Baureihe 23.10 / 35.10

Die Baureihe 23.10 war die letzte Personenzug-Neubaulok der Deutschen Reichsbahn. 113 Maschinen, ab 1970 als Baureihe 35.10 geführt – heute nur noch museal unterwegs.

Auch bekannt als: BR 23.10 · BR 35.10 · DR-Neubaulok 23.10

DeutschlandDeutschlandDampfloks & Sonderantriebe7 Min. LesezeitAktualisiert: August 2026

113

gebaute Lokomotiven

110 km/h

Höchstgeschwindigkeit

1956–1959

Bauzeitraum

1'C1'

Achsfolge

Das Wichtigste in Kürze

  • Die 23.10 ist eine DR-Neubaulok: 113 Maschinen, gebaut 1956 bis 1959 bei LKM Babelsberg für den mittelschweren Reisezugdienst.
  • Schnellster Erkennungsweg: eine Laufachse vorn, drei Kuppelachsen, eine Laufachse hinten – dazu ein Schlepptender.
  • 23.10 und 35.10 sind dieselbe Lok: Die Deutsche Reichsbahn zeichnete die Baureihe 1970 im Rahmen der EDV-Umstellung um.
  • Kein Regeleinsatz mehr: Was heute fährt, fährt als Museums-, Sonder- oder Traditionslokomotive.
  • Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit der westdeutschen Baureihe 23, die derselben Grundidee folgt, aber eine eigene Konstruktion ist.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Baureihe 23.10?
  2. 2.So liest du die Baureihennummer einer deutschen Dampflok
  3. 3.Die Umzeichnung 1970: warum 23.10 zu 35.10 wurde
  4. 4.Wo du eine 23.10 heute realistisch antriffst
  5. 5.Fototipps für eine Dampflok mit 1’C1’-Achsfolge
  6. 6.Häufige Verwechslungen
  7. 7.Fazit

Steckbrief

FahrzeugartPersonenzug-Schlepptenderlokomotive, Neubaulok der Deutschen Reichsbahn
Achsfolge1'C1' h2 – vorn eine Laufachse, drei gekuppelte Treibachsen, hinten eine Laufachse
HerstellerLKM Babelsberg
Baujahre1956 bis 1959
Stückzahl113 Lokomotiven, Betriebsnummern 23 1001 bis 23 1113
Höchstgeschwindigkeit110 km/h vorwärts, 50 km/h rückwärts
Leistungrund 1.250 kW
Umzeichnungab 1970 als Baureihe 35.10, Nummern 35 1001 bis 35 1113
Heutiger Statuskein Regeleinsatz, einzelne Maschinen museal erhalten

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?

Hak ab, was auf das Fahrzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Drei gekuppelte Treibachsen, davor und dahinter je eine einzelne Laufachse – die Achsfolge 1'C1'
  • Schlepptender hinter der Lok, also keine Wasserkästen längs des Kessels wie bei einer Tenderlok
  • Geschweißte Bauweise mit glatten Blechen statt der Nietreihen älterer Länderbahnloks
  • Kleine Windleitbleche der Bauart Witte statt großer Flächen alter Bauart
  • Betriebsnummer beginnt mit 23 1 oder – nach der Umzeichnung 1970 – mit 35 1
  • Immer vor leichten Reisezügen im Museums- oder Sonderverkehr, nie vor schweren Güterzügen

Aktualisiert: August 2026 – Eine Dampflok mit Schlepptender, drei Kuppelachsen und je einer Laufachse vorn und hinten: Das ist das Grundmuster der Baureihe 23.10, der letzten Personenzug-Neubaulok der Deutschen Reichsbahn. Ab 1970 lief dieselbe Maschine als Baureihe 35.10. Diese Seite zeigt dir, woran du sie erkennst, was hinter der doppelten Bezeichnung steckt und wie du sie heute überhaupt noch vor die Linse bekommst.

Dampflok gesichtet? Nummer und Datum festhalten.

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Was ist die Baureihe 23.10?

Die Baureihe 23.10 ist eine Personenzug-Schlepptenderlokomotive der Deutschen Reichsbahn mit der Achsfolge 1’C1’. Zwischen 1956 und 1959 entstanden bei LKM Babelsberg 113 Maschinen mit den Betriebsnummern 23 1001 bis 23 1113. Sie waren für 110 km/h zugelassen, leisteten rund 1.250 kW und sollten im mittelschweren Reisezugdienst die in die Jahre gekommenen Länderbahnbauarten ersetzen.

