Alstom

Alstom ist nach der Übernahme von Bombardier Transportation der breiteste Fahrzeughersteller Europas. Vom Dieseltriebwagen über die Güterzuglok bis zur Straßenbahn kommt vieles aus demselben Haus – erkennbar aber nicht am Logo, sondern an den Plattformnamen und ihren Bauformen.

Auch bekannt als: Alsthom · GEC Alsthom · Alstom SA · Alstom Transport

FrankreichFrankreichHersteller & Bahntechnikseit 19287 Min. Lesezeit

1928

Gründung als Alsthom

2021

Übernahme Bombardier Transportation

5

große Produktfamilien

LINT

meistgesehene Plattform in Deutschland

Das Wichtigste in Kürze

  • Alstom verkauft Plattformen, keine Einzelfahrzeuge. Coradia, Avelia, Citadis, Metropolis und Prima decken zusammen fast den gesamten Markt ab.
  • Seit 2021 gehört auch Bombardier Transportation dazu. TRAXX, TALENT und FLEXITY kommen damit aus demselben Konzern.
  • Die LINT-Zahl ist die Länge. LINT 27, 41, 54 und 81 unterscheiden sich vor allem in Metern und Wagenteilen.
  • Am Fahrzeug steht nie Alstom. Beschriftet wird nach Besteller; der Hersteller steht allenfalls klein auf dem Fabrikschild.
  • Der iLINT ist die auffälligste Bauform. Brennstoffzellen und Wasserstofftanks sitzen sichtbar auf dem Dach.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Steckbrief
  2. 2.Geschäftsfelder
  3. 3.Struktur & Marken
  4. 4.Geschichte im Zeitraffer
  5. 5.Woran du das Unternehmen erkennst
  6. 6.Stärken und Schwächen
  7. 7.Vom Elektrokonzern zum reinen Bahnhersteller
  8. 8.Fünf Namen, unter denen fast alles läuft
  9. 9.Was die Bombardier-Übernahme für Sichtungslisten geändert hat
  10. 10.Ein französischer Konzern mit deutscher Fertigung
  11. 11.So trennst du die Coradia-Varianten am Bahnsteig
  12. 12.Wo sich der Weg lohnt
  13. 13.Fazit
  14. 14.Häufige Fragen

Steckbrief

Rolle in der BrancheWeltkonzern mit dem breitesten Produktspektrum in Europa
SitzFrankreich, mit großen Werken in Deutschland
Ursprung1928 als Alsthom aus der Fusion zweier Elektrotechnikunternehmen
Zäsur 2015Verkauf der Energiesparte – seither ein reines Bahnunternehmen
Zäsur 2021Übernahme von Bombardier Transportation samt TRAXX, TALENT und FLEXITY
ProduktfamilienCoradia, Avelia, Citadis, Metropolis, Prima – dazu die Bombardier-Erbschaft
Deutsche Werkeunter anderem Salzgitter, Hennigsdorf, Bautzen, Görlitz und Kassel
Erkennungsweg im FeldPlattformname und Wagenteilung, nicht der Schriftzug am Fahrzeug
Offizielle Websitewww.alstom.com/alstom-germany

Geschäftsfelder

Regionalverkehr – die Coradia-Familie mit Diesel-, Elektro-, Batterie- und Wasserstofftriebzügen
Hochgeschwindigkeit – die Avelia-Familie, aus der auch der französische TGV stammt
Stadtverkehr – Citadis-Straßenbahnen und Metropolis-Metrofahrzeuge
Lokomotiven – die Prima-Reihe sowie die von Bombardier übernommene TRAXX-Familie
Signaltechnik und Service – Leit- und Sicherungstechnik, Werkstätten und Instandhaltungsverträge

Struktur & Marken

Coradia – Regionaltriebzüge, in Deutschland vor allem als LINT und Continental
Avelia – Hochgeschwindigkeitszüge, darunter die TGV-Generationen und der Pendolino
Citadis – Niederflur-Straßenbahnen für Netze in ganz Europa
Metropolis – Metro-Fahrzeuge, in Deutschland kaum vertreten
Prima – Lokomotivfamilie, in Deutschland vor allem als Hybrid-Rangierlok H3
Bombardier-Plattformen – TRAXX, TALENT, FLEXITY, TWINDEXX und MOVIA aus der Übernahme

