Das Wichtigste in Kürze
- In Jesenice endet das slowenische Gleichstromnetz. Hinter dem Karawankentunnel beginnt das österreichische Wechselstromsystem.
- Nicht jeder Zug wechselt die Lok. Mehrsystemfahrzeuge fahren durch – der Wechsel ist ein Motiv, aber kein Automatismus.
- Die Bohinj-Bahn ist der zweite Grund für den Besuch: nicht elektrifiziert, mit Dieselfahrzeugen direkt neben dem Fahrdraht.
- Rechne mit langen Wartezeiten. Die Zugdichte ist niedrig, dafür ist fast jede Sichtung etwas wert.
- Das Lichtfenster ist eng. Im Talkessel steht die Sonne nur zwischen spätem Vormittag und frühem Nachmittag günstig.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Der Spot in Zahlen
- 2.Steckbrief
- 3.Die besten Standpunkte
- 4.Was du hier zu sehen bekommst
- 5.Lohnt sich die Anreise?
- 6.Wo zwei Netze aufeinandertreffen
- 7.Die Bohinj-Bahn: der zweite, unterschätzte Grund
- 8.Wie lange brauchst du zum Aussichtspunkt?
- 9.Was du zu welcher Zeit erwarten kannst
- 10.Ein realistischer Tagesablauf
- 11.Anreise, Zugang und Ausrüstung
- 12.Sicherheit und Rücksicht
- 13.Fazit
- 14.Häufige Fragen
Empfohlener Standpunkt46.43600, 14.05300 · Jesenice, Gorenjska
Auf der Karte öffnenDer Spot in Zahlen
Einschätzung der Redaktion auf einer Skala von 1 bis 5 – gemessen an dem, was du an einem normalen Werktag realistisch erwarten kannst.
Steckbrief
| Offizieller Name | Železniška postaja Jesenice |
|---|---|
| Spot-Typ | Grenz- und Systemwechselbahnhof am Südportal des Karawankentunnels |
| Systemgrenze | 3 kV Gleichstrom auf slowenischer Seite, 15 kV 16,7 Hz Wechselstrom auf österreichischer Seite |
| Grenzübergang | Karawankentunnel Richtung Rosenbach in Kärnten, eröffnet 1906 |
| Zweite Strecke | Ausgangspunkt der nicht elektrifizierten Bohinj-Bahn Richtung Nova Gorica |
| Verkehrsarten | Internationaler Fernverkehr, Regionalverkehr, kräftiger Transit-Güterverkehr |
| Zugang | Bahnsteige ohne Sperren zugänglich; Tunnelportal, Gleisfeld und Betriebsanlagen tabu |
| Umgebung | Industriestandort im Tal, umgeben von Karawanken und Julischen Alpen |
Die besten Standpunkte
Alle genannten Punkte liegen auf öffentlich zugänglichem Gelände. Gleise, Rangierbereiche und Betriebsflächen sind tabu – auch wenn der Winkel von dort besser wäre.
Bahnsteigende Richtung Tunnelportal
Der zentrale Standpunkt. Von hier siehst du die Ausfahrt Richtung Karawankentunnel und alles, was vor der Grenze noch passieren muss – vom Bremsprobe-Betrieb bis zum Wechsel des Triebfahrzeugs. Das Portal selbst und der Gleisbereich davor sind tabu.
Bahnsteigbereich der Bohinj-Bahn
Hier beginnt die nicht elektrifizierte Strecke Richtung Nova Gorica. Dieselfahrzeuge unter Fahrdraht sind ein Motiv für sich – und der Abzweig ist der einzige Ort im Bahnhof, an dem Traktionsarten direkt nebeneinanderstehen.
Bahnsteigende Richtung Ljubljana
Die Gegenrichtung mit dem Blick ins Tal. Von dort kommen die Züge aus dem Landesinneren, und im Hintergrund stehen die Berge – der beste Standpunkt, wenn du Fahrzeug und Landschaft in einem Bild willst.
Straßen am Hang oberhalb des Bahnhofs
Der Ort zieht sich den Hang hinauf. Von den oberen Straßenzügen bekommst du einen Überblick über Bahnhof, Industrieanlagen und Tal. Der Aufstieg kostet Zeit und Höhenmeter, liefert dafür das Bild, das den Ort erklärt.
