Das Wichtigste in Kürze
- Die 1016 ist die Einsystem-Variante des Taurus: ausgelegt auf das österreichische Netz mit 15 kV / 16,7 Hz.
- ES 64 U2 ist lesbar: EuroSprinter, 6.400 kW Leistung, Universallokomotive – der Herstellercode erklärt sich selbst.
- 1016, 1116, 1216 unterscheiden sich in den Stromsystemen, nicht in der groben Silhouette.
- Erkennungsmerkmal Sound: die aufsteigende Tonfolge beim Anfahren ist ein Markenzeichen der Taurus-Familie.
- Werbelackierungen sind Alltag – notiere immer Nummer und Lackierung, nicht nur die Reihe.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Vierachsige Universal-Elektrolokomotive für Reise- und Güterzüge |
|---|---|
| Spitzname | Taurus |
| Herstellerbezeichnung | Siemens ES 64 U2 (EuroSprinter, 6.400 kW, Universal) |
| Achsfolge | Bo'Bo' (zwei zweiachsige Drehgestelle, alle Achsen angetrieben) |
| Stromsystem | 15 kV / 16,7 Hz Wechselstrom – Einsystemvariante |
| Höchstgeschwindigkeit | 230 km/h |
| Dauerleistung | rund 6.400 kW |
| Bezeichnungssystem | ÖBB-Reihe 1016 – führende 1 gleich Elektrolokomotive |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Vier Achsen in zwei Drehgestellen, kompakter Lokkasten
- Charakteristische keilförmige Front mit stark geneigter Frontscheibe
- Reihenanschrift beginnt mit 1016 – nicht 1116 oder 1216
- Beim Anfahren oft die typische aufsteigende Tonfolge des Umrichters
- Häufig in Sonder- oder Werbelackierung statt im Standardschema
- Vor Reise- und Güterzügen gleichermaßen anzutreffen – echte Universallok
Aktualisiert: August 2026 – Kantiger Keil, vier Achsen, beim Anfahren eine aufsteigende Tonfolge: Der Taurus ist das Gesicht der modernen ÖBB. Die Reihe 1016 ist dabei die Einsystem-Variante der Familie. Diese Seite zeigt, woran du sie erkennst, wie du sie von 1116 und 1216 trennst und was der Herstellercode ES 64 U2 verrät.
Taurus gesichtet? Nummer und Lackierung notieren.
Bei einer Reihe mit so vielen Sonderlackierungen ist die Nummer die eigentliche Information – in Traintrack in Sekunden erfasst.
Was ist die ÖBB-Reihe 1016?
Die Reihe 1016 ist eine vierachsige Universal-Elektrolokomotive der ÖBB aus der Taurus-Familie. Herstellerseitig trägt sie die Bezeichnung Siemens ES 64 U2. Sie ist für 230 km/h zugelassen, leistet rund 6.400 kW und arbeitet als Einsystemmaschine unter dem österreichischen Bahnstromsystem mit 15 kV bei 16,7 Hz.
„Universal“ ist dabei wörtlich zu nehmen: Die Lok ist weder reine Reisezug- noch reine Güterzuglok. Du triffst sie vor hochwertigen Fernzügen ebenso wie vor Güterzügen – ein wesentlicher Unterschied zu spezialisierten Baureihen anderer Bahnen. Vor Reisezügen taucht sie unter den Markennamen der ÖBB auf, tagsüber etwa im Verkehr des Railjet. Nachts sind es die lokbespannten Züge des Nightjet, die zu ihrem Aufgabengebiet gehören.
ES 64 U2: einen Herstellercode lesen lernen
Bahnfahrzeuge tragen oft zwei Namen: eine Betreiberbezeichnung und eine Herstellerbezeichnung. Beide sagen etwas anderes aus, und beide sind lesbar.
ES – die Plattform
EuroSprinter, die Lokomotivfamilie von Siemens, aus der über Jahre Varianten für zahlreiche europäische Bahnen hervorgingen.
64 – die Leistung
Ein Hinweis auf rund 6.400 kW Leistung. Wer den Code kennt, weiß die Größenordnung, ohne ein Datenblatt zu öffnen.
U – die Auslegung
Universallokomotive, also gleichermaßen für Reise- und Güterzüge geeignet – im Gegensatz zu reinen Güterzugvarianten der Plattform.
ÖBB-Reihe – die Betreibersicht
Die vierstellige Reihenzahl der ÖBB kodiert in der ersten Ziffer die Fahrzeugart: 1 für Elektrolokomotive, 2 für Diesellok, 4 für elektrische Triebzüge, 5 für Dieseltriebwagen.
