Erstfeld

Über hundert Jahre lang war Erstfeld der Ort, an dem schwere Züge Schublokomotiven bekamen, bevor es an die Gotthard-Nordrampe ging. Seit der Basistunnel unter dem Berg hindurchführt, hat sich der Ort verändert – interessant ist er geblieben, aber aus anderen Gründen.

Auch bekannt als: Bahnhof Erstfeld · Erstfeld UR · Depot Erstfeld

SchweizSchweizErstfeld, UriGüterknoten & Rangierbahnhöfe8 Min. Lesezeit

~470 m

Höhe über Meer

2

Wege durch den Berg ab hier

frei

Perron und Wege ohne Ticket

Wellen

Güterverkehr ohne festen Takt

Das Wichtigste in Kürze

  • Erstfeld war der klassische Schublokstandort der Gotthard-Nordrampe – hier bekamen schwere Züge über Jahrzehnte die Verstärkung für den Aufstieg.
  • Seit der Basistunnel offen ist, hat sich der Verkehr verlagert: Der Großteil verschwindet im Berg, die Bergstrecke trägt heute vor allem Regional- und Ausflugsverkehr.
  • Der beste Standpunkt liegt nicht am Bahnhof, sondern auf den öffentlichen Wegen talaufwärts Richtung Amsteg.
  • Plane Wartezeit ein. Güterzüge folgen keinem Takt – wer nur eine Stunde bleibt, kann eine komplette Leerphase erwischen.
  • Depot-, Portal- und Anlagenbereiche sind Betriebsgelände und dürfen unter keinen Umständen betreten werden.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Der Spot in Zahlen
  2. 2.Steckbrief
  3. 3.Die besten Standpunkte
  4. 4.Was du hier zu sehen bekommst
  5. 5.Lohnt sich die Anreise?
  6. 6.Warum ausgerechnet hier der Berg beginnt
  7. 7.Was heute noch fährt, und wann
  8. 8.Der Tagesablauf, der in Erstfeld funktioniert
  9. 9.Fotografie im Talboden: Licht, Autobahn, Brennweite
  10. 10.Bergstrecke statt Basistunnel: der eigentliche Reiz
  11. 11.Sicherheit im Alpenrevier
  12. 12.Fazit
  13. 13.Häufige Fragen

Empfohlener Standpunkt46.81900, 8.65200 · Erstfeld, Uri

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Der Spot in Zahlen

Einschätzung der Redaktion auf einer Skala von 1 bis 5 – gemessen an dem, was du an einem normalen Werktag realistisch erwarten kannst.

Zugdichte3/5 · mittel
Fahrzeugvielfalt3/5 · mittel
Fotoqualität4/5 · hoch
Erreichbarkeit3/5 · mittel
Für Einsteiger2/5 · gering

Steckbrief

Offizieller NameErstfeld, Kanton Uri, an der Gotthardstrecke im Reusstal
Spot-TypBetriebs- und Güterstandort am Nordfuß der Gotthardrampe
Historische RolleDepot- und Schublokstandort für die Nordrampe über mehr als ein Jahrhundert
Heutige RollePortalbereich des Gotthard-Basistunnels, dazu Bergstreckenverkehr und Regionalverkehr
VerkehrsartenGüterverkehr auf der Achse, Bergstreckenzüge, Regionalverkehr, gelegentlich historische Fahrzeuge
ZugangPerron und öffentliche Wege frei zugänglich; Depot, Portalbereich und Anlagen sind Betriebsgelände
Nächster AusweichspotGotthard-Nordrampe bei Wassen, weiter talaufwärts
Typische Aufenthaltsdauer2–4 Stunden, meist als Teil einer Gotthard-Tour

Die besten Standpunkte

Alle genannten Punkte liegen auf öffentlich zugänglichem Gelände. Gleise, Rangierbereiche und Betriebsflächen sind tabu – auch wenn der Winkel von dort besser wäre.

