anreise?
Dafür spricht
- Zwei Bahnkulturen an einem Bahnhof – eine Kombination, die es in Frankreich sonst nicht gibt
- Durchgangsbahnhof: Züge in Fahrt statt nur stehende Garnituren
- Deutlich mehr Fahrzeugvielfalt als an den Pariser Kopfbahnhöfen
- Der Vorplatz ist frei zugänglich und liefert ein starkes eigenständiges Motiv
- Sehr gut angebunden, Straßenbahn und Bus halten direkt am Bahnhof
Dagegen spricht
- Die Bahnsteige selbst sind überdacht und lichtarm – die Glashülle hilft dort nicht
- Der Güterverkehr läuft überwiegend außerhalb der Tagesrandzeiten
- Deutlich geringere Frequenz als in Paris oder Lyon
- Die Zusammensetzung des grenzüberschreitenden Angebots ändert sich immer wieder
- Ein wirklich gutes Fahrzeugbild gibt es nur außerhalb des Bahnhofs
Aktualisiert: August 2026 – Strasbourg Gare Centrale ist der einzige große französische Bahnhof, an dem du an einem Vormittag zwei Bahnkulturen nebeneinander siehst. Die Schnellfahrstrecke aus Paris endet hier, gleichzeitig laufen Regionalzüge über den Rhein nach Deutschland, und auf der Rheintalachse rollt Güterverkehr durch.
Dazu kommt eine Besonderheit, die es in dieser Form sonst nirgends gibt: Das historische Empfangsgebäude von 1883 steht heute vollständig unter einer aufgesetzten Glashülle – der Altbau als Exponat in seiner eigenen Vitrine, wie man es sonst nur aus Museen wie der Cité du Train in Mulhouse kennt.
Zwei Bahnnetze an einem Tag erfassen
Französische und deutsche Fahrzeuge sauber getrennt dokumentieren – kostenlos mit Traintrack.
Warum hier zwei Netze aufeinandertreffen
Straßburg liegt wenige Kilometer westlich des Rheins, und der Rhein ist an dieser Stelle mehr als eine Landesgrenze: Er trennt zwei Bahnsysteme mit unterschiedlichen Stromsystemen, unterschiedlicher Zugsicherung und unterschiedlichen Betriebsregeln. Alles, was hier grenzüberschreitend fährt, muss deshalb mehrsystemfähig sein – und genau das macht den Fahrzeugpark interessant.
Gleichzeitig ist Straßburg der östliche Endpunkt der Schnellfahrstrecke aus Paris. Der Fernverkehr Richtung Westen ist damit typisch französisch, der Regionalverkehr Richtung Osten typisch deutsch geprägt, und beides steht an denselben Bahnsteigen.
Der Vergleich mit Luxemburg Hauptbahnhof liegt nahe: Auch dort treffen mehrere nationale Systeme aufeinander. Straßburg ist dabei der Bahnhof mit dem klareren Fernverkehrsprofil, Luxemburg der mit den mehr beteiligten Nachbarländern rund um die Staatsbahn CFL.
Die Glaskuppel: warum sie funktioniert und wo sie nichts bringt
Die Überbauung des Altbaus ist das visuelle Markenzeichen des Bahnhofs. Von außen erkennst du eine gewölbte Glasfläche, hinter der der Sandsteinbau steht. Von innen bekommst du einen hellen, hohen Raum mit sehr ungewöhnlichem Streulicht – ein Motiv, für das der Halt allein sich lohnt.
Die Kuppel braucht Weitwinkel, die Bahnsteige nicht
Für den Innenraum brauchst du eine kurze Brennweite, sonst bekommst du den Bau nicht ins Bild – und du solltest auf helle Wolken hinter dem Glas achten, weil die Struktur sonst gegen einen weißen Himmel verschwindet. Auf den Bahnsteigen ist das genaue Gegenteil gefragt: dort zählt Lichtstärke, nicht Bildwinkel.
Wichtig zu wissen: Die Glashülle liegt über dem Empfangsgebäude, nicht über den Bahnsteigen. Die Bahnsteige sind konventionell überdacht und entsprechend lichtarm. Wer die Kuppel als Lichtquelle für Fahrzeugbilder einplant, wird enttäuscht. Wie du dir die tatsächliche Lichtsituation vorher ausrechnest, steht im Beitrag Sonnenstand am Fotospot planen.
