Das Wichtigste in Kürze
- Der iLINT ist ein LINT mit anderem Antrieb: Wagenkasten und Innenraum stammen vom Coradia LINT 54, statt Dieselmotoren arbeiten Brennstoffzellen.
- Schnellster Erkennungsweg: Dachaufbauten vorhanden, aber weder Stromabnehmer noch Auspuff – das gibt es sonst bei keinem Regionaltriebzug.
- 140 km/h und zwei Wagenteile machen ihn zu einem klassischen Regionalfahrzeug für nicht elektrifizierte Strecken.
- 2018 fuhr er als weltweit erster Wasserstoffzug im regulären Fahrgastbetrieb – zwischen Buxtehude und Cuxhaven.
- Wo er eingesetzt wird, ändert sich: Netze, Betreiber und Fahrzeugzahlen hängen an Vergaben und Tankinfrastruktur.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Zweiteiliger Dieseltriebwagen-Nachfolger mit Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb |
|---|---|
| Hersteller | Alstom, Werk Salzgitter |
| Grundlage | Coradia LINT 54 – dieselbe Wagenkastenfamilie, anderer Antrieb |
| Antrieb | Brennstoffzelle mit Wasserstoff, kombiniert mit Lithium-Ionen-Batterien |
| Höchstgeschwindigkeit | 140 km/h |
| Weltpremiere im Fahrgastbetrieb | 2018 im Netz zwischen Buxtehude und Cuxhaven |
| Emissionen am Fahrzeug | Wasserdampf – kein Abgasausstoß im Betrieb |
| Einsatzgebiete | Nicht elektrifizierte Regionalstrecken; Netze und Bestand ändern sich |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Zweiteiliger Triebzug mit Gelenk in der Mitte – Grundriss und Fenster wie beim Coradia LINT
- Auffällige, kastige Dachaufbauten über den Endbereichen: dort sitzen Wasserstofftanks und Brennstoffzellen
- Kein Stromabnehmer auf dem Dach und kein Auspuff – der wichtigste Unterschied zu Diesel- und Elektrotriebwagen
- Sehr leises Anfahren, kein Motorenlärm und keine Abgasfahne
- Häufig auffällige Beklebung mit Hinweis auf den Wasserstoffantrieb
- Einsatz auf nicht elektrifizierten Regionalstrecken, nie im Fernverkehr
Aktualisiert: August 2026 – Ein Regionaltriebzug ohne Oberleitung, ohne Auspuff und trotzdem mit auffälligen Dachaufbauten: Das ist der Alstom Coradia iLINT, der erste Wasserstoffzug der Welt im regulären Fahrgastbetrieb. Diese Seite zeigt dir, wie du ihn vom dieselbetriebenen Schwestermodell unterscheidest, was der Antrieb praktisch bedeutet und worauf du beim Fotografieren achten solltest.
Neue Antriebstechnik gesichtet?
Wasserstoff- und Batteriefahrzeuge verbreiten sich schnell – halte fest, wann du welches Fahrzeug wo gesehen hast.
Was ist der Coradia iLINT?
Der Coradia iLINT ist ein zweiteiliger Regionaltriebzug mit Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb, gebaut von Alstom im Werk Salzgitter. Er basiert auf dem Coradia LINT 54, einem weit verbreiteten Dieseltriebwagen für Nebenstrecken, und übernimmt von diesem Wagenkasten, Türanordnung und Innenraumkonzept. Ersetzt wurde der Antriebsstrang: Statt Dieselmotoren erzeugen Brennstoffzellen aus mitgeführtem Wasserstoff elektrische Energie, die zusammen mit Lithium-Ionen-Batterien die Fahrmotoren speist.
Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 140 km/h – ein typischer Regionalverkehrswert. 2018 nahmen die ersten Fahrzeuge im Netz der Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser (evb) zwischen Buxtehude und Cuxhaven den Fahrgastbetrieb auf und machten den iLINT zum weltweit ersten Wasserstoffzug im Linieneinsatz. Wo genau er heute fährt – zeitweise etwa bei der Hessischen Landesbahn (HLB) im Taunusnetz –, hängt an Ausschreibungen und an der Verfügbarkeit von Wasserstoff-Tankstellen und ändert sich entsprechend.
