Baureihe 112.1

Die Baureihe 112.1 ist die schnelle Regionalverkehrslok aus Hennigsdorf. So erkennst du sie und grenzt sie von den verwandten Baureihen 114 und 143 ab.

Auch bekannt als: BR 112 · 112er · DR-Baureihe 212

DeutschlandDeutschlandElektrolokomotiven7 Min. LesezeitAktualisiert: August 2026

160 km/h

Höchstgeschwindigkeit

Bo'Bo'

Achsfolge

ab 112 101

Nummern der Serie

Das Wichtigste in Kürze

  • Die 112.1 ist die schnelle Schwester der 143: gleiche Bauartfamilie aus Hennigsdorf, aber auf 160 km/h ausgelegt.
  • Nummer statt Form: 112, 114 und 143 sehen sich sehr ähnlich – erst die Fahrzeugnummer entscheidet.
  • Typisches Umfeld ist der Regional-Express mit Doppelstock-Wendezug.
  • Die Nummerngeschichte reicht zur Reichsbahn-Baureihe 212 zurück und wurde nach 1992 neu geordnet.
  • Einsatzgebiete ändern sich mit Vergaben und Fahrplanjahren – prüfe den aktuellen Stand vor einer Tour.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Baureihe 112.1?
  2. 2.Die Nummerngeschichte: 212, 112, 114
  3. 3.Erkennung in vier Schritten
  4. 4.Einordnung im Bahnbetrieb
  5. 5.Warum 160 km/h im Regionalverkehr einen Unterschied machen
  6. 6.Spotting und Fototipps
  7. 7.Häufige Verwechslungen
  8. 8.Fazit

Steckbrief

FahrzeugartElektrolokomotive für den schnellen Regionalverkehr
HerkunftWeiterentwicklung der Reichsbahn-Baureihe 243 (heute Baureihe 143) mit höherer Höchstgeschwindigkeit
HerstellerLokomotivbau Hennigsdorf
AchsfolgeBo'Bo' (zwei zweiachsige Drehgestelle, alle Achsen angetrieben)
Höchstgeschwindigkeit160 km/h
NummernschemaSerienmaschinen der Unterbauart 112.1 ab 112 101
Verwandte Baureihen114 und 143 – gleiche Bauartfamilie, unterschiedliche Auslegung
Stromsystem15 kV / 16,7 Hz Wechselstrom

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?

Hak ab, was auf das Fahrzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Vier Achsen in zwei Drehgestellen
  • Flache, kantige Front mit großen Frontscheiben – gemeinsame Formensprache mit den Baureihen 114 und 143
  • Fahrzeugnummer beginnt mit 112, Serienmaschinen ab Ordnungsnummer 101
  • Meist vor Doppelstock-Wendezügen im schnellen Regionalverkehr
  • Kompakter Lokkasten ohne aerodynamische Verkleidung, deutlich sichtbare Dachausrüstung

Aktualisiert: August 2026 – Vier Achsen, kantige Front, davor ein Doppelstock-Wendezug im Regional-Express: Damit hast du eine ganze Fahrzeugfamilie eingegrenzt – aber noch nicht die Baureihe. Die Baureihe 112.1 teilt sich Form und Herkunft mit zwei anderen Reihen, und genau darin liegt die Herausforderung. Diese Seite zeigt, wie du sie trotzdem sicher bestimmst.

Ähnliche Bauformen? Die Nummer entscheidet.

Bei 112, 114 und 143 hilft nur die Fahrzeugnummer – halte sie in Traintrack fest, solange du sie noch lesen kannst.

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Was ist die Baureihe 112.1?

Die Baureihe 112.1 ist eine vierachsige Elektrolokomotive für den schnellen Regionalverkehr, entstanden im Lokomotivbau Hennigsdorf, dem späteren Werk von Bombardier Transportation. Technisch ist sie eine Weiterentwicklung der erfolgreichen Reichsbahn-Baureihe 243 – heute Baureihe 143 –, ausgelegt auf 160 km/h statt auf die niedrigere Nahverkehrsgeschwindigkeit der Ausgangsbauart. Die Serienmaschinen tragen Nummern ab 112 101.

