Das Wichtigste in Kürze
- Die Biaschina ist das Motiv, nicht Giornico selbst. Die Talstufe zwischen Lavorgo und Giornico liefert die gestaffelten Ebenen.
- Der Verkehr ist ehrlich reduziert: Güter- und Fernverkehr laufen durch den Basistunnel, über den Berg fährt im Wesentlichen ein Reisezug-Grundtakt.
- Die Südlage ist der große Vorteil – du hast hier deutlich mehr nutzbare Lichtstunden als auf der Nordrampe.
- Rechne mit Höhenmetern. Ohne 30 bis 45 Minuten Aufstieg bekommst du das bekannte Motiv nicht.
- Kombiniere mit dem Talboden, wenn du auch Güterverkehr brauchst – im unteren Tessin läuft deutlich mehr.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Der Spot in Zahlen
- 2.Steckbrief
- 3.Die besten Standpunkte
- 4.Was du hier zu sehen bekommst
- 5.Lohnt sich die Anreise?
- 6.Die Biaschina: eine Talstufe, die keine gerade Linie zulässt
- 7.Ehrlich gesagt: der große Verkehr fährt woanders
- 8.Welcher Standpunkt zu welchem Bild führt
- 9.Anreise über die Leventina
- 10.Rücksicht in einem bewohnten Tal
- 11.Fazit
- 12.Häufige Fragen
Empfohlener Standpunkt46.39600, 8.87500 · Giornico, Tessin
Auf der Karte öffnenDer Spot in Zahlen
Einschätzung der Redaktion auf einer Skala von 1 bis 5 – gemessen an dem, was du an einem normalen Werktag realistisch erwarten kannst.
Steckbrief
| Offizieller Name | Gotthard-Bergstrecke, Südrampe im Abschnitt Lavorgo – Giornico – Bodio |
|---|---|
| Spot-Typ | Südalpine Gebirgsstrecke mit Kehrtunneln und gestaffelten Ebenen |
| Landschaft | Untere Leventina, Kastanienwald, Rebterrassen, Granitfels |
| Maximale Steigung | 26 ‰, wie auf der Nordrampe |
| Verkehrsarten | Reiseverkehr über die Bergstrecke, Ausflugszüge, sporadisch umgeleiteter Güterverkehr |
| Stromsystem | 15 kV 16,7 Hz Wechselstrom |
| Zugang | Wanderwege der Leventina, Ortsstraßen und der alte Gotthardweg – alles öffentlich |
| Typische Aufenthaltsdauer | 4–6 Stunden, wenn du zwei Ebenen abarbeiten willst |
Die besten Standpunkte
Alle genannten Punkte liegen auf öffentlich zugänglichem Gelände. Gleise, Rangierbereiche und Betriebsflächen sind tabu – auch wenn der Winkel von dort besser wäre.
Hangweg über der Biaschina Richtung Lavorgo
Das Signaturmotiv der Südrampe. Von den Wegen über der Talstufe siehst du mehrere Streckenebenen gestaffelt übereinander, dazu die hohen Pfeiler des Autobahnviadukts. Ein Zug bleibt hier minutenlang im Bild, weil er die Talstufe in Schleifen erklimmt.
Alter Gotthardweg oberhalb von Giornico
Der historische Saumweg begleitet die Strecke auf halber Höhe. Von hier bekommst du Züge in engen Kurven zwischen Fels und Kastanienbäumen – weniger Panorama, mehr Streckencharakter, und du bist meistens allein.
Rebterrassen am Dorfrand von Giornico
Der bequemste Standpunkt der Südrampe. Kurzer Weg vom Dorf, Blick auf die untere Ebene, dazu Trockenmauern und Reben als Vordergrund. Ideal für den ersten oder letzten Zug des Tages, wenn du keine Höhenmeter mehr willst.
Talboden zwischen Giornico und Bodio
Unten im Tal läuft die Strecke fast eben aus. Der Vorteil: Hier bekommst du Züge in voller Länge seitlich ins Bild, ohne Höhenmeter. Der Nachteil: Der landschaftliche Reiz der Biaschina fehlt komplett.
Kirche San Nicolao und Dorfkern
Kein Bahnmotiv im engeren Sinn, aber der Ort, an dem du eine Regenstunde sinnvoll überbrückst. Romanischer Kirchenbau, Steinbrücken über den Ticino und Grotti – das Tessin, für das die Leute in dieses Tal fahren.