Wie viel Grenzverkehr bekommst du wirklich mit?
Richtwert für einen festen Standpunkt am Bahnsteigende. Güterdurchfahrten sind bewusst nicht eingerechnet.
Was wo läuft
| Verkehr | Richtung | Beste Zeit | Was du davon hast |
|---|---|---|---|
| Hochgeschwindigkeitsverkehr | Paris und weiter westwärts | über den Tag, Spitze morgens und abends | dichte Abfahrtsfolge, standardisierter Fahrzeugpark |
| Grenzüberschreitender Regionalverkehr | über den Rhein Richtung Ortenau | Berufsverkehr | Mehrsystemfahrzeuge, deutsche und französische Betreiber im Wechsel |
| Regionalverkehr Elsass | Nord-Süd entlang der Rheinebene | ganztags | die größte Bauartabwechslung im Bahnhof |
| Fernverkehr Richtung Süden | Basel und weiter in die Schweiz | über den Tag verteilt | internationale Leistungen, seltener und daher lohnend |
| Güterdurchfahrten | Rheintalachse | früh morgens und abends | Ganzzüge ohne Halt, kurze Reaktionszeit nötig |
Die Zuordnung ist ein Richtwert. Gerade das grenzüberschreitende Angebot ändert sich mit den Fahrplanperioden – die Anzeigetafel schlägt jede Tabelle, und wie du solche Tafeln systematisch nutzt, steht im Beitrag Bahnhofstafel und Live-Abfahrten.
Sehen, was gerade über den Rhein fährt
Sichtungen anderer Spotter aus Straßburg und der Ortenau auf einen Blick.
Der Tagesablauf in Straßburg
Mit der Kuppel anfangen
Der Vorplatz ist frei zugänglich und in zehn Minuten abgearbeitet. Erledige das Architekturmotiv, bevor du dich auf den Bahnsteig festlegst.
Vormittag am Nordkopf
Dort siehst du Fernabfahrten und abzweigenden Grenzverkehr gleichzeitig – die dichteste Mischung des Tages.
Nachmittag am Südkopf
Lichtwechsel mitnehmen statt dagegen anzuarbeiten. Der Südkopf ist zusätzlich ruhiger und breiter.
Raus an die Zulaufgleise
Zehn bis fünfzehn Minuten Fußweg zu den öffentlichen Wegen entlang der Gleisbündel. Dort bekommst du Tageslicht und volle Zuglänge.
Optional über den Rhein
Mit dem Regionalverkehr auf die deutsche Seite. Anderes Netz, andere Betreiber, andere Fahrzeuge – und der beste Vergleich, den dieser Ort dir bietet.
Anreise, Zugang und Grenzsituation
Straßenbahn und Bus halten direkt am Bahnhof, die Altstadt liegt in Gehweite. Halle und Vorplatz sind in der Regel frei zugänglich; für den Aufenthalt auf den Bahnsteigen ist ein gültiger Fahrschein die sichere Variante. In Frankreich gelten teils andere Regeln für das Fotografieren an Bahnanlagen als in Deutschland, und die Handhabung weicht je Bahnhof ab – plane deshalb immer einen frei zugänglichen Standpunkt ein.
Bist du für den Grenzbahnhof gerüstet?
- Weitwinkel für die Glashülle eingepackt
- Lichtstarkes Zoom für die Bahnsteige dabei
- Grenzüberschreitendes Ticket geprüft, falls du über den Rhein willst
- Fußweg zu den Zulaufgleisen eingeplant
- Aktuelle Fahrplanlage im grenzüberschreitenden Verkehr geprüft
- Akkus geladen, Speicherkarte leer
- Traintrack installiert und eingeloggt
Für wen sich Straßburg lohnt
Straßburg passt, wenn …
- dir Fahrzeugvielfalt wichtiger ist als reine Frequenz
- du grenzüberschreitenden Verkehr und Mehrsystemfahrzeuge dokumentierst
- du Architektur und Bahn in einer Session verbinden willst
Kombiniere weiter, wenn …
Fahr woanders hin, wenn …
- du maximale Zugdichte brauchst – dann Gare du Nord
- du gezielt schweren Güterverkehr suchst – dann Montzen
- du nur eine Stunde Zeit hast
Abstand halten am Durchgangsbahnhof
Durchfahrten sind hier die eigentliche Gefahr
Gleise, Rangier- und Betriebsflächen sind ausnahmslos tabu; alle beschriebenen Standpunkte liegen auf öffentlich zugänglichem Gelände oder auf Bahnsteigen. Weil Straßburg ein Durchgangsbahnhof ist, passieren Züge die Bahnsteige mit erheblicher Geschwindigkeit – der Sog ist deutlich stärker als bei einfahrenden Zügen im Kopfbahnhof. Bleib konsequent hinter der Sicherheitslinie, auch am Bahnsteigende; die Hintergründe stehen im Beitrag zu den Sicherheitsabständen am Gleis. An den Zulaufgleisen außerhalb gilt: nur von öffentlichen Wegen aus, niemals über Zäune oder Böschungen.