Die drei Blicke, die zur Bestimmung reichen
Für die Zuordnung brauchst du keine Detailkenntnis über Brennstoffzellen. Drei Beobachtungen genügen, und alle drei funktionieren vom Bahnsteig aus.
Aufs Dach schauen
Kastige Aufbauten über den Endbereichen, aber kein Stromabnehmer: Das ist das Kernmerkmal. Ein Elektrotriebzug hätte einen Stromabnehmer, ein reiner Dieseltriebwagen deutlich flachere Dachpartien.
Nach dem Auspuff suchen
Fehlt jedes Abgasrohr, scheidet ein Dieselantrieb aus. Zusammen mit den Dachaufbauten bleibt praktisch nur ein Fahrzeug mit Brennstoffzelle oder Batterie übrig.
Anfahrgeräusch hören
Der iLINT fährt fast lautlos an. Wenn ein Triebzug auf einer nicht elektrifizierten Strecke ohne Motorenlärm beschleunigt, ist die Sache klar.
Wenn du dieses Vorgehen auf beliebige Fahrzeuge übertragen willst, hilft die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen. Bleibt danach ein Rest an Unsicherheit, entscheidet die Fahrzeugnummer – wie diese international aufgebaut ist und wie du die Prüfziffer nutzt, erklärt der Beitrag zur UIC-Nummer.
Der schnellste Ausschluss: die Strecke
Wasserstofffahrzeuge fahren dort, wo es keine Oberleitung gibt. Hängt über dem Gleis ein Fahrdraht und der Zug hat trotzdem keinen Stromabnehmer, lohnt der zweite Blick besonders – das ist der klassische Fall für ein alternativ angetriebenes Fahrzeug auf einer teilelektrifizierten Relation.
Wo der iLINT ins Netz passt
Das Fahrzeug beantwortet eine sehr konkrete Frage: Was fährt auf Strecken, für die sich eine Oberleitung nicht rechnet, aber ein Dieselmotor nicht mehr erwünscht ist? Damit steht er in direkter Konkurrenz zu anderen Antriebskonzepten.
| Antriebskonzept | Braucht Oberleitung | Typische Reichweite ohne Nachladen | Einsatzfeld |
|---|---|---|---|
| Elektrotriebzug | ja, durchgehend | unbegrenzt am Fahrdraht | Hauptstrecken, S-Bahn-Netze |
| Dieseltriebwagen | nein | groß, Tankstelle genügt | Nebenstrecken aller Art |
| Batterietriebzug | teilweise, zum Nachladen | begrenzt, je nach Abschnitt | Lücken zwischen elektrifizierten Abschnitten |
| Wasserstofftriebzug wie der iLINT | nein | groß, Wasserstofftankstelle nötig | lange nicht elektrifizierte Strecken |
Die spannende Beobachtung für Spotter: Auf denselben Strecken tauchen inzwischen konkurrierende Konzepte auf. Neben dem iLINT stehen der Siemens Mireo Plus H als weiteres Wasserstofffahrzeug und batterieelektrische Konzepte wie der Stadler RS ZERO. Historisch ist das übrigens kein neuer Gedanke: Schon die Baureihe 515 fuhr als Akkumulatortriebwagen ohne Fahrdraht durch die Bundesrepublik.
Sieh, welche Fahrzeuge gerade gemeldet werden
Gerade bei neuen Antrieben ändert sich der Einsatz schnell – Community-Sichtungen sind schneller als jede Liste.
Fototipps für den Wasserstoffzug
Der iLINT hat einen fotografischen Vorteil, den kaum ein modernes Fahrzeug bietet: Er fährt auf Strecken ohne Oberleitung. Keine Masten, keine Drähte, keine Schatten quer über dem Dach.
Freie Streckenlage suchen
Ohne Fahrdraht funktionieren erhöhte Standpunkte und Landschaftsbilder deutlich besser als bei elektrifizierten Strecken. Nutze das – solche Bilder sind mit Elektrotriebzügen kaum machbar.
Dachpartie zeigen
Die Aufbauten sind das eigentliche Erkennungsmerkmal. Ein leicht erhöhter Standpunkt oder eine Aufnahme von einer Brücke macht sie sichtbar, während sie vom Bahnsteig aus oft verdeckt bleiben.
Auf leise Einfahrten gefasst sein
Weil kein Motorenlärm ankündigt, dass der Zug kommt, verpasst man ihn leichter als einen Dieseltriebwagen. Kamera früher bereithalten und den Blick streckenwärts richten.
