Das Wichtigste in Kürze
- Die Südrampe ist eine Wanderung, kein Standpunkt. Die Motive verteilen sich über Kilometer entlang des Höhenwegs.
- Der Basistunnel hat die Bergstrecke entlastet – erwarte einen Reisezug-Grundtakt und nur gelegentlich schweren Güterverkehr.
- Das erste starke Motiv liegt nah: Der Luogelkin-Viadukt ist ab Bahnhof Hohtenn in rund 20 Minuten erreicht.
- Vormittagslicht ist entscheidend, weil der Dunst über dem Rhonetal im Tagesverlauf zunimmt.
- Plane Wegzeiten großzügig. Zwischen zwei Viadukten liegen Gehminuten, nicht Meter – und ein verpasster Zug kommt erst in einer Stunde wieder.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Der Spot in Zahlen
- 2.Steckbrief
- 3.Die besten Standpunkte
- 4.Was du hier zu sehen bekommst
- 5.Lohnt sich die Anreise?
- 6.Zwei Linien, ein Berg: die ehrliche Verkehrslage
- 7.Der Höhenweg als Aneinanderreihung von Motiven
- 8.Welche Brennweite die Bauwerke wirklich brauchen
- 9.Am Steilhang gelten andere Regeln
- 10.Für wen sich der Weg lohnt
- 11.Fazit
- 12.Häufige Fragen
Empfohlener Standpunkt46.32500, 7.78400 · Hohtenn, Wallis
Auf der Karte öffnenDer Spot in Zahlen
Einschätzung der Redaktion auf einer Skala von 1 bis 5 – gemessen an dem, was du an einem normalen Werktag realistisch erwarten kannst.
Steckbrief
| Offizieller Name | Lötschberg-Bergstrecke, Südrampe im Abschnitt Goppenstein – Hohtenn – Brig |
|---|---|
| Spot-Typ | Hangstrecke mit Höhenweg, mehrere Viadukte und Portale auf kurzer Distanz |
| Eröffnet | 1913 mit dem 14,6 km langen Lötschberg-Scheiteltunnel |
| Maximale Steigung | 27 ‰ auf der Südrampe |
| Betreiber | BLS, dazu Güterverkehr verschiedener Unternehmen bei Umleitungen |
| Landschaft | Nordflanke des Rhonetals, Blick auf Bietschhorn und die Walliser Alpen |
| Zugang | Markierter Höhenweg ab Bahnhof Hohtenn, ganzjährig öffentlich |
| Typische Aufenthaltsdauer | 5–7 Stunden für den Höhenweg mit Fotostopps |
Die besten Standpunkte
Alle genannten Punkte liegen auf öffentlich zugänglichem Gelände. Gleise, Rangierbereiche und Betriebsflächen sind tabu – auch wenn der Winkel von dort besser wäre.
Luogelkin-Viadukt am Höhenweg
Der gemauerte Bogenviadukt kurz hinter Hohtenn ist das erste große Motiv des Weges und eines der schönsten Kunstbauten der Strecke. Der Weg führt so um das Bauwerk herum, dass du zwischen Ansicht von vorn und schräger Perspektive wählen kannst – ohne die Trasse zu betreten.
Blick auf die Bietschtalbrücke
Die große Stahlbrücke über das Bietschtal ist das Wahrzeichen der Südrampe. Vom Wanderweg aus siehst du sie im Zusammenhang mit dem Tobel und den Felswänden dahinter – ein Zug wirkt darauf klein, und genau das ist der Punkt.
Bahnhof Hohtenn und Umfeld
Der Ausgangspunkt und gleichzeitig der einzige Ort auf der Strecke, an dem du ohne Wanderung Züge bekommst. Nützlich für die erste Orientierung, zum Aufwärmen im Winter und für den Fall, dass das Wetter kippt.
Höhenweg Richtung Lalden mit Talblick
Weiter östlich öffnet sich der Blick über das gesamte Rhonetal. Hier fotografierst du nicht mehr den einzelnen Zug, sondern die Streckenführung als Linie im Hang – mit den Walliser Bergen als Hintergrund.
