Bern Hauptbahnhof

Bern ist der Knoten, um den herum der Schweizer Fahrplan gebaut ist. Zwei große Bahnunternehmen teilen sich dieselben Perrons, unter dem Bahnhof liegt eine Schmalspurbahn mit eigenem Kopfbahnhof – und die Bahnsteige gehören zu den engsten des Landes.

Auch bekannt als: Bern HB · Berne · Berna · Bahnhof Bern

SchweizSchweizBern, BernGroße Knotenbahnhöfe8 Min. Lesezeit

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Knotenminuten

3

Bahnunternehmen im Bahnhof

frei

Perronzugang ohne Ticket

eng

Bahnsteigbreite als Hauptproblem

Das Wichtigste in Kürze

  • Bern ist der Referenzknoten des Schweizer Fahrplans – hier siehst du das Taktprinzip so klar wie sonst nirgends.
  • SBB und BLS teilen sich dieselben Perrons, was Bern zum besten Ort macht, um zwei Fahrzeugwelten direkt zu vergleichen.
  • Die engen Bahnsteige sind das Hauptproblem: In den Knotenminuten hast du kaum Platz, gute Bilder entstehen anderswo.
  • Unter dem Bahnhof liegt eine Meterspurbahn mit eigenem Kopfbahnhof, eigener Spurweite und eigenem Stromsystem.
  • Für Bilder gehst du raus: die Terrasse der Grossen Schanze oder das Umfeld des Lorraineviadukts über der Aare.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Der Spot in Zahlen
  2. 2.Steckbrief
  3. 3.Die besten Standpunkte
  4. 4.Was du hier zu sehen bekommst
  5. 5.Lohnt sich die Anreise?
  6. 6.Der Knoten: warum in Bern alles gleichzeitig passiert
  7. 7.SBB, BLS und eine Schmalspurbahn im Keller
  8. 8.Eine Session in Bern richtig timen
  9. 9.Licht, Platz und die Grenzen der Fotografie
  10. 10.Anreise, Sprache und Zugang
  11. 11.Für wen sich Bern lohnt
  12. 12.Sicherheit auf engen Bahnsteigen
  13. 13.Fazit
  14. 14.Häufige Fragen

Empfohlener Standpunkt46.94900, 7.43900 · Bern, Bern

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Der Spot in Zahlen

Einschätzung der Redaktion auf einer Skala von 1 bis 5 – gemessen an dem, was du an einem normalen Werktag realistisch erwarten kannst.

Zugdichte5/5 · sehr hoch
Fahrzeugvielfalt4/5 · hoch
Fotoqualität2/5 · gering
Erreichbarkeit5/5 · sehr hoch
Für Einsteiger3/5 · mittel

Steckbrief

Offizieller NameBern, in der Praxis meist Bern Hauptbahnhof oder Bern HB
Spot-TypDurchgangsbahnhof im Stadtzentrum mit unterirdischem Schmalspurbahnhof
Betreiber am selben PerronSBB und BLS, dazu die RBS im eigenen Tiefbahnhof
VerkehrsartenFernverkehr, InterRegio, S-Bahn Bern, Regionalverkehr, Schmalspur-Vorortbahn
BesonderheitZentraler Taktknoten des Schweizer Fahrplans mit Bündelung zur vollen und halben Stunde
ZugangAlle Perrons frei zugänglich, keine Sperren, keine Bahnsteigkarte
Nächster AusweichspotBern Wankdorf, wenige Minuten mit der S-Bahn, mit deutlich mehr Platz
Typische Aufenthaltsdauer1,5–3 Stunden, aufgeteilt auf mehrere Knotenfenster

Die besten Standpunkte

Alle genannten Punkte liegen auf öffentlich zugänglichem Gelände. Gleise, Rangierbereiche und Betriebsflächen sind tabu – auch wenn der Winkel von dort besser wäre.

Grosse Schanze, Terrasse über dem Gleisfeld

Die öffentliche Parkterrasse liegt direkt über den westlichen Gleisen und ist der einzige Ort in Bern, an dem du das Gleisfeld von oben überblickst. Von hier verstehst du in fünf Minuten, wie sich der Knoten füllt und wieder leert – ohne zwischen Reisenden zu stehen.