Fazit
Straßburg ist der vielseitigste französische Großbahnhof, gerade weil er nicht der größte ist. Zwei Netze, mehrere Verkehrsarten, ein Durchgangsbahnhof statt eines Kopfbahnhofs und ein Architekturmotiv, das es sonst nirgends gibt – das ergibt in Summe mehr als die reine Frequenz eines Pariser Bahnhofs.
Wer Vielfalt statt Masse sucht, sollte Straßburg vor Paris einplanen. Und wer einen ganzen Tag hat, hängt die deutsche Seite des Rheins an – oder im Sommer einen Abstecher zum Chemin de Fer Touristique du Rhin bei Volgelsheim.
Kurzfazit
Zwei Bahnkulturen an einem Durchgangsbahnhof, dazu die überbaute historische Halle als eigenständiges Motiv. Die Frequenz bleibt hinter Paris und Lyon zurück, die Fahrzeugvielfalt liegt klar darüber.
Zusammenfassung
- Kein anderer französischer Großbahnhof bietet dir so viel Fahrzeugabwechslung wie Straßburg, weil hier zwei Netze zusammenkommen.
- Die Architektur ist mehr als Beiwerk: Die aufgesetzte Glashülle ist ein Motiv, für das sich der Halt allein schon lohnt.
- Die Frequenz liegt deutlich unter Paris oder Lyon – dafür ist der Bahnhof übersichtlich und angenehm zu bespielen.
- Wer den Tag verlängern will, fährt über den Rhein und dokumentiert dieselbe Achse auf deutscher Seite.
Häufige Fragen
Was ist das Besondere an der Straßburger Bahnhofshalle?
Das historische Empfangsgebäude aus dem 19. Jahrhundert wurde bei einem Umbau nicht ersetzt, sondern vollständig mit einer gewölbten Glashülle überbaut. Der Sandsteinbau steht dadurch heute in einem lichten Innenraum, den man von außen als Kuppel wahrnimmt. Fotografisch ist das der stärkste Punkt des Bahnhofs – allerdings ein Architektur- und kein Fahrzeugmotiv.
Sieht man in Straßburg deutsche Züge?
Ja. Über den Rhein läuft grenzüberschreitender Regionalverkehr Richtung Ortenau, dazu kommen Fernverkehrsleistungen zwischen Frankreich und Deutschland. Weil sich die Stromsysteme beiderseits der Grenze unterscheiden, sind dort überwiegend Mehrsystemfahrzeuge unterwegs – etwa aus der ICE-Familie wie der Baureihe 406. Welche Leistungen konkret fahren, ändert sich mit den Fahrplanperioden; der Beitrag Fahrplanwechsel ordnet ein, worauf du achten musst.
Welcher Standpunkt lohnt sich am meisten?
Das nördliche Bahnsteigende, weil du von dort sowohl die Fernabfahrten als auch den abzweigenden Verkehr Richtung Rhein siehst. Am Nachmittag ist der Südkopf die bessere Lichtseite. Für ein sauberes Fahrzeugporträt ohne Bahnsteigdach musst du an die öffentlichen Wege an den Zulaufgleisen – etwa zehn bis fünfzehn Minuten Fußweg. Grundsätzliches zur Standortwahl steht im Guide Bahnsteig als Fotostandort.
Wie ist die Zugdichte im Vergleich zu Paris?
Deutlich niedriger. In Gare du Nord steht praktisch immer ein Zug an jedem Gleis, in Straßburg gibt es echte Pausen. Der Ausgleich ist die Vielfalt: Du siehst hier mehr unterschiedliche Fahrzeuge pro Stunde, auch wenn du weniger Züge insgesamt siehst. Für Spotter, die Bauartabwechslung suchen, ist das der bessere Handel.