Aussichtsstelle über dem Basistunnel-Portalbereich
Von den oberen Wegabschnitten schaust du auf den Talboden bei Raron hinunter, wo die Flachbahn im Berg verschwindet. Ein ungewöhnliches Motiv: die alte und die neue Lötschberglinie in einem Blick, hundert Jahre Bahnbau übereinander.
Was du hier zu sehen bekommst
Deine Ausbeute an Lötschberg-Südrampe bei Hohtenn
- Luogelkin-Viadukt: gemauerter Bogen direkt am Wanderweg
- Bietschtalbrücke: die große Stahlkonstruktion der Südrampe
- Galerien und Tunnelportale in dichter Folge auf wenigen Kilometern
- Blick auf Bietschhorn und die Walliser Alpen als Hintergrund
- Suonen und Trockenmauern als Vordergrund statt Schotter und Masten
- Güterverkehr bei Umleitungen, wenn die Flachbahn an ihre Grenzen kommt
- Alte und neue Lötschberglinie gleichzeitig im Blickfeld
Lohnt sich die Anreise?
Dafür spricht
- Kunstbauten in einer Dichte, die an keiner anderen Schweizer Bergstrecke erreicht wird
- Ein durchgehend markierter Wanderweg erschließt fast die ganze Rampe
- Start- und Endpunkt sind mit der Bahn erreichbar – kein Auto nötig
- Weitblick über das Rhonetal bis zu den Walliser Viertausendern
- Deutlich weniger überlaufen als die bekannten Motive Graubündens
Dagegen spricht
- Der Hauptverkehr läuft seit 2007 durch den Basistunnel im Talboden
- Der Höhenweg ist lang – ein halber Tag reicht für kaum mehr als zwei Motive
- Ausgesetzte Abschnitte: nichts für Menschen mit Höhenangst
- Kein Schatten und keine Versorgung auf weiten Teilen der Strecke
- Im Winter stellenweise vereist und dann nicht sinnvoll begehbar
- Bei Dunst über dem Rhonetal verliert der Fernblick stark an Wirkung
Aktualisiert: August 2026 – Die meisten Bahnfotostellen erreichst du in zehn Minuten vom Parkplatz. Die Lötschberg-Südrampe bei Hohtenn funktioniert anders: Hier steigst du am Bahnhof aus, gehst los und hast über Stunden eine Strecke neben dir, die 1913 als Balkon in die Felsflanke über dem Rhonetal gebaut wurde. Viadukte, Galerien und Tunnelportale wechseln sich auf wenigen Kilometern ab, dahinter stehen die Walliser Alpen.
Diese Seite erklärt, wie du die Etappen einteilst, was seit dem Basistunnel realistisch noch fährt und wo du die Kunstbauten am besten erwischst.
Unterwegs erfassen statt abends rekonstruieren
Auf dem Höhenweg vergisst du bis zum Abend, welcher Zug an welchem Viadukt war. Halte es sofort fest – auch ohne Netz.
Zwei Linien, ein Berg: die ehrliche Verkehrslage
Am Lötschberg liegen zwei Generationen Bahnbau übereinander. Oben die Bergstrecke von 1913 mit ihrem Scheiteltunnel, unten seit 2007 die Flachbahn durch den Basistunnel zwischen Frutigen und Raron. Der schnelle Reiseverkehr und der schwere Güterverkehr nehmen den unteren Weg – das ist der Grund, warum es die Flachbahn gibt.
Anders als am Gotthard ist die Bergstrecke dadurch aber nicht fast leer geworden. Der Basistunnel ist nicht auf voller Länge zweispurig ausgebaut, seine Kapazität ist deshalb begrenzt. Was nicht hineinpasst, fährt weiterhin über den Berg. Dazu kommt der Erschließungsverkehr für die Ortschaften am Hang, der ohne die alte Linie schlicht wegfallen würde.