Beklebung dokumentieren
Viele Fahrzeuge tragen Werbung oder Hinweise zum Antrieb. Diese Beklebungen wechseln – ein Bild, auf dem sie vollständig lesbar sind, gewinnt mit den Jahren an Wert.
Die grundsätzliche Technik – Standpunktwahl, Verschlusszeit, Bildaufbau – behandelt der Guide zu guten Fotos von Zügen.
Sicherheit geht vor Bildidee
Gleisbereiche, Bahnsteigkanten jenseits der Markierung und Betriebsanlagen sind tabu – auch auf ruhig wirkenden Nebenstrecken. Leise Fahrzeuge machen das Risiko größer, nicht kleiner: Ein Wasserstoffzug kündigt sich akustisch kaum an. Bleib auf öffentlich zugänglichen Flächen und halte Abstand.
Warum der Antrieb für Spotter überhaupt relevant ist
Antriebstechnik klingt nach einem Thema für Ingenieure, hat für Beobachter aber sehr konkrete Folgen. Wer weiß, wie ein Fahrzeug angetrieben wird, kann vorhersagen, wo es auftaucht und wie es sich verhält.
Der Antrieb bestimmt das Einsatzgebiet
Ein Elektrotriebzug ist an den Fahrdraht gebunden, ein Wasserstofffahrzeug an eine Tankstelle, ein Batteriefahrzeug an Ladeinfrastruktur. Aus der Technik ergibt sich also direkt, auf welchen Strecken du suchen musst.
Der Antrieb verrät sich am Dach
Stromabnehmer, Kühleranlagen, Tankaufbauten und Abgasrohre sind von außen sichtbar. Wer das Dach lesen kann, bestimmt Fahrzeugfamilien schneller als über Frontform oder Lackierung.
Der Antrieb verändert das Fotografieren
Ohne Oberleitung entfallen Masten, Drähte und deren Schatten. Strecken mit alternativ angetriebenen Fahrzeugen sind deshalb fotografisch oft dankbarer als elektrifizierte Hauptbahnen.
Der Antrieb macht Fahrzeuge zeitlich einordenbar
Wasserstoff- und Batteriefahrzeuge sind eine junge Generation. Wo sie auftauchen, hat es vorher Dieseltriebwagen gegeben – und diese Ablösung ist gerade dabei zu passieren.
Der letzte Punkt ist der interessanteste. Der Wechsel von Dieseltriebwagen zu alternativen Antrieben läuft gerade und wird in wenigen Jahren abgeschlossen sein. Wer heute dokumentiert, welches Fahrzeug auf welcher Strecke fährt, hält einen Übergang fest, den es so kein zweites Mal gibt. Genau deshalb lohnt es sich, bei jeder Sichtung nicht nur die Fahrzeugnummer, sondern auch Strecke und Datum sauber mitzuschreiben.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für den iLINT, wenn …
- der Triebzug zweiteilig ist und wie ein LINT aussieht
- auf dem Dach kastige Aufbauten sitzen
- weder Stromabnehmer noch Auspuff vorhanden sind
- er auf einer nicht elektrifizierten Strecke leise anfährt
Sieh genauer hin, wenn …
- du das Dach nicht einsehen kannst – vom Bahnsteig aus schwierig
- das Fahrzeug vollflächig beklebt ist
- auf der Strecke mehrere Antriebskonzepte parallel im Einsatz sind
Es ist kein iLINT, wenn …
- ein Stromabnehmer auf dem Dach liegt
- beim Anfahren eine Abgasfahne sichtbar wird
- der Zug drei oder mehr Wagenteile hat
Fazit
Der Coradia iLINT ist eines der wenigen Fahrzeuge, bei denen sich der Antrieb von außen ablesen lässt – wenn man weiß, wonach man sucht. Dachaufbauten ohne Stromabnehmer und ohne Auspuff sind eine Kombination, die es sonst nicht gibt. Ansonsten bleibt er ein ganz normaler Regionaltriebzug: zweiteilig, 140 km/h, für Strecken ohne Fahrdraht. Genau das war die Idee.