Was du hier zu sehen bekommst
Deine Ausbeute an Gotthard-Südrampe bei Giornico
- Gestaffelte Streckenebenen in der Talstufe der Biaschina
- Zwei Kehrtunnel, in denen sich die Bahn im Berg um sich selbst dreht
- Südalpines Licht mit deutlich längeren nutzbaren Fenstern als auf der Nordseite
- Panorama- und Ausflugszüge in der Sommersaison
- Umgeleiteter Güterverkehr, wenn im Basistunnel gebaut wird
- Kastanienwald und Rebterrassen als Vordergrund statt Oberleitungsmasten
Lohnt sich die Anreise?
Dafür spricht
- Landschaftlich abwechslungsreicher und heller als die Nordrampe
- Mehrere Standpunkte in unterschiedlicher Höhe an einem Tag machbar
- Lange Lichtfenster durch die Südlage
- Wenig Betrieb an den Standpunkten – du stehst selten in einer Gruppe
- Gut kombinierbar mit den Güterknoten weiter südlich im Tal
Dagegen spricht
- Der schwere Transitverkehr fährt seit dem Basistunnel unten durch
- Die besten Blicke kosten 30 bis 45 Minuten Aufstieg
- Autobahn und Kantonsstraße sind im Motiv kaum zu vermeiden
- Im Hochsommer ist der Südhang am Nachmittag sehr heiß
- Anreise mit Bahn und Bus erfordert Fahrplanplanung, das Angebot ist begrenzt
Aktualisiert: August 2026 – Wer nur die Nordseite des Gotthards kennt, unterschätzt, wie unterschiedlich dieselbe Bahnstrecke aussehen kann. Auf der Gotthard-Südrampe bei Giornico liegt kein enges Felsental, sondern die untere Leventina: Kastanienwald, Trockenmauern, Rebterrassen und Licht, das an italienische Sommer erinnert. Mittendrin schraubt sich die Bergstrecke in zwei Kehrtunneln durch die Talstufe der Biaschina.
Diese Seite zeigt dir, welche Standpunkte den Aufstieg wert sind, wann das Licht die Ebenen freigibt und was hier heute realistisch verkehrt.
Deine Tessiner Sichtungen sauber dokumentiert
Ebene, Fahrzeug und Uhrzeit direkt am Hang festhalten – auch ohne Empfang zwischen den Felswänden.
Die Biaschina: eine Talstufe, die keine gerade Linie zulässt
Die untere Leventina ist kein gleichmäßig ansteigendes Tal. Zwischen Giornico und Lavorgo liegt eine Geländestufe, die zu hoch ist, um sie mit vertretbarer Steigung geradeaus zu nehmen. Die Bahnbauer haben deshalb dasselbe Mittel eingesetzt wie auf der Nordseite: Sie haben die Strecke im Berg verlängert. Zwei Kehrtunnel wenden den Zug im Fels, und er kommt jeweils ein Stockwerk höher wieder ans Tageslicht.
Das Ergebnis ist ein Bild, das es an gewöhnlichen Strecken nicht gibt: Mehrere Abschnitte derselben Linie liegen übereinander in derselben Talflanke. Ein Zug bleibt dabei ungewöhnlich lange sichtbar – er verschwindet, taucht wieder auf, und bewegt sich dabei erkennbar nach oben. Daneben trägt die Autobahn A2 auf hohen Pfeilern durch dieselbe Stufe. Wer beide Bauwerke zusammen ins Bild nimmt, erzählt in einer Aufnahme die ganze Geschichte des Gotthardverkehrs.
Ehrlich gesagt: der große Verkehr fährt woanders
Diese Seite verschweigt es nicht, weil du es sonst vor Ort merkst. Seit der Gotthard-Basistunnel in Betrieb ist, führt die schnelle und flache Route unter dem Massiv hindurch. Der Transitgüterverkehr zwischen den Rheinhäfen und Norditalien nimmt diesen Weg, ebenso der schnelle Reiseverkehr Richtung Mailand. Mit dem Ceneri-Basistunnel weiter südlich ist die Flachbahn zusätzlich vollständig geworden. Berg- und Flachstrecke gehören dabei zum selben Netz, das die SBB Infrastruktur betreibt.