☀ Vormittag bis früher Nachmittag⇢ frei zugänglich, kostenlos

Westliche Perronenden Richtung Ausfahrt

Der beste Punkt im Bahnhof selbst. Hier ist es etwas breiter als in der Perronmitte, du siehst mehrere Gleise gleichzeitig und bekommst die ausfahrenden Züge im Anschnitt. In den Knotenminuten trotzdem voll.

☀ gedämpftes Dachlicht, nach Westen offener⇢ frei zugänglich, kostenlos

Umfeld des Lorraineviadukts über der Aare

Nordöstlich des Bahnhofs überquert die Bahn die Aare auf einem markanten Viadukt. Von den öffentlichen Wegen und Brücken im Lorrainequartier bekommst du Züge in voller Länge vor Stadt- und Flusskulisse – das einzige echte Bildmotiv in Bern.

☀ Nachmittag bis Abend⇢ frei zugänglich, Fußweg von etwa 10–15 Minuten

RBS-Tiefbahnhof im Untergeschoss

Unter dem Hauptbahnhof endet eine meterspurige Vorortbahn in einem eigenen Kopfbahnhof. Andere Spurweite, anderes Stromsystem, andere Fahrzeuge – für Sammler von Privatbahnen der interessanteste Teil des Bahnhofs, fotografisch dagegen eine Herausforderung.

☀ reines Kunstlicht⇢ frei zugänglich, kostenlos

Perron Bern Wankdorf

Wenige Minuten mit der S-Bahn nach Nordosten. Ein moderner Vorortbahnhof mit breiten Perrons, Tageslicht und Blick auf durchfahrende Fernzüge. Die naheliegende Antwort auf das Platzproblem im Hauptbahnhof.

☀ ganztags⇢ frei zugänglich, kostenlos

Was du hier zu sehen bekommst

Deine Ausbeute an Bern Hauptbahnhof

Hak ab, was du bereits erwischt hast – die Liste bleibt auf deinem Gerät gespeichert.

  • SBB und BLS am selben Perron – zwei Fahrzeugwelten direkt nebeneinander
  • Taktknoten in Reinform: zweimal pro Stunde steht fast der ganze Fernverkehr gleichzeitig
  • Meterspur unter Normalspur im RBS-Tiefbahnhof
  • Doppelstock-S-Bahn im dichten Vorortverkehr
  • Lötschberg-Verkehr Richtung Wallis und Italien
  • Zweisprachige Umgebung an der deutsch-französischen Sprachgrenze
  • Freier Perronzugang ohne Ticket und ohne Sperren

Lohnt sich die Anreise?

Dafür spricht

  • Kein anderer Schweizer Bahnhof zeigt das Knotenprinzip so deutlich
  • Zwei große Bahnunternehmen im direkten Vergleich, ohne den Standpunkt zu wechseln
  • Mit der RBS liegt eine komplett andere Bahnwelt eine Rolltreppe tiefer
  • Perrons frei zugänglich, jederzeit betretbar
  • Sehr zentral gelegen, alles im Stadtzentrum fußläufig erreichbar
  • Mit der Grossen Schanze gibt es einen kostenlosen Überblickspunkt direkt darüber

Dagegen spricht

  • Die Bahnsteige sind ausgesprochen eng – in den Knotenminuten wird es unangenehm voll
  • Fotografisch der schwächste der großen Schweizer Bahnhöfe: wenig Platz, wenig Licht, wenig Winkel
  • Zwischen den Knoten fällt die Dichte deutlich ab
  • Güterverkehr spielt im Bahnhof praktisch keine Rolle
  • Der RBS-Tiefbahnhof hat kein Tageslicht und wenig Bewegungsspielraum
  • Bauarbeiten am Bahnhofsumfeld verändern Zugänge und Standpunkte immer wieder

Aktualisiert: August 2026 – Wenn du wissen willst, wie der Schweizer Fahrplan funktioniert, musst du nicht in ein Lehrbuch schauen, sondern zweimal pro Stunde auf ein Perron in Bern Hauptbahnhof. Dann füllt sich der Bahnhof binnen weniger Minuten, fast alle Fernzüge stehen gleichzeitig, Reisende wechseln in alle Richtungen – und kurz darauf ist alles wieder weg. Bern ist der Knoten, um den herum das ganze System gebaut ist.