Bahnhofsvorplatz mit Blick auf die Bergkette
Kein Fotostandort für Fahrzeuge, aber der beste Ort, um zu verstehen, wo du bist: Talkessel, Industrie, darüber die Wände der Karawanken. Frei zugänglich und praktisch bei längeren Wartezeiten.
Was du hier zu sehen bekommst
Deine Ausbeute an Jesenice
- Systemwechsel zwischen Gleich- und Wechselstrom unmittelbar an der Grenze
- Wechsel des Triebfahrzeugs bei einem Teil der Züge – gut beobachtbar vom Bahnsteig
- Transit-Güterverkehr auf der Achse Adria–Mitteleuropa
- Dieselbetrieb der Bohinj-Bahn direkt neben elektrischem Betrieb
- Mehrsystemlokomotiven aus mehreren Ländern
- Bergkulisse der Julischen Alpen und Karawanken als Hintergrund
Lohnt sich die Anreise?
Dafür spricht
- Systemgrenze und Traktionswechsel an einem einzigen Bahnhof
- Bahnsteige frei zugänglich, kein Ticketzwang zum Zuschauen
- Landschaftlich stark – Fahrzeug und Berge lassen sich kombinieren
- Deutlich ruhiger als jeder Großstadtbahnhof, gutes Arbeiten möglich
- Gute Zugverbindung sowohl nach Ljubljana als auch nach Kärnten
Dagegen spricht
- Sehr wenig Verkehr – lange Pausen zwischen den Zügen sind die Regel
- Das enge Tal begrenzt das nutzbare Lichtfenster erheblich
- Nicht jeder Zug wechselt das Triebfahrzeug; Mehrsystemloks fahren durch
- Im Winter liegt der Bahnhof lange im Schatten
- Wenig Infrastruktur vor Ort – Verpflegung mitbringen
Aktualisiert: August 2026 – Jesenice ist ein Ort, an dem man Technikgeschichte hören kann. Wenn ein Zug aus Richtung Ljubljana einläuft und danach etwas passiert, bevor es weitergeht, liegt das nicht an der Fahrplanlage, sondern an der Physik: Hinter dem Bahnhof beginnt der Karawankentunnel, und dahinter ein Netz mit einem anderen Stromsystem. Dazu kommt ein zweiter Grund, der oft übersehen wird – hier zweigt die nicht elektrifizierte Bohinj-Bahn ab.
Grenzbetrieb festhalten, solange er sichtbar ist
Lokwechsel und Systemgrenzen verschwinden europaweit. Dokumentiere sie kostenlos mit Traintrack.
Wo zwei Netze aufeinandertreffen
Slowenien elektrifiziert mit 3 kV Gleichstrom, Österreich mit 15 kV Wechselstrom bei 16,7 Hertz. Beide Entscheidungen fielen unabhängig voneinander und lange bevor durchgehender Verkehr ein Thema war. Der 1906 eröffnete Karawankentunnel liegt genau auf dieser Trennlinie – und damit ist Jesenice der Ort, an dem sich das Problem lösen muss.
Es gibt dafür zwei Antworten, und du siehst beide an einem Tag. Die eine ist die Mehrsystemlokomotive, die einfach durchfährt und den Wechsel unter Fahrt erledigt. Die andere ist der klassische Wechsel des Triebfahrzeugs im Bahnhof, mit Abkuppeln, Umsetzen und erneuter Bremsprobe. Der Anteil der ersten Variante steigt seit Jahren, was den Ort betrieblich effizienter und für Spotter ärmer macht. Auf slowenischer Seite liegt der Verkehr bei der Staatsbahn Slovenske železnice. Im Transitgüterverkehr durch den Karawankentunnel ist zudem die ÖBB Rail Cargo Group regelmäßig unterwegs.
Dazu kommt ein zweiter Rahmen, den man beim ersten Besuch leicht übersieht: Jesenice ist ein Industriestandort. Die Stadt lebte lange von der Eisen- und Stahlverarbeitung, und die Werksanlagen prägen das Tal bis heute. Für dich ergibt das eine ungewöhnliche Bildsprache – Fahrleitung, Hallendächer und Werksgelände im Vordergrund, darüber die Wände der Karawanken. Wer nur die Berge sucht, steht am falschen Ende des Bahnsteigs.