Diese doppelte Benennung erklärt auch, warum dieselbe technische Plattform in verschiedenen Ländern unter völlig verschiedenen Nummern läuft. In Deutschland etwa steht die eng verwandte Baureihe 182 für dieselbe Grundkonstruktion. Wie du generell von der Fahrzeugart zur konkreten Reihe kommst, beschreibt die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.
1016, 1116 und 1216 sicher auseinanderhalten
Das ist die mit Abstand häufigste Frage zum Taurus – und die Antwort ist einfacher, als viele denken: Es geht um Stromsysteme.
| Reihe | Herstellerbezeichnung | Stromsysteme | Typischer Einsatzradius |
|---|---|---|---|
| 1016 | ES 64 U2 | 15 kV / 16,7 Hz | Österreich und Netze mit gleichem System |
| 1116 | ES 64 U2 | 15 kV / 16,7 Hz und 25 kV / 50 Hz | zusätzlich Netze mit 25 kV |
| 1216 | ES 64 U4 | mehrere Wechsel- und Gleichstromsysteme | weiträumig grenzüberschreitend |
Die Faustregel
Je höher die zweite Ziffer der Reihenzahl, desto größer die Systemvielfalt: 1016 einsystemig, 1116 zweisystemig, 1216 mehrsystemig. Die Silhouette hilft dir dabei nicht – nur die Anschrift.
Die mehrsystemfähige Reihe 1216 ist damit die Variante für weiträumigen internationalen Verkehr, während die Reihe 1116 den Alltag zwischen Österreich und seinen Nachbarn abdeckt.
Welche Taurus fährt gerade wo?
Community-Sichtungen zeigen dir aktuelle Meldungen – hilfreich, wenn du eine bestimmte Lackierung suchst.
Einordnung im Bahnbetrieb
Als Universallok ist die 1016 überall dort einsetzbar, wo elektrische Traktion mit 15 kV zur Verfügung steht. Das macht die Suche einfach und die Bestimmung des konkreten Fahrzeugs umso wichtiger.
- Vor Fernzügen: Die Lok gehört zum gewohnten Bild hochwertiger Reisezugleistungen. Wo Wendezugbetrieb gefahren wird, siehst du sie je nach Richtung an der Spitze oder am Zugschluss.
- Vor Güterzügen: Universallok heißt Universaleinsatz. Anders als spezialisierte Reisezugloks anderer Bahnen läuft sie auch vor schweren Güterzügen.
- Im Ersatz- und Sonderverkehr: Wenn Triebzüge ausfallen, springen lokbespannte Garnituren ein – ein wiederkehrender Anlass für ungewohnte Kombinationen.
Aus dieser Universalität folgt eine praktische Konsequenz für dein Spotting: Der Zug hinter der Lok hilft bei der Bestimmung deutlich weniger als bei spezialisierten Baureihen. Bei einer deutschen Fernverkehrslok reicht oft der Blick auf den Wagenzug, um die Baureihe einzugrenzen. Beim Taurus funktioniert das nicht – dieselbe Maschine kann heute vor einem Fernzug und morgen vor einem Güterzug stehen. Die Bestimmung muss deshalb konsequent am Fahrzeug selbst ansetzen: Achszahl, Frontform, Anschrift.
Der zweite praktische Punkt betrifft die Erwartungshaltung. Weil die Reihe im Alltag häufig auftritt, ist die reine Reihensichtung schnell abgehakt. Interessant wird es erst auf der Ebene der einzelnen Maschine – Nummer, Lackierung, Sonderanschriften. Wer das von Anfang an mitdokumentiert, baut sich eine Sammlung auf, die auch nach Jahren noch etwas hergibt.
Welche konkreten Umläufe gerade lokbespannt gefahren werden, verschiebt sich mit jedem Fahrplanwechsel. Das ist ausdrücklich veränderlich und sollte vor jeder gezielten Tour geprüft werden. Wie sich das Fernverkehrsangebot in Österreich zusammensetzt, ordnet die Seite zum Railjet ein.
Spotting und Fotografie
Der Taurus ist ein dankbares Fotomotiv: klare Kanten, hoher Wiedererkennungswert, oft auffällige Lackierungen. Drei Punkte holen mehr aus dem Bild heraus.
- Dreiviertelansicht wählen. Ein Winkel von etwa 30 bis 45 Grad zur Fahrzeugachse zeigt die keilförmige Front und die Seitenwand zugleich. Bei Werbelackierungen ist die Seitenwand die eigentliche Information.
