Das Wichtigste in Kürze
- Die 640 ist der LINT 27: die einteilige, kürzeste Ausführung der Alstom-Coradia-LINT-Familie.
- Schnellster Erkennungsweg: nur ein Wagenkasten und Dachkühler statt Stromabnehmer.
- Die Zahl im Typnamen beschreibt die ungefähre Fahrzeuglänge – LINT 27, LINT 41, LINT 54 und LINT 81 unterscheiden sich vor allem darin.
- Typisches Revier sind schwach nachgefragte Nebenbahnen, auf denen ein langer Zug unwirtschaftlich wäre.
- Betreiber und Einsatznetze wechseln mit Verkehrsvergaben; Bestandslisten aus dem Netz veralten schnell.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Einteiliger Dieseltriebwagen für den Regionalverkehr |
|---|---|
| UIC-Bauartcode | 95 (Dieseltriebwagen / Dieseltriebzug) |
| Typenfamilie | Alstom Coradia LINT – die 27 steht für die ungefähre Fahrzeuglänge in Metern |
| Aufbau | Ein Wagenkasten auf zwei Drehgestellen, kein Jakobsdrehgestell |
| Höchstgeschwindigkeit | 120 km/h |
| Herstellerwerk | Salzgitter (ehemals Linke-Hofmann-Busch) |
| Typischer Einsatz | Nebenbahnen und schwach nachgefragte Regionalstrecken |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Ein einziger Wagenkasten – der kürzeste Vertreter der LINT-Familie
- Zwei Drehgestelle unter einem Kasten, kein geteilter Zugverband
- Charakteristische LINT-Front mit umlaufendem, dunkel abgesetztem Fensterband
- Kühler- und Auspuffaufbauten auf dem Dach statt Stromabnehmer
- Niederfluriger Einstieg im mittleren Bereich, dazwischen Hochflurbereiche über den Drehgestellen
- Fahrzeugnummer beginnt mit 640
Aktualisiert: August 2026 – Ein einzelner, kurzer Triebwagen an einem kleinen Bahnsteig, Dieselgeräusch, kein Fahrdraht: Das ist das typische Bild der Baureihe 640, des Coradia LINT 27. Diese Seite zeigt dir, woran du ihn sicher erkennst, wie du ihn von den längeren LINT-Varianten trennst und worauf es beim Fotografieren ankommt.
LINT 27 gesichtet? Gleich eintragen.
Innerhalb der LINT-Familie zählt die genaue Baureihe – in Traintrack hältst du sie in Sekunden fest.
Was ist die Baureihe 640?
Die Baureihe 640 ist der Alstom Coradia LINT 27, ein einteiliger Dieseltriebwagen für den Regionalverkehr. Die Zahl im Typnamen beschreibt die ungefähre Fahrzeuglänge in Metern – LINT 27, LINT 41, LINT 54 und LINT 81 bilden zusammen eine Baukastenfamilie, die vom kurzen Solotriebwagen bis zum dreiteiligen Zug reicht. Die 640 ist das kürzeste Glied dieser Kette und für 120 km/h zugelassen.
Gebaut werden die LINT-Fahrzeuge im Werk Salzgitter, das aus der früheren Linke-Hofmann-Busch hervorgegangen ist. Betrieblich zielt die 640 auf Strecken mit überschaubarer Nachfrage: dort, wo ein zwei- oder dreiteiliger Zug wie die Baureihe 648 (LINT 41) zu groß wäre, aber trotzdem ein moderner Niederflurtriebwagen gefragt ist.
So erkennst du die 640 in wenigen Sekunden
Wagenkästen zählen
Genau einer. Das ist das stärkste Merkmal: Alle anderen deutschen LINT-Baureihen bestehen aus zwei oder drei Wagenteilen. Ein Solotriebwagen mit LINT-Formensprache ist praktisch immer eine 640.
Drehgestelle prüfen
Zwei Drehgestelle unter einem Kasten, an den Fahrzeugenden angeordnet. Es gibt kein Jakobsdrehgestell, weil es keine zweite Wagenhälfte gibt.
