Das Wichtigste in Kürze
- Der Integral ist ein Gliedertriebwagen: mehrere kurze Wagenteile, die sich auf gemeinsame Drehgestelle stützen und einen durchgehenden Innenraum bilden.
- Schnellster Erkennungsweg: ungewöhnliche Formensprache plus Gliederaufbau plus Dieselantrieb – diese Kombination ist im deutschen Regionalverkehr eine Ausnahme.
- Die Bezeichnung S5D95 ist eine Herstellertypbezeichnung und folgt nicht der dreistelligen DB-Baureihensystematik.
- Bekannt wurde das Fahrzeug im bayerischen Oberland, wo es lange das Bild der Regionalverbindungen prägte.
- Einsatz und Bestand sind veränderlich: prüfe vor einer geplanten Tour den aktuellen Stand, statt dich auf ältere Übersichten zu verlassen.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Mehrteiliger Diesel-Gliedertriebwagen für den Regionalverkehr |
|---|---|
| Hersteller | Integral Verkehrstechnik, Jenbach (Tirol) |
| Bauzeit | zweite Hälfte der 1990er-Jahre |
| Wagenkasten | Leichtbau in Aluminium |
| Aufbau | Gliederzug mit kurzen Wagenteilen über gemeinsamen Drehgestellen |
| Bekannter Einsatz | Bayerische Oberlandbahn – Einsatzstand ändert sich, bitte aktuell prüfen |
| UIC-Bauartcode | 95 – Dieseltriebwagen |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Mehrteiliger Zug aus kurzen Wagensegmenten mit durchgehendem Innenraum
- Wagenteile stützen sich auf gemeinsame Drehgestelle zwischen den Segmenten
- Eigenwillige, stark gerundete Frontpartie – deutlich anders als bei Serienfahrzeugen der DB
- Dieselantrieb: Motorgeräusch und Abgasanlage, keine Stromabnehmer auf dem Dach
- Keine klassische dreistellige DB-Baureihennummer, sondern eine Herstellertypbezeichnung
- Betreiberlackierung statt Verkehrsrot – Anschriften und Logos sind hier das schnellste Indiz
Aktualisiert: August 2026 – Wenn ein Dieseltriebwagen aus mehreren kurzen Wagenteilen besteht, zwischen zwei Segmenten nur ein Drehgestell sitzt und die Front so gar nicht nach Serienfahrzeug aussieht, dann bist du beim Integral S5D95. Diese Seite ordnet das Fahrzeug ein, erklärt die Bauform dahinter und zeigt, wie du es sicher von den üblichen Regionaltriebwagen unterscheidest.
Seltenes Fahrzeug gesichtet?
Gerade bei Kleinserien zählt die dokumentierte Sichtung – mit Traintrack in Sekunden festgehalten.
Was ist der Integral S5D95?
Der Integral S5D95 ist ein mehrteiliger Diesel-Gliedertriebwagen für den Regionalverkehr, gebaut von Integral Verkehrstechnik im Tiroler Jenbach in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre. Der Wagenkasten ist als Aluminium-Leichtbau ausgeführt, der Zug besteht aus kurzen Segmenten, die sich auf gemeinsame Drehgestelle stützen. Bekannt wurde das Fahrzeug durch seinen Einsatz im bayerischen Oberland.
Wichtig für die Einordnung: S5D95 ist eine Herstellertypbezeichnung, keine DB-Baureihennummer. Fahrzeuge, die außerhalb der klassischen DB-Beschaffung entstanden sind, tragen häufig solche Bezeichnungen – sie sagen etwas über Bauart und Herkunft, aber nichts über eine Einordnung in die dreistellige Baureihensystematik. Der UIC-Bauartcode 95 stellt dagegen klar, worum es sich handelt: um einen Dieseltriebwagen.
Bestimmung: der Gliederaufbau ist das Schlüsselmerkmal
Der Integral gehört zu den Fahrzeugen, die man nicht über die Nummer, sondern über die Bauform bestimmt. Diese drei Schritte führen zuverlässig zum Ziel.