Perron Erstfeld, südliches Ende

Der einfachste Einstieg. Von hier siehst du den Regionalverkehr halten und die durchfahrenden Züge Richtung Berg. Das Perron ist frei zugänglich, ruhig und ein guter Ort, um zuerst den Rhythmus des Tages zu verstehen, bevor du dich weiter ins Tal bewegst.

☀ später Vormittag bis Nachmittag⇢ frei zugänglich, kostenlos

Öffentliche Feldwege talaufwärts Richtung Amsteg

Südlich des Ortes beginnt die Steigung. Von den öffentlichen Wegen entlang der Reuss siehst du Züge vor der Bergkulisse, ohne dass Oberleitungsmasten und Bahnsteigmöblierung im Weg stehen. Der beste Kompromiss aus Erreichbarkeit und Bildqualität.

☀ Vormittag bis früher Nachmittag⇢ frei zugänglich, Fußweg 15–30 Minuten

Öffentliche Straßen im Bereich der Basistunnel-Zufahrt

Nördlich und westlich des Ortes queren öffentliche Straßen den Talboden. Von dort bekommst du einen Eindruck von der Dimension der Zulaufanlagen zum Basistunnel. Die Anlagen selbst sind Betriebsgelände und bleiben tabu – sichtbar ist trotzdem genug.

☀ ganztags, je nach Standpunkt⇢ frei zugänglich, nur öffentliche Straßen und Wege

Umfeld des historischen Depots

Erstfeld war über Generationen Heimat der Lokomotiven, die schwere Züge den Berg hinaufschoben. Ein Teil dieser Geschichte ist bis heute präsent. Von öffentlichen Straßen aus siehst du das Areal von außen; ins Innere kommst du nur an angekündigten Veranstaltungstagen.

☀ Vormittag⇢ von außen frei einsehbar, Gelände nicht betretbar

Hangwege oberhalb des Talbodens

Wanderwege an der östlichen Talflanke geben dir Höhe und damit Übersicht über Bahnlinie, Autobahn und Reuss. Der Aufstieg kostet Zeit und Kondition, liefert dafür Bilder, die auf der Talsohle nicht möglich sind.

☀ Nachmittag⇢ frei zugänglich, teils steiler Aufstieg, festes Schuhwerk nötig

Was du hier zu sehen bekommst

Deine Ausbeute an Erstfeld

Hak ab, was du bereits erwischt hast – die Liste bleibt auf deinem Gerät gespeichert.

  • Schwerer Güterverkehr auf der wichtigsten Alpenachse Europas
  • Zwei Wege durch den Berg: Basistunnel und historische Bergstrecke
  • Bergstreckenverkehr mit eigenem Fahrzeugbild statt Standard-Fernverkehr
  • Depot- und Schublokgeschichte, an vielen Stellen im Ort noch ablesbar
  • Alpine Kulisse direkt neben der Bahnlinie
  • Gelegentliche historische Fahrten an Veranstaltungstagen
  • Winterdienstfahrzeuge in der kalten Jahreszeit

Lohnt sich die Anreise?

Dafür spricht

  • Landschaftlich einer der attraktivsten Betriebsstandorte im Schweizer Netz
  • Freier Zugang zu Perron und öffentlichen Wegen, keine Kosten
  • Deutlich ruhiger als jeder Schweizer Großbahnhof
  • Idealer Ausgangspunkt für eine Tour über die Gotthard-Nordrampe
  • Kulturhistorisch interessant durch die Depot- und Schublokvergangenheit
  • Wenig Publikum, entsprechend entspanntes Arbeiten

Dagegen spricht

  • Deutlich weniger Verkehr als früher – vieles läuft heute unsichtbar durch den Basistunnel
  • Der Güterverkehr kommt unregelmäßig, lange Wartezeiten sind normal
  • Kaum Infrastruktur: wenig Schatten, begrenzte Einkehrmöglichkeiten
  • Zu den besten Standpunkten musst du laufen, teilweise mit Steigung
  • Die parallel verlaufende Autobahn ist im Bild und im Ton allgegenwärtig
  • Im Winter liegt der Talboden lange im Schatten

Aktualisiert: August 2026 – Wer den Namen Erstfeld kennt, kennt ihn meist wegen der Schublokomotiven. Über mehr als ein Jahrhundert war dieser Ort im Reusstal die Stelle, an der schwere Züge die Verstärkung für den Aufstieg an die Gotthard-Nordrampe bekamen. Dann wurde ein Tunnel gebaut, der den Berg nicht überwindet, sondern unterquert – und Erstfeld wurde zum Portalbereich des längsten Eisenbahntunnels der Welt.