Die Bohinj-Bahn: der zweite, unterschätzte Grund
Während der Transitverkehr durch den Tunnel Richtung Norden verschwindet, beginnt in Jesenice eine Strecke, die in eine ganz andere Richtung führt: durch das Save-Tal, an Bled vorbei und weiter über die Wasserscheide Richtung Nova Gorica. Diese Strecke ist nicht elektrifiziert, und das macht sie für dich interessant.
Dieselfahrzeuge, die unter einem Fahrdraht stehen, den sie nicht nutzen, sind ein Bild, das in Mitteleuropa selten geworden ist. Fahrzeuge wie die SŽ 713 oder die neueren Dieseltriebzüge übernehmen hier den Verkehr. Wenn du ohnehin länger vor Ort bist, lohnt sich eine Fahrt ein Stück auf dieser Strecke – aber prüfe vorher die Rückverbindung, denn der Takt ist dünn.
Der Standpunkt, der beides zeigt
Am Abzweigbereich der Bohinj-Bahn stehen Diesel- und Elektrofahrzeuge zeitweise nebeneinander. Wenn du nur ein Bild aus Jesenice mitnehmen willst, das den Ort erklärt, dann dieses – nicht das Tunnelportal.
Wie lange brauchst du zum Aussichtspunkt?
Das beste Übersichtsmotiv liegt oberhalb des Bahnhofs am Hang. Der Weg dorthin kostet Höhenmeter, und die solltest du einplanen, statt sie zu unterschätzen.
Lohnt sich der Aufstieg zwischen zwei Zügen?
Für den Rückweg rechnest du etwa zwei Drittel dieser Zeit. Plane zusätzlich Puffer ein, wenn du oben Motive suchen willst.
Was du zu welcher Zeit erwarten kannst
| Verkehr | Häufigkeit | Wo du stehst | Motivwert |
|---|---|---|---|
| Internationaler Fernverkehr | wenige Zugpaare am Tag | Bahnsteigende Richtung Tunnel | hoch, besonders bei Lokwechsel |
| Transit-Güterverkehr | unregelmäßig, oft nachmittags | Bahnsteigende Richtung Tunnel | sehr hoch, volle Zuglänge |
| Regionalverkehr Richtung Ljubljana | über den Tag verteilt | Bahnsteigende Richtung Tal | mittel, gute Bergkulisse |
| Bohinj-Bahn | dünner Takt | Abzweigbereich | hoch, weil Dieselbetrieb |
| Rangier- und Bereitstellungsfahrten | unregelmäßig | Hausbahnsteig | mittel, oft ältere Fahrzeuge |
Vor der Anfahrt wissen, was läuft
Bei dünnem Fahrplan entscheidet die Information über den ganzen Tag.
Ein realistischer Tagesablauf
Mit dem Überblick anfangen
Erst den Bahnhof abgehen: Wo endet der Bahnsteig, wo liegt der Abzweig, wo steht die Sonne. Zehn Minuten, die dir später eine Stunde sparen.
Das Mittagsfenster für die Fahrzeuge nutzen
Im engen Tal ist das nutzbare Licht knapp. Nimm die wichtigsten Fahrzeugmotive in dieser Zeit, alles andere geht auch bei flacherem Licht.
Den Aufstieg bewusst einplanen
Der erhöhte Standpunkt am Hang ist kein Zwischenstopp. Entscheide dich für ein Zeitfenster und bleib oben, statt hin und her zu laufen.
Den Güterverkehr abwarten
Er kommt unregelmäßig, meistens im Lauf des Nachmittags. Wer vorher abreist, verpasst regelmäßig den besten Zug des Tages.
Anreise, Zugang und Ausrüstung
Jesenice erreichst du aus Ljubljana in gut einer Stunde oder aus Kärnten über Villach durch den Tunnel. Die Bahnsteige sind ohne Sperren zugänglich; ein Ticket brauchst du nur, wenn du selbst mitfährst.
Für den Tag gilt: Verpflegung mitbringen, wetterfest anziehen, feste Schuhe. Das Angebot vor Ort ist überschaubar, und das Bergwetter schlägt schneller um als im Flachland. Der Mobilfunkempfang im Tal ist nicht überall zuverlässig – eine Offline-Karte ist hier keine Spielerei.
Bist du für einen Alpengrenzbahnhof gerüstet?