Betrieblich besetzt sie eine klare Nische: Sie ist die Lok für Regional-Express-Leistungen mit Doppelstock-Wendezügen – schneller als eine reine Nahverkehrslok, aber ohne den Anspruch, im Fernverkehr mitzuhalten. Damit übernimmt sie im Osten und Norden Deutschlands eine Rolle, die im Westen traditionell die Baureihe 111 ausfüllte.

Die Nummerngeschichte: 212, 112, 114

Kaum eine deutsche Baureihe zeigt so gut, warum das Nummernsystem manchmal verwirrend wirkt – und warum es trotzdem logisch ist.

Schritt Was passierte Warum
Reichsbahn-Zeit Bauart als Baureihe 212 geführt Nummernplan der Deutschen Reichsbahn
Nach 1992 Umzeichnung zur Baureihe 112 212 war im Westen durch eine Diesellok belegt
Später Teil des Bestands als Baureihe 114 geführt Ausrüstungs- und Einsatzunterschiede
Unterbauart Bezeichnung 112.1 für die Serienmaschinen Abgrenzung zur älteren Untergruppe

Der entscheidende Mechanismus dahinter: Nach der Vereinigung mussten zwei vollständige Nummernpläne in einen überführt werden. Wo eine Nummer doppelt vorkam, wich eine Seite. Dasselbe Muster erklärt, warum aus der Reichsbahn-243 die 143 wurde und aus der 211 die 109. Wie du solche Nummern im Betrieb schnell findest und einordnest, beschreibt die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.

Der Punkt in „112.1“ kennzeichnet eine Unterbauart – ein Prinzip, das im deutschen System durchgängig gilt, von der 110.3 bis zur 01.10.

Erkennung in vier Schritten

Achsen zählen

Vier Achsen in zwei Drehgestellen. Damit ist die Fahrzeugklasse geklärt, die Baureihe aber noch nicht.

Zugtyp ansehen

Doppelstock-Wendezug im Regional-Express ist das typische Umfeld. Silberlinge oder Fernverkehrswagen deuten auf andere Baureihen.

Front einordnen

Flach, kantig, große Frontscheiben. Diese Form teilen sich 112, 114 und 143 – sie grenzt nach außen ab, nicht innerhalb der Familie.

Nummer lesen

112 plus Ordnungsnummer ab 101. Steht dort 114 oder 143, ist es eine der Schwesterbauarten.

Fotografieren statt raten

Bei drei fast identischen Baureihen ist der Blick aus der Bewegung unzuverlässig. Fotografiere die Seitenwand und lies die Nummer später am Bildschirm – das erspart falsch eingetragene Sichtungen.

Einordnung im Bahnbetrieb

Umfeld Trefferchance Warum
Regional-Express-Linien mit Doppelstockzügen hoch Das eigentliche Einsatzfeld der Baureihe
Große Nahverkehrsknoten mit Wendezeiten hoch Lange Standzeiten am Bahnsteig
Reine S-Bahn-Netze niedrig Dort fahren Triebzüge, keine lokbespannten Züge
Fernverkehrsachsen niedrig Andere Fahrzeugarten und höhere Geschwindigkeiten
Güterknoten sehr niedrig Falsche Fahrzeugart

Vergaben bestimmen den Einsatz

Welche Fahrzeuge auf welcher Linie laufen, entscheidet der Verkehrsvertrag. Verträge laufen aus, werden neu vergeben oder auf Triebzüge umgestellt. Prüfe deshalb vor einer gezielten Tour den aktuellen Stand statt einer älteren Übersicht.

Wie du aus Zuggattung und Zugnummer ableitest, welches Material zu erwarten ist, erklärt der Beitrag zum Entschlüsseln von Zugnummern.

Aktuelle Umläufe statt alter Listen

Community-Sichtungen zeigen dir, wo eine 112 zuletzt gemeldet wurde – bevor du losfährst.

