DB-Baureihe 714

Die Baureihe 714 sind umgebaute Loks der V-100-Familie, die die Rettungszüge der DB an den Tunnelstandorten bewegen. Ein Fahrzeug, das man selten und meist stehend sieht.

Auch bekannt als: BR 714 · Rettungszug-Lok

DeutschlandDeutschlandDiesel-Rangier- & Kleinloks7 Min. LesezeitAktualisiert: August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Baureihe 714 ist keine gewöhnliche Rangierlok: Sie bewegt die Tunnelhilfs- und Rettungszüge der DB und steht die meiste Zeit bereit.
  • Technisch stammt sie aus der V-100-Familie – vier Achsen in zwei Drehgestellen, Mittelführerhaus, dieselhydraulischer Antrieb.
  • Typische Anordnung: je eine Lok an beiden Enden des Zugverbands, damit der Zug in jede Richtung sofort abfahren kann.
  • Der Bauartcode 98 weist sie im Nummernsystem als Rangier- und Kleinlok aus, nicht als Streckenlok.
  • Sichtungen sind Glückssache: planmäßige Fahrten gibt es nicht, Standorte sind Betriebsgelände.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die DB-Baureihe 714?
  2. 2.Woran du eine 714 im Feld erkennst
  3. 3.Einordnung: ein Fahrzeug ohne Fahrplan
  4. 4.Spotting, Rücksicht und rechtlicher Rahmen
  5. 5.Die V-100-Familie und ihre vielen Rollen
  6. 6.Häufige Verwechslungen
  7. 7.Fazit

Steckbrief

FahrzeugartVierachsige dieselhydraulische Lokomotive für Hilfs- und Rettungszüge
HerkunftUmbau aus der V-100-Familie der Deutschen Bundesbahn
AchsfolgeB’B’ – zwei zweiachsige Drehgestelle
AufbauMittelführerhaus zwischen einem langen und einem kurzen Vorbau
EinsatzzweckBewegen der Tunnelhilfs- und Rettungszüge, kein planmäßiger Zugdienst
Zugverbandin der Regel an beiden Enden eines Rettungszuges eingestellt
UIC-Bauartcode98 – Diesel-Rangier- und Kleinlokomotive

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?

Hak ab, was auf das Fahrzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Vier Achsen in zwei Drehgestellen, Mittelführerhaus zwischen zwei Vorbauten
  • Betriebsnummer beginnt mit 714
  • Fest mit einem Rettungszug-Wagenverband gekuppelt, meist an beiden Zugenden je eine Lok
  • Abgestellt an Tunnelstandorten und Bereitstellungsgleisen, nicht im Zuglaufbetrieb
  • Auffällige Warn- und Signallackierung des Rettungszug-Konzepts
  • Zwölfstellige Nummer beginnt mit 98 80

Aktualisiert: August 2026 – Eine Lok, die kaum fährt, keinen Fahrplan hat und trotzdem rund um die Uhr einsatzbereit steht: Die Baureihe 714 bewegt die Tunnelhilfs- und Rettungszüge der Deutschen Bahn. Diese Seite zeigt dir, woran du sie erkennst, warum sie im Nummernsystem als Rangierlok geführt wird und wie eine Sichtung realistisch zustande kommt.

Sonderfahrzeug gesichtet? Kontext mitschreiben.

Bei Fahrzeugen ohne Fahrplan ist die Situation Teil der Information. In Traintrack hältst du beides fest.

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Was ist die DB-Baureihe 714?

Die Baureihe 714 besteht aus umgebauten vierachsigen Dieselloks der V-100-Familie, die für den Betrieb der Tunnelhilfs- und Rettungszüge der Deutschen Bahn AG hergerichtet wurden. Technisch erkennst du die Herkunft sofort: zwei zweiachsige Drehgestelle, ein Führerhaus in Fahrzeugmitte und zwei unterschiedlich lange Vorbauten – dieselbe Grundform wie bei der Baureihe 298 (V 100).

Der Unterschied liegt nicht in der Technik, sondern in der Aufgabe. Eine 714 zieht keinen Güterzug und keinen Reisezug. Sie ist Teil eines festen Zugverbands, der an einem definierten Standort bereitsteht und im Bedarfsfall ausrückt. Genau deshalb trägt sie in der zwölfstelligen Fahrzeugnummer den Bauartcode 98 für Diesel-Rangier- und Kleinlokomotiven und nicht die 92 der Streckenloks: Die Einstufung folgt dem Verwendungszweck.