- Ausweisdokument eingesteckt
- Verpflegung und Wasser dabei
- Feste Schuhe für den Weg am Hang
- Lichtfenster im Tal vorher geprüft
- Offline-Karte auf dem Gerät
- Traintrack App installiert und eingeloggt
- Rückverbindung notiert, auch für den Abend
Sicherheit und Rücksicht
An Grenzbahnhöfen mit wenig Verkehr entsteht schnell der Eindruck, es sei alles ruhig. Genau dieser Eindruck ist gefährlich.
Tunnelportal, Gleisfeld, Böschungen: tabu
Der Weg Richtung Tunnelportal führt über Betriebsgelände und ist gesperrt – unabhängig davon, wie lange gerade kein Zug gekommen ist. Aus dem Tunnel treten Fahrzeuge leise und plötzlich aus; auf Schotter und Böschung kannst du nicht schnell genug ausweichen. Bleib auf den Bahnsteigen hinter der Sicherheitslinie und nutz für Übersichtsmotive die öffentlichen Wege am Hang. Warum die Abstände so bemessen sind, erklärt der Beitrag zu den Sicherheitsabständen am Gleis.
Jesenice passt, wenn …
- dich Systemgrenzen und Traktionswechsel interessieren
- du Fahrzeug und Bergkulisse in einem Bild willst
- du Ruhe und Zeit mitbringst
Kombiniere, wenn …
- du am selben Wochenende Zahlen brauchst – dann Ljubljana Hauptbahnhof als zweiten Tag
- du die österreichische Seite mitnehmen willst – dann weiter nach Villach
Fahr woanders hin, wenn …
- du auf Stückzahlen aus bist
- du nur zwei Stunden Zeit hast
- du im Hochwinter auf gutes Licht angewiesen bist
Fazit
Jesenice liefert wenig Verkehr und viel Substanz. Die Systemgrenze am Karawankentunnel, der Abzweig einer nicht elektrifizierten Gebirgsbahn und die Kulisse der Julischen Alpen ergeben zusammen einen Ort, der sich nicht in Zugzahlen ausdrücken lässt. Wer mit dieser Erwartung anreist, bekommt einen der eigenständigsten Bahnhöfe der Region.
Wer Grenzbahnhöfe systematisch sammelt, findet mit Modane in den Westalpen und Portbou am Mittelmeer die passenden Gegenstücke – jeweils mit einer anderen Art von Systembruch.
Kurzfazit
Ein ruhiger Grenzbahnhof mit außergewöhnlicher technischer Dichte: Systemwechsel, Dieselabzweig und Bergkulisse an einem Ort. Für Fotografen und Technikinteressierte lohnend, für Sichtungssammler zu dünn.
Zusammenfassung
- Ein Grenzbahnhof, an dem die technische Trennlinie zwischen zwei Netzen unmittelbar sichtbar wird.
- Wenig Verkehr, hohe Qualität pro Sichtung – das Gegenteil eines Großstadtbahnhofs.
- Die Kombination aus Systemgrenze, Dieselabzweig und Bergkulisse gibt es in dieser Dichte kaum ein zweites Mal.
- Zusammen mit Ljubljana ergibt Jesenice ein vollständiges Bild des slowenischen Betriebs innerhalb eines Wochenendes.
Häufige Fragen
Warum wechselt in Jesenice das Stromsystem?
Weil Slowenien mit 3 kV Gleichstrom elektrifiziert ist und Österreich mit 15 kV 16,7 Hz Wechselstrom. Diese Entscheidung fiel in beiden Ländern unabhängig voneinander, lange bevor grenzüberschreitender Verkehr eine Rolle spielte. Der Karawankentunnel liegt genau dazwischen, weshalb Jesenice der Punkt ist, an dem sich das Problem betrieblich lösen muss – durch Mehrsystemfahrzeuge oder durch einen Wechsel des Triebfahrzeugs.
Sieht man in Jesenice noch Lokwechsel?
Bei einem Teil der Züge ja, aber längst nicht bei allen. Mehrsystemlokomotiven fahren durch, und ihr Anteil ist über die Jahre gestiegen. Plane den Lokwechsel deshalb nicht als sicheres Motiv ein, sondern als das, was er ist: ein Vorgang, den du mit etwas Glück und ausreichend Zeit vor Ort erwischst.
Was ist die Bohinj-Bahn?