Drehgestelle zählen, nicht Achsen
Sitzt zwischen zwei Wagenteilen nur ein einziges Drehgestell, hast du einen Gliederzug vor dir. Bei konventionellen Triebzügen stützt sich jeder Wagenteil auf zwei eigene Drehgestelle.
Antriebsart klären
Kein Stromabnehmer auf dem Dach, dafür Motorgeräusch und Abgasanlage: Das schließt alle Elektrotriebzüge aus und führt zum Bauartcode 95.
Front und Anschriften vergleichen
Die Formensprache weicht deutlich von den bekannten Serienfahrzeugen ab. Betreiberlogo und Fahrzeugnummer am Wagenkasten liefern die Bestätigung.
Wenn du diesen Ablauf allgemein üben willst, hilft die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen. Wie die Fahrzeugnummer aufgebaut ist und was die ersten Ziffern über die Fahrzeugart aussagen, erklärt der Beitrag zur UIC-Nummer und ihrer Prüfziffer.
Merkhilfe für Gliederzüge
Zähl die Übergänge zwischen den Wagenteilen und die Drehgestelle darunter. Gleich viele Drehgestelle wie Wagenenden bedeutet konventioneller Triebzug, deutlich weniger bedeutet Gliederzug. Das funktioniert auch aus einiger Entfernung.
Einordnung im Bahnbetrieb: Sonderbauart statt Großserie
Der deutsche Regionalverkehr wird von wenigen Großserien geprägt. Fahrzeuge wie der Integral sind die Ausnahme – und genau das bestimmt, wo und wie du sie antriffst. Bekannt wurde der Typ vor allem durch den Einsatz bei der Bayerischen Oberlandbahn.
| Merkmal | Integral S5D95 | Typische Großserie im Regionalverkehr |
|---|---|---|
| Bauform | Gliederzug mit gemeinsamen Drehgestellen | konventioneller Triebzug mit eigenen Drehgestellen |
| Verbreitung | Kleinserie, regional konzentriert | bundesweit auf vielen Netzen |
| Bezeichnung | Herstellertyp ohne DB-Baureihennummer | dreistellige Baureihennummer |
| Ersatzteile und Werkstatt | spezialisiert, aufwendig | standardisiert, breit verfügbar |
| Chance auf Sichtung | gering und stark ortsabhängig | hoch, planbar über den Fahrplan |
Für Vergleiche im Feld lohnt der Blick auf die Serienbauarten, die dieselbe Aufgabe erfüllen: die weit verbreitete Baureihe 628 / 629, die modernere Baureihe 648 (Coradia LINT 41) und den Siemens Desiro Classic der Baureihe 642. Wer diese drei sicher auseinanderhält, erkennt eine Sonderbauart sofort als solche.
Sonderbauarten nicht verpassen
Community-Sichtungen zeigen dir, wo ungewöhnliche Fahrzeuge gerade unterwegs sind.
Spotting und Fotografie: Länge einplanen
Ein Gliederzug ist lang und niedrig – zwei Eigenschaften, die dem klassischen Bahnsteigfoto entgegenlaufen. Diese Punkte helfen.
Abstand statt Brennweite
Für die vollständige Zuglänge brauchst du Distanz, nicht Tele. Ein Standpunkt am Bahnsteigende mit Blick auf den einfahrenden Zug funktioniert meist besser als die Position auf halber Länge.
Dreiviertelansicht wählen
Etwa 30 bis 45 Grad zur Fahrzeugachse zeigen Front und Seite zugleich. Nur so wird der Gliederaufbau im Bild überhaupt sichtbar.
Details separat sichern
Ein zweites Bild vom Drehgestell zwischen zwei Wagenteilen und eines von der Fahrzeugnummer machen aus dem Motivbild eine belastbare Dokumentation.
Standort und Sicherheit
Fotografiert wird vom Bahnsteig oder von öffentlich zugänglichen Wegen aus. Gleisbereiche, Betriebsgelände und Abstellflächen sind tabu – auch dann, wenn dort scheinbar nichts fährt. Rangier- und Überführungsfahrten kündigen sich nicht an.
