Das Wichtigste in Kürze
- Die E 18 war die schnelle Schnellzuglok der 1930er Jahre mit einer Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h.
- Formgebung als Merkmal: Die gerundete Front unterscheidet sie sofort von den kantigen Schwesterbauarten.
- Achsfolge 1'Do1': vier gekuppelte Treibachsen zwischen zwei Laufachsen.
- Drei Bezeichnungen für ein Fahrzeug: E 18 bei der Reichsbahn, 118 bei der Bundesbahn, 218 bei der Deutschen Reichsbahn der DDR.
- Heute museal: Regeleinsätze gibt es nicht mehr, Sichtungen hängen an Veranstaltungsterminen.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Elektrolokomotive für schwere Schnellzüge |
|---|---|
| Hersteller | AEG |
| Baujahre | ab 1935 |
| Achsfolge | 1'Do1' (vier gekuppelte Treibachsen zwischen zwei Laufachsen) |
| Höchstgeschwindigkeit | 150 km/h |
| Stromsystem | 15 kV / 16,7 Hz Wechselstrom |
| Spätere Bezeichnungen | DB-Baureihe 118, DR-Baureihe 218 |
| Status | ausgemustert, einzelne Maschinen museal erhalten |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Gerundete, windschnittig gestaltete Front – deutlich weicher gezeichnet als bei E 16 und E 17
- Vier gekuppelte Treibachsen zwischen zwei Laufachsen
- Geschlossen wirkender Lokkasten mit weitgehend verkleideter Seitenpartie
- Anschrift E 18 mit zweistelliger Ordnungsnummer, später 118 oder 218
- Meist in dunkelgrüner oder blauer Museumslackierung anzutreffen
- Nur noch bei Museen, Sonderfahrten und Ausstellungen zu sehen
Aktualisiert: August 2026 – Unter den deutschen Altbauelloks ist die Baureihe E 18 die Eleganteste: gerundete Front, geschlossener Kasten, 150 km/h Höchstgeschwindigkeit. Sie war in den 1930er Jahren das Spitzenprodukt des deutschen Ellokbaus. Diese Seite zeigt, woran du sie erkennst, warum sie drei verschiedene Nummern trägt und wo du sie heute noch antriffst.
Legendäre Lok gesichtet?
Sonderfahrten mit historischen Maschinen sind selten – halte deine Sichtung mit Nummer und Datum in Traintrack fest.
Was ist die Baureihe E 18?
Die E 18 ist eine Schnellzug-Elektrolokomotive mit der Achsfolge 1’Do1’, gebaut von AEG ab 1935 für das 15-kV-Wechselstromnetz. Sie war für 150 km/h zugelassen – ein Wert, der sie in ihrer Zeit an die Spitze des deutschen Ellokbaus setzte. Bei der Deutschen Bundesbahn lief sie später als Baureihe 118, bei der Deutschen Reichsbahn der DDR als Baureihe 218.
Neben der Technik ist die Formgebung ihr Markenzeichen. Während E 16 und E 17 noch aussehen wie Maschinen, wirkt die E 18 gestaltet: gerundete Übergänge, geschlossene Flächen, eine Front, die sichtbar auf Geschwindigkeit hin entworfen wurde. Sie steht damit am Anfang einer Linie, die über die Baureihe 103 bis zur heutigen Baureihe 101 führt.
Die Bestimmung: Form schlägt Detail
Bei Altbauelloks ist die Frontform ausnahmsweise das schnellste Merkmal – weil die E 18 sich darin so deutlich von ihren Schwestern unterscheidet.
Front beurteilen
Weich gerundet und geschlossen? Das spricht für die E 18. Kantig und technisch offen? Dann eher E 16 oder E 17.
Achsen zählen
Vier gekuppelte Treibachsen zwischen zwei Laufachsen. Drei Treibachsen schließen die E 18 aus.
Seiten vergleichen
Sitzen große Antriebsscheiben nur auf einer Seite, hast du eine Buchli-Lok vor dir – also keine E 18.
Anschrift lesen
E 18, 118 oder 218 – alle drei bezeichnen dieselbe Bauart in unterschiedlicher Zählung.
Die grundsätzliche Vorgehensweise beim Bestimmen beschreibt die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen Schritt für Schritt.