Die 1906 eröffnete Strecke von Jesenice über Bled und Bohinjska Bistrica nach Nova Gorica. Sie ist nicht elektrifiziert und wird mit Dieselfahrzeugen betrieben, unter anderem mit älteren Triebwagen wie der SŽ 713. Für dich bedeutet das: In Jesenice stehen Diesel- und Elektrofahrzeuge direkt nebeneinander – ein Bild, das in Mitteleuropa selten geworden ist.
Braucht man an der Grenze einen Ausweis?
Beide Länder gehören zum Schengen-Raum, systematische Grenzkontrollen an der Bahn gibt es deshalb im Regelfall nicht. Ein Ausweisdokument gehört trotzdem in die Tasche: Stichprobenkontrollen sind möglich, und im Zweifel erspart dir das Dokument eine unnötige Diskussion.
Wie viele Züge fahren in Jesenice?
Deutlich weniger, als die Bedeutung des Übergangs vermuten lässt. Rechne mit langen Pausen zwischen den Zügen und plane entsprechend Zeit ein. Der Güterverkehr auf der Transitachse ist dabei der unregelmäßigste Teil – wenn er läuft, läuft er in ganzer Zuglänge und ist jede Wartezeit wert.
Wann ist das Licht in Jesenice am besten?
Zwischen spätem Vormittag und frühem Nachmittag. Der Bahnhof liegt in einem engen Talkessel, und die umliegenden Kämme verkürzen den nutzbaren Tag erheblich – im Dezember und Januar auf sehr wenige Stunden. Wer im Winter herkommt, sollte den Beitrag Winterfotografie an der Bahn vorher lesen.
Wie komme ich nach Jesenice?
Mit dem Zug von Ljubljana aus in gut einer Stunde, oder aus Kärnten über Villach durch den Karawankentunnel. Beide Anfahrten sind selbst schon lohnend. Ein Auto ist nicht nötig, für die Standpunkte am Hang aber Kondition.
Darf man das Tunnelportal fotografieren?
Vom Bahnsteig aus in der Regel ja – das Portal ist Teil des Landschaftsbildes. Was nicht geht, ist der Weg dorthin. Gleisbereiche, Böschungen und Betriebsflächen vor dem Portal sind gesperrt, und daran gibt es nichts zu deuteln. Wer erwischt wird, riskiert nicht nur Ärger, sondern sich selbst.
Lohnt sich Jesenice als Tagesziel?
Für Fotografen ja, für Sichtungssammler nur bedingt. Die Kombination aus Systemgrenze, Dieselabzweig und Bergkulisse trägt einen halben bis ganzen Tag, wenn dir die Motive wichtiger sind als die Stückzahl. Wer Zahlen braucht, fährt zurück nach Ljubljana oder gleich nach Villach.
Was sollte ich mitbringen?
Verpflegung, Wasser, wetterfeste Kleidung und feste Schuhe für die Wege am Hang. Das Angebot vor Ort ist begrenzt, und das Bergwetter wechselt schneller als im Flachland. Nützlich ist außerdem eine Offline-Karte, weil der Mobilfunkempfang im Tal nicht überall zuverlässig ist.
Deine Sichtungen an Jesenice festhalten
Fahrzeug, Ort und Uhrzeit in Sekunden erfasst – und du siehst, was andere hier gerade melden.
Spots in der Nähe
Ljubljana Hauptbahnhof
Ljubljana ist kein großer Bahnhof – aber einer der wichtigsten Engpässe Südosteuropas. Auf wenigen Bahnsteiggleisen bündelt sich der Verkehr zwischen den Adriahäfen und Mitteleuropa, mit Güterzügen am Personenbahnsteig und einem ungewöhnlich langlebigen Fahrzeugpark.
GüterknotenVillach Hauptbahnhof
Villach ist der südliche Gegenpol zu den Alpenübergängen: Hier endet die Tauernbahn, hier zweigen die Strecken nach Italien und Slowenien ab, und hier wird umgestellt, gewechselt und weitergegeben. Ein Ort für alle, die Güterverkehr statt Fernverkehr suchen.
GrenzbahnhofPortbou
Portbou wurde für eine Aufgabe gebaut, die es so nicht mehr gibt: den Wechsel zwischen iberischer Breitspur und französischer Normalspur. Seit der internationale Verkehr die Neubaustrecke landeinwärts nimmt, steht hier eine monumentale Halle über sehr wenig Betrieb.