Aufs Dach schauen
Kühler und Auspuff statt Stromabnehmer. Alstom baut äußerlich verwandte Fahrzeuge auch elektrisch – die Dachlandschaft ist deshalb das sicherste Trennkriterium.
Wenn du systematisch vorgehen willst statt nur bei dieser einen Baureihe, hilft die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen. Sie erklärt, in welcher Reihenfolge man Merkmale abarbeitet, damit man nicht bei Details hängen bleibt.
Die Zahl im Typnamen ist der Schlüssel
LINT 27, LINT 41, LINT 54, LINT 81 – die Ziffer entspricht ungefähr der Fahrzeuglänge in Metern. Wer sich das merkt, ordnet die gesamte Familie über die Zuglänge ein, ohne einzelne Baureihennummern auswendig zu können.
Was die Fahrzeugnummer verrät
Die zwölfstellige UIC-Nummer beginnt bei Dieseltriebwagen mit 95. Danach folgen Länderkennung, Baureihe und Ordnungsnummer. Für die 640 bedeutet das: Die betrieblich gebräuchliche Kurznummer beginnt mit 640, die vollständige UIC-Nummer setzt die 95 davor. Bei einteiligen Fahrzeugen gibt es keine zusätzliche 9-Nummer für antriebslose Teile, weil es keine gibt – auch das ist ein Hinweis.
| Merkmal | Baureihe 640 (LINT 27) | Längere LINT-Varianten |
|---|---|---|
| Wagenteile | einer | zwei oder drei |
| Jakobsdrehgestell | nein | ja |
| Ungefähre Länge | rund 27 m | 41 m und mehr |
| Dachaufbauten | Kühler und Auspuff | Kühler und Auspuff |
| Kurznummer | beginnt mit 640 | 648, 622, 620 und weitere |
Wie du die zwölfstellige Nummer vollständig entschlüsselst und was die Prüfziffer am Ende leistet, steht im Beitrag zur UIC-Nummer am Fahrzeug.
Einordnung im Bahnbetrieb
Ein kurzer Solotriebwagen ist ein wirtschaftliches Werkzeug: Er passt auf kleine Bahnsteige, braucht wenig Kraftstoff und lässt sich bei Bedarf in Doppeltraktion verstärken. Genau deshalb findet man die 640 dort, wo Nachfrage und Streckenausbau begrenzt sind. In Hessen setzt die Hessische Landesbahn (HLB) Fahrzeuge dieser Bauart ein. Im niedersächsischen Netz greift die NordWestBahn auf kurze LINT-Einheiten zurück.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Nebenbahnen ohne Oberleitung | hoch | Kernrevier kurzer Dieseltriebwagen |
| Kleine Zwischenstationen | hoch | Kurze Bahnsteige, geringe Nachfrage |
| Regionalknoten am Rand von Dieselnetzen | mittel | Übergang zwischen Diesel- und Elektroverkehr |
| Elektrifizierte Hauptbahnen | niedrig | Nur als Überführung oder Umleiter |
| Großstadt-S-Bahn-Netze | sehr niedrig | Reiner Elektrobetrieb |
Einsatzgebiete sind veränderlich
Welcher Betreiber welches Netz mit welchen Fahrzeugen bedient, hängt an Verkehrsverträgen mit begrenzter Laufzeit. Fahrzeuge werden umgesetzt, verkauft und neu lackiert. Prüfe den aktuellen Stand über Echtzeitauskunft und aktuelle Sichtungen, statt dich auf ältere Übersichten zu verlassen.
Wo läuft gerade ein LINT 27?
Community-Sichtungen zeigen dir aktuelle Meldungen – die beste Grundlage für eine gezielte Tour.
Spotting und Fotografie
Der kurze Kasten ist fotografisch ein Vorteil: Er passt vollständig ins Bild, auch aus geringer Distanz. Umgekehrt fehlt ihm die Länge, die einem Zugfoto Dynamik gibt.