Auf der Bergstrecke bleibt ein Grundtakt im Reiseverkehr, überwiegend gefahren von der SOB Südostbahn, dazu saisonale Ausflugszüge. Das ist wenig, gemessen an den 1980er-Jahren – aber es ist planbar. Und in Bauphasen oder bei Störungen im Basistunnel kehrt der schwere Verkehr zurück, dann fahren die Züge von SBB Cargo International und Hupac wieder durch die Kehren.
Der Trick für einen ergiebigen Tag
Schau vor der Anreise nach, ob im Basistunnel gerade gebaut wird. Sperrungen werden im Voraus kommuniziert, und in solchen Phasen ist die Südrampe für ein paar Tage wieder das, was sie jahrzehntelang war. Wie du die Betriebslage im europäischen Verkehr verfolgst, steht im Beitrag Züge in Europa live verfolgen.
Welcher Standpunkt zu welchem Bild führt
| Standpunkt | Zugang | Charakter des Bildes | Aufwand |
|---|---|---|---|
| Hangweg über der Biaschina | markierter Wanderweg | gestaffelte Ebenen, großes Panorama | hoch, 30–45 Min. Aufstieg |
| Alter Gotthardweg | Wanderweg auf halber Höhe | enge Kurven zwischen Fels und Kastanien | mittel |
| Rebterrassen am Dorfrand | kurzer Fußweg ab Giornico | Zug klein, Landschaft groß | gering |
| Talboden Richtung Bodio | Straßen und Feldwege | Zug seitlich in voller Länge | gering |
| Dorfkern mit San Nicolao | Ortswege | kein Bahnmotiv, Schlechtwetter-Alternative | keiner |
Die Reihenfolge in dieser Tabelle ist auch eine sinnvolle Tagesplanung: früh hoch, mittags auf halber Höhe, nachmittags unten. Umgekehrt funktioniert es schlechter, weil du den Aufstieg dann in der größten Hitze machst.
Wie viel Zeit brauchst du für deine Runde?
Enthalten sind 30 Minuten Puffer für Wegsuche, Pausen und den Weg zwischen Dorf und Bahn.
Nord- und Südrampe in einem Logbuch
Halte fest, welchen Zug du auf welcher Ebene erwischt hast – und finde nach ein paar Besuchen dein Muster.
Anreise über die Leventina
Giornico liegt an der alten Talstraße, die parallel zur Autobahn durch die Leventina führt. Mit dem Auto ist der Ort unkompliziert erreichbar, Parkmöglichkeiten gibt es im Dorf. Ohne Auto planst du über die Bergstrecke selbst: Du fährst mit dem Reisezug ins Tal, steigst an einem der bedienten Halte aus und nutzt für die letzte Etappe den regionalen Busverkehr. Welche Halte im aktuellen Fahrplan bedient werden, solltest du vorher prüfen – das Angebot in der Leventina hat sich mit der Inbetriebnahme der Flachbahn mehrfach geändert.
Tal wählen, nicht Ort
Such dir zuerst den Abschnitt aus – Biaschina für die Ebenen, Talboden für lange Züge. Der Ausstiegsbahnhof ergibt sich daraus.
Karten offline laden
Zwischen den Talflanken ist der Empfang unzuverlässig. Wie du dich vorbereitest, steht im Guide zu Offline-Karten beim Spotting.
Früh aufsteigen
Der Weg nach oben in der Morgenkühle, nicht in der Mittagshitze. Der Südhang heizt sich im Sommer stark auf.
Am Nachmittag absteigen
Die Rebterrassen und der Talboden funktionieren im weichen Licht deutlich besser als am Mittag.
Ist deine Tour in die Biaschina durchgeplant?
- Abschnitt und Standpunkte vorher festgelegt
- Rückfahrt und letzte Busverbindung notiert
- Karten und Wanderwege offline gespeichert
- Wasser für mindestens vier Stunden dabei
- Sonnenschutz und Kopfbedeckung eingepackt
- Betriebslage im Basistunnel geprüft
- Schlechtwetter-Alternative im Dorf im Kopf
Rücksicht in einem bewohnten Tal
Die Leventina ist kein Freilichtmuseum, sondern ein Arbeits- und Wohntal. Rebterrassen werden bewirtschaftet, Wiesen gemäht, Wege von Anwohnern genutzt.