Geschichte im Zeitraffer

1928Aus der Fusion eines elsässischen Maschinenbauers mit einem Elektrotechnikkonzern entsteht Alsthom. Die Wurzeln liegen in der Elektrotechnik, nicht im Fahrzeugbau.
1998Der Konzern geht an die Börse und tritt seither als Alstom auf. Bahnfahrzeuge und Energietechnik stehen zu diesem Zeitpunkt noch nebeneinander.
2015Die Energiesparte wird verkauft. Alstom ist ab jetzt ein reines Bahnunternehmen – eine Weichenstellung, die den Fokus auf Fahrzeuge und Signaltechnik erklärt.
2018In Niedersachsen geht der Coradia iLINT in den Fahrgastbetrieb – der erste Brennstoffzellen-Triebzug im Planbetrieb weltweit.
2021Mit der Übernahme von Bombardier Transportation wandern TRAXX, TALENT, FLEXITY und TWINDEXX in dasselbe Haus. Die Zahl der Plattformen verdoppelt sich schlagartig.

Woran du Alstom erkennst

Gehört der Zug wirklich zu Alstom?

Hak ab, was auf das Fahrzeug zutrifft, das du gerade vor dir hast.

  • Plattformname statt Herstellername – am Fahrzeug steht der Besteller, der Typ steckt in der Baureihenbezeichnung
  • LINT-Logik – die Zahl im Namen entspricht grob der Fahrzeuglänge in Metern, von LINT 27 bis LINT 81
  • Jakobsdrehgestell – Coradia-Gliedertriebwagen teilen sich ein Drehgestell zwischen zwei Wagenteilen
  • Flache, breite Frontscheibe – typisch für die LINT-Generationen, ohne die ausgestellten Seitenpartien des TALENT 2
  • Dachaufbauten – beim iLINT sitzen Brennstoffzellen und Wasserstofftanks sichtbar auf dem Dach
  • Werkstattmarken – Fabrikschilder tragen je nach Baujahr Alstom, Bombardier, LHB oder AEG

Stärken und Schwächen

Dafür steht das Unternehmen

  • Nahezu an jedem deutschen Regionalbahnhof vertreten – Sichtungen sind ohne Planung möglich
  • Die Plattformlogik lässt sich einmal lernen und danach auf Dutzende Baureihen anwenden
  • Große Bandbreite vom Rangierhybrid bis zum Hochgeschwindigkeitszug im selben Portfolio
  • Wasserstoff- und Batteriefahrzeuge sind optisch eindeutig und damit dankbare Motive
  • Viele Fahrzeuge laufen europaweit, was Vergleichsaufnahmen über Ländergrenzen ermöglicht

Wo es hakt

  • Der Herstellername steht praktisch nie am Fahrzeug – die Zuordnung läuft immer über den Typ
  • Nach der Bombardier-Übernahme sind ältere Quellen widersprüchlich, was den Hersteller angeht
  • Viele Plattformen sehen sich untereinander sehr ähnlich, besonders im Regionalverkehr
  • Bestellerlackierungen überdecken jede Familienähnlichkeit zuverlässig
  • Zu Stückzahlen und Werksbelegungen gibt es keine belastbare öffentliche Quelle

Aktualisiert: August 2026 – Auf einer beliebigen deutschen Nebenstrecke steht die Chance gut, dass der Triebwagen am Bahnsteig aus einem einzigen Werk stammt. Alstom liefert in Deutschland so viele Regionalfahrzeuge, dass die Frage weniger lautet „ist das ein Alstom?“ als „welche Plattform ist das?“. Am Fahrzeug hilft das nicht weiter – dort steht der Besteller. Die Antwort steckt in der Bauform.

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Vom Elektrokonzern zum reinen Bahnhersteller

Alstom entstand 1928 nicht als Fahrzeugbauer, sondern als Elektrotechnikkonzern. Turbinen, Generatoren und Bahnfahrzeuge standen jahrzehntelang nebeneinander. Erst 2015, mit dem Verkauf der Energiesparte, wurde daraus ein Unternehmen, das nur noch Schienenverkehr macht.

Die zweite und für Spotter wichtigere Zäsur kam 2021: Mit Bombardier Transportation wanderten ganze Fahrzeugfamilien in denselben Konzern. Seither steht Alstom in Europa dort, wo vorher zwei Anbieter standen – und ältere Quellen widersprechen sich, weil dasselbe Fahrzeug je nach Erscheinungsjahr des Textes einem anderen Hersteller zugeordnet wird.