Einordnung: die Ahnenreihe der schnellen Reisezugloks
Deutsche Bahnen haben zu jeder Zeit eine Lokbaureihe für die hochwertigsten Reisezüge vorgehalten. Die E 18 war das in den 1930er Jahren – die folgende Übersicht zeigt, wie sich diese Rolle über die Jahrzehnte weiterentwickelt hat.
| Epoche | Typische Schnellzuglok | Höchstgeschwindigkeit | Fahrwerksbauart |
|---|---|---|---|
| 1930er Jahre | E 18 | 150 km/h | Rahmenbauweise mit Laufachsen |
| 1950er und 1960er Jahre | E-10-Familie | 150 bis 160 km/h | Drehgestelle, vier Achsen |
| 1970er und 1980er Jahre | Baureihe 103 | über 200 km/h | Drehgestelle, sechs Achsen |
| ab den 1990er Jahren | Baureihe 101 | 220 km/h | Drehgestelle, Drehstromantrieb |
Der Vergleich macht deutlich, was sich verändert hat: nicht nur das Tempo, sondern vor allem die Bauweise. Laufachsen und sichtbare Antriebsmechanik verschwinden, Drehgestelle und Elektronik übernehmen.
Sonderfahrten sind kein Fahrplan
Ob und wann eine historische Maschine fährt, hängt an Fristen, Genehmigungen und Vereinsterminen und kann sich kurzfristig ändern. Plane großzügig, prüfe die Ankündigung am Vortag und rechne mit Ausfällen.
Sonderfahrten nicht verpassen
Sichtungen aus der Community zeigen dir, wo historische Fahrzeuge aktuell unterwegs sind.
Fototipps für eine gerundete Front
Runde Formen verhalten sich im Licht anders als kantige. Bei der E 18 entscheidet der Winkel darüber, ob das Fahrzeug plastisch oder platt aussieht.
Dreiviertelansicht wählen
Etwa 30 bis 45 Grad zur Fahrzeugachse. So bleiben Rundung und Seitenwand gleichzeitig sichtbar.
Weiches Seitenlicht nutzen
Tiefstehende Sonne modelliert die Rundungen. Hartes Mittagslicht erzeugt Reflexe, die die Form zerschneiden.
Nummer im Bild behalten
Bei historischen Fahrzeugen ist die Anschrift der Beleg deiner Sichtung – nicht anschneiden.
Von öffentlich zugänglichen Standorten aus arbeiten
Bahnsteige, Brücken und Wege außerhalb des Bahngeländes. Gleisbereiche, Betriebsanlagen und Abstellgruppen sind tabu.
Wie du daraus verlässlich gute Bilder machst, steht im Guide gute Fotos von Zügen. Wenn du deine Beobachtung anschließend teilen möchtest, hilft die Anleitung zum Melden von Sichtungen.
Stromlinienform: Mode oder Technik?
Die 1930er Jahre waren das Jahrzehnt der Stromlinie. Autos, Flugzeuge, Schiffe und eben auch Lokomotiven wurden gerundet, verkleidet und geglättet. Bei der E 18 stellt sich deshalb die berechtigte Frage, wie viel davon Technik war und wie viel Zeitgeschmack.
Beides spielt eine Rolle. Der Luftwiderstand wächst mit dem Quadrat der Geschwindigkeit; bei 150 km/h ist er ein spürbarer Anteil des Fahrwiderstands, während er bei 80 km/h kaum ins Gewicht fällt. Eine glattere Front und geschlossene Übergänge bringen dort also messbar etwas. Gleichzeitig war die Wirkung begrenzt, weil hinter der Lok ein Wagenzug mit Übergängen, Dachaufbauten und Drehgestellen folgte, der den Löwenanteil des Widerstands verursachte.
Der zweite Grund ist offen ausgesprochen worden: Repräsentation. Schnellzuglokomotiven waren Aushängeschilder. Eine Maschine, die vor dem hochwertigsten Zug des Landes fährt, sollte auch danach aussehen. Diese Logik ist übrigens nie verschwunden – sie erklärt bis heute, warum Fernverkehrsfahrzeuge gestalterisch anders behandelt werden als Rangier- oder Güterzugloks.
Für Spotter ist das mehr als eine Fußnote. Die Formgebung ist bei Fahrzeugen dieser Epoche das schnellste Bestimmungsmerkmal, weil sie sich an der Aufgabe orientiert: Je schneller die vorgesehene Leistung, desto glatter das Fahrzeug. Eine kantige Altbauellok mit offen liegender Technik war für Personen- und Güterzüge gedacht, eine gerundete für den hochwertigen Reiseverkehr.
Praktisch heißt das: Wenn du im Museum vor einer Reihe historischer Elloks stehst, sortiere sie zuerst nach Oberfläche. Glatt und geschlossen bedeutet Schnellzug, offen und technisch bedeutet Mischverkehr. Danach zählst du die Achsen, und erst zum Schluss liest du die Anschrift zur Bestätigung.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für die E 18, wenn …
- die Front weich gerundet und geschlossen wirkt
- du vier Treibachsen zwischen zwei Laufachsen zählst
- beide Fahrzeugseiten gleich aussehen
- die Anschrift E 18, 118 oder 218 lautet
Sieh genauer hin, wenn …
- die Lok stark gerundet wirkt, aber ungewohnte Proportionen hat – dann kommt die E 19 infrage
- das Fahrzeug in einer nachträglichen Lackierung steht
- du nur eine Frontansicht ohne Fahrwerk siehst
Es ist keine E 18, wenn …
- große Antriebsscheiben nur auf einer Seite sitzen – das ist die E 16
- du nur drei Treibachsen zählst – dann eher die E 04
- das Fahrzeug auf zwei modernen Drehgestellen ohne Laufachsen steht
Die kantigen Zeitgenossinnen findest du unter Baureihe E 17 und Baureihe E 16.