GrenzbahnhofModane
Modane liegt gut 1.000 Meter hoch in der Maurienne, kurz vor dem Fréjus-Tunnel nach Italien. Hier wechseln die Stromsysteme, hier werden Loks getauscht, und hier stehen Güterzüge minutenlang still – das seltene Gegenteil eines Bahnhofs, an dem alles vorbeirauscht.
Fahrzeuge, die du hier bestimmen kannst
SZ 541 (Taurus)
Die Reihe 541 ist Sloweniens Taurus auf Basis der Siemens-Bauart ES64U4 – eine Mehrsystemlok, die zwischen Gleich- und Wechselstromnetzen vermittelt.
BaureiheSZ 363
Sechs Achsen, schräg abfallende Front, Spitzname Brigitte: Die SŽ-Reihe 363 ist die markanteste Ellok Sloweniens. So erkennst und findest du sie.
BaureiheSZ 713
Die SŽ 713 ist ein Dieseltriebwagen der Slowenischen Bahnen. So liest du die Reihennummer, erkennst die Fahrzeugart und ordnest sie im slowenischen Netz ein.
BaureiheSZ 610 (Stadler FLIRT DMU)
Die Reihe 610 ist Sloweniens moderner Dieseltriebzug für Strecken ohne Oberleitung. So erkennst du ihn und so grenzt du ihn von Elektrotriebzügen ab.
BaureiheÖBB 1216 (Taurus III)
Die Reihe 1216 ist der mehrsystemfähige Taurus III – und Halterin des Geschwindigkeitsrekords für Lokomotiven mit 357 km/h aus dem Jahr 2006.
Unternehmen, die hier fahren
Slovenske železnice – Potniški promet, d.o.o. (SŽ-PP)
Slovenske železnice – Potniški promet, d.o.o. trägt sein Geschäftsfeld im Namen: „potniški promet“ heißt Personenverkehr. Slowenische Bahnnamen sind lesbarer, als sie aussehen.
GüterverkehrSlovenske železnice – Tovorni promet, d.o.o. (SŽ-TP)
Slovenske železnice – Tovorni promet, d.o.o. steht für Güterverkehr. Wer ihn in Slowenien beobachtet, sieht Verkehre, deren Ziele weit jenseits der Landesgrenzen liegen.
GüterverkehrRail Cargo Carrier – Slovenia d.o.o.
Rail Cargo Carrier – Slovenia d.o.o. ist im Güterverkehr tätig. Rund um Slowenien lohnt ein Blick auf den Fahrdraht: Hier gilt 3 kV Gleichstrom statt 15 kV Wechselstrom.
FernverkehrÖBB-Personenverkehr AG
Die ÖBB-Personenverkehr AG ist die Reisezuggesellschaft der Österreichischen Bundesbahnen. Wer ihre Fahrzeuge einordnen will, muss das vierstellige Reihenschema lesen können.
GüterverkehrÖBB Rail Cargo Group
Die Rail Cargo Group ist die Güterverkehrssparte des ÖBB-Konzerns. Wer sie erkennen will, muss verstehen, warum ein Staatsbahnkonzern nach Funktionen aufgeteilt ist.
Wer dahintersteckt
Konzerne, Marken, Hersteller und Betriebe – wer wem gehört und woran du sie im Feld erkennst.
HŽ Putnički prijevoz
HŽ Putnički prijevoz ist der Personenverkehrsarm der kroatischen Staatsbahn – seit der Aufspaltung eine von drei Schwestergesellschaften neben Güterverkehr und Netz. Die Fahrzeugnummern folgen dabei einer jugoslawischen Logik, die man einmal verstanden haben muss.
KonzernÖBB Rail Cargo Group
Die Rail Cargo Group ist die Güterverkehrssparte der ÖBB – und zugleich eine Dachmarke, die selbst keine Zulassung hält. Gefahren wird von Rail Cargo Austria und einer Reihe von Landesgesellschaften, deren Kürzel im Anschriftenfeld auftauchen, während außen nur RCG steht.
StaatsbahnSlovenske železnice (SŽ)
Slowenien ist klein, liegt aber an einer der wichtigsten Transitachsen Europas: vom Hafen Koper nach Norden. Slovenske železnice fährt dort mit 3 kV Gleichstrom – und an drei von vier Landesgrenzen wechselt das Stromsystem. Das prägt die Lokomotiven mehr als alles andere.
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