- Flaches Licht nutzen. Morgens und am späten Nachmittag zeichnen sich die Kanten des Lokkastens deutlich ab. Hartes Mittagslicht lässt die Flächen flau wirken.
- Ton als Vorwarnung nehmen. Die aufsteigende Tonfolge beim Anfahren verrät dir eine startende Taurus-Lok oft, bevor du sie siehst – nutz die Sekunden für die letzte Kontrolle der Einstellungen.
Grundlagen zu Verschlusszeit, Schärfeebene und Bildaufbau stehen im Guide zu guten Fotos von Zügen. Wer gezielt hinter besonderen Lackierungen her ist, findet die Methodik im Beitrag zu Werbeloks und Sonderlackierungen.
Standort immer öffentlich zugänglich wählen
Bahnsteige, Wege und öffentliche Flächen sind in Ordnung. Gleise, Betriebsanlagen und Abstellgruppen sind gesperrt und lebensgefährlich – daran ändert kein Motiv etwas.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für die Reihe 1016, wenn …
- die Reihenanschrift eindeutig mit 1016 beginnt
- vier Achsen und die typische keilförmige Taurus-Front zu sehen sind
- das Fahrzeug auf einer Strecke mit 15 kV / 16,7 Hz unterwegs ist
Sieh genauer hin, wenn …
- eine Werbelackierung die Anschriften optisch überlagert
- der Zug international verkehrt – dann ist eher eine mehrsystemfähige Schwesterreihe im Spiel
- neben der Nummer ein anderes Landeskürzel als A steht
Es ist keine 1016, wenn …
- die Anschrift mit 1116 oder 1216 beginnt
- du sechs Achsen zählst – dann ist es eine ältere österreichische Altbaureihe
- die erste Ziffer der Reihe eine 2 ist – das wäre eine Diesellokomotive
Der Grenzverkehr ist hier der klassische Stolperstein. Auf denselben Strecken verkehren Fahrzeuge mehrerer Halter, teils mit sehr ähnlicher Bauform. Das Landeskürzel neben der zwölfstelligen Nummer – bei Österreich mit dem Ländercode 81 – ist deshalb genauso wichtig wie die Reihenzahl.
Fazit
Die Reihe 1016 ist der Einstieg in die Taurus-Welt: vierachsig, keilförmig, 230 km/h, 6.400 kW – und einsystemig. Wer die Familie einmal über die Stromsysteme sortiert hat, verwechselt 1016, 1116 und 1216 nie wieder. Interessant bleibt danach vor allem die einzelne Maschine mit ihrer Nummer und Lackierung.
Kurzfazit
Taurus-Front, vier Achsen, Anschrift 1016: die Einsystemvariante für das österreichische Netz. Die Reihe erkennst du in Sekunden – die konkrete Lok erkennst du nur an der Nummer.
Zusammenfassung
- Die Reihe 1016 bildet zusammen mit 1116 und 1216 das Rückgrat des modernen ÖBB-Streckendienstes.
- Für die Bestimmung reichen Achszahl, Frontform und Reihenanschrift; die Stromsystemvariante verrät nur die Zahl.
- Weil die Lok als Universalmaschine läuft, findest du sie vor Fernverkehr, Nahverkehr und Güterzügen.
- Sonderlackierungen wechseln – wer sie dokumentiert, hält Zeitgeschichte fest.
Häufige Fragen
Was ist die ÖBB-Reihe 1016?
Die Reihe 1016 ist eine vierachsige Universal-Elektrolokomotive der ÖBB aus der Taurus-Familie, herstellerseitig als Siemens ES 64 U2 bezeichnet. Sie ist für 230 km/h ausgelegt, leistet rund 6.400 kW und arbeitet unter dem österreichischen Bahnstromsystem mit 15 kV bei 16,7 Hz. Als Universallok läuft sie vor Reise- und Güterzügen.
Was ist der Unterschied zwischen 1016 und 1116?
Der entscheidende Unterschied liegt im Stromsystem. Die 1016 ist eine Einsystemlok für 15 kV / 16,7 Hz, die 1116 beherrscht zusätzlich 25 kV / 50 Hz und kann damit über Grenzen fahren, an denen dieses System beginnt. Äußerlich sind beide nahezu identisch – nur die Reihenanschrift klärt es sicher.
Wofür steht die Bezeichnung ES 64 U2?