Was hier nicht verhandelbar ist
Bahnanlagen, Böschungen, Tunnelportale und Brückenbauwerke sind tabu – auch dann, wenn gerade seit einer halben Stunde kein Zug gefahren ist. Gerade weil der Takt dünn ist, wiegen sich Besucher hier in falscher Sicherheit. Züge auf der Bergstrecke sind im Kastanienwald akustisch kaum vorher wahrnehmbar. Bleib auf öffentlichen Wegen, halte Abstand, und stell dich nie in Gleisnähe, um ein besseres Bild zu bekommen. Die rechtliche Seite ordnet der Beitrag Gleise betreten und die Folgen ein.
Die Südrampe passt, wenn …
- du ein Landschaftsmotiv mit gestaffelten Ebenen suchst
- du einen ganzen Tag Zeit hast
- dir Licht und Landschaft wichtiger sind als Stückzahlen
Kombiniere, wenn …
- du auch Güterverkehr brauchst – dann zusätzlich Bellinzona
- du beide Rampen willst – dann mit Wassen an zwei Tagen
- du Schmalspur mit dazunehmen willst – dann weiter zur Albulabahn bei Bergün
Lass es, wenn …
- du nur wenige Stunden Zeit hast
- Regen oder Hochnebel angesagt sind
- du keine Steigungen gehen willst oder kannst
Fazit
Die Südrampe bei Giornico ist der zugänglichere, freundlichere Teil der Gotthard-Bergstrecke. Sie hat mehr Licht, offenere Blicke und eine Landschaft, die auch dann trägt, wenn eine Stunde lang kein Zug kommt. Genau darauf musst du dich einstellen: Der große Verkehr fährt heute unter dem Berg hindurch, und das wird sich nicht ändern.
Wer das akzeptiert und einen ganzen Tag mitbringt, bekommt Aufnahmen, die kein Flachlandspot liefert. Wer Zahlen im Logbuch will, verlegt den Tag ins Tal – etwa nach Bellinzona, wo die Flachbahn und die Zulaufstrecken zusammenkommen.
Kurzfazit
Landschaftlich die stärkste Seite des Gotthards, verkehrlich die ruhigere. Zwei Standpunkte, ein voller Tag und gutes Licht ergeben hier Bilder, für die man sonst weit fahren muss – Fahrzeugvielfalt musst du dir aber woanders holen.
Zusammenfassung
- Giornico ist der freundlichere Zwilling der Nordrampe: mehr Licht, offenere Landschaft, gleiche Bauingenieurskunst.
- Die Zugdichte am Berg ist bescheiden – wer Stückzahlen will, plant den Tag im Talboden weiter südlich.
- Zwei Standpunkte pro Tag sind realistisch, drei werden zur Hetze.
- Wer den Kastanienwald im Oktober erwischt, bekommt Bilder, die im Hochsommer schlicht nicht existieren.
Häufige Fragen
Was genau ist die Biaschina?
Die Biaschina ist die markante Talstufe der unteren Leventina zwischen Lavorgo und Giornico. Die Bahn überwindet sie mit zwei Kehrtunneln, die den Zug im Berginneren wenden und deutlich höher wieder herausführen. Dadurch liegen mehrere Streckenabschnitte übereinander im selben Blickfeld. Direkt daneben führt die Autobahn A2 auf hohen Pfeilern durch dieselbe Stufe – ein Bauwerksensemble, das für die ganze Gotthardachse steht.
Fährt über die Südrampe noch Güterverkehr?
Nur ausnahmsweise. Der Transitgüterverkehr nutzt seit Eröffnung des Gotthard-Basistunnels den flachen Weg unter dem Massiv. Auf die Bergstrecke kommt er zurück, wenn im Basistunnel gebaut wird oder eine Störung vorliegt. Wer gezielt schwere Züge sucht, plant seinen Tag deshalb besser in Bellinzona – wie du die Lage vorher einschätzt, steht im Guide zu Güterzügen live verfolgen.
Wie viel Aufstieg muss ich einplanen?