Was diesen Bahnhof zusätzlich interessant macht: Hier teilen sich zwei große Bahnunternehmen dieselben Gleise, und eine Rolltreppe tiefer beginnt eine völlig andere Bahnwelt.

Den Berner Knoten in Echtzeit mitschreiben

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Der Knoten: warum in Bern alles gleichzeitig passiert

Der integrale Taktfahrplan der Schweiz beruht darauf, dass Fahrzeiten zwischen den großen Bahnhöfen möglichst nah an einer halben Stunde oder einem Vielfachen davon liegen. Dann treffen sich die Züge an definierten Knoten, alle Anschlüsse passen, und niemand muss lange warten. Bern liegt in diesem System zentral – zwischen Zürich, Basel, der Westschweiz und dem Wallis.

Praktisch erlebst du das als eine Art Atmung des Bahnhofs. Kurz vor der vollen und halben Stunde laufen die Züge fast gleichzeitig ein, für wenige Minuten steht der halbe Schweizer Fernverkehr nebeneinander, dann fährt alles binnen kürzester Zeit wieder ab. Wer zehn Minuten nach dem Knoten ankommt, sieht einen fast leeren Bahnhof.

2xKnoten pro Stunde, zur vollen und halben
3Bahnunternehmen im selben Bahnhof
2Spurweiten auf zwei Ebenen
0 CHFfür den Zugang zu allen Perrons

SBB, BLS und eine Schmalspurbahn im Keller

Was Bern von anderen Schweizer Großbahnhöfen unterscheidet, ist die Betreibervielfalt auf engstem Raum. Die SBB fährt den nationalen Fernverkehr, die BLS prägt den Regional- und S-Bahn-Verkehr im Raum Bern sowie die Achse Richtung Lötschberg – und beide nutzen dieselben Perrons. Du kannst also zwei Fahrzeugwelten vergleichen, ohne den Standpunkt zu wechseln.

Unter dem Bahnhof kommt eine dritte Ebene dazu: der Kopfbahnhof der meterspurigen Vorortbahn der RBS, mit eigener Spurweite und eigenem Stromsystem. Für Sammler von Privatbahnen ist das der eigentliche Grund, in Bern länger zu bleiben.

Bereich Wer dort fährt Beste Zeit Wofür geeignet
Perrons Normalspur, Mitte SBB Fernverkehr, BLS Regionalverkehr Knotenminuten Betreibervergleich, viele Fahrzeuge gleichzeitig
Westliche Perronenden ausfahrender Verkehr aller Richtungen kurz nach dem Knoten Ausfahrten, etwas mehr Platz
RBS-Tiefbahnhof meterspurige Vorortbahn Berufsverkehr Privatbahn-Fahrzeuge, reine Sichtungen
Grosse Schanze Blick über das Gleisfeld Vormittag Übersicht, Verständnis für den Knoten
Lorraineviadukt und Umfeld durchfahrender Verkehr über der Aare Nachmittag das einzige echte Bildmotiv

Eine Session in Bern richtig timen

Vor dem Knoten ankommen

Sei spätestens zehn Minuten vor der vollen oder halben Stunde auf dem Perron. Wer mitten im Knoten ankommt, kommt in der Menge nicht mehr an seinen Standpunkt.

Position früh festlegen

Such dir vor dem Andrang eine Stelle, an der du niemanden blockierst – idealerweise an einem Perronende statt in der Mitte.

Betreiber getrennt notieren

SBB, BLS und RBS gleich beim Erfassen auseinanderhalten. Abends aus Bildern zu rekonstruieren, wer da gefahren ist, kostet dich mehr Zeit als das Notieren vor Ort.

Zwischen den Knoten nach unten

Die ruhigen Minuten gehören dem RBS-Tiefbahnhof. Dort läuft ein eigener Takt, der unabhängig vom Fernverkehr funktioniert.

Zum Schluss ans Tageslicht

Grosse Schanze für die Übersicht, Lorraineviadukt für das Bild. Beides braucht Fußweg, aber beides liefert, was der Bahnsteig nicht hergibt.