ES steht für EuroSprinter, die Siemens-Lokomotivplattform. Die 64 verweist auf die Leistung von rund 6.400 kW, das U auf die Auslegung als Universallokomotive. Solche Herstellercodes sind hilfreich, weil sie eine Lok technisch einordnen, auch wenn die Betreiberbezeichnung von Land zu Land wechselt.
Warum heißt die Lok Taurus?
Taurus ist der etablierte Spitzname der ES-64-U-Familie bei den ÖBB, der sich in der Bahnszene fest durchgesetzt hat. Er umfasst umgangssprachlich die Reihen 1016, 1116 und – als Taurus III – die Reihe 1216. Für die exakte Bestimmung solltest du trotzdem immer die Reihenanschrift lesen.
Woher kommt der typische Ton beim Anfahren?
Er entsteht in der Antriebselektronik: Beim Hochfahren durchläuft der Umrichter Frequenzstufen, die als aufsteigende Tonfolge hörbar werden. Für Spotter ist das ein praktisches Zusatzmerkmal – man erkennt eine anfahrende Taurus-Lok oft, bevor man sie überhaupt sieht.
Wie schnell fährt die Reihe 1016?
Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 230 km/h. Ausgefahren wird dieser Wert nur auf entsprechend zugelassenen Strecken und mit passendem Wagenmaterial. Im Alltag bestimmt der Fahrplan das Tempo, nicht die technische Auslegung der Lok.
Sieht man die 1016 auch außerhalb Österreichs?
Als Einsystemmaschine ist sie auf Netze mit 15 kV / 16,7 Hz beschränkt – das umfasst neben Österreich unter anderem Deutschland. Für Fahrten in Länder mit 25 kV / 50 Hz oder Gleichstromsystemen braucht es die mehrsystemfähigen Schwesterreihen. Welche Umläufe grenzüberschreitend gefahren werden, ändert sich mit den Fahrplanjahren.
Warum lohnt sich das Dokumentieren einzelner Taurus-Loks?
Weil die Reihe ein beliebter Werbeträger ist. Viele Maschinen tragen oder trugen Sonderlackierungen, manche nur für kurze Zeit. Wer nur „Taurus gesehen“ notiert, verliert die eigentlich interessante Information. Fahrzeugnummer, Datum und Lackierung gehören deshalb in jede Sichtung.
Sichtung von ÖBB 1016 (Taurus) festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
Verwandte Baureihen
ÖBB 1116 (Taurus)
Die Reihe 1116 ist der Zweisystem-Taurus der ÖBB: 15 kV und 25 kV, 230 km/h, 6.400 kW. So trennst du sie sicher von 1016 und 1216.
E-LokÖBB 1216 (Taurus III)
Die Reihe 1216 ist der mehrsystemfähige Taurus III – und Halterin des Geschwindigkeitsrekords für Lokomotiven mit 357 km/h aus dem Jahr 2006.
HGVÖBB Railjet (RJ / RJX)
Der Railjet ist kein Triebzug, sondern eine feste Wagengarnitur mit Lok an einem und Steuerwagen am anderen Ende. So erkennst du ihn und trennst RJ von RJX.
E-LokReihe 1142
Die Reihe 1142 ist die wendezugfähige Weiterentwicklung der Bauserie 1042.5. So erkennst du sie und verstehst, was Wendezugbetrieb für Spotter bedeutet.
E-LokÖBB 1010
Die Reihe 1010 war eine sechsachsige Universal-Ellok der ÖBB und ist heute nur noch museal unterwegs. So ordnest du sie ein und unterscheidest sie von der Reihe 1110.
E-LokÖBB 1012
Die Reihe 1012 blieb eine Kleinserie moderner ÖBB-Elloks – überholt von der Großbeschaffung des Taurus. So ordnest du sie ein und erkennst sie im Feld.
Wer dahintersteckt
Konzerne, Marken, Hersteller und Betriebe – wer wem gehört und woran du sie im Feld erkennst.
Nightjet
Nightjet ist die Nachtzugmarke der ÖBB – und damit ein Produktname, keine Firma. Der Wagenzug gehört meist der ÖBB, die Lokomotive davor wechselt an jeder Systemgrenze den Besitzer. Wer eine Nightjet-Sichtung notiert, notiert deshalb zwei verschiedene Dinge.
MarkeRailjet
Railjet ist der Name eines Zugkonzepts, nicht eines Unternehmens. Die Marke gehört den ÖBB, doch auch die tschechische Staatsbahn setzt eigene Railjet-Garnituren ein. Wer nur auf Farbe und Form schaut, verwechselt beide zuverlässig.
Wo du die ÖBB 1016 (Taurus) siehst
Konkrete Standpunkte mit Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.
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