Für dich heißt das: Du bekommst hier mehr als an der Gotthard-Bergstrecke, aber weniger, als die Bilder aus den 1990er-Jahren suggerieren. Den Grundtakt fährt die BLS, meist mit dem RABe 535 Lötschberger. Schwere Güterzüge – etwa von BLS Cargo – sind die angenehme Überraschung, nicht die Planungsgrundlage. Im Transit über den Berg ist außerdem SBB Cargo International unterwegs.
| Merkmal | Bergstrecke über Hohtenn | Basistunnel im Talboden |
|---|---|---|
| Sichtbarkeit | vollständig, über Kilometer im Freien | praktisch null, nur Portalbereiche |
| Verkehrsanteil | Grundtakt plus Überlauf | Hauptlast an Güter- und Fernverkehr |
| Fahrzeuge | Regionaltriebzüge, bei Umleitung schwere Loks | schnelle Reisezüge, Transitgüterzüge |
| Fotografischer Wert | sehr hoch, Kunstbauten und Weitblick | gering, Portal und Betonwanne |
| Zugang | markierter öffentlicher Höhenweg | nur aus der Distanz einsehbar |
Der Höhenweg als Aneinanderreihung von Motiven
Der Reiz dieses Spots liegt darin, dass die Motive nicht an einem Punkt liegen, sondern sich über die Strecke verteilen. Du gehst zwanzig Minuten, und die Szenerie ist eine andere: erst ein gemauerter Bogenviadukt, dann eine Galerie im Fels, dann ein weiter Blick über das ganze Rhonetal.
In Hohtenn beginnen
Der Bahnhof ist Startpunkt und Rückfalloption zugleich. Verschaff dir hier einen Eindruck vom Takt, bevor du losgehst.
Erstes Viadukt sichern
Das Luogelkin-Viadukt liegt nah genug, um es garantiert mitzunehmen. Nimm dort einen Zug mit, bevor du weitergehst – das entspannt den Rest des Tages.
Gehzeiten gegen Takt rechnen
Zwischen zwei Motiven liegen Gehminuten. Rechne aus, ob du das nächste Bauwerk vor dem nächsten Zug erreichst, statt es zu hoffen.
Einen Umkehrpunkt festlegen
Bestimme vorher, wann du spätestens umdrehst oder zum nächsten Bahnhof absteigst. Auf dem Höhenweg wird es früh dunkel, weil der Hang die Sonne verliert.
Unterwegs dokumentieren
Zug, Bauwerk und Uhrzeit sofort notieren. Wie du eine Strecke vorher am Kartenmaterial durcharbeitest, steht im Beitrag Streckenkarte lesen.
Der unterschätzte Vorteil dieses Spots
Du brauchst hier kein Auto. Start und mögliche Endpunkte liegen an der Bahn, du kannst also in eine Richtung wandern und zurückfahren. Das erlaubt eine Tourenplanung, die an fast keinem anderen Alpenspot funktioniert – und du kannst deine Route unterwegs abkürzen, ohne den Rückweg zu Fuß machen zu müssen.
Welche Brennweite die Bauwerke wirklich brauchen
Der häufigste Fehler auf der Südrampe ist zu viel Tele. Die Bauwerke leben vom Umfeld: Fels, Tobel, Talblick. Ein formatfüllender Zug auf einem Viadukt sieht aus wie überall – die Aufnahme, die diesen Ort zeigt, hat viel Landschaft und einen kleinen Zug darin.
Welches Objektiv brauchst du für welches Viadukt?
Näherungswert für die Wahl des Objektivs. Eine ausführliche Einordnung gibt der Beitrag zur Brennweite in der Zugfotografie.
Wissen, wann sich der Aufstieg lohnt
Sichtungen anderer Spotter an der Lötschbergachse – bevor du den Zug nach Hohtenn nimmst.
Am Steilhang gelten andere Regeln
Der Höhenweg ist ein normaler Wanderweg, aber er verläuft über einer Felsflanke. Zwei Fehler passieren hier regelmäßig: Man verlässt den Weg für einen scheinbar besseren Winkel, und man unterschätzt, wie schnell das Licht am Hang verschwindet.
Was auf der Südrampe wirklich zählt
Bahnanlagen, Viadukte, Galerien und Tunnelportale dürfen unter keinen Umständen betreten werden – auch nicht die scheinbar breiten Randbereiche. Züge sind in den Galerien bis kurz vor der Ausfahrt nicht zu hören. Abseits des Wegs ist der Hang steil, das Gras rutschig und der Untergrund brüchig. Bleib auf dem markierten Weg, geh nicht allein bei unsicherer Wetterlage los und lies vorher den Beitrag Wetter und Notfall am Spot.