Diese Seite beschreibt ehrlich, was hier heute noch fährt, wo du dafür stehst und warum du Geduld einpacken solltest.

Halt fest, was am Nordportal wirklich fährt

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Warum ausgerechnet hier der Berg beginnt

Das Reusstal steigt von Norden her sanft an, bis es bei Erstfeld auf das Gotthardmassiv trifft. Was danach kommt, ist die klassische Rampe: enge Kurven, Kehrtunnel, starke Steigung. Für die Bahn bedeutete das über Jahrzehnte, dass Züge hier neu formiert und verstärkt werden mussten – daher Depot, Personal und Schublokomotiven.

Seit der Basistunnel offen ist, hat sich diese Logik verschoben. Der Großteil des schweren Verkehrs braucht keine Verstärkung mehr, weil er den Berg gar nicht mehr überwindet. Für dich als Spotter ist das die zentrale Information: Ein großer Teil des Gotthardverkehrs ist an dieser Stelle unsichtbar geworden.

2Wege durch den Berg ab Erstfeld
~470 mHöhe über Meer, bevor die Rampe beginnt
15–30 Min.Fußweg zu den besten Standpunkten
0 CHFfür alle beschriebenen Punkte

Was übrig bleibt, ist trotzdem sehenswert: Verkehr im Talboden vor dem Portal, der Bergstreckenverkehr, Regionalverkehr im Takt – und eine Landschaft, die an keinem Schweizer Großbahnhof zu haben ist.

Was heute noch fährt, und wann

Jahreszeit Was du siehst Licht im Tal Einschränkungen
Frühling (April–Juni) Güterverkehr, Bergstreckenzüge, erste Ausflugsverkehre zunehmend gut Restschnee auf den Hangwegen
Sommer (Juli–August) volle Bandbreite, dazu Ausflugs- und Sonderverkehre ganztags brauchbar wenig Schatten, heiß im Talboden
Herbst (September–Oktober) Güterverkehr auf Jahreshöchststand, klare Luft sehr gut, tiefstehend früher Sonnenuntergang
Winter (November–März) reduzierter Verkehr, dafür Winterdienstfahrzeuge Talboden lange im Schatten Kälte, Wege teils nicht geräumt
Veranstaltungstage historische Fahrzeuge, Sonderfahrten je nach Termin viele Besucher, Standplätze knapp

Der Herbst ist die unterschätzte Jahreszeit an diesem Ort: klare Luft, gutes tiefes Licht, und der Güterverkehr, darunter die Containerzüge von Hupac, läuft vor den Feiertagen auf hohem Niveau. Zu den historischen Fahrzeugen, die an Veranstaltungstagen unterwegs sind, findest du Hintergründe im Museumsbahn-Guide.

Der Tagesablauf, der in Erstfeld funktioniert

Am Perron anfangen

Die ersten dreißig Minuten am südlichen Perronende. Du siehst, welcher Verkehr aktuell läuft, und bekommst ein Gefühl für den Rhythmus, bevor du dich vom Bahnhof entfernst.

Ins Tal hinauslaufen

Danach auf die öffentlichen Wege talaufwärts. Hier stehen die Züge frei in der Landschaft, ohne Bahnsteigmöblierung und ohne Oberleitungswald im Vordergrund.

Wartezeit produktiv nutzen

Leerphasen sind hier keine Ausnahme, sondern der Normalfall. Nutze sie für Erfassung, Bildkontrolle und die Suche nach dem nächsten Standpunkt.

Höhe gewinnen, wenn Zeit bleibt

Ein Hangweg gibt dir Übersicht über Bahn, Reuss und Tal. Der Aufstieg lohnt sich aber nur, wenn du danach noch mindestens eine Stunde bleiben kannst.