Wie du aus Einzelbildern über die Jahre ein nutzbares Archiv machst, zeigt der Guide zum Aufbau eines Fotoarchivs für Spotter.
Warum Kleinserien im Betrieb schwierig sind
Der Integral ist technisch interessant und betrieblich anspruchsvoll – und beides hängt zusammen. Wer verstehen will, warum solche Fahrzeuge oft nur eine begrenzte Zeit im Einsatz bleiben, muss nicht in die Technik schauen, sondern in die Instandhaltung.
Ein Serienfahrzeug, das bundesweit in dreistelliger Stückzahl läuft, hat ein Ersatzteillager, geschulte Werkstattteams, erprobte Wartungspläne und im Zweifel ein Reservefahrzeug in der Nähe. Eine Kleinserie hat das alles nicht. Fällt ein Bauteil aus, für das es keinen zweiten Lieferanten gibt, steht das Fahrzeug – und mit ihm womöglich ein Teil des Fahrplans. Kommen ungewöhnliche Konstruktionslösungen hinzu, etwa ein Leichtbau-Wagenkasten aus Aluminium, wird jede Reparatur zum Sonderfall.
Für Spotter hat das zwei praktische Konsequenzen. Erstens sind Kleinserien überdurchschnittlich oft abgestellt oder in der Werkstatt, was die Trefferquote senkt. Zweitens verschwinden sie schnell und vollständig, wenn ein Betreiber sich für eine Serienbauart entscheidet – nicht schrittweise über Jahre, sondern oft innerhalb eines Fahrplanjahres.
Daraus folgt eine einfache Regel: Wenn du ein Fahrzeug wie den Integral vor dir hast, nimm die Sichtung sofort mit. Die Annahme, man könne das im nächsten Sommer nachholen, geht bei Kleinserien besonders häufig schief.
Dieselbe Logik erklärt übrigens, warum sich der deutsche Regionalverkehr über die Jahre optisch angeglichen hat. Wo Besteller früher eigene Wege gingen, dominieren heute wenige Plattformen, die in leicht abgewandelter Form überall auftauchen. Das ist betrieblich vernünftig und für Beobachter ernüchternd – und genau deshalb sind die verbliebenen Ausnahmen so interessant. Ein Gliederzug in Aluminium-Leichtbau erzählt mehr über eine Beschaffungsentscheidung als zwanzig gleich aussehende Serienfahrzeuge.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für den Integral, wenn …
- der Zug aus mehreren kurzen Segmenten mit gemeinsamen Drehgestellen besteht
- die Front deutlich von den üblichen Serienfahrzeugen abweicht
- kein Stromabnehmer auf dem Dach sitzt
- die Anschriften eine Herstellertypbezeichnung statt einer DB-Baureihe nennen
Sieh genauer hin, wenn …
- du nur die Front siehst und den Aufbau nicht beurteilen kannst
- das Fahrzeug abgestellt ist und die Anschriften verdeckt sind
- eine Sonderlackierung die üblichen Merkmale überdeckt
Es ist kein Integral, wenn …
- jeder Wagenteil auf zwei eigenen Drehgestellen läuft
- ein Stromabnehmer auf dem Dach sitzt
- die Anschrift eine dreistellige Baureihennummer wie 628, 642 oder 648 nennt
Fazit
Der Integral S5D95 ist ein Fahrzeug für Beobachter, die auf Bauformen achten statt auf Nummern. Gliederaufbau, Aluminium-Leichtbau und eine eigenwillige Front machen ihn unverwechselbar – aber sie machen ihn auch zur Ausnahme in einem Fahrzeugpark, der von wenigen Großserien beherrscht wird. Wer ihn sehen will, arbeitet mit aktuellen Sichtungen und nimmt jede Gelegenheit mit.
Kurzfazit
Gliederzug, Diesel, ungewöhnliche Front, Herstellertypbezeichnung statt Baureihennummer: Das ist der Integral S5D95. Selten, markant – und deshalb jede dokumentierte Sichtung wert.