Sicherheits-Check vor dem Höhenweg
- Wetterbericht für die Höhenlage geprüft, nicht nur fürs Rhonetal
- Feste Schuhe mit Profil, kein glattes Sohlenprofil
- Wasser für mindestens vier Stunden dabei
- Umkehrpunkt und Rückfahrverbindung festgelegt
- Handy geladen, Route offline gespeichert
- Jemand weiß, welche Etappe du gehst
- Bei Vereisung oder Gewitterneigung: Tour abgesagt
Für wen sich der Weg lohnt
Hohtenn passt, wenn …
- du Kunstbauten und Landschaft fotografieren willst
- du ohne Auto unterwegs bist
- du einen ganzen Tag Zeit hast und gerne wanderst
Kombiniere, wenn …
- du Fahrzeugvielfalt brauchst – dann zusätzlich Domodossola über die Simplonachse
- du ein zweites Alpenmotiv willst – dann das Landwasserviadukt bei Filisur
- du einen Knoten als Basis suchst – dann Bern Hauptbahnhof
Fahr woanders hin, wenn …
- du Höhenangst hast oder nicht sicher zu Fuß bist
- du in wenigen Stunden viele Sichtungen brauchst – dann Basel SBB
- Vereisung, Gewitter oder starker Dunst angesagt sind
Fazit
Die Lötschberg-Südrampe ist keine Fotostelle, sondern eine Route. Wer sie als solche plant – mit Etappen, Umkehrpunkt und Wanderausrüstung – bekommt eine Kombination aus Ingenieurbauwerk und Hochgebirge, die im europäischen Bahnnetz selten ist. Wer sie als schnellen Zwischenstopp behandelt, sieht ein Viadukt und ärgert sich über den Rest.
Verkehrlich musst du Abstriche machen, aber weniger als am Gotthard: Weil der Basistunnel nicht durchgehend zweispurig ist, bleibt der Bergstrecke ein realer Anteil am Verkehr. Genau das macht sie zur besten Wahl, wenn du eine klassische Alpenrampe erleben willst, die noch nicht zur Museumslinie geworden ist. Echten Museumsbetrieb findest du dafür in der Westschweiz bei der Museumsbahn Blonay–Chamby.
Kurzfazit
Der beste Bahnwanderweg der Schweiz, mit Kunstbauten von 1913 und Blick auf die Walliser Alpen. Der Verkehr ist überschaubar, dafür brauchst du kein Auto – und bekommst Motive, die an keinem Bahnsteig entstehen.
Zusammenfassung
- Hohtenn ist der Einstieg in eine der schönsten Bahnwanderungen Europas – mit Bauwerken aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg.
- Verkehrlich ist die Strecke heute zweitrangig, und das merkst du an jeder Wartezeit.
- Wer den Weg als Tagestour plant statt als Fotostopp, bekommt drei bis vier grundverschiedene Motive.
- Ohne Wanderausrüstung, Wasser und einen realistischen Zeitplan wird der Tag anstrengender als nötig.
Häufige Fragen
Warum fährt über die Lötschberg-Bergstrecke überhaupt noch etwas?
Weil der Lötschberg-Basistunnel nicht auf ganzer Länge zweispurig ausgebaut ist und die Kapazität dadurch begrenzt bleibt. Was nicht durch die Flachbahn passt, geht weiterhin über den Berg – und zusätzlich erschließt die Bergstrecke die Ortschaften am Hang, die sonst keine Bahnanbindung hätten. Der Unterschied zum Gotthard ist deshalb spürbar: Am Lötschberg blieb der Bergstrecke mehr Verkehr erhalten.
Wie lange dauert der Südrampen-Höhenweg?
Für die gesamte Strecke Richtung Osten solltest du einen ganzen Tag einplanen, mit Fotostopps eher fünf bis sieben Stunden. Wer nur die ersten Bauwerke sehen will, kommt ab Bahnhof Hohtenn in gut einer Stunde zum ersten Viadukt und wieder zurück. Der Weg ist markiert, aber durchgehend hügelig und teilweise ausgesetzt.
Welche Züge sehe ich hier realistisch?
Überwiegend Reisezüge der BLS, vor allem den RABe 535 Lötschberger. Dazu kommen Güterzüge, wenn im Basistunnel gebaut wird oder die Kapazität nicht reicht – dann siehst du Loks wie die Re 465 vor schweren Zügen am Berg. Sonderfahrten und historische Züge nutzen die Strecke ebenfalls gerne.
