Das Wichtigste in Kürze
- Die 111 ist die Nahverkehrslok der Siebziger- und Achtzigerjahre: 227 Maschinen, gebaut 1974–1984, ausgelegt auf 160 km/h.
- Zwei Frontvarianten innerhalb derselben Baureihe sind das interessanteste Erkennungsmerkmal.
- Nachfolgerin der E 10: Sie übernahm die Rolle der Baureihe 110 im Reise- und Nahverkehr.
- Typisch ist der Wendezug – Lok an einem Ende, Steuerwagen am anderen.
- Der Bestand im Regeldienst schrumpft: Einsätze verschieben sich mit Vergaben und Fahrplanjahren, prüfe den aktuellen Stand.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Elektrolokomotive für den Reise- und Nahverkehr |
|---|---|
| Bauzeit | 1974 bis 1984 |
| Stückzahl | 227 Lokomotiven |
| Nummernschema | 111 001 bis 111 227 |
| Achsfolge | Bo'Bo' (zwei zweiachsige Drehgestelle, alle Achsen angetrieben) |
| Höchstgeschwindigkeit | 160 km/h |
| Stromsystem | 15 kV / 16,7 Hz Wechselstrom |
| Typischer Einsatz | Wendezüge im Nah- und Regionalverkehr; der Bestand im Regeldienst schrumpft |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Vier Achsen in zwei Drehgestellen
- Zwei Frontvarianten: frühe Maschinen mit gerundeter Kopfform, spätere mit flacherem Einheitsführerstand
- Fahrzeugnummer beginnt mit 111, Ordnungsnummer bis 227
- Meist vor Wendezügen im Nahverkehr – Silberlinge, n-Wagen oder Doppelstockwagen mit Steuerwagen
- Kompakter, sachlicher Lokkasten ohne aerodynamische Verkleidung
Aktualisiert: August 2026 – Eine vierachsige Ellok vor einem Wendezug mit Steuerwagen: Über Jahrzehnte war das das Standardbild des deutschen Regionalverkehrs, und in den meisten Fällen stand vorn eine Baureihe 111. Diese Seite zeigt dir, woran du sie erkennst, warum es zwei verschiedene Frontformen gibt und wie du sie heute noch gezielt antriffst.
111 gesehen? Frontvariante mitnotieren.
Zwei Bauformen in einer Baureihe machen die Dokumentation interessant – in Traintrack mit Nummer, Variante und Datum erfasst.
Was ist die Baureihe 111?
Die Baureihe 111 ist eine vierachsige Elektrolokomotive für den Reise- und Nahverkehr, gebaut zwischen 1974 und 1984. Die Serie umfasst 227 Maschinen mit den Nummern 111 001 bis 111 227 und ist für 160 km/h zugelassen.
Sie trat in der Rolle an, die zuvor die Baureihe 110 (E10) ausgefüllt hatte: Universallok für Reisezüge, mit Schwerpunkt im Nah- und Regionalverkehr. Ihr typisches Umfeld ist der Wendezug – Lok an einem Ende, Steuerwagen am anderen, sodass am Endbahnhof kein Umspannen nötig ist. Genau dieses Konzept ersetzt die Deutsche Bahn AG seit Jahren durch Triebzüge, weshalb der Bestand im Regeldienst schrumpft.
Zwei Frontvarianten in einer Baureihe
Das ist das Detail, das die 111 für Spotter interessant macht. Während der zehnjährigen Bauzeit änderte sich die Gestaltung des Führerstands, und beide Varianten laufen bis heute unter derselben Baureihennummer.
| Merkmal | Frühe Bauform | Spätere Bauform |
|---|---|---|
| Frontgestaltung | gerundete Kopfform, weichere Linien | flacher, kantiger Einheitsführerstand |
| Frontscheiben | kleiner, stärker eingezogen | größer, gerader angeordnet |
| Gesamteindruck | Formensprache der Siebzigerjahre | nüchterner, an neuere Baureihen angelehnt |
| Baureihennummer | 111 | 111 – identisch |
| Unterscheidbar über | Frontform | Frontform |
Für die Bestimmung heißt das: Die Frontform trennt nicht die Baureihe, sondern nur die Bauserie. Wer eine kantige Front sieht, darf daraus nicht auf eine andere Baureihe schließen – die Nummer bleibt maßgeblich. Wie du solche Merkmale in der richtigen Reihenfolge abarbeitest, erklärt die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.
Erkennung im Feld
Achsen zählen
Vier Achsen in zwei Drehgestellen. Sechsachsige Loks wie die 151 oder 155 sind damit ausgeschlossen.
Zugtyp bestimmen
Ein Wendezug mit Steuerwagen im Regionalverkehr ist das klassische Umfeld. Fernverkehrswagen sprechen eher für die 101, ein Güterzug gegen die 111.