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Warum 160 km/h im Regionalverkehr einen Unterschied machen

Auf den ersten Blick wirkt die Höchstgeschwindigkeit wie eine Zahl im Datenblatt. Tatsächlich ist sie der Grund, warum es diese Baureihe überhaupt gibt.

Regional-Express-Linien verbinden größere Städte mit wenigen Zwischenhalten und teilen sich dabei Strecken mit dem Fernverkehr. Eine Lok, die nur 120 km/h fährt, wird auf solchen Abschnitten zum Hindernis: Sie belegt Trassen länger, muss überholt werden und zwingt den Fahrplan zu Puffern. Mit 160 km/h fügt sich ein Regionalzug dagegen deutlich besser in den Mischverkehr ein.

Genau darin liegt der Unterschied zwischen der 112.1 und ihrer langsameren Schwesterreihe: gleiche Bauartfamilie, gleiche Grundform, aber eine andere Getriebeauslegung und eine andere betriebliche Rolle. Die eine bedient den Nahverkehr mit dichter Haltefolge, die andere den schnellen Regionalverkehr über größere Distanzen.

Für dich als Beobachter ist das ein nützlicher Hinweis: Die Zuggattung verrät oft schon, welche Baureihe zu erwarten ist. Ein Regional-Express über eine Fernverkehrsstrecke spricht für die schnellere Bauart, eine Regionalbahn mit vielen Halten eher für die langsamere. Ein Beweis ist das nicht – aber eine gute Vorauswahl, bevor du die Nummer lesen kannst.

Spotting und Fototipps

Regional-Express-Leistungen sind für Spotter angenehm: fester Takt, planbare Halte, gute Bahnsteigsituationen.

  • Bahnhöfe mit Halt nutzen. Anders als im Fernverkehr hast du hier Zeit für Nummer, Bildaufbau und einen zweiten Versuch. Geeignete Standorte listet die Übersicht der besten Bahnhöfe zum Trainspotten in Deutschland.
  • Auf die Zugspitze achten. Bei Wendezügen führt oft der Steuerwagen. Wenn du die Lok willst, plane die Gegenrichtung ein.
  • Dreiviertelansicht wählen. Die flache Front wirkt frontal wenig plastisch. Ein Winkel von 30 bis 45 Grad zeigt Front und Seitenwand zugleich.
  • Nummer immer mitnehmen. Bei drei ähnlichen Baureihen ist sie der einzige Beleg.

Gleise, Betriebsanlagen und Betriebshöfe sind tabu. Sie sind Privatgelände, das Betreten ist verboten und lebensgefährlich. Fotografiert wird vom Bahnsteig hinter der Sicherheitslinie und von öffentlich zugänglichen Flächen.

Häufige Verwechslungen

Es spricht für die 112.1, wenn …

  • du vier Achsen zählst
  • ein Doppelstock-Wendezug im Regional-Express dranhängt
  • die Front flach und kantig wirkt
  • die Nummer mit 112 beginnt

Sieh genauer hin, wenn …

  • du die Nummer nicht lesen kannst – 114 und 143 sehen praktisch gleich aus
  • eine Sonder- oder Werbelackierung die Zuordnung erschwert
  • der Steuerwagen führt und die Lok am Zugschluss läuft

Es ist keine 112.1, wenn …

  • du sechs Achsen zählst
  • ein Güterzug dahinterhängt
  • die Nummer mit 111, 114 oder 143 beginnt

Die direkteste Verwechslung ist die Baureihe 114: gleiche Herkunft, gleiche Grundform, andere Nummer. Wer beide sicher trennen will, kommt an der Fahrzeugnummer nicht vorbei.

Fazit

Die Baureihe 112.1 ist ein Musterbeispiel dafür, dass Aussehen und Baureihe nicht dasselbe sind. Form und Herkunft teilt sie mit zwei Schwesterreihen; unterscheiden lässt sie sich nur über die Nummer. Wer das akzeptiert und konsequent die Seitenwand fotografiert, bekommt saubere Sichtungen – und dokumentiert nebenbei ein Einsatzfeld, das sich mit jedem Fahrplanwechsel verändert.