Kurzfazit
Zweiteilig, LINT-Form, Kästen auf dem Dach, kein Stromabnehmer, kein Auspuff: Das ist der iLINT. Einsatzgebiete verschieben sich mit Vergaben und Tankinfrastruktur – prüfe vor der Tour, wo aktuell Wasserstofffahrzeuge unterwegs sind.
Zusammenfassung
- Der Coradia iLINT ist ein zweiteiliger Regionaltriebzug von Alstom, der seine Antriebsenergie aus Wasserstoff-Brennstoffzellen und Pufferbatterien bezieht.
- Optisch ist er nah am dieselbetriebenen Coradia LINT; unterscheiden lässt er sich vor allem über die Dachaufbauten und das fehlende Auspuffrohr.
- Sein Einsatzfeld sind nicht elektrifizierte Regionalstrecken, auf denen sich eine Oberleitung nicht rechnet.
- Bestand und Einsatzgebiete verschieben sich mit Ausschreibungen und dem Ausbau der Wasserstoff-Tankstellen – aktuelle Sichtungen schlagen jede ältere Liste.
Häufige Fragen
Was ist der Alstom Coradia iLINT?
Der Coradia iLINT ist ein zweiteiliger Regionaltriebzug mit Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb von Alstom aus dem Werk Salzgitter. Technisch basiert er auf dem dieselbetriebenen Coradia LINT 54, ersetzt dessen Motoren aber durch Brennstoffzellen und Batterien. Im Betrieb entsteht am Fahrzeug nur Wasserdampf.
Wie erkenne ich einen iLINT sicher?
Achte auf das Dach. Der iLINT hat kastige Aufbauten über den Endbereichen, in denen Tanks und Brennstoffzellen sitzen – aber weder Stromabnehmer noch Auspuff. Ein Elektrotriebzug hat einen Stromabnehmer, ein Dieseltriebwagen ein Abgasrohr. Fehlt beides und sind trotzdem Aufbauten da, bist du beim Wasserstofffahrzeug.
Wie schnell fährt der Coradia iLINT?
Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 140 km/h. Das entspricht dem üblichen Wert für Regionaltriebwagen auf nicht elektrifizierten Strecken. Im Alltag bestimmt ohnehin der Fahrplan mit seinen Halten das Tempo und nicht die technische Grenze.
Seit wann fährt der iLINT im Fahrgastbetrieb?
Seit 2018. Damals nahmen die ersten Fahrzeuge im Netz zwischen Buxtehude und Cuxhaven den Betrieb auf – weltweit der erste reguläre Personenverkehr mit Wasserstoffzügen. Seither wurden weitere Netze ausgerüstet, wobei Umfang und Betreiber sich mit den Vergaben ändern.
Was ist der Unterschied zwischen iLINT und LINT?
Der Unterschied liegt fast vollständig im Antrieb. Der LINT ist ein Dieseltriebwagen mit Verbrennungsmotoren unter dem Wagenboden, der iLINT nutzt Brennstoffzellen und Batterien. Wagenkasten, Türanordnung und Innenraum sind eng verwandt, weshalb die beiden aus der Ferne leicht zu verwechseln sind.
Warum baut man Wasserstoffzüge statt zu elektrifizieren?
Auf schwach ausgelasteten Nebenstrecken ist eine Oberleitung oft unwirtschaftlich. Wasserstoff- und Batteriefahrzeuge sind ein Weg, dort trotzdem ohne Dieselmotor zu fahren. Welche Technik sich durchsetzt, ist offen – Batteriefahrzeuge und Oberleitungsausbau stehen als Alternativen daneben.
Wo kann ich einen iLINT fotografieren?
Auf nicht elektrifizierten Regionalstrecken, auf denen er planmäßig verkehrt. Der große Vorteil gegenüber Elektrostrecken: keine Oberleitung, keine Masten, keine Fahrdrähte im Bild. Welche Netze aktuell mit Wasserstofffahrzeugen bedient werden, solltest du vor jeder Tour neu prüfen.
Hört man den Unterschied zu einem Dieseltriebwagen?
Deutlich. Ein Dieseltriebwagen wird beim Anfahren laut und stößt sichtbar Abgas aus. Der iLINT fährt sehr leise an – hörbar sind vor allem Rollgeräusche und Hilfsaggregate. Für Videoaufnahmen am Bahnsteig ist das ein spürbarer Unterschied.
Sichtung von Alstom Coradia iLINT festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
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