1928Gründung als Alsthom
2015Trennung von der Energiesparte
2021Übernahme von Bombardier Transportation
5Produktfamilien decken fast alles ab

Fünf Namen, unter denen fast alles läuft

Alstom verkauft keine Einzelfahrzeuge, sondern Plattformen. Jede trägt einen Familiennamen, und jede Bestellung ist eine Variante davon. Wer die fünf Namen kennt, kann fast jedes Fahrzeug einordnen, bevor er die Baureihe nachschlägt.

Familie Einsatzbereich Typisches Merkmal In Deutschland
Coradia Regionalverkehr Gliedertriebwagen mit Jakobsdrehgestellen sehr häufig, als LINT und Continental
Avelia Hochgeschwindigkeit Triebkopf- oder Neigetechnikzüge nicht im Planverkehr
Citadis Straßenbahn durchgehender Niederflurboden selten
Metropolis Metro fahrerlose Betriebsformen möglich kaum vertreten
Prima Lokomotiven modularer Aufbau, auch als Hybrid-Rangierlok als Prima H3 im Rangierdienst

Der französische TGV gehört in die Avelia-Zeile, die Neigetechnikzüge vom Typ Pendolino ebenfalls – etwa die tschechische Reihe ČD 680. Im deutschen Alltag begegnet dir aber praktisch nur Coradia, dazu die Prima H3 als dreiachsige Hybrid-Rangierlok.

Die LINT-Zahl ist die Länge

LINT 27, LINT 41, LINT 54, LINT 81 – die Zahl entspricht grob der Fahrzeuglänge in Metern. Ein LINT 41 ist zweiteilig mit einem gemeinsamen Drehgestell in der Mitte, ein LINT 54 die gestreckte Variante. Damit kannst du die Untertypen ohne Nachschlagen trennen, sobald du Wagenteile und Drehgestelle zählst.

Was die Bombardier-Übernahme für Sichtungslisten geändert hat

Am Fahrzeug hat sich nichts geändert. In den Listen dagegen viel: Eine TRAXX aus dem Jahr 2010 wurde von Bombardier gebaut, eine baugleiche Maschine aus jüngerer Produktion trägt Alstom als Hersteller. Beide Angaben sind richtig, und beide führen zu Widersprüchen, wenn man sie ungeprüft in eine Sammlung übernimmt.

Der saubere Umgang damit ist simpel: In der Sichtung steht die Fahrzeugnummer, nicht der Konzernname. Nummern überleben Fusionen. Wie die zwölfstellige Nummer aufgebaut ist, erklärt der Guide zur UIC-Nummer.

Baureihe statt Herstellername notieren

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Ein französischer Konzern mit deutscher Fertigung

Der Firmensitz liegt bei Paris, ein erheblicher Teil der Fertigung aber nicht. Salzgitter ist der Standort, aus dem die LINT-Familie kommt – dort saß früher Linke-Hofmann-Busch, und die Kontinuität reicht bis in die Schienenbus-Ära zurück. Bautzen und Görlitz kamen über die Bombardier-Übernahme dazu und stehen traditionell für Straßenbahnen beziehungsweise Doppelstockwagen. Hennigsdorf bei Berlin ist einer der ältesten Elektrolokomotivstandorte Deutschlands überhaupt.

Für Spotter erklärt das ein sonst verwirrendes Detail: Fabrikschilder an Fahrzeugen derselben Familie können je nach Baujahr Alstom, Bombardier, ADtranz, AEG oder LHB nennen. Es handelt sich nicht um verschiedene Fahrzeuge, sondern um verschiedene Eigentümer desselben Werks. Welche Baureihe aktuell in welcher Halle entsteht, wechselt mit der Auftragslage und ist öffentlich nicht verlässlich dokumentiert – Werksangaben aus Foren sollte man deshalb nicht ungeprüft in eine Sammlung übernehmen.

Sichtbar wird die Fertigungstiefe bei Überführungsfahrten. Neufahrzeuge laufen als Sonderzüge oder überführt an fremder Lok zum Besteller, oft ohne Beschriftung und mit Papierschildern in den Fenstern. Solche Fahrten sind schlecht planbar, dafür dokumentarisch wertvoll – die Strategie dafür beschreibt Seltene Fahrzeuge erwischen.

So trennst du die Coradia-Varianten am Bahnsteig

Antriebsart bestimmen

Stromabnehmer auf dem Dach bedeutet Continental, Auspuffanlage und Motorgeräusch bedeuten LINT. Große Tanks und Blöcke auf dem Dach deuten auf den iLINT.

Wagenteile zählen

Ein Teil, zwei Teile oder drei Teile grenzen den Untertyp bereits stark ein.