Woran du eine 714 im Feld erkennst

Bei dieser Baureihe reicht die Bauform allein nicht, weil sie mit vielen anderen Fahrzeugen der V-100-Familie identisch ist. Der Kontext ist das entscheidende Merkmal.

Grundform bestimmen

Vier Achsen in zwei Drehgestellen, Mittelführerhaus, ein langer und ein kurzer Vorbau. Damit bist du in der V-100-Familie.

Zugverband ansehen

Hängt hinter der Lok ein besonderer, gleichförmiger Wagenverband statt Güter- oder Reisezugwagen, ist das ein starkes Indiz.

Auf die zweite Lok achten

Rettungszüge tragen üblicherweise an beiden Enden eine Lok. Zwei baugleiche Maschinen an einem Verband sind ungewöhnlich – und hier typisch.

Nummer lesen

Die Betriebsnummer beginnt mit 714. Erst damit ist die Zuordnung eindeutig, alles davor ist Wahrscheinlichkeit.

Wie du eine Sichtung so meldest, dass sie für andere nachvollziehbar bleibt, erklärt die Anleitung zum Melden von Sichtungen. Die Systematik hinter der zwölfstelligen Nummer steht im Guide zur UIC-Nummer und ihrer Prüfziffer.

Kontext ist bei Sonderfahrzeugen die halbe Bestimmung

Bei Baureihen ohne planmäßige Leistungen sagt die Umgebung fast so viel wie das Fahrzeug selbst. Notiere deshalb auch, ob die Lok abgestellt war, rangierte oder in einem Verband stand.

Einordnung: ein Fahrzeug ohne Fahrplan

Die meisten Baureihen kann man über Umläufe suchen. Bei der 714 funktioniert das nicht, weil ihr Einsatz nicht planbar ist. Das verändert die gesamte Herangehensweise.

Situation Wahrscheinlichkeit einer Sichtung Was du beachten musst
Bereitstellungsgleis am Standort dauerhaft vorhanden, aber schwer einsehbar Betriebsgelände, nur Blick von öffentlichem Grund
Übungsfahrt oder Einsatzübung selten und kurzfristig Kein Zutritt, Einsatzkräfte nie behindern
Überführung zur Werkstatt selten, nicht vorhersehbar Kann überall im Netz auftreten
Tag der offenen Tür / Ausstellung planbar, aber unregelmäßig Beste Gelegenheit für Detailaufnahmen
Regulärer Güter- oder Reisezugdienst praktisch ausgeschlossen Wäre ein deutliches Zeichen für eine Fehlbestimmung

Weil hier keine Fahrplandaten helfen, sind aktuelle Community-Meldungen das nützlichste Werkzeug. Wie man Live-Informationen sinnvoll kombiniert, zeigt der Guide zu Live-Sichtungen und Echtzeitdaten.

Nichts verpassen, was ohne Fahrplan fährt

Meldungen aus der Community sind bei Sonderfahrzeugen oft die einzige Vorwarnung, die es gibt.

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Spotting, Rücksicht und rechtlicher Rahmen

Bei dieser Fahrzeuggruppe ist der wichtigste Teil des Spottings nicht die Kameraeinstellung, sondern das Verhalten.

  • Bereitstellungsflächen sind Betriebsgelände. Es gibt keinen Weg, sie legal zu betreten. Was du von außen siehst, ist das, was du fotografieren kannst.
  • Einsatz- und Übungssituationen sind tabu. Wenn ein Rettungszug ausrückt, geht es um Menschen. Beobachtung darf niemals Einsatzkräfte behindern oder Aufmerksamkeit binden.
  • Zurückhaltung bei Details. Bei Fahrzeugen der Gefahrenabwehr ist es guter Stil, Sichtungen sachlich zu halten und keine Rückschlüsse auf Bereitschaftszustände zu ziehen.
  • Rangierbewegungen sind unangekündigt. Auch ein Bereitstellungsgleis ist kein toter Winkel. Fahrzeuge werden ohne Signal bewegt, in beide Richtungen.