Gibt es hier Güterverkehr?
Ja, aber überwiegend außerhalb der Tagesrandzeiten. Die Rheintalachse ist ein wichtiger Güterkorridor, und ein Teil davon läuft über die französische Seite. Tagsüber siehst du eher Durchfahrten als Aufenthalte. Wer gezielt Güterverkehr dokumentieren will, plant früh morgens oder abends ein – oder gleich einen Grenzpunkt wie Aachen West. Einen Einstieg gibt der Beitrag Güterzüge live verfolgen.
Darf ich am Bahnhof fotografieren?
Fotografieren für private Zwecke ist an französischen Bahnhöfen üblich, aber in Frankreich gelten teils andere Regeln für das Fotografieren an Bahnanlagen als in Deutschland, und die Handhabung kann je Bahnhof abweichen. Es gilt das Hausrecht des Betreibers. Vorplatz und die Wege an den Zulaufgleisen sind frei zugängliches Gelände. Das Grundprinzip beschreibt der Beitrag zum Hausrecht am Bahnhof.
Lohnt sich ein Abstecher über den Rhein?
Sehr. Auf deutscher Seite beginnt unmittelbar hinter der Grenze ein anderes System mit anderen Fahrzeugen, anderen Betreibern und anderen Regeln. Mit dem grenzüberschreitenden Regionalverkehr bist du in kurzer Zeit drüben. Das macht Straßburg zu einem der wenigen Orte, an denen du verschiedene Eisenbahnverkehrsunternehmen zweier Länder an einem Tag vergleichen kannst.
Wie erreiche ich den Bahnhof vor Ort?
Straßenbahn und Bus halten direkt am Bahnhof, und die Altstadt ist zu Fuß in wenigen Minuten erreichbar. Ein Auto brauchst du nicht. Wer eine längere Tour entlang der Rheinachse plant – von Basel SBB im Süden bis Köln im Norden –, findet Hinweise im Beitrag Interrail für Bahnfans.
Welche Ausrüstung brauche ich?
Auf den Bahnsteigen ein lichtstarkes Standardzoom, weil die Überdachung Licht schluckt. Für die Zulaufgleise außerhalb ein moderates Telezoom bis etwa 200 mm. Für die Glaskuppel ein Weitwinkel – der Innenraum ist hoch, und ohne kurze Brennweite bekommst du den Bau nicht ins Bild. Eine Einordnung nach Brennweiten steht unter welche Brennweite für Zugfotografie.
Ist Straßburg für Einsteiger geeignet?
Gut geeignet. Der Bahnhof ist übersichtlich, die Anzeigetafeln sind klar, es ist nicht überfüllt, und du hast zwischen den Zügen genug Zeit, um dich zu sortieren. Anders als in Gare de Lyon wirst du hier nicht von der Frequenz überrollt. Wie du daraus eine strukturierte Session machst, steht im Guide Spotting-Tour am Bahnhof planen.
Deine Sichtungen an Strasbourg Gare Centrale festhalten
Fahrzeug, Ort und Uhrzeit in Sekunden erfasst – und du siehst, was andere hier gerade melden.
Spots in der Nähe
Paris Gare du Nord
Kein Bahnhof Europas bewegt mehr Menschen. Gare du Nord bündelt Hochgeschwindigkeitsverkehr nach London, Brüssel und Amsterdam, dichten Vorortverkehr und den regionalen Verkehr Richtung Nordfrankreich – und trennt einen Teil davon hinter Grenzkontrolle ab, den du als Spotter nicht erreichst.
GrenzbahnhofBasel SBB
Kein anderer Bahnhof in Europa bündelt drei nationale Bahnsysteme so eng wie Basel. Schweizer Fernverkehr, ein eigener französischer Bahnhofsteil und wenige Tramminuten entfernt ein von der DB betriebener Bahnhof auf Schweizer Boden – dazu die wichtigste Nord-Süd-Güterdrehscheibe der Alpenachse.