Wie viel Zeit brauchst du in Bern wirklich?

Bern ist kompakt, aber die Wege zwischen den Ebenen und nach draußen summieren sich schneller als gedacht.

Richtwert ohne Anreise. In den Knotenminuten dauern Wege im Bahnhof spürbar länger als außerhalb.

Licht, Platz und die Grenzen der Fotografie

Fotografisch ist Bern der schwächste der großen Schweizer Bahnhöfe, und das hat einen einfachen Grund: Es fehlt an Platz. Wo der Bahnsteig schmal ist, kannst du nicht ausweichen, nicht zurücktreten und keinen Winkel wählen. Dazu kommt gedämpftes Licht unter den Dächern und ein permanenter Reisendenstrom.

Wer trotzdem im Bahnhof fotografieren will, arbeitet am besten mit kurzen Brennweiten aus der Nähe und akzeptiert, dass Menschen im Bild sind. Für Mitzieher ist zu wenig Raum, und ein Stativ ist auf diesen Perrons schlicht keine Option.

Der Trick für Bern: Randzeiten statt Knotenminuten

Wenn dir das Bild wichtiger ist als die Anzahl, komm früh am Morgen oder spät am Abend. Dann ist der Bahnsteig leer, du hast Platz für eine saubere Position, und die Züge stehen trotzdem regelmäßig. Für die dunklen Verhältnisse lohnt sich vorher ein Blick auf die Verschlusszeit in der Zugfotografie.

Wissen, was in Bern gerade steht

Live-Sichtungen anderer Spotter am selben Knoten – bevor du dich auf eine Ebene festlegst.

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Anreise, Sprache und Zugang

Bern liegt fahrplantechnisch günstig: Aus Zürich, Basel, dem Wallis und der Westschweiz kommst du im Takt und ohne Umsteigen an. Ein Ticket für den Perronzugang brauchst du nicht, es gibt keine Sperren und keine Bahnsteigkarte. Kontrolliert wird ausschließlich im Zug.

Beachte die sprachliche Lage: Bern liegt nahe der deutsch-französischen Sprachgrenze, und Züge Richtung Westschweiz sind zweisprachig beschildert. Durchsagen wechseln je nach Zielrichtung. Das ist kein Hindernis, aber es hilft zu wissen, dass derselbe Ort in zwei Sprachen auf der Anzeige stehen kann.

Passt dein Zeitplan für Bern?

Bern verzeiht schlechte Planung schlechter als andere Bahnhöfe – hak ab, was steht.

  • Ankunft auf eine Knotenminute abgestimmt
  • Reihenfolge Normalspur, Tiefbahnhof, Außenstandpunkt festgelegt
  • Kompakte Ausrüstung gewählt, kein Stativ
  • Fußweg zur Grossen Schanze oder zum Lorraineviadukt eingeplant
  • Traintrack App installiert und eingeloggt
  • Aktuelle Bauarbeiten und Zugangsänderungen geprüft
  • Alternative für schlechtes Wetter im Kopf

Für wen sich Bern lohnt

Bern passt, wenn …

  • du das Schweizer Knotenprinzip verstehen und dokumentieren willst
  • du SBB und BLS direkt vergleichen möchtest
  • dich Privatbahnen und Meterspur interessieren
  • du wenig Zeit hast und trotzdem viel sehen willst

Kombiniere weiter, wenn …

  • du Platz und Tageslicht brauchst – dann Bern Wankdorf oder das Lorraineviadukt
  • du dieselben Fahrzeuge in Landschaft sehen willst – dann Lötschberg-Südrampe
  • du den zweiten großen Knoten sehen willst – dann Zürich HB

Fahr woanders hin, wenn …

Sicherheit auf engen Bahnsteigen

Enge Perrons sind kein kosmetisches Problem, sondern ein Sicherheitsthema. Wo wenig Platz ist, wird der Abstand zur Bahnsteigkante schneller unterschritten, als du es merkst – besonders wenn sich hinter dir eine Reisendenwelle bewegt.