Front einordnen
Gerundet oder kantig? Beides ist möglich. Notiere die Variante – sie gehört zu einer vollständigen Sichtung dazu.
Nummer lesen
111 plus Ordnungsnummer bis 227. Damit ist die Bestimmung abgeschlossen.
Steuerwagen zuerst
Bei Wendezügen führt oft der Steuerwagen. Wenn du wissen willst, welche Lok dranhängt, schau ans andere Zugende – oder warte auf die Gegenrichtung.
Einordnung im Bahnbetrieb
| Umfeld | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Regionalstrecken mit lokbespannten Wendezügen | hoch | Das klassische Einsatzfeld der Baureihe |
| Große Nahverkehrsknoten mit Wendezeiten | hoch | Längere Standzeiten, gute Sicht vom Bahnsteig |
| Ersatz- und Verstärkerleistungen | mittel | Unregelmäßig, aber möglich |
| Reine Triebzugnetze | niedrig | Kein lokbespanntes Material im Umlauf |
| Güterknoten und Rangierbahnhöfe | sehr niedrig | Falsche Fahrzeugart |
Der Bestand verändert sich laufend
Welche Linien noch lokbespannt gefahren werden, hängt an Verkehrsverträgen und Fahrzeugverfügbarkeit. Was in einer Liste von vor zwei Jahren steht, ist heute oft überholt. Prüfe den aktuellen Stand über Echtzeitauskunft und Community-Sichtungen.
Warum sich Nah- und Fernverkehr in Fahrzeugwahl, Umläufen und Beobachtungsstrategie so deutlich unterscheiden, erklärt der Beitrag zu Nahverkehr und Fernverkehr aus Spotter-Sicht.
Wo fährt aktuell noch eine 111?
Community-Sichtungen zeigen dir das reale Bild statt einer veralteten Umlaufliste.
Warum lokbespannte Nahverkehrszüge verschwinden
Das ist der Hintergrund, der erklärt, warum die 111 heute seltener wird – und warum sich das Dokumentieren gerade jetzt lohnt.
Ein lokbespannter Wendezug besteht aus mehreren Fahrzeugen, die getrennt beschafft, gewartet und disponiert werden müssen: Lok, Wagen, Steuerwagen. Ein Triebzug ist dagegen eine feste Einheit mit durchgehendem Innenraum, verteiltem Antrieb und meist niedrigeren Betriebskosten pro Sitzplatz. Dazu kommen Anforderungen, die sich in den letzten Jahrzehnten verschärft haben: stufenfreier Einstieg, kurze Haltezeiten, dichtere Takte. Alles drei sprechen für Triebzüge.
Der Wandel läuft nicht überall gleich schnell. Wo Verkehrsverträge lange Laufzeiten haben oder Doppelstockwagen mit hoher Kapazität gebraucht werden, hält sich der lokbespannte Betrieb länger. Für Spotter bedeutet das eine einfache Regel: Die spannenden Umläufe sind die, die als nächstes umgestellt werden.
Genau deshalb gehört zu jeder Sichtung nicht nur die Lok, sondern auch die Garnitur dahinter: Silberlinge, moderne Doppelstockwagen oder eine gemischte Ersatzgarnitur sind Informationen, die in fünf Jahren niemand mehr rekonstruieren kann. Wer Nummer, Wagenmaterial, Linie und Datum zusammen festhält, dokumentiert nicht nur eine Lok, sondern einen Betriebszustand.
Spotting und Fototipps
Die 111 ist ein dankbares Motiv, weil sie an Bahnsteigen hält und dort in Ruhe zu fotografieren ist.
- Bahnhöfe mit Kopfgleisen oder Wendezeiten wählen. Dort steht die Lok minutenlang. Eine Auswahl geeigneter Standorte findest du in der Übersicht der besten Bahnhöfe zum Trainspotten in Deutschland.
- Dreiviertelansicht statt Frontalbild. Ein Winkel von 30 bis 45 Grad zeigt Front und Seitenwand zugleich und macht die Frontvariante klar erkennbar.
- Auf den Hintergrund achten. An Nahverkehrsbahnsteigen ist es voll. Ein Standpunkt am Bahnsteigende reduziert störende Elemente – ohne die Bahnsteigkante zu überschreiten.
- Nummer und Variante zusammen dokumentieren. Erst beides ergibt eine Sichtung, die später etwas aussagt.