Näher rangehen als beim langen Zug
Weil der Triebwagen kurz ist, funktioniert eine mittlere Brennweite oft besser als ein starkes Tele. Die Dreiviertelansicht bleibt die sicherste Bank.
Umgebung erzählen lassen
Ein Solotriebwagen an einer kleinen Station ist ein Motiv über die Strecke, nicht nur über das Fahrzeug. Bahnsteigdach, Signal oder Landschaft geben dem Bild Kontext.
Nummer und Dach mitnehmen
Seitliche Anschriften lesbar halten und, wenn möglich, aus leicht erhöhter Position fotografieren, damit die Dachaufbauten sichtbar werden.
Abstand halten
Bleib hinter der Bahnsteigkante. Gleisbereiche, Betriebsanlagen und Abstellgruppen sind tabu – unabhängig davon, wie wenig Verkehr eine Nebenbahn hat.
Die grundsätzliche Technik – Schärfeebene, Belichtungszeit, Bildaufbau – behandelt der Guide zu guten Fotos von Zügen.
Ein Punkt, der bei kurzen Triebwagen besonders zählt: die Standortwahl relativ zur Gleisachse. Weil das Fahrzeug wenig Länge hat, entscheidet der Winkel darüber, ob das Bild räumlich wirkt oder flach. Zu frontal aufgenommen verliert der Wagenkasten seine Tiefe, zu seitlich wirkt er wie ein technisches Aufmaß. Der Bereich dazwischen ist schmal, aber verlässlich – und weil einteilige Fahrzeuge oft an kleinen Stationen halten, hast du in der Regel genug Zeit, ihn zu finden.
Zweiter Punkt: Achte darauf, ob mehrere Einheiten gekuppelt sind. In Spitzenzeiten fahren Solotriebwagen häufig zu zweit oder zu dritt. Für die Sammlung ist das ein Gewinn, weil du mehrere Fahrzeugnummern auf einmal dokumentieren kannst – vorausgesetzt, du planst den Bildausschnitt so, dass die Anschriften aller Einheiten lesbar bleiben oder du ein zweites, sachliches Nummernbild machst.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für die 640, wenn …
- nur ein Wagenkasten vorhanden ist
- die Formensprache der LINT-Familie entspricht
- auf dem Dach Kühler und Auspuff sitzen
- die Nummer mit 640 beginnt
Sieh genauer hin, wenn …
- zwei Solotriebwagen in Doppeltraktion wie ein zweiteiliger Zug wirken
- eine ungewohnte Lackierung die Formensprache überdeckt
- du das Fahrzeug nur frontal siehst und die Länge nicht einschätzen kannst
Es ist keine 640, wenn …
- ein Stromabnehmer auf dem Dach sitzt
- der Zug aus zwei oder drei fest verbundenen Kästen besteht
- zwischen zwei Wagenteilen ein gemeinsames Jakobsdrehgestell steht
- die Front deutlich kantiger und älter wirkt, etwa bei einem Regio-Shuttle
Die realistischste Verwechslung ist der Stadler Regio-Shuttle RS1 (Baureihe 650): ebenfalls ein einteiliger Dieseltriebwagen, aber mit deutlich anderer, stärker geknickter Frontpartie. Innerhalb der LINT-Familie ist der LINT 54 der Baureihe 622 der nächste Verwandte – er ist schlicht länger.
Fazit
Die Baureihe 640 ist der einfachste Fall in der LINT-Familie: ein Kasten, zwei Drehgestelle, Dieselaufbauten auf dem Dach. Wer diese drei Punkte prüft, ist in Sekunden fertig. Interessant wird sie weniger durch Technik als durch ihre Einsatzorte – kleine Strecken, kleine Bahnhöfe, Verkehr, der sich mit jeder Vergabe verschieben kann.