Talaufwärts weiterfahren

Erstfeld allein füllt selten einen ganzen Tag. Der logische Anschluss ist die Fahrt Richtung Berg oder gleich durch auf die Südseite.

Wie lange wartest du in Erstfeld auf den nächsten Zug?

Der Verkehr folgt hier keinem Takt. Der Rechner gibt dir einen Erwartungswert statt einer Garantie.

Der Wert beschreibt die durchschnittliche Lücke, nicht die maximale. Einzelne Leerphasen können deutlich länger ausfallen.

Fotografie im Talboden: Licht, Autobahn, Brennweite

Erstfeld liegt zwischen zwei steilen Talflanken, und die bestimmen den Tag. Im Sommerhalbjahr steht die Sonne hoch genug, um die Gleise über viele Stunden auszuleuchten. Im Winter erreicht sie den Talboden nur kurz – dafür bekommst du dann Schnee, klare Luft und ein Licht, das im Sommer nie entsteht.

Das zweite Thema ist die Autobahn. Sie verläuft parallel zur Bahnlinie und ist an fast jedem Standpunkt entweder im Bild oder im Ton. Wer das nicht mag, muss Höhe gewinnen oder mit engeren Bildausschnitten arbeiten.

Was in Erstfeld wirklich hilft

Ein Telebereich ab etwa 100 mm, damit du die Autobahn aus dem Bild halten und Züge vor der Bergflanke freistellen kannst. Dazu feste Schuhe – die guten Standpunkte liegen auf Feld- und Wanderwegen, nicht auf Asphalt. Welche Reichweite in der Praxis reicht, ordnet der Beitrag zum Teleobjektiv in der Eisenbahnfotografie ein. Und weil du hier viel läufst und wartest: Der Rest der sinnvollen Packliste steht in der Ausrüstungsübersicht für Trainspotter.

Wissen, ob sich die Fahrt ins Reusstal lohnt

Live-Sichtungen anderer Spotter auf der Gotthardachse – bevor du dich auf lange Wartezeiten einlässt.

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Bergstrecke statt Basistunnel: der eigentliche Reiz

Die Verlagerung des schweren Verkehrs in den Tunnel hat der alten Strecke paradoxerweise gutgetan – zumindest aus Sicht eines Spotters. Auf der Bergstrecke fährt heute ein Verkehr, der sich vom Standard-Fernverkehr des Schweizer Netzes deutlich unterscheidet: eigene Fahrzeuge, eigenes Erscheinungsbild, eigene Fahrplanlogik, ausgerichtet auf Reisende, die die Landschaft sehen wollen.

Damit ist Erstfeld ein Ort mit zwei Gesichtern. Im Talboden siehst du die moderne Achse mit ihrem schweren Güterverkehr, den zu großen Teilen SBB Cargo International fährt, talaufwärts beginnt eine Strecke, die inzwischen fast ein Denkmal ihrer selbst ist. Wer beides an einem Tag sehen will, kombiniert Erstfeld mit der Nordrampe bei Wassen.

Sicherheits- und Wettercheck fürs Reusstal

Erstfeld ist kein Stadtbahnhof. Hak ab, was erledigt ist, bevor du losfährst.

  • Festes Schuhwerk für Feld- und Hangwege eingepackt
  • Wetterbericht für das Reusstal geprüft, nicht nur für die Abfahrtsstadt
  • Verpflegung und Wasser dabei, Infrastruktur ist begrenzt
  • Rückfahrverbindung konkret notiert
  • Telebereich ab etwa 100 mm im Gepäck
  • Traintrack App installiert und eingeloggt
  • Mindestens zwei Stunden Aufenthalt eingeplant

Erstfeld passt, wenn …

  • du Landschaft und Güterverkehr verbinden willst
  • du Geduld mitbringst und Wartezeiten nicht als verlorene Zeit siehst
  • dich die Geschichte der Gotthardbahn interessiert
  • du eine Tour talaufwärts planst und einen ersten Halt suchst

Kombiniere weiter, wenn …

Fahr woanders hin, wenn …

  • du hohe Zugdichte brauchst – dann Zürich HB oder Bern
  • du bei schlechtem Wetter überdacht stehen willst
  • du nur eine Stunde Zeit hast

Sicherheit im Alpenrevier

Erstfeld verlangt mehr Aufmerksamkeit als ein Stadtbahnhof, und zwar in zwei Richtungen: gegenüber der Bahn und gegenüber dem Gelände.