Historisch ist die Baureihe damit ein Spätprodukt: Sie kam in einer Zeit auf die Gleise, in der Diesel- und Elektrolokomotiven die Dampftraktion bereits ablösten. Entsprechend kurz war ihre Karriere. Heute existieren nur noch einzelne Maschinen als Museums- und Traditionsfahrzeuge – planmäßige Leistungen im Regelverkehr gibt es nicht mehr.

So liest du die Baureihennummer einer deutschen Dampflok

Das Nummernschema der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft von 1925 wirkt auf den ersten Blick willkürlich, folgt aber einer klaren Logik: Der Nummernbereich verrät den Verwendungszweck und die Bauart.

Erste Zifferngruppe lesen

01 bis 19 sind Schnellzugloks mit Schlepptender, 20 bis 39 Personenzugloks, 40 bis 59 Güterzugloks. Ab 60 beginnen die Tenderlokomotiven ohne separaten Tender.

Zahl hinter dem Punkt beachten

Die Unterbaureihe grenzt Bauarten innerhalb einer Baureihe ab. Die „.10“ bei der 23.10 markiert die Neubaulok der Reichsbahn gegenüber der Bundesbahn-Baureihe 23.

Achsfolge dazunehmen

Ziffern stehen für Laufachsen, Buchstaben für gekuppelte Treibachsen. 1'C1' heißt also: eine Laufachse, drei Kuppelachsen, eine Laufachse.

Wenn du dieses Muster einmal verinnerlicht hast, kannst du jede deutsche Dampflok-Baureihe grob einordnen, ohne sie zu kennen. Die allgemeine Systematik hinter Baureihen und Fahrzeugnummern erklärt die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen Schritt für Schritt.

Merksatz für den ersten Blick

Zähl zuerst die Achsen und schau, ob ein Schlepptender dranhängt. Beides erkennst du auch bei schlechtem Licht und aus großer Entfernung – Kesselarmaturen und Nummernschilder kannst du danach in Ruhe prüfen.

Die Umzeichnung 1970: warum 23.10 zu 35.10 wurde

1970 stellte die Deutsche Reichsbahn ihren Fahrzeugpark auf ein EDV-taugliches Nummernschema um. Dabei wanderte die Baureihe 23.10 geschlossen in den Bereich 35.10: Aus 23 1001 wurde 35 1001, aus 23 1113 wurde 35 1113. Technisch änderte sich dabei nichts.

Für die Praxis heißt das: Ältere Fotos und Literatur führen die Maschinen als 23.10, spätere Quellen und die meisten heutigen Museumsfahrzeuge als 35.10. Wer eine Sichtung dokumentiert, sollte die Nummer notieren, die tatsächlich am Fahrzeug steht – und nicht die, die in einem Buch steht.

Merkmal Baureihe 23.10 (bis 1970) Baureihe 35.10 (ab 1970)
Betriebsnummern 23 1001 bis 23 1113 35 1001 bis 35 1113
Bahnverwaltung Deutsche Reichsbahn Deutsche Reichsbahn
Technik unverändert unverändert
Typischer Einsatz damals Personen- und leichte Schnellzüge Personen- und Reisezugdienst bis zur Ausmusterung
Heutiger Status historische Bezeichnung Bezeichnung der erhaltenen Museumsloks

Historische Fahrzeuge sauber dokumentieren

Nummer, Datum, Anlass und Ort – bei Museumsloks steckt der Wert einer Sichtung in genau diesen Angaben.

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Wo du eine 23.10 heute realistisch antriffst

Es gibt keinen Fahrplan, in dem diese Baureihe steht. Wer sie sehen will, muss den umgekehrten Weg gehen: erst herausfinden, wo eine erhaltene Maschine beheimatet ist, dann prüfen, ob und wann sie fährt – Kesselfristen und Werkstatttermine, etwa im Dampflokwerk Meiningen, entscheiden darüber.