Zusammenfassung
- Der Integral S5D95 gehört zu den wenigen deutschen Regionalfahrzeugen, die als Gliederzug in Leichtbauweise ausgeführt wurden.
- Für die Bestimmung reichen Aufbauform, Antriebsart und die Herstellerbezeichnung an den Anschriften.
- Weil das Fahrzeug nie in großer Zahl und nie flächendeckend verkehrte, ist jede Sichtung dokumentationswürdig.
- Vor einer gezielten Fototour lohnt der Blick auf aktuelle Sichtungen, weil Einsatzstände und Standorte wechseln.
Häufige Fragen
Was ist der Integral S5D95?
Der Integral S5D95 ist ein mehrteiliger Diesel-Gliedertriebwagen für den Regionalverkehr, gebaut von Integral Verkehrstechnik im Tiroler Jenbach. Kennzeichnend sind der Leichtbau-Wagenkasten aus Aluminium und der Gliederaufbau aus kurzen Segmenten. Bekannt wurde das Fahrzeug vor allem durch den Einsatz im bayerischen Oberland.
Was bedeutet die Bezeichnung S5D95?
Es handelt sich um eine Herstellertypbezeichnung, nicht um eine DB-Baureihennummer. Sie folgt damit keiner der bekannten deutschen Nummernsystematiken. Für die eindeutige Identifikation eines konkreten Fahrzeugs ist deshalb die vollständige Fahrzeugnummer am Wagenkasten maßgeblich.
Was ist ein Gliedertriebwagen?
Ein Gliedertriebwagen besteht aus mehreren kurzen Wagenteilen, die sich nicht auf jeweils eigene Drehgestelle stützen, sondern gemeinsame Drehgestelle zwischen den Segmenten nutzen. Das spart Gewicht und Bauteile und erlaubt einen durchgehenden Innenraum ohne Übergangstüren – erkennbar daran, dass zwischen zwei Wagenteilen nur ein Drehgestell sitzt.
Wie unterscheide ich den Integral von einem Serientriebwagen?
An der Formensprache. Serienfahrzeuge im deutschen Regionalverkehr wirken funktional und ähneln einander stark. Der Integral fällt durch seine ungewöhnlich gerundete Front und den Gliederaufbau auf. Kommt eine Betreiberlackierung ohne DB-Anschriften hinzu, ist die Zuordnung meist schnell klar.
Fährt der Integral heute noch planmäßig?
Der planmäßige Einsatz, für den das Fahrzeug beschafft wurde, ist Geschichte; im heutigen Regionalverkehr dominieren andere Bauarten. Ob und wo einzelne Fahrzeuge noch bewegt werden, ändert sich – verlass dich auf aktuelle Sichtungen statt auf ältere Einsatzlisten.
Warum baut man Wagenkästen aus Aluminium?
Wegen des Gewichts. Ein leichterer Zug braucht weniger Antriebsleistung, verbraucht weniger Kraftstoff und belastet den Oberbau geringer. Der Preis dafür sind aufwendigere Fertigung und Reparatur – Aluminiumstrukturen lassen sich nicht so einfach instand setzen wie klassische Stahlkästen.
Wie fotografiere ich einen mehrteiligen Gliederzug sinnvoll?
Mit mehr Abstand und einer leichten Schräge, damit die gesamte Zuglänge ins Bild passt und der Gliederaufbau erkennbar bleibt. Ein reines Frontbild zeigt zwar das markante Gesicht, verschenkt aber genau das Merkmal, das dieses Fahrzeug ausmacht.
Woran erkenne ich das genaue Fahrzeug?
An der vollständigen Fahrzeugnummer und den Anschriften am Wagenkasten. Bei Fahrzeugen abseits der DB-Systematik sind zusätzlich Betreiberlogo, Fahrzeugname und Lackierung hilfreich – sie ändern sich allerdings schneller als die Nummer, also am besten beides festhalten.
Sichtung von Integral S5D95 festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
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