Zwei Regeln, die hier nicht verhandelbar sind

Erstens: Betriebsgelände ist tabu. Das Depotareal, die Zulaufanlagen zum Basistunnel, der gesamte Portalbereich und alle Gleise abseits der Perrons dürfen unter keinen Umständen betreten werden – auch dort nicht, wo kein Zaun steht. Tunnelportale sind besonders gefährlich, weil Züge dort mit hoher Geschwindigkeit und ohne Vorwarnung auftauchen. Zweitens: Bleib auf markierten Wegen. Die Hangwege sind Wanderwege, keine Fotostandorte mit Geländer. Bei Nässe und im Winter sind sie rutschig. Alle beschriebenen Standpunkte liegen auf öffentlichem Grund. Warum Abstände zum Gleis so bemessen sind, erklärt der Beitrag zu den Sicherheitsabständen am Gleis.

Fazit

Erstfeld ist ein Spot mit Vergangenheit, und diese Vergangenheit ist Teil des Reizes. Man merkt dem Ort an, dass hier einmal deutlich mehr los war – und genau deshalb versteht man hier, was der Basistunnel für die Alpenachse bedeutet hat.

Als alleiniges Tagesziel ist Erstfeld zu dünn. Als erster Halt einer Gotthard-Tour, als Ort für ruhige Landschaftsbilder und als Punkt, an dem Bahngeschichte und moderne Infrastruktur nebeneinanderliegen, ist er kaum zu ersetzen.

Kurzfazit

Historischer Schublokstandort am Fuß der Gotthard-Nordrampe, heute Portalbereich des längsten Eisenbahntunnels der Welt. Landschaftlich stark, betrieblich ruhiger als früher – lohnend für alle, die Geduld mitbringen und die Tour talaufwärts fortsetzen.

Dokumentiere die Gotthardachse Halt für Halt

Von Erstfeld über die Rampe bis ins Tessin – mit jeder Sichtung wächst dein eigenes Bild dieser Strecke.

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Zusammenfassung

  • Erstfeld ist heute weniger ein Betriebszentrum als ein Ort, an dem sich Bahngeschichte und moderne Infrastruktur auf engstem Raum berühren.
  • Wer Landschaft und Alpengüterverkehr verbinden will, findet hier einen ruhigen, kostenlosen Einstieg in die Gotthardachse.
  • Die Verkehrsdichte ist der Schwachpunkt: Ohne Geduld und ohne Zeitpuffer wird der Besuch schnell zur Enttäuschung.
  • Am stärksten ist Erstfeld als erster Halt einer Tour, die talaufwärts weitergeht und auf der Südseite in einem der Tessiner Standorte endet.

Häufige Fragen

Was war Erstfeld früher und was ist davon geblieben?

Erstfeld war der Standort, an dem schwere Züge vor dem Aufstieg über die Gotthard-Nordrampe Schublokomotiven erhielten. Dafür gab es ein großes Depot mit entsprechender Mannschaft, und der Ort lebte über Generationen von der Bahn. Seit der Basistunnel den Berg unterquert, hat sich diese Rolle verändert. Geblieben sind das Areal, die Bahngeschichte im Ortsbild und ein Betriebsstandort am Nordportal.

Sieht man in Erstfeld noch viel Verkehr?

Weniger als früher, und das ist der ehrlichste Satz über diesen Spot. Ein großer Teil des Güterverkehrs verschwindet heute im Basistunnel und ist auf der Bergstrecke nicht mehr zu sehen. Was bleibt, ist der Verkehr im Talboden vor dem Portal, der Bergstreckenverkehr und der Regionalverkehr. Wer die Erwartung eines dauerbefahrenen Knotens mitbringt, wird enttäuscht – wer Landschaft und einzelne, dafür schwere Züge sucht, nicht.