In Bern besonders wichtig

Halte konsequent Abstand zur Perronkante und stell dich nie mit dem Rücken zum Gleis, wenn es voll ist. Gleisbereiche, der Zugang zum Tiefbahnhof abseits der Perrons und sämtliche Betriebsanlagen sind tabu. Alle auf dieser Seite genannten Standpunkte liegen auf öffentlich zugänglichem Gelände. Warum die Abstände so bemessen sind, erklärt der Beitrag zu den Sicherheitsabständen am Gleis. Und: Stative gehören auf diesen Bahnsteigen nicht hin, auch nicht kurz.

Fazit

Bern ist der Bahnhof, an dem man das Schweizer System begreift. Zweimal pro Stunde läuft der Knoten ab, und wenn du einmal davorgestanden hast, verstehst du, warum Fahrpläne hierzulande anders gebaut werden als in Deutschland. Für Sichtungen ist der Ort exzellent, für Fotos schwach – daran ändert auch die beste Ausrüstung nichts.

Am besten funktioniert Bern als Auftakt einer Tour: ein bis zwei Knoten mitnehmen, die Betreiber sortieren, den Tiefbahnhof abarbeiten – und dann in die Landschaft weiterfahren, wo dieselben Fahrzeuge im Licht stehen. Wer dabei auch historische Fahrzeuge sehen will, hängt in der Westschweiz die Museumsbahn Blonay–Chamby an.

Kurzfazit

Der klarste Taktknoten der Schweiz, drei Bahnunternehmen und zwei Spurweiten an einem Ort – dafür die engsten Bahnsteige unter den großen Schweizer Bahnhöfen. Als Sichtungsspot erstklassig, als Fotostandort nur mit Ausweichplan brauchbar.

Sortiere deine Berner Sichtungen nach Betreiber

SBB, BLS, RBS – nach ein paar Besuchen siehst du in deinem eigenen Logbuch, wie sich der Knoten über den Tag verändert.

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Zusammenfassung

  • Wer verstehen will, warum der Schweizer Fahrplan funktioniert, lernt in Bern mehr als in jedem Lehrbuch – zweimal pro Stunde läuft das Prinzip vor deinen Augen ab.
  • Der Bahnhof ist ein hervorragender Sichtungsort und ein schwacher Fotostandort; wer das akzeptiert, ist zufrieden, wer es nicht tut, ärgert sich.
  • Die Kombination aus SBB, BLS und einer meterspurigen Vorortbahn gibt es in dieser Form an keinem anderen Schweizer Hauptbahnhof.
  • Ein bis zwei Knotenfenster reichen für das Wesentliche; danach lohnt sich der Wechsel nach draußen oder an einen Vorortbahnhof mit mehr Platz.

Häufige Fragen

Warum gilt Bern als der wichtigste Taktknoten der Schweiz?

Weil die Fahrzeiten im Schweizer Netz so ausgelegt sind, dass sich die Fernzüge in Bern zur vollen und halben Stunde treffen und alle Anschlüsse gleichzeitig funktionieren. Der Bahnhof liegt geografisch und fahrplantechnisch in der Mitte zwischen Zürich, Basel, dem Wallis und der Westschweiz. Für dich bedeutet das: Der Verkehr kommt in Wellen, nicht gleichmäßig – ein grundlegender Unterschied etwa zu Köln Hauptbahnhof.

Braucht man in Bern eine Bahnsteigkarte?

Nein. Wie überall in der Schweiz gibt es keine Bahnsteigsperren, du gehst direkt vom Zugang aufs Perron. Kontrolliert wird im Zug. Es gilt aber das Hausrecht der Bahnhofsbetreiberin, und weil die Perrons in Bern sehr eng sind, wird auf Stative und dauerhaftes Stehen an Engstellen deutlich empfindlicher reagiert als anderswo. Hintergründe stehen im Beitrag zum Hausrecht auf Bahnhöfen.

Was ist der Unterschied zwischen SBB und BLS in Bern?

Die SBB fährt den nationalen Fernverkehr, die BLS ist die zweite große Bahn im Raum Bern und betreibt neben der S-Bahn Bern die Verkehre Richtung Lötschberg und Wallis. Beide nutzen dieselben Perrons, sind aber an Lackierung und Fahrzeugtyp gut zu unterscheiden. Typische BLS-Fahrzeuge sind der RABe 515 (MUTZ) und der RABe 535 (Lötschberger). Wie du Betreiber generell auseinanderhältst, erklärt Wer fährt hier eigentlich?.