KnotenbahnhofLuxemburg Hauptbahnhof
Luxemburg ist der einzige Hauptbahnhof Europas, an dem du ohne Fahrschein auf den Bahnsteig kannst und trotzdem Fahrzeuge aus drei Nachbarländern siehst. Der landesweit kostenlose öffentliche Verkehr macht ihn zum unkompliziertesten Grenzbahnhof des Kontinents.
KnotenbahnhofKöln Hauptbahnhof
Kaum ein Bahnhof in Europa bündelt so viel Verkehr auf so wenig Fläche: Über 1.200 Zugfahrten täglich, elf Bahnsteiggleise und direkt dahinter die Hohenzollernbrücke. Wer Köln Hbf richtig angeht, hat in zwei Stunden mehr im Kasten als anderswo an einem ganzen Tag.
Fahrzeuge, die du hier bestimmen kannst
TGV
Der TGV ist Frankreichs Hochgeschwindigkeitszug: zwei Triebköpfe, ein durchgehender Gliederzug dazwischen. So erkennst du die Bauart und die einzelnen Familien.
BaureiheBaureihe 406 (ICE 3)
Die Baureihe 406 ist der mehrsystemfähige ICE 3. Äußerlich fast identisch mit der 403, technisch für mehrere Stromsysteme ausgerüstet – die Unterschiede stehen auf dem Dach.
BaureiheCorail-Steuerwagen (B5uxh)
Ein Wagen mit Führerstand, aber ohne Motor: Der Corail-Steuerwagen B5uxh macht aus einem lokbespannten Zug einen Wendezug. So erkennst und liest du ihn.
BaureiheBombardier TRAXX
TRAXX ist keine Baureihe, sondern eine Plattform: dieselbe Grundlok in vielen Varianten. So entschlüsselst du die Typenbezeichnungen und erkennst die Familie.
Unternehmen, die hier fahren
SNCF
SNCF steht für die französische Staatsbahn. Wer ihre Fahrzeuge einordnen will, muss ein Bezeichnungssystem verstehen, das die Achsfolge in den Namen schreibt statt einer Baureihennummer.
FernverkehrDB Fernverkehr AG
DB Fernverkehr betreibt die überregionalen Reisezüge der Deutschen Bahn. Zuggattung, Zugbild und Anschriftenfeld führen dich schnell zur richtigen Zuordnung.
GüterverkehrDB Cargo Deutschland AG
DB Cargo ist die Güterverkehrssparte der Deutschen Bahn und die größte Güterbahn Deutschlands. Am Halterkürzel D-DB und der verkehrsroten Lackierung erkennst du sie sofort.
GüterverkehrCaptrain Deutschland GmbH
Captrain Deutschland ist eine Güterbahn, die als Teil einer Markenfamilie auftritt. Genau das macht die Zuordnung im Feld interessant: Marke, Halter und Betreiber fallen oft auseinander.
Wer dahintersteckt
Konzerne, Marken, Hersteller und Betriebe – wer wem gehört und woran du sie im Feld erkennst.
APPEVA Voie Étroite
Die APPEVA hält im Tal der Somme ein Stück Militärfeldbahn des Ersten Weltkriegs in Betrieb. 600 Millimeter Spurweite, offene Wagen, eine Rampe aus dem Tal auf die Hochfläche – und eine der größten Feldbahnsammlungen Frankreichs im Depot von Froissy.
StaatsbahnLuxembourgeoise de Chemins de Fer (CFL)
Die CFL betreibt ein winziges Netz an einer der komplexesten Systemgrenzen Europas: Deutschland, Frankreich und Belgien fahren mit drei verschiedenen Spannungen. Und seit 2020 kostet der Nahverkehr im Land keinen Cent mehr.
MuseumsbahnChemin de Fer Touristique du Rhin
Der Chemin de Fer Touristique du Rhin hält im südlichen Elsass eine Regelspur-Nebenbahn am Leben. Ausgangspunkt ist Volgelsheim bei Neuf-Brisach, gefahren wird mit Dampf und historischen Wagen – getragen von einem Verein, dessen Mitglieder Lok, Werkstatt und Gleis selbst betreuen.
MuseumsbahnCité du Train
Die Cité du Train in Mulhouse ist die zentrale Eisenbahnsammlung Frankreichs. Hier stehen Fahrzeuge, die es nur einmal gibt – von frühen Dampflokomotiven bis zu Rekordmaschinen der Elektrotraktion. Ein Museum mit Sammlung, kein Betrieb mit Fahrplan.
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