Was ist der Unterschied zwischen Basistunnel und Bergstrecke?

Der Gotthard-Basistunnel ist der längste Eisenbahntunnel der Welt und führt nahezu eben unter dem Massiv hindurch. Die Bergstrecke ist die historische Linie über Göschenen und Airolo mit Kehrtunneln und starker Steigung. Für dich als Spotter ist das entscheidend: Im Tunnel siehst du nichts, auf der Bergstrecke alles. Der klassische Ort dafür liegt weiter talaufwärts an der Gotthard-Nordrampe bei Wassen.

Wo stehe ich in Erstfeld am besten?

Für den Einstieg am südlichen Perronende, für gute Bilder auf den öffentlichen Feldwegen talaufwärts Richtung Amsteg. Dort beginnt die Steigung, und du bekommst Züge vor Bergkulisse ohne störende Bahnsteigmöblierung. Wer mehr Übersicht will, steigt auf einen der Hangwege – das kostet Zeit und Kondition, liefert aber die Bilder, die auf der Talsohle nicht gehen.

Wie lange muss ich auf einen Güterzug warten?

Das lässt sich nicht seriös in Minuten angeben, weil der Güterverkehr keinem Takt folgt. Realistisch ist ein Wellenmuster: längere Ruhephasen, dann mehrere Züge in kurzem Abstand. Plane deshalb mindestens zwei bis drei Stunden ein. Was gerade unterwegs ist, siehst du vorab über die Möglichkeiten aus dem Beitrag Güterzüge live verfolgen.

Welche Fahrzeuge sind in Erstfeld interessant?

Im Güterverkehr die typischen Gotthardmaschinen wie die Re 420 und moderne Mehrsystemloks wie die Re 474. Auf der Bergstrecke fährt der Verkehr der Südostbahn mit Fahrzeugen wie dem RABe 526 Traverso. An Veranstaltungstagen tauchen historische Maschinen wie die C 5/6 oder die Re 4/4 I auf.

Darf ich das Depot oder den Portalbereich betreten?

Nein. Depotareal, Zulaufanlagen und der gesamte Portalbereich sind Betriebsgelände und absolut tabu – unabhängig davon, ob ein Zaun im Weg steht oder nicht. Sämtliche auf dieser Seite beschriebenen Standpunkte liegen auf öffentlichem Grund: Perron, Straßen, Feld- und Wanderwege. Ins Depotinnere kommst du ausschließlich an angekündigten Veranstaltungstagen.

Wie komme ich nach Erstfeld?

Mit dem Regionalverkehr im Reusstal, von den größeren Knoten aus mit einmal Umsteigen. Ein Auto brauchst du nicht, die interessanten Standpunkte erreichst du zu Fuß – allerdings mit Fußwegen von fünfzehn bis dreißig Minuten und teilweise Steigung. Rechne die Anreise aus der Deutschschweiz großzügig, sie ist länger, als die Landkarte vermuten lässt.

Lohnt sich Erstfeld im Winter?

Fotografisch nur eingeschränkt, atmosphärisch dafür sehr. Der Talboden liegt im Hochwinter über Stunden im Schatten der Bergflanken, gleichzeitig entstehen bei Schnee die stimmungsvollsten Bilder des Jahres. Wer im Winter kommt, braucht warme Kleidung, feste Schuhe und Geduld. Praktische Hinweise dazu gibt der Beitrag Winterfotografie an der Bahn.

Womit kombiniere ich Erstfeld sinnvoll?

Erstfeld ist der natürliche erste Halt einer Gotthard-Tour. Talaufwärts folgt die Nordrampe bei Wassen, auf der Südseite schließen Giornico und Bellinzona an. Wer die Achse von ganz oben aufrollen will, startet in Basel SBB.

Deine Sichtungen an Erstfeld festhalten

Fahrzeug, Ort und Uhrzeit in Sekunden erfasst – und du siehst, was andere hier gerade melden.

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