Diese Recherchewege funktionieren zuverlässig:

  • Veranstaltungskalender der Museumsbahnen und Eisenbahnmuseen. Betriebsfähige Großdampfloks werden dort angekündigt, oft Monate im Voraus.
  • Vereins- und Betreiberseiten. Wer eine Lok unterhält, schreibt in der Regel selbst, wann sie Fristen hat, in der Werkstatt steht oder wieder unter Dampf geht.
  • Sonderfahrtenlisten und Bahnforen. Der Guide zu Sonderzügen und Sonderfahrten zeigt, welche Quellen sich lohnen und wie kurzfristig sich Termine ändern.
  • Community-Sichtungen. Was gestern gemeldet wurde, ist der beste Hinweis darauf, was gerade betriebsfähig ist. Wie du solche Meldungen selbst beisteuerst, steht in der Anleitung zum Melden von Sichtungen.
  • Museumsbahn-Rubriken in großen Bahnforen. Der Überblick zur Museumsbahn-Recherche fasst zusammen, wo Termine zuerst auftauchen.

Auf Museumsgelände und bei Sonderfahrten gilt Hausrecht

Gleise, Betriebsanlagen, Drehscheiben und Lokschuppen sind keine öffentlichen Flächen. Absperrungen, Anweisungen des Personals und ausgewiesene Fotostandpunkte sind bindend – auch dann, wenn das perfekte Bild ein paar Meter weiter läge. Fotografiere von öffentlich zugänglichen Bereichen aus; welche Regeln am Gleis gelten, fasst der Beitrag zum Sicherheitsabstand am Gleis zusammen.

Fototipps für eine Dampflok mit 1’C1’-Achsfolge

Eine Dampflok fotografiert man anders als eine Ellok: Der Dampf ist Teil des Motivs, das Licht entscheidet über die Wirkung, und der Zug kommt genau einmal.

Dreiviertelansicht wählen

Ein Winkel von etwa 30 bis 45 Grad zeigt Front und Treibwerk zugleich. Genau das Treibwerk mit den drei Kuppelachsen ist bei dieser Baureihe das Erkennungsmerkmal.

Auf den Hintergrund achten

Dampf und Rauch brauchen eine ruhige, möglichst dunkle Fläche, um sichtbar zu bleiben. Vor hellem Himmel verschwindet die Fahne.

Kalte Luft nutzen

Bei niedrigen Temperaturen kondensiert der Dampf stärker und die Lok wirkt eindrucksvoller. Im Hochsommer bleibt oft nur ein dünner Schleier.

Zweite Chance einplanen

Sonderfahrten fahren häufig hin und zurück. Nutz die erste Vorbeifahrt als Testlauf und den Rückweg für das eigentliche Bild.

Die komplette Technik – Belichtungszeit, Standpunktwahl, Umgang mit Gegenlicht – behandelt der Guide wie man Dampfzüge fotografiert. Wer seine Bilder danach sauber archivieren will, findet im Beitrag zum Fotoarchiv für Spotter eine praktikable Struktur.

Häufige Verwechslungen

Es spricht für die 23.10 / 35.10, wenn …

  • du drei gekuppelte Treibachsen mit je einer Laufachse davor und dahinter zählst
  • ein Schlepptender hinter der Lok läuft
  • die Bauweise glatt und geschweißt wirkt, ohne sichtbare Nietreihen
  • die Nummer mit 23 1 oder 35 1 beginnt

Sieh genauer hin, wenn …

  • die Lok im Gegenlicht oder von hinten steht und du die Achsen nicht sicher zählen kannst
  • du eine Neubaulok siehst, aber nicht weißt, ob sie aus Ost- oder Westproduktion stammt
  • die Nummernschilder fehlen oder überlackiert sind

Es ist keine 23.10, wenn …

  • du vier oder fünf gekuppelte Achsen zählst – dann bist du bei Güterzugbaureihen
  • Wasserkästen längs des Kessels sitzen und kein Schlepptender vorhanden ist
  • die Nummer mit 38 beginnt – das ist die preußische P 8

Die häufigste Verwechslung passiert mit der westdeutschen Baureihe 23, die derselben Grundidee folgt, aber eine eigenständige Konstruktion ist. Wer nur die Achsfolge sieht, kommt hier nicht weiter – die Nummer entscheidet. Ähnlich zweideutig wird es gegenüber der älteren preußischen P 8, die als 2’C-Maschine ein zweiachsiges Drehgestell vorn hat statt einer einzelnen Laufachse. Bei den Güterzugbaureihen wie der Reko-Baureihe 50.35 fallen dagegen sofort fünf Kuppelachsen auf.

Fazit

Die Baureihe 23.10 ist ein Fahrzeug, das man an drei Merkmalen sicher hat: Achsfolge 1’C1’, Schlepptender, Nummer mit 23 1 oder 35 1. Die doppelte Bezeichnung ist kein technischer Unterschied, sondern nur die Folge der Umzeichnung von 1970. Heute begegnet sie dir ausschließlich museal – und genau das macht jede Sichtung dokumentationswürdig.