Gleise, Betriebsanlagen und Betriebshöfe sind tabu. Sie sind Privatgelände, das Betreten ist verboten und lebensgefährlich. Fotografiert wird vom Bahnsteig hinter der Sicherheitslinie und von öffentlich zugänglichen Flächen aus.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für die 111, wenn …
- du vier Achsen zählst
- ein Wendezug mit Steuerwagen dranhängt
- die Lok im Regionalverkehr unterwegs ist
- die Nummer mit 111 beginnt
Sieh genauer hin, wenn …
- du die kantige Frontvariante siehst und an eine andere Baureihe denkst
- die Lok in einer ungewohnten Lackierung unterwegs ist
- der Steuerwagen führt und die Lok am Zugschluss läuft
Es ist keine 111, wenn …
- du sechs Achsen zählst
- ein Güterzug dahinterhängt
- die Nummer mit 110, 112 oder 143 beginnt
Die größte Verwechslungsgefahr besteht mit den ostdeutschen Bauarten, die in derselben Rolle fahren: der Baureihe 112.1 im schnellen Regionalverkehr und der Baureihe 143 im Nahverkehr. Beide sind ebenfalls vierachsig – die Nummer entscheidet.
Fazit
Die Baureihe 111 ist eine Lok, die man über ihr Umfeld erkennt: vierachsig, sachlich, vor einem Wendezug im Regionalverkehr. Die zwei Frontvarianten machen sie zusätzlich interessant, denn sie zeigen, dass Bauform und Baureihe nicht dasselbe sind. Weil ihr Einsatzfeld schrumpft, lohnt es sich, Sichtungen jetzt konsequent zu dokumentieren.
Kurzfazit
Vier Achsen, Wendezug im Nahverkehr, Nummer zwischen 111 001 und 111 227: Das ist die 111. Notiere Nummer und Frontvariante – das Einsatzfeld verkleinert sich mit jedem Fahrplanwechsel.
Zusammenfassung
- Die Baureihe 111 entstand als Nachfolgerin der E 10 für den Reise- und Nahverkehr und wurde in 227 Exemplaren gebaut.
- Sie ist an vier Achsen, sachlicher Grundform und der Nummer 111 zu erkennen; die Frontform trennt frühe von späten Maschinen.
- Ihr klassisches Umfeld ist der lokbespannte Wendezug im Regionalverkehr, der zunehmend durch Triebzüge ersetzt wird.
- Wer sie gezielt sucht, orientiert sich an den verbliebenen lokbespannten Umläufen und prüft den aktuellen Stand vor der Fahrt.
Häufige Fragen
Was ist die Baureihe 111?
Eine vierachsige Elektrolokomotive für den Reise- und Nahverkehr, gebaut zwischen 1974 und 1984. Die Serie umfasst 227 Maschinen mit den Nummern 111 001 bis 111 227 und ist für 160 km/h zugelassen. Sie folgte der Baureihe 110 in dieser Rolle nach.
Warum gibt es zwei verschiedene Frontformen?
Während der langen Bauzeit änderte sich die Führerstandsgestaltung. Frühe Maschinen tragen eine gerundete Kopfform in der Formensprache der Siebzigerjahre, spätere den neu entwickelten Einheitsführerstand mit flacherer, kantigerer Front. Beide gehören zur selben Baureihe.
Wie viele Lokomotiven der Baureihe 111 wurden gebaut?
227 Maschinen mit den Nummern 111 001 bis 111 227. Wie viele davon zu einem bestimmten Zeitpunkt tatsächlich im Einsatz stehen, ist eine andere Frage – der Bestand im Regeldienst nimmt seit Jahren ab.
Wie unterscheide ich die 111 von der 110?
Beide sind vierachsig und sehen sich in der Grundform ähnlich. Die 111 wirkt moderner proportioniert und ist für 160 km/h zugelassen, die Grundausführung der 110 für 150 km/h. Verlässlich trennt sie nur die Fahrzeugnummer.
Wo fährt die Baureihe 111 heute?
Dort, wo noch lokbespannte Wendezüge im Regionalverkehr verkehren – und das werden weniger. Welche Umläufe betroffen sind, hängt an Verkehrsverträgen und ändert sich mit jedem Fahrplanwechsel. Prüfe deshalb vor einer gezielten Tour den aktuellen Stand.
Was ist ein Wendezug und warum ist er für die 111 typisch?
Ein Wendezug hat an einem Ende die Lok, am anderen einen Steuerwagen mit Führerstand. Der Zug muss am Endbahnhof nicht umgespannt werden, das spart Zeit. Genau für diesen Betrieb wurde die 111 im Nahverkehr eingesetzt – oft mit Silberlingen oder Doppelstockwagen.
Wie schnell fährt die Baureihe 111?
Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 160 km/h. Im Regionalverkehr wird das selten ausgefahren, weil Halteabstände und Streckengeschwindigkeiten das Tempo bestimmen. Auf Ersatz- und Sonderleistungen im Fernverkehr kam der Wert dagegen zur Geltung.
Woran erkenne ich, welche 111 vor mir steht?
An der vollständigen Fahrzeugnummer an Führerstand und Seitenwand. Sie folgt dem Muster 111 0xx bis 111 227. Zusammen mit der Frontvariante und der Lackierung ergibt das eine belastbare Sichtung, die du später eindeutig zuordnen kannst.
Sichtung von Baureihe 111 festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
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