Taktfahrplan mit Schweizer Präzision, dazu Gotthard, Lötschberg und die Schmalspurwelt der RhB – kaum ein Land bietet mehr Motive pro Kilometer.
10 Orte erfasst
Die Schweiz fährt nach dem Taktfahrplan, und der ist das eigentliche Werkzeug für Spotter: Was um 8:14 kommt, kommt auch um 9:14. Kaum ein anderes Netz erlaubt eine so präzise Planung – inklusive der Anschlüsse, mit denen du zwei Spots an einem Vormittag verbindest.
Fotografieren ist auf Bahnsteigen und öffentlichen Wegen zulässig. Die SBB verweisen auf ihr Hausrecht, greifen in der Praxis aber nur ein, wenn jemand Sicherheitslinien überschreitet. Auf den Privatbahnen im Berner Oberland und Graubünden gilt dasselbe.
Die Bergstrecken wirken im Winter am stärksten, wenn Schnee die Kontraste hebt – dafür brauchst du Südlagen und Geduld mit dem Licht. Im Sommer sind die Nachmittage oft diesig; die klarste Luft hast du in den Stunden nach einem Föhndurchgang.
Hauptbahnhöfe mit hoher Zugdichte und vielen Betreibern. Ideal für Einsteiger: Bahnsteige sind öffentlich zugänglich, Anzeigetafeln machen den Verkehr planbar, die Ausbeute ist hoch.
Bern Hauptbahnhof
Bern
Bern ist der Knoten, um den herum der Schweizer Fahrplan gebaut ist. Zwei große Bahnunternehmen teilen sich dieselben Perrons, unter dem Bahnhof liegt eine Schmalspurbahn mit eigenem Kopfbahnhof – und die Bahnsteige gehören zu den engsten des Landes.
Zürich Hauptbahnhof
Zürich
Zürich HB ist der meistfrequentierte Bahnhof der Schweiz und gleichzeitig einer der kompliziertesten: oberirdische Kopfgleise, zwei Tiefbahnhöfe und eine eigene Vorortbahn im Untergeschoss. Wer das Knotenprinzip versteht, sieht hier in zwanzig Minuten mehr als anderswo in zwei Stunden.
Rampen, Kehren und Alpenübergänge. Schwere Züge, oft in Doppel- oder Nachschubtraktion, dazu Landschaft, die jedes Bild trägt.
Gotthard-Nordrampe bei Wassen
Wassen
Zwischen Gurtnellen und Göschenen schraubt sich die Gotthard-Bergstrecke mit Kehrtunneln den Hang hinauf und passiert Wassen dabei auf drei Höhen. Seit der Basistunnel offen ist, fahren hier deutlich weniger Züge – die Motive sind dafür unverändert die besten der Schweiz.
Gotthard-Südrampe bei Giornico
Giornico
Zwischen Lavorgo und Giornico windet sich die Gotthard-Bergstrecke in zwei Kehrtunneln durch die Biaschina – Streckenebenen übereinander, Kastanienwald ringsum und Licht, das nördlich der Alpen so nicht vorkommt. Der Verkehr ist seit dem Basistunnel dünner, die Motive sind es nicht.
Lötschberg-Südrampe bei Hohtenn
Hohtenn
Über dem Rhonetal zieht die Lötschberg-Bergstrecke von 1913 als Balkon durch die Felsflanke: Steinviadukte, Galerien, Tunnelportale und dahinter die Walliser Viertausender. Seit der Basistunnel offen ist, fährt weniger – aber der Höhenweg bleibt einer der besten Bahnwanderwege Europas.
Rangierbahnhöfe, Hafenanschlüsse und Güterachsen. Maximale Fahrzeugvielfalt bei Loks und Wagen – dafür Beobachtung ausschließlich von außerhalb der Betriebsanlagen.
Bellinzona
Bellinzona
Bellinzona ist der Punkt, an dem sich der gesamte Gotthardverkehr auf der Südseite wieder auffächert: Richtung Locarno, Richtung Ceneri und Lugano, weiter nach Italien. Dazu kommen Werkstättentradition, mediterranes Licht und drei Burgen über den Gleisen.
Erstfeld
Erstfeld
Über hundert Jahre lang war Erstfeld der Ort, an dem schwere Züge Schublokomotiven bekamen, bevor es an die Gotthard-Nordrampe ging. Seit der Basistunnel unter dem Berg hindurchführt, hat sich der Ort verändert – interessant ist er geblieben, aber aus anderen Gründen.
Dort, wo Stromsystem, Betreiber oder Spurweite wechseln: Lokwechsel, lange Standzeiten und Fahrzeuge aus zwei Ländern auf einem Gleisfeld.
Brücken, Viadukte und Streckenabschnitte, die seit Jahrzehnten fotografiert werden. Meist außerhalb von Bahnhöfen, dafür mit freiem Blick auf den ganzen Zug.
Zahnrad-, Schmalspur- und Museumsbahnen. Langsame Züge, planbare Fahrpläne und Fahrzeuge, die es im Regelnetz längst nicht mehr gibt.
Halte jedes Fahrzeug mit Ort und Uhrzeit fest – und sieh, was andere Spotter hier gerade melden.
Passend dazu
Welche Fahrzeuge dir in Schweiz begegnen, steht in derBaureihen-Datenbank. Wer sie fährt, findest du in der EVU-Datenbank. Und wie du eine Tour sauber planst, erklärt der GuideSpotting-Tour planen.