Drehgestelle zählen

Weniger Drehgestelle als Wagenteile heißt Gliedertriebwagen mit Jakobsdrehgestell – ein Kernmerkmal der Coradia-Familie.

Front vergleichen

Die flache, breite LINT-Front unterscheidet sich klar von den ausgestellten Seitenpartien des TALENT 2 aus der Bombardier-Erbschaft.

Nummer ablesen und einordnen

Erst die Baureihe macht den Eintrag eindeutig. Die Systematik dahinter steht in der Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.

Reicht dein Blick für die Plattform?

Hak ab, welche Merkmale du am Fahrzeug wirklich abgelesen hast.

Die Drehgestellzahl wiegt am schwersten – sie trennt Gliedertriebwagen von konventionellen Bauformen.

Wo sich der Weg lohnt

Gute Ausbeute erwartest du …

  • an Regionalknoten mit mehreren nicht elektrifizierten Strecken
  • bei Betreibern, die ihre Flotte fast vollständig aus einer Familie bestellt haben
  • an Werkstattstandorten, wo Fahrzeuge mehrerer Besteller nebeneinander stehen

Es wird schwieriger …

  • wenn Bestellerlackierungen jede Familienähnlichkeit überdecken
  • bei Fahrzeugen, die zwischen Betreibern gewechselt haben
  • bei Baureihen, deren Hersteller in Quellen unterschiedlich angegeben wird

Kaum Chancen hast du …

  • bei Metropolis-Fahrzeugen, die in Deutschland kaum vorkommen
  • bei Avelia-Hochgeschwindigkeitszügen ohne Fahrt nach Frankreich
  • im reinen Güterverkehr, wo andere Plattformen dominieren

Wer die Familie im Alltag sehen will, braucht keine Tour zu planen: Betreiber wie erixx, die NordWestBahn und die Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser setzen LINT-Fahrzeuge im großen Stil ein. Für Hochgeschwindigkeitstechnik führt der Weg dagegen ins Ausland, etwa nach Paris Gare de Lyon.

Wasserstofftechnik ist kein Grund für Nähe

Brennstoffzellenfahrzeuge und ihre Betankungsanlagen liegen fast immer auf Betriebsgelände. Diese Bereiche sind nicht öffentlich zugänglich, auch nicht für ein besseres Bild vom Dachaufbau. Was gilt, steht im Beitrag zum Hausrecht auf Bahnhöfen; die Abstände am Gleis erklärt Sicherheitsabstand am Gleis.

Fazit

Alstom ist der Hersteller, dem du am häufigsten begegnest, ohne es zu merken. Der Name steht nirgends, die Plattform schon – und die lässt sich an Wagenteilen, Drehgestellen und Dachaufbauten ablesen. Wer diese drei Punkte abarbeitet, ordnet die meisten deutschen Regionalfahrzeuge korrekt zu.

Die Kehrseite ist die Unschärfe nach der Bombardier-Übernahme. Herstellerangaben in älteren Quellen sind kein verlässlicher Anker mehr. Verlässlich bleibt die Fahrzeugnummer – sie überlebt jede Konzernumbildung.

Kurzfazit

Alstom liefert unter fünf Familiennamen fast das gesamte Marktspektrum. Bestimme über die Plattform, notiere über die Fahrzeugnummer – der Konzernname ist die unbeständigste Angabe von allen.

Deine Coradia-Sammlung vervollständigen

LINT 27 bis LINT 81, Continental und iLINT – behalte den Überblick, was dir noch fehlt.

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Zusammenfassung

  • Wer Alstom-Fahrzeuge bestimmen will, arbeitet über Plattformnamen und Wagenteilung – der Konzernname hilft im Feld nicht weiter.
  • Die Übernahme von Bombardier hat die Herstellerzuordnung älterer Baureihen rückwirkend verschoben, ohne dass sich am Fahrzeug etwas geändert hätte.
  • Im deutschen Regionalverkehr ist die Coradia-Familie so verbreitet, dass fast jede Nebenstrecke einen Vertreter zeigt.
  • Für die Sichtungsliste zählt die Baureihe, nicht der Markenname des Bestellers – nur so bleibt der Eintrag später auswertbar.

Häufige Fragen

Welche Fahrzeuge baut Alstom in Deutschland?

Vor allem Regionaltriebzüge und Lokomotiven. Aus dem Werk in Salzgitter kommen die LINT-Triebwagen, die auf fast jeder deutschen Nebenstrecke laufen. Dazu kommen elektrische Triebzüge der Familie Coradia Continental und Rangierloks wie die Prima H3. Nach der Bombardier-Übernahme gehören auch die ostdeutschen Werke dazu.