Fazit
Die E 18 ist das Fahrzeug, an dem sich zeigt, dass Lokomotivbau auch Gestaltung ist. Technisch war sie ihrer Zeit voraus, optisch prägte sie das Bild der schnellen deutschen Ellok für Jahrzehnte. Wer sie heute sehen will, richtet sich nach den Terminen von Sammlungen wie dem DB-Museum Koblenz – und sollte die Gelegenheit gründlich nutzen, denn sie kommt nicht oft.
Kurzfazit
Gerundete Front, vier Treibachsen zwischen zwei Laufachsen, Anschrift E 18, 118 oder 218: So erkennst du die schnellste deutsche Ellok der 1930er Jahre. Heute ausschließlich museal unterwegs.
Zusammenfassung
- Die E 18 markiert den Punkt, an dem deutsche Elektroloks anfingen, auch gestalterisch anspruchsvoll zu sein.
- Ihre Rolle im Netz übernahmen später Fahrzeuge wie die Baureihe 103 und die Baureihe 101.
- Die dreifache Nummernvergabe ist ein klassischer Stolperstein bei der Recherche und leicht zu entwirren.
- Wer sie fotografieren will, plant um Museumstermine und Sonderfahrten herum.
Häufige Fragen
Was ist die Baureihe E 18?
Die E 18 ist eine Schnellzug-Elektrolokomotive der 1930er Jahre mit der Achsfolge 1'Do1', gebaut von AEG. Sie war für 150 km/h zugelassen und damit die schnellste deutsche Elektrolokomotive ihrer Zeit im planmäßigen Einsatz. Ihre windschnittig gerundete Form gilt bis heute als gestalterisch gelungen.
Wie schnell fuhr die E 18?
Ihre Höchstgeschwindigkeit lag bei 150 km/h. Das war in den 1930er Jahren ein Spitzenwert und setzte entsprechend ausgebaute Strecken voraus. Zum Vergleich: Moderne Fernverkehrsloks wie die Baureihe 101 erreichen 220 km/h.
Warum heißt dieselbe Lok E 18, 118 und 218?
Weil drei Bahnverwaltungen sie unterschiedlich zählten. Ursprünglich E 18, bei der Deutschen Bundesbahn ab der Umstellung auf reine Ziffern 118, bei der Deutschen Reichsbahn der DDR 218. Beide Bahnen nutzten getrennte Nummernsysteme – ein häufiger Grund für Verwirrung in Quellen.
Woran erkenne ich eine E 18 sicher?
An der Kombination aus gerundeter, geschlossener Frontpartie und der Achsfolge 1'Do1'. Die kantigen Schwesterbauarten E 16 und E 17 wirken deutlich technischer und offener. Die Anschrift am Fahrzeug bestätigt die Zuordnung endgültig.
Was unterscheidet die E 18 von der E 19?
Die E 19 war die konsequente Weiterentwicklung für noch höhere Geschwindigkeiten und blieb eine Kleinserie. Optisch sind sich beide ähnlich, was Verwechslungen begünstigt. Im Zweifel entscheidet auch hier die Anschrift und nicht der erste Eindruck.
Fährt die Baureihe E 18 noch?
Nicht im Regelverkehr. Einzelne Maschinen sind museal erhalten und werden gelegentlich bei Sonderfahrten oder Ausstellungen gezeigt. Betriebsfähigkeit und Standorte ändern sich mit Fristen und Aufarbeitungsprojekten – prüfe aktuelle Ankündigungen statt älterer Angaben.
Welche Loks traten das Erbe der E 18 an?
Im schnellen Reisezugdienst der Nachkriegszeit übernahmen zunächst Bauarten der E-10-Familie, später die Baureihe 103 und ab den 1990er Jahren die Baureihe 101. Der rote Faden ist derselbe: die jeweils schnellste verfügbare Ellok vor den hochwertigsten Zügen.
Wie fotografiert man eine E 18 am besten?
Die gerundete Front lebt von seitlichem Licht und einer Dreiviertelansicht von etwa 30 bis 45 Grad. Frontal wirkt sie flacher, als sie ist. Achte darauf, die Seitenwand mit Nummer vollständig im Bild zu behalten – bei historischen Fahrzeugen ist sie der Beleg für deine Sichtung.
Sichtung von Baureihe E 18 festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
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