Kurzfazit
Ein einzelner LINT-Wagenkasten mit Kühlern auf dem Dach ist praktisch immer eine 640. Für die Bestätigung reicht ein Blick auf die Nummer – und für die Einsatzfrage ein Blick auf aktuelle Sichtungen statt auf alte Listen.
Zusammenfassung
- Die Baureihe 640 besetzt die kleinste Größenklasse der LINT-Familie und ist damit im Alltag leicht von ihren längeren Schwestern zu trennen.
- Ein Wagenkasten, zwei Drehgestelle, Dieselaufbauten auf dem Dach – mehr braucht es zur Bestimmung nicht.
- Weil der Zug kurz ist, passt er auch auf enge Bahnsteige und kleine Stationen und ist dort ein dankbares Fotomotiv.
- Wer gezielt sucht, orientiert sich an Dieselstrecken mit geringem Fahrgastaufkommen und prüft die aktuelle Fahrzeugzuordnung.
Häufige Fragen
Was ist die Baureihe 640?
Die Baureihe 640 ist der Alstom Coradia LINT 27, ein einteiliger Dieseltriebwagen für den Regionalverkehr. Die Zahl 27 im Typnamen steht für die ungefähre Fahrzeuglänge in Metern. Damit ist die 640 die kürzeste Ausführung der LINT-Familie und für schwach nachgefragte Strecken gedacht.
Wie unterscheide ich die 640 von einem LINT 41?
An der Zahl der Wagenkästen. Der LINT 27 ist einteilig, der LINT 41 besteht aus zwei Wagenteilen mit einem gemeinsamen Jakobsdrehgestell in der Mitte. Kopfform, Fensterband und Dachaufbauten sind sich dagegen sehr ähnlich – die Länge ist das entscheidende Merkmal.
Wie schnell fährt die Baureihe 640?
Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 120 km/h. Auf den typischen Einsatzstrecken mit engen Haltabständen und vielen Bahnübergängen wird das selten ausgefahren; die Streckenparameter bestimmen das Tempo, nicht das Fahrzeug.
Woran sehe ich, dass es sich um einen Dieseltriebwagen handelt?
Am Dach. Dort sitzen Kühlerpakete und Auspuffanlagen statt eines Stromabnehmers. Weil Alstom optisch verwandte Fahrzeuge auch mit elektrischem Antrieb baut, ist der Blick nach oben das zuverlässigste Kriterium.
Was bedeutet die 95 am Anfang der Fahrzeugnummer?
Sie ist der UIC-Bauartcode und steht für Dieseltriebwagen und Dieseltriebzüge. Die zwölfstellige Fahrzeugnummer beginnt damit, elektrische Triebzüge tragen an dieser Stelle die 94. Zwei Ziffern genügen also, um die Antriebsart eindeutig zu klären.
Wo trifft man die Baureihe 640 an?
Auf nicht elektrifizierten Regional- und Nebenbahnen mit überschaubarer Nachfrage. Die konkrete Netzzuordnung hängt an Verkehrsverträgen und ändert sich mit deren Laufzeiten. Prüfe deshalb vor einer gezielten Tour aktuelle Sichtungen statt älterer Listen.
Ist die 640 niederflurig?
Die LINT-Fahrzeuge haben einen niederflurigen Einstiegsbereich zwischen den Drehgestellen, während die Bereiche über den Drehgestellen höher liegen und über kurze Stufen erreicht werden. Aus der Distanz erkennst du den flachen Einstieg gut – ein deutlicher Unterschied zu älteren Bauarten mit durchgehendem Hochflurniveau.
Lohnt es sich, Sichtungen einzelner LINT-Einheiten zu dokumentieren?
Ja. Innerhalb der LINT-Familie sind mehrere Baureihen im Einsatz, die sich äußerlich ähneln. Wer Nummer, Datum, Ort und Lackierung festhält, kann später sauber auswerten, welche Bauart er wo gesehen hat – und merkt schnell, wenn sich Zuordnungen nach einer Vergabe verschieben.
Sichtung von Baureihe 640 (Alstom Coradia LINT 27) festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
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