Abstand ist keine Verhandlungssache

Betriebsgelände, Bereitstellungsgleise und Anschlussbahnen darfst du nicht betreten. Rangierfahrten laufen ohne Vorwarnung an, oft geschoben und ohne freie Sicht des Triebfahrzeugführers. Bleib auf öffentlichem Grund und halte großzügigen Abstand zu allen Gleisen.

Die V-100-Familie und ihre vielen Rollen

Kaum eine andere deutsche Fahrzeugfamilie hat so viele verschiedene Aufgaben übernommen wie die vierachsigen Dieselloks mit Mittelführerhaus. Aus derselben Grundbauart wurden über Jahrzehnte Streckenloks, Übergabeloks, Rangierfahrzeuge, Bahndienstfahrzeuge und eben Sonderfahrzeuge wie die Rettungszug-Loks. Das macht die Familie für Spotter besonders lehrreich: Die Silhouette bleibt gleich, die Einordnung ändert sich vollständig.

Die Konsequenz für die Bestimmung ist eindeutig. Bauform und Baureihe sind bei dieser Familie nicht dasselbe. Wer nur nach dem Aussehen geht, landet zuverlässig in der richtigen Familie und ebenso zuverlässig bei der falschen Baureihe. Der Weg führt deshalb immer über die Nummer – und zwar über beide Teile davon: die dreistellige Betriebsnummer für die Baureihe und die ersten zwei Ziffern der zwölfstelligen Nummer für die Einstufung.

Verwandte Rollen derselben Grundbauart kannst du direkt vergleichen: Die LEW V 100 beschreibt die Herkunft der östlichen Bauartlinie, die Baureihe 294 zeigt, wie vierachsige Dieselloks im Übergabedienst eingeordnet werden. Nimmst du diese drei Seiten zusammen, siehst du das Prinzip: Dieselbe Technik, drei verschiedene betriebliche Antworten – und drei verschiedene Nummern, die genau das abbilden. Für die Dokumentation heißt das: Notiere immer die vollständige Nummer, nicht nur „V 100“.

Häufige Verwechslungen

Es spricht für eine 714, wenn …

  • die Bauform der V-100-Familie entspricht
  • ein besonderer Wagenverband statt eines Güter- oder Reisezugs dranhängt
  • an beiden Enden des Verbands eine baugleiche Lok steht
  • die Nummer mit 714 beginnt

Sieh genauer hin, wenn …

  • eine V-100-Bauform allein und ohne Verband abgestellt ist
  • du den Zug nicht vollständig einsehen kannst
  • die Lackierung ungewohnt wirkt – Konzepte wurden über die Jahre angepasst

Es ist keine 714, wenn …

  • die Lok einen normalen Güter- oder Reisezug führt
  • du nur drei Achsen mit Kuppelstangen zählst
  • die Betriebsnummer mit einer anderen Zahl beginnt

Ein letzter Hinweis zur Einordnung: Sonderfahrzeuge werden im Lauf ihres Lebens häufiger umgebaut als Serienfahrzeuge, weil sich Anforderungen an Ausrüstung und Ausstattung ändern. Details wie Aufbauten, Anbauteile, Scheinwerfer oder Zusatzausrüstung können deshalb zwischen einzelnen Maschinen abweichen, ohne dass sich an der Zuordnung etwas ändert. Nimm solche Unterschiede als Merkmal zur Unterscheidung einzelner Fahrzeuge, nicht als Argument gegen die Baureihenzuordnung – und halte sie in deiner Sichtung fest, damit du später vergleichen kannst.

Fazit

Die Baureihe 714 ist ein Grenzfall der Fahrzeugkunde: technisch eine bekannte Bauart, betrieblich etwas völlig anderes. Wer nur auf die Silhouette schaut, landet bei der V-100-Familie und liegt damit nicht falsch – aber eben auch nicht richtig. Erst Zugverband und Nummer machen aus einer Vermutung eine Bestimmung. Und weil es keinen Fahrplan gibt, ist jede saubere Sichtung dieser Baureihe ein echter Fund.

Kurzfazit

V-100-Bauform plus besonderer Wagenverband plus Nummer 714 – so entsteht die Bestimmung. Der Bauartcode 98 zeigt, dass hier der Zweck über die Einstufung entscheidet, nicht die Größe der Maschine.