Was hat es mit dem Bahnhof unter dem Bahnhof auf sich?

Unter dem Hauptbahnhof liegt der Kopfbahnhof der RBS, einer meterspurigen Vorortbahn mit eigenem Stromsystem. Für Spotter ist das ein eigenes kleines Revier: andere Spurweite, andere Fahrzeuge, andere Betriebslogik – und eine Rolltreppe vom Normalspurverkehr entfernt. Fotografisch ist der Bereich schwierig, weil es kein Tageslicht und wenig Platz gibt.

Wo mache ich in Bern gute Bilder?

Nicht auf dem Bahnsteig. Die beiden brauchbaren Standpunkte liegen draußen: die öffentliche Terrasse der Grossen Schanze über dem westlichen Gleisfeld und das Umfeld des Lorraineviadukts über der Aare. Beide sind kostenlos zugänglich. Wie du dir vorher überlegst, wann dort das Licht passt, steht unter Sonnenstand am Fotospot planen.

Wie eng sind die Bahnsteige wirklich?

Eng genug, dass es in den Knotenminuten zum eigentlichen Problem wird. Der Bahnhof stammt aus einer Zeit mit deutlich weniger Reisenden und wird seit Jahren umgebaut. Praktisch heißt das für dich: Kein Stativ, keine ausladende Ausrüstung, kein längeres Verharren an Treppenaufgängen. Plane deine Position vor dem Knoten, nicht mittendrin – Grundlagen dazu im Guide Fotostandort am Bahnsteig wählen.

Sieht man in Bern Güterzüge?

Im Bahnhof selbst so gut wie nicht. Bern ist ein reiner Personenverkehrsknoten, der Güterverkehr wird großräumig um die Stadt geführt. Wer Loks statt Triebzüge sucht, fährt besser nach Basel SBB oder gleich an die Alpenachse nach Erstfeld.

Wie lange sollte ich in Bern bleiben?

Ein bis zwei Knotenfenster von je rund zwanzig Minuten reichen für den Kern, dazu etwas Zeit für den RBS-Tiefbahnhof und den Weg nach draußen. Insgesamt sind eineinhalb bis drei Stunden realistisch. Länger wird es repetitiv, weil sich der Takt exakt wiederholt. Wie du eine Session dokumentierst, statt sie nur zu erleben, beschreibt der Beitrag Sichtungslogbuch führen.

Was ändert sich in Bern durch die Bauarbeiten?

Der Bahnhof wird seit Jahren erweitert, vor allem im Bereich der Zugänge und des unterirdischen Teils. Für dich heißt das: Zugänge, Treppen und Umsteigewege können sich zwischen zwei Besuchen ändern. Prüfe die aktuelle Lage vorher, und rechne mit Sperrungen einzelner Wege. Auch der Fahrplan wird regelmäßig angepasst – was sich dabei typischerweise verschiebt, steht im Beitrag Fahrplanwechsel: was sich ändert.

Womit kombiniere ich Bern sinnvoll?

Am naheliegendsten ist die Fahrt Richtung Wallis: Die BLS-Verkehre, die du in Bern siehst, kannst du an der Lötschberg-Südrampe bei Hohtenn in der Landschaft wiederfinden. Wer den zweiten großen Taktknoten sehen will, fährt nach Zürich HB – ähnliches Prinzip, völlig andere Bauform.

Deine Sichtungen an Bern Hauptbahnhof festhalten

Fahrzeug, Ort und Uhrzeit in Sekunden erfasst – und du siehst, was andere hier gerade melden.

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Traintrack Redaktion

Die Spotting-Orte-Datenbank entsteht aus Betriebsbeobachtung, Community-Sichtungen und öffentlich zugänglichen Quellen. Fahrpläne, Baustellen und Umläufe ändern sich laufend – prüfe vor der Anreise immer die aktuelle Lage. Alle beschriebenen Standpunkte liegen auf öffentlich zugänglichem Gelände.

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