Was bedeutet die Zahl hinter LINT?

Sie gibt grob die Fahrzeuglänge in Metern an. Ein LINT 27 ist ein einteiliger Kurztriebwagen, ein LINT 41 hat zwei Wagenteile mit einem gemeinsamen Drehgestell in der Mitte, ein LINT 54 ist die gestreckte Variante davon und ein LINT 81 dreiteilig. Wer die Wagenteile zählt und die Länge abschätzt, kommt damit ohne Datenbank sehr weit.

Gehört TRAXX jetzt zu Alstom?

Ja. Die TRAXX-Familie stammt von Bombardier Transportation und ist seit 2021 Teil von Alstom. Am Fahrzeug ändert das nichts – die Loks tragen weiterhin die Beschriftung ihres Halters. Für Sichtungslisten heißt es aber: Ältere Quellen nennen Bombardier als Hersteller, neuere Alstom. Beides ist je nach Baujahr richtig.

Woran erkenne ich einen Coradia Continental?

An der Gliederbauweise: Die Wagenteile stützen sich auf gemeinsame Jakobsdrehgestelle, es gibt also weniger Drehgestelle als Wagenteile. Dazu kommt eine durchgehende, flach ansteigende Front ohne die ausgestellten Seitenpartien des TALENT 2. Wie du solche Triebwagenfamilien systematisch trennst, zeigt der Beitrag FLIRT, TALENT und Desiro unterscheiden.

Was ist der Coradia iLINT?

Ein Regionaltriebzug mit Brennstoffzellenantrieb. Der iLINT ging 2018 in Niedersachsen in den Fahrgastbetrieb und war der erste Wasserstoffzug im Planbetrieb weltweit. Optisch erkennst du ihn an den Dachaufbauten: Brennstoffzellen und Wasserstofftanks sitzen dort, wo bei einem Dieseltriebwagen nur Kühler und Klimaanlage wären.

Baut Alstom auch Straßenbahnen?

Ja, unter dem Namen Citadis. Diese Niederflur-Straßenbahnen fahren in zahlreichen europäischen Netzen, in Deutschland allerdings deutlich seltener als Fahrzeuge anderer Hersteller. Ein gut dokumentiertes Beispiel außerhalb Deutschlands sind die Citadis-Wagen in Rotterdam. Über die Bombardier-Erbschaft kommt zusätzlich die FLEXITY-Familie dazu.

Ist Alstom größer als Siemens Mobility?

Beide gehören zu den großen europäischen Anbietern, aber sie sind unterschiedlich aufgestellt. Alstom deckt nach der Bombardier-Übernahme ein breiteres Fahrzeugspektrum ab, Siemens Mobility ist stärker in Signaltechnik und Elektrotechnik verwurzelt. Belastbare aktuelle Umsatz- oder Auftragszahlen nennen wir hier bewusst nicht – sie ändern sich jährlich und werden unterschiedlich abgegrenzt.

Warum steht auf keinem Zug der Name Alstom?

Weil Fahrzeuge nach dem Besteller beschriftet werden, nicht nach dem Hersteller. Ein Triebwagen trägt das Logo des Verkehrsverbunds oder des Betreibers, während der Hersteller nur auf einem kleinen Fabrikschild auftaucht. Welche Ebene am Fahrzeug welche Information liefert, erklärt der Guide Wer fährt eigentlich?.

Wo sehe ich viele Alstom-Fahrzeuge auf einmal?

An Regionalknoten mit mehreren Dieselstrecken. Betreiber wie erixx und die NordWestBahn setzen in großem Umfang LINT-Fahrzeuge ein. Für Hochgeschwindigkeitstechnik brauchst du dagegen Frankreich – Paris Gare de Lyon ist der klassische TGV-Bahnhof.

Wie notiere ich eine Sichtung, wenn der Hersteller unklar ist?

Über die Fahrzeugnummer. Sie ändert sich nicht, wenn ein Konzern gekauft oder umbenannt wird. Der Herstellername ist dagegen eine Momentaufnahme der Eigentümerstruktur. Wie die zwölfstellige Nummer aufgebaut ist, steht im Guide zur UIC-Nummer; für den Aufbau eines dauerhaften Archivs hilft Sichtungslogbuch führen.

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Die operative Ebene in der EVU-Datenbank

Wer die Züge tatsächlich führt, mit Halterkürzel und Erkennungsmerkmalen am Fahrzeug.

Typische Fahrzeuge

Wo du Alstom antriffst

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