Seltene Sichtungen dauerhaft sichern

Nummer, Ort, Datum und Situation zusammen erfasst – damit ein Zufallsfund später noch nachvollziehbar ist.

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Zusammenfassung

  • Die Baureihe 714 gehört zu den Fahrzeugen, die man nur kennt, wenn man weiß, wonach man sucht – ein Bereitschaftsfahrzeug ohne Fahrplan.
  • Ihre Bauform verrät die Herkunft aus der V-100-Familie sofort, ihre Aufgabe verrät erst der Zugverband dahinter.
  • Die Einordnung als Rangier- und Kleinlok in der zwölfstelligen Nummer passt zum Verwendungszweck, nicht zur Größe.
  • Beobachtung ist nur von öffentlich zugänglichen Flächen möglich, Bereitstellungsgleise sind Betriebsgelände.

Häufige Fragen

Was ist die DB-Baureihe 714?

Die Baureihe 714 sind umgebaute vierachsige Dieselloks aus der V-100-Familie, die die Tunnelhilfs- und Rettungszüge der Deutschen Bahn bewegen. Sie stehen an definierten Standorten bereit und kommen im Ernstfall oder bei Übungen zum Einsatz. Einen planmäßigen Zugdienst wie andere Baureihen haben sie nicht.

Warum hängen bei einem Rettungszug zwei Loks dran?

Weil ein Rettungszug in beide Richtungen sofort abfahren können muss. Eine Lok an jedem Ende erspart das Umsetzen und macht den Zug unabhängig davon, aus welcher Richtung ein Einsatzort erreicht werden muss. Für dich als Beobachter ist genau das ein sicheres Erkennungsmerkmal: eine 714 fährt praktisch nie allein durch die Landschaft.

Wie erkenne ich eine 714 auf den ersten Blick?

An der Kombination aus Bauform und Zugverband. Die Lok zeigt die typische V-100-Silhouette: vier Achsen in zwei Drehgestellen, Führerhaus in der Mitte, zwei unterschiedlich lange Vorbauten. Dahinter steht aber kein Güter- oder Reisezug, sondern ein besonderer Wagenverband. Die Nummer beginnt mit 714.

Was bedeutet der Bauartcode 98 bei dieser Baureihe?

Die ersten beiden Ziffern der zwölfstelligen Fahrzeugnummer geben die Fahrzeugart an. Die 98 steht für Diesel-Rangier- und Kleinlokomotiven, die 92 für Diesel-Streckenlokomotiven. Eine 714 fährt keine Zugleistungen im Netz, sondern bewegt einen festen Verband – die Einstufung folgt also dem Zweck, nicht der Bauform.

Wo stehen die Fahrzeuge der Baureihe 714?

An Bereitstellungsgleisen in der Nähe längerer Tunnel und großer Neubaustrecken. Die konkreten Standorte werden betrieblich festgelegt und können sich ändern. Alle diese Flächen sind Betriebsgelände und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich – beobachten kannst du nur von außerhalb, etwa von öffentlichen Wegen oder Brücken.

Kann ich eine 714 planmäßig fotografieren?

Planmäßig nicht. Es gibt keinen Fahrplan, an dem du dich orientieren könntest. Realistische Gelegenheiten sind Überführungs- und Werkstattfahrten sowie öffentliche Übungen und Tage der offenen Tür. Community-Sichtungen sind hier deutlich hilfreicher als jede statische Liste.

Welche Farbe haben die Loks der Baureihe 714?

Die Fahrzeuge folgen der Gestaltung des jeweiligen Rettungszug-Konzepts, das über die Jahre angepasst wurde. Verlass dich für die Bestimmung deshalb nicht auf die Farbe, sondern auf Bauform, Zugverband und Nummer. Das gilt bei Sonderfahrzeugen noch stärker als bei normalen Baureihen.

Wie dokumentiere ich eine Sichtung dieser Baureihe richtig?

Notiere die vollständige Fahrzeugnummer, Datum, Uhrzeit und Ort und halte fest, ob die Lok allein oder im Verband stand. Gerade bei Fahrzeugen ohne Fahrplan ist der Kontext ein Teil der Information. Ein Foto des Anschriftenfelds macht die Sichtung später überprüfbar.

Sichtung von DB-Baureihe 714 festhalten

Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.

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