Kurzfazit

Vier Achsen, kantige Front, Doppelstock-Wendezug im RE, Nummer ab 112 101: Das ist die 112.1. Bei 114 und 143 hilft nur die Nummer – fotografiere sie, statt sie zu schätzen.

Saubere Sichtungen statt Vermutungen

Nummer, Linie, Ort und Datum an einem Ort – so bleibt deine Sammlung auch bei ähnlichen Baureihen belastbar.

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Zusammenfassung

  • Die Baureihe 112.1 entstand als schnellere Variante der erfolgreichen Reichsbahn-Ellok-Familie aus Hennigsdorf.
  • Sie ist optisch kaum von den Baureihen 114 und 143 zu trennen; die Fahrzeugnummer ist das entscheidende Merkmal.
  • Ihr Einsatzfeld ist der schnelle Regionalverkehr mit lokbespannten Doppelstockzügen.
  • Weil Verkehrsverträge den Einsatz bestimmen, verschieben sich Einsatzgebiete regelmäßig.

Häufige Fragen

Was ist die Baureihe 112.1?

Eine vierachsige Elektrolokomotive für den schnellen Regionalverkehr aus dem Lokomotivbau Hennigsdorf. Sie ist eine auf 160 km/h ausgelegte Weiterentwicklung der Reichsbahn-Baureihe 243, die heute als Baureihe 143 geführt wird. Die Serienmaschinen tragen Nummern ab 112 101.

Was ist der Unterschied zwischen 112, 114 und 143?

Alle drei stammen aus derselben Bauartfamilie und sehen sich äußerlich sehr ähnlich. Sie unterscheiden sich in Auslegung, Höchstgeschwindigkeit und Ausrüstung – und genau das bildet die Baureihennummer ab. Ohne Blick auf die Fahrzeugnummer ist eine sichere Zuordnung nicht möglich.

Warum steht in manchen Quellen Baureihe 212?

Weil die Deutsche Reichsbahn diese Bauart ursprünglich als Baureihe 212 führte. Nach der Zusammenführung der Nummernpläne beider deutscher Bahnen war die 212 im Westen bereits durch eine Diesellok belegt, weshalb die Reihe umgezeichnet wurde. Solche Doppelbelegungen sind der Grund für viele Nummernwechsel nach 1992.

Wie schnell fährt die Baureihe 112.1?

Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 160 km/h. Genau das unterscheidet sie von der langsameren Baureihe 143, die für den Nahverkehr ausgelegt ist. Im Alltag entscheidet allerdings die Streckengeschwindigkeit, nicht die Lok.

Wo fährt die Baureihe 112.1?

Im schnellen Regionalverkehr, typischerweise vor Doppelstock-Wendezügen auf Regional-Express-Linien. Welche Linien konkret betroffen sind, hängt an Verkehrsverträgen und Fahrzeugverfügbarkeit und ändert sich mit den Fahrplanjahren.

Woran erkenne ich sie im Feld?

An vier Achsen, einer flachen kantigen Front mit großen Scheiben und dem typischen Umfeld: Doppelstockwagen mit Steuerwagen im Regional-Express. Die Bestätigung liefert die Fahrzeugnummer, die mit 112 beginnt.

Was bedeutet die Angabe 112.1?

Der Zusatz nach dem Punkt kennzeichnet eine Unterbauart innerhalb der Baureihe. Solche Untergliederungen gibt es im deutschen System häufig – etwa 110.3 oder 01.10. Sie fassen Maschinen zusammen, die sich in Ausrüstung oder Auslegung von der Grundausführung unterscheiden.

Lohnt es sich, Sichtungen der 112.1 zu dokumentieren?

Ja. Weil lokbespannte Regionalzüge zunehmend durch Triebzüge ersetzt werden, verändert sich das Einsatzbild dieser Baureihe laufend. Eine Sichtung mit Nummer, Linie, Ort und Datum ist damit eine Momentaufnahme, die in wenigen Jahren nicht mehr rekonstruierbar ist.

Sichtung von Baureihe 112.1 festhalten

Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.

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