Brauche ich Wanderausrüstung?
Ja. Feste Schuhe mit Profil sind auf dem Höhenweg Pflicht, dazu Wasser für mehrere Stunden, Sonnenschutz und eine Windjacke. Es gibt auf weiten Abschnitten keinen Schatten, keine Einkehr und keinen Wasserpunkt. Was sonst in den Rucksack gehört, listet die Ausrüstungs-Checkliste fürs Spotting.
Wie komme ich nach Hohtenn?
Mit der Bahn über die Bergstrecke selbst – der Bahnhof Hohtenn liegt direkt am Beginn des Höhenwegs. Aus dem Norden kommst du über Bern und Spiez, aus dem Süden über Brig. Das ist einer der wenigen Bergspots, an dem du ohne Auto vollständig arbeiten kannst: Du fährst mit dem Zug hin, wanderst an der Strecke entlang und steigst weiter unten wieder ein.
Wann ist das Licht auf der Südrampe am besten?
Am Vormittag. Die Strecke liegt in der Nordflanke des Rhonetals und zeigt nach Süden, sie bekommt also den ganzen Tag Sonne – der Fernblick über das Tal ist morgens aber deutlich klarer. Im Tagesverlauf nimmt der Dunst zu, und die Berge auf der Gegenseite verlieren Kontrast. Am späten Nachmittag wird das Licht weich, dafür stehen die Viadukte teils im Eigenschatten.
Ist der Weg für Kinder oder Höhenangst geeignet?
Nur eingeschränkt. Der erste Abschnitt ab Hohtenn ist gut machbar, weiter östlich gibt es ausgesetzte Passagen über dem Talhang. Wer damit ein Problem hat, dreht nach dem ersten Viadukt um – das ist keine schlechte Entscheidung, weil dort ohnehin eines der besten Motive liegt. Für einen entspannten Einstieg mit Familie eignet sich ein flacher Spot deutlich besser.
Wie unterscheidet sich der Lötschberg vom Gotthard?
Am Gotthard geht es um Kehrtunnel und gestaffelte Ebenen, am Lötschberg um eine einzige Linie, die als Balkon durch die Felsflanke zieht. Bei Wassen siehst du denselben Zug dreimal, hier siehst du ihn einmal – dafür vor Viadukten und Viertausendern. Die Südrampe bei Giornico liegt dazwischen: offen wie der Lötschberg, verschlungen wie der Gotthard.
Lohnt sich die Kombination mit dem Simplon?
Ja, wenn du zwei Tage hast. Von Brig führt die Simplonachse weiter nach Italien; der Grenzbahnhof Domodossola ist von dort in überschaubarer Zeit erreichbar und bringt dir den Fahrzeugmix, den die Bergstrecke nicht liefert. So kombinierst du einen Landschaftstag mit einem Sichtungstag.
Darf ich die Viadukte betreten oder unterqueren?
Nein. Die Bauwerke, ihre Zugänge, Böschungen und Portalbereiche sind Bahnanlage und damit tabu. Der Höhenweg führt bewusst so, dass du alle Motive von öffentlichem Grund aus bekommst – jeder Schritt darüber hinaus ist unnötig und gefährlich. Warum das auch bei dünnem Fahrplan gilt, erklärt der Beitrag zum Sicherheitsabstand am Gleis.
Deine Sichtungen an Lötschberg-Südrampe bei Hohtenn festhalten
Fahrzeug, Ort und Uhrzeit in Sekunden erfasst – und du siehst, was andere hier gerade melden.
Spots in der Nähe
Gotthard-Nordrampe bei Wassen
Zwischen Gurtnellen und Göschenen schraubt sich die Gotthard-Bergstrecke mit Kehrtunneln den Hang hinauf und passiert Wassen dabei auf drei Höhen. Seit der Basistunnel offen ist, fahren hier deutlich weniger Züge – die Motive sind dafür unverändert die besten der Schweiz.
GebirgsstreckeGotthard-Südrampe bei Giornico
Zwischen Lavorgo und Giornico windet sich die Gotthard-Bergstrecke in zwei Kehrtunneln durch die Biaschina – Streckenebenen übereinander, Kastanienwald ringsum und Licht, das nördlich der Alpen so nicht vorkommt. Der Verkehr ist seit dem Basistunnel dünner, die Motive sind es nicht.