Für den klassischen Blick über die gestaffelten Ebenen rechne mit 30 bis 45 Minuten Aufstieg ab Dorfhöhe, je nach gewähltem Standpunkt. Der Weg ist markiert und technisch unproblematisch, aber durchgehend steil. Wer das nicht will, bleibt an den Rebterrassen oder im Talboden – dort bekommst du Züge, nur eben ohne die Staffelung.
Welche Ausrüstung brauche ich an der Südrampe?
Feste Schuhe, Wasser und Sonnenschutz sind Pflicht, weil der Hang nach Süden zeigt und am Nachmittag sehr heiß wird. Fotografisch deckst du mit einem Standardzoom und einem Tele bis etwa 200 mm alles ab: Weitwinkel für die Ebenenstaffelung, Tele für einzelne Züge in den Kurven. Eine Kaufhilfe für das lange Ende gibt der Beitrag zum besten Teleobjektiv für die Eisenbahnfotografie.
Wann ist das Licht in der Biaschina am besten?
Der Hang liegt südlich und wird deutlich länger beschienen als die enge Nordrampe. Praktisch heißt das: brauchbares Licht ab dem späten Vormittag, das beste Seitenlicht auf den oberen Ebenen um die Mittagszeit, und am späten Nachmittag weiches Licht auf den Rebterrassen. Im Hochsommer ist das Fenster lang, im Dezember dagegen kurz – der Talgrund kommt dann kaum aus dem Schatten.
Wie komme ich nach Giornico?
Mit dem Auto über die Kantonsstraße durch die Leventina, mit der Bahn über die Bergstrecke bis zu einem der Halte im Tal und weiter mit dem regionalen Busverkehr. Welche Halte im Grundtakt tatsächlich bedient werden, ändert sich mit dem Fahrplan – prüfe das vor der Abreise. Von Süden kommend ist Biasca der nächste größere Bahnknoten, von Norden über den Berg Erstfeld.
Was unterscheidet Giornico von der Nordrampe bei Wassen?
Der Charakter des Bildes. Wassen ist eng, felsig und dunkel, mit einem Dorf und einer Kirche als Fixpunkt. Die Biaschina ist offener, heller und mediterran geprägt: Kastanien, Reben, Granit. Beide zeigen dasselbe Bauprinzip, aber sie ergeben völlig unterschiedliche Fotos – deshalb lohnt es sich, beide zu fahren.
Welche Fahrzeuge laufen über die Südrampe?
Im Grundtakt vor allem moderne Triebzüge wie der SOB RABe 526 Traverso. Bei Umleitungen kommen Güterzüge mit Mehrsystemloks dazu, etwa der SBB Re 474. Neigezüge wie der RABe 503 siehst du dagegen vor allem unten auf der Basistunnelachse Richtung Italien.
Lohnt sich ein Tagesausflug von Mailand oder Zürich?
Von Zürich und von Milano Centrale ist die Leventina in wenigen Stunden erreichbar – der Weg lohnt aber nur mit einem vollen Tag. Ein Halbtagesausflug reicht wegen Anfahrt, Aufstieg und Wartezeiten nicht, um mehr als eine Handvoll Motive mitzunehmen. Plane lieber eine Übernachtung im Tal und nutze zwei Vormittage.
Sind die Standpunkte frei zugänglich?
Ja, sämtliche hier beschriebenen Punkte liegen auf öffentlichen Wegen, Straßen oder markierten Wanderpfaden. Rebterrassen und Wiesen sind bewirtschaftetes Privateigentum – bleib auf den Wegen, klettere nicht über Trockenmauern und lass Gatter, wie du sie vorfindest. Bahnanlagen, Böschungen und Tunnelportale sind ausnahmslos tabu.
Deine Sichtungen an Gotthard-Südrampe bei Giornico festhalten
Fahrzeug, Ort und Uhrzeit in Sekunden erfasst – und du siehst, was andere hier gerade melden.
Spots in der Nähe
Gotthard-Nordrampe bei Wassen
Zwischen Gurtnellen und Göschenen schraubt sich die Gotthard-Bergstrecke mit Kehrtunneln den Hang hinauf und passiert Wassen dabei auf drei Höhen. Seit der Basistunnel offen ist, fahren hier deutlich weniger Züge – die Motive sind dafür unverändert die besten der Schweiz.