Kurzfazit

Eine Laufachse, drei Kuppelachsen, eine Laufachse, Schlepptender: Das ist die 23.10 beziehungsweise 35.10. Sie fährt nicht nach Fahrplan, sondern nach Veranstaltungskalender – wer sie sehen will, recherchiert bei Museumsbahnen und Traditionsvereinen.

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Zusammenfassung

  • Die Baureihe 23.10 war der letzte Versuch der Deutschen Reichsbahn, den Personenzugdienst mit einer neu konstruierten Dampflokomotive zu modernisieren.
  • Für die Bestimmung im Feld reichen Achsfolge, Schlepptender und Betriebsnummer – Details am Kessel braucht man erst danach.
  • Die Umzeichnung von 23.10 auf 35.10 im Jahr 1970 sorgt bis heute für Verwirrung: Beide Nummern meinen dieselben 113 Maschinen.
  • Wer die Baureihe sehen will, plant über Museumsbahnen, Traditionsvereine und Sonderfahrten – nicht über den Fahrplan.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich die Baureihe 23.10 sicher?

An der Achsfolge 1'C1': eine einzelne Laufachse vorn, drei gekuppelte Treibachsen in der Mitte, eine einzelne Laufachse hinten. Dazu kommt der Schlepptender und die geschweißte, glatte Bauweise ohne die Nietreihen älterer Länderbahnmaschinen. Die Betriebsnummer beginnt mit 23 1 oder 35 1.

Warum heißt die Lok manchmal 23.10 und manchmal 35.10?

Weil die Deutsche Reichsbahn ihre Fahrzeuge 1970 auf ein EDV-taugliches Nummernschema umstellte. Dabei wanderte die Baureihe 23.10 in den Nummernbereich 35.10. Es handelt sich um dieselben 113 Lokomotiven – die Bezeichnung hängt nur davon ab, welchen Zeitraum jemand meint.

Wie viele Lokomotiven der Baureihe 23.10 wurden gebaut?

Es entstanden 113 Maschinen mit den Betriebsnummern 23 1001 bis 23 1113, gebaut zwischen 1956 und 1959 bei LKM Babelsberg. Wie viele davon heute noch existieren und in welchem Zustand, ändert sich mit Aufarbeitungen, Fristabläufen und Vereinsprojekten.

Fährt die Baureihe 23.10 heute noch?

Im Regelverkehr nicht. Einzelne Maschinen sind museal erhalten, teils betriebsfähig, teils als nicht fahrbereite Ausstellungsstücke. Planmäßige Leistungen gibt es nicht – Einsätze finden als Sonderfahrten, Museumsbahnbetrieb oder bei Veranstaltungen statt.

Was ist der Unterschied zwischen Baureihe 23 und Baureihe 23.10?

Die Baureihe 23 war die Neubaulok der Deutschen Bundesbahn im Westen, die 23.10 die der Deutschen Reichsbahn im Osten. Beide verfolgten dasselbe Ziel – einen modernen Ersatz für die alten Personenzugloks – sind aber eigenständige Konstruktionen mit unterschiedlichen Details.

Wie schnell fuhr die Baureihe 23.10?

Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 110 km/h vorwärts und 50 km/h rückwärts. Diese Werte gelten für den früheren Regeleinsatz. Im heutigen Museumsbetrieb bestimmen die jeweilige Zulassung und die Trassenlage das tatsächliche Tempo, nicht der Datenblattwert.

Wofür wurde die Baureihe 23.10 gebaut?

Für den mittelschweren Reisezugdienst: Personenzüge und leichte Schnellzüge auf Haupt- und stärkeren Nebenstrecken. Sie sollte ältere Länderbahn-Bauarten wie die preußische P 8 ablösen, kam aber in eine Zeit, in der Diesel- und Elektrolokomotiven die Dampftraktion bereits verdrängten.

Wo finde ich Termine, an denen eine 23.10 oder 35.10 fährt?

Über die Veranstaltungskalender der Museumsbahnen und Traditionsvereine, über Sonderfahrtenlisten in Bahnforen und über Community-Sichtungen. Feste Termine gibt es nicht – prüfe immer den aktuellen Stand direkt beim Betreiber, weil Fristen und Werkstattaufenthalte kurzfristig alles ändern können.

Sichtung von Baureihe 23.10 / 35.10 festhalten

Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.

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