KnotenbahnhofBern Hauptbahnhof
Bern ist der Knoten, um den herum der Schweizer Fahrplan gebaut ist. Zwei große Bahnunternehmen teilen sich dieselben Perrons, unter dem Bahnhof liegt eine Schmalspurbahn mit eigenem Kopfbahnhof – und die Bahnsteige gehören zu den engsten des Landes.
FotostelleLandwasserviadukt bei Filisur
Ein gekrümmtes Kalksteinviadukt, das in 65 Metern Höhe ohne Vorwarnung in einen Felstunnel führt: Das Landwasserviadukt der Rhätischen Bahn ist das bekannteste Bahnmotiv der Schweiz. Eine offizielle Plattform macht es zu einem der wenigen Alpenmotive, die auch Einsteiger sicher bekommen.
Fahrzeuge, die du hier bestimmen kannst
BLS RABe 535 (Lötschberger)
Der RABe 535 „Lötschberger“ ist der einstöckige FLIRT-Triebzug der BLS für den RegioExpress-Verkehr. So erkennst du ihn sicher und liest seine Bezeichnung.
BaureiheSBB Re 465 (BLS)
Die Re 465 ist die BLS-Variante der Lok-2000-Familie und der Re 460 zum Verwechseln ähnlich. Diese Seite zeigt, wie du beide sicher auseinanderhältst.
BaureiheBLS RABe 515 (MUTZ)
Der RABe 515 „MUTZ“ ist der Doppelstock-Triebzug der BLS aus der Stadler-KISS-Familie. So liest du die Schweizer Bezeichnung und erkennst ihn sicher am Bahnsteig.
BaureiheSBB Re 420 (Re 4/4 II)
Die Re 4/4 II ist die Standard-Elektrolok der SBB und heißt heute Re 420. Diese Seite zeigt, wie du sie erkennst und was die beiden Bezeichnungen bedeuten.
BaureiheSBB Re 474 (Vectron CH)
Die Re 474 ist eine vierachsige Mehrsystem-Güterzuglok für den Korridor Schweiz–Italien. Diese Seite erklärt Stromsysteme, Bezeichnung und Erkennungsmerkmale.
Unternehmen, die hier fahren
BLS AG
Die BLS AG ist eines der grossen Bahnunternehmen der Schweiz. An ihrem Beispiel lässt sich erklären, wie sich Bergstrecke und Basistunnel betrieblich unterscheiden.
GüterverkehrBLS Cargo AG
Die BLS Cargo AG ist eine Schweizer Güterbahn. An ihrem Beispiel lässt sich erklären, was der Ländercode im Anschriftenfeld wirklich bedeutet – und was nicht.
FernverkehrSchweizerische Bundesbahnen (SBB)
Die Schweizerischen Bundesbahnen sind die Staatsbahn der Schweiz und im ganzen Land präsent. Diese Seite zeigt, was das im Netz bedeutet und woran du ihre Fahrzeuge erkennst.
GüterverkehrSBB Cargo AG
Die SBB Cargo AG betreibt Schienengüterverkehr in der Schweiz. Wer ihre Züge sucht, sollte verstehen, wie sich der Verkehr auf den Zulaufstrecken zu den Basistunneln bündelt.
Wer dahintersteckt
Konzerne, Marken, Hersteller und Betriebe – wer wem gehört und woran du sie im Feld erkennst.
Museumsbahn Blonay–Chamby
Die Museumsbahn Blonay–Chamby verbindet auf wenigen Kilometern zwei aktive Meterspurnetze über den Hängen des Genfersees. Der Verein fährt Dampf und Elektro auf eigener Strecke – und unterhält dazu eine der umfangreichsten Sammlungen historischer Schmalspurfahrzeuge in der Schweiz.
KonzernSBB Cargo International
SBB Cargo International wurde für einen einzigen Zweck gegründet: durchgehende Güterzüge zwischen Nordeuropa und Italien. Das Unternehmen gehört mehrheitlich zur SBB, aber nicht allein – und trotz des Namens fährt es keine Verkehre innerhalb der Schweiz.
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