GüterknotenBellinzona
Bellinzona ist der Punkt, an dem sich der gesamte Gotthardverkehr auf der Südseite wieder auffächert: Richtung Locarno, Richtung Ceneri und Lugano, weiter nach Italien. Dazu kommen Werkstättentradition, mediterranes Licht und drei Burgen über den Gleisen.
GüterknotenErstfeld
Über hundert Jahre lang war Erstfeld der Ort, an dem schwere Züge Schublokomotiven bekamen, bevor es an die Gotthard-Nordrampe ging. Seit der Basistunnel unter dem Berg hindurchführt, hat sich der Ort verändert – interessant ist er geblieben, aber aus anderen Gründen.
KnotenbahnhofMilano Centrale
Mailand ist der Bahnhof, an dem sich italienischer Hochgeschwindigkeitsverkehr, Schweizer Alpentransit und dichter Regionalverkehr auf einem Kopfbahnhof stapeln. Die Stahlhallen sind spektakulär, das Licht darunter ist es nicht – und an den Fernverkehrsbahnsteigen stehen Kontrollpunkte.
Fahrzeuge, die du hier bestimmen kannst
SOB RABe 526 (Traverso)
Der SOB RABe 526 „Traverso“ ist ein Triebzug der FLIRT-Familie für längere Laufwege. So erkennst du ihn und unterscheidest ihn von den anderen 526er-Serien.
BaureiheSBB Re 474 (Vectron CH)
Die Re 474 ist eine vierachsige Mehrsystem-Güterzuglok für den Korridor Schweiz–Italien. Diese Seite erklärt Stromsysteme, Bezeichnung und Erkennungsmerkmale.
BaureiheSBB RABe 503 (ETR 610)
Der RABe 503 ist der Mehrsystem-Neigezug der SBB für den Verkehr Richtung Italien. So liest du die Schweizer Bezeichnung und trennst ihn sicher vom ICN.
BaureiheSBB Re 420 (Re 4/4 II)
Die Re 4/4 II ist die Standard-Elektrolok der SBB und heißt heute Re 420. Diese Seite zeigt, wie du sie erkennst und was die beiden Bezeichnungen bedeuten.
BaureiheSBB Re 460 (Lok 2000)
Die Re 460 ist die moderne Fernverkehrslok der SBB: 119 Maschinen, 200 km/h, unverwechselbar gerundete Front. So erkennst du sie und ihre Schwesterbauarten.
Unternehmen, die hier fahren
SOB Südostbahn AG
Die SOB Südostbahn AG betreibt Bahnverkehr in der Ostschweiz. Wer ihr Netz verstehen will, muss wissen, wie Kantonsgrenzen den Schweizer Regionalverkehr strukturieren.
GüterverkehrSBB Cargo International AG
Die SBB Cargo International AG ist eine Schweizer Güterverkehrsgesellschaft. Ihr Namenszusatz legt eine grenzüberschreitende Ausrichtung nahe – typisch für Transitverkehr durch die Alpen.
GüterverkehrHupac SA
Hupac SA ist eine schweizerische Güterverkehrsgesellschaft. Ihr Namenszusatz SA verrät mehr über die Sprachregion der Firmierung als über die Rechtsform – und genau das führt oft in die Irre.
GüterverkehrCrossrail AG
Crossrail AG ist eine Schweizer Güterbahn mit englischem Namen. Wer ihre Züge sehen will, sucht nicht am Tunnelportal, sondern auf den langen Zulaufstrecken davor.
Wer dahintersteckt
Konzerne, Marken, Hersteller und Betriebe – wer wem gehört und woran du sie im Feld erkennst.
Hupac
Hupac organisiert Kombinierten Verkehr durch die Alpen: eigene Wagen, eigene Terminals, eigener Fahrplan. Die Lokomotive davor gehört fast immer einem anderen Unternehmen. Genau deshalb ist ein Hupac-Zug am Wagen zu erkennen und nie an der Zugspitze.
InfrastrukturSBB Infrastruktur
SBB Infrastruktur ist keine eigene Firma, sondern eine Division der SBB mit getrennter Rechnung. Sie unterhält den größten Teil des Schweizer Normalspurnetzes – aber eben nicht alles: BLS, RhB, MGB und SOB haben eigene Gleise, eigene Regeln und eigene Fahrzeuge.
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