Baureihe 109 (E11)

Die E 11 war die Reisezuglok der Deutschen Reichsbahn und heißt heute Baureihe 109. So erkennst du sie und verstehst die Umzeichnungen dahinter.

Auch bekannt als: E 11 · DR-Baureihe 211 · BR 109

DeutschlandDeutschlandElektrolokomotiven7 Min. LesezeitAktualisiert: August 2026

Bo'Bo'

Achsfolge

120 km/h

Höchstgeschwindigkeit

E 11 → 211 → 109

Umzeichnungen

Das Wichtigste in Kürze

  • Die E 11 war die Reisezuglok der Deutschen Reichsbahn und stammt aus dem Lokomotivbau in Hennigsdorf.
  • Drei Namen, ein Fahrzeug: E 11, ab 1970 Baureihe 211, ab 1992 Baureihe 109 – die Nummer 211 war bei der DB bereits vergeben.
  • Schwesterbauart ist die E 42, die Güterzugvariante mit niedrigerer Höchstgeschwindigkeit.
  • 120 km/h markieren die Auslegung: Reisezugdienst im Binnenverkehr, nicht Hochgeschwindigkeit.
  • Heute historisch: planmäßige Leistungen gibt es nicht mehr, Begegnungen laufen über Vereine und Sonderfahrten.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Baureihe 109 (E11)?
  2. 2.Die Nummerngeschichte: E 11 → 211 → 109
  3. 3.Erkennung im Feld
  4. 4.Einordnung: ein historisches Fahrzeug
  5. 5.Die Werkstradition hinter der Baureihe
  6. 6.Spotting und Fotografie
  7. 7.Häufige Verwechslungen
  8. 8.Fazit

Steckbrief

FahrzeugartElektrolokomotive für den Reisezugverkehr
HerstellerLEW Hennigsdorf
AchsfolgeBo'Bo' (zwei zweiachsige Drehgestelle, alle Achsen angetrieben)
BezeichnungsgeschichteE 11 → ab 1970 Baureihe 211 → ab 1992 Baureihe 109
Höchstgeschwindigkeit120 km/h
SchwesterbauartE 42, die Güterzugvariante derselben Familie (später 242 bzw. 142)
Stromsystem15 kV / 16,7 Hz Wechselstrom
Heutiger Statuskein planmäßiger Einsatz mehr – einzelne Maschinen bei Vereinen und Privatbahnen

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?

Hak ab, was auf das Fahrzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Vier Achsen in zwei Drehgestellen
  • Kastige, sehr sachliche Frontgestaltung mit großen Frontfenstern – typische DDR-Formensprache der Sechzigerjahre
  • Kompakter, vergleichsweise niedriger Lokkasten ohne aerodynamische Verkleidungen
  • Fahrzeugnummer beginnt mit 109 – oder mit 211, wenn die Lok historisch beschriftet ist
  • Fast immer im Zusammenhang mit Museums-, Sonder- oder Bauzugleistungen, nicht im Regelverkehr

Aktualisiert: August 2026 – Drei Bezeichnungen für ein Fahrzeug: E 11, Baureihe 211 und schließlich Baureihe 109. Kaum eine andere Lok zeigt so anschaulich, wie deutsche Baureihennummern über die Jahrzehnte neu geordnet wurden. Diese Seite erklärt die Nummerngeschichte, die Erkennungsmerkmale und wo du dem Fahrzeug heute realistisch begegnest.

Altbaulok gesehen? Beide Nummern notieren.

Historisch beschriftete Fahrzeuge tragen oft eine andere Nummer als im Register – halte in Traintrack fest, was tatsächlich am Fahrzeug steht.

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Was ist die Baureihe 109 (E11)?

Die Baureihe 109 ist eine vierachsige Elektrolokomotive für den Reisezugverkehr, gebaut im Lokomotivbau Hennigsdorf für die Deutsche Reichsbahn. Ursprünglich trug sie die Bezeichnung E 11 und war auf 120 km/h ausgelegt – ein Wert, der zum Streckennetz und zum Fahrplan ihrer Zeit passte.

Sie gehört zu einer Familie: Die technisch eng verwandte E 42 war die Güterzugvariante mit anderer Getriebeübersetzung und niedrigerer Höchstgeschwindigkeit; sie wird heute als Baureihe 142 (E42) geführt. Beide Bauarten prägten den elektrischen Betrieb der Reichsbahn, bis in den Achtzigerjahren die moderneren Maschinen der Baureihe 243 folgten – heute bekannt als Baureihe 143.

Die Nummerngeschichte: E 11 → 211 → 109

Das ist der interessanteste Teil dieses Fahrzeugs, und er erklärt eine Menge über das deutsche Nummernsystem insgesamt.

Zeitraum Bezeichnung Grund für die Änderung
ab Anfang der 1960er E 11 Buchstabe plus Zahl, Systematik der frühen Reichsbahnzeit
ab 1970 Baureihe 211 Umstellung der Reichsbahn auf dreistellige, EDV-gerechte Baureihennummern
ab 1992 Baureihe 109 Zusammenführung der Nummernpläne beider deutscher Bahnen – 211 war im Westen bereits vergeben

Der letzte Schritt ist der aufschlussreichste. Nach der Vereinigung mussten zwei vollständige Nummernpläne in einen überführt werden. Wo dieselbe Nummer doppelt vorkam, musste eine Seite weichen. Die westdeutsche 211 war eine Diesellok der V-100-Familie – also bekam die Reichsbahn-Ellok eine neue Nummer aus dem Bereich der Reisezugloks: die 109.

Dasselbe Muster findest du überall: Aus 242 wurde 142, aus 243 wurde 143, aus 212 wurde 112. Wer diese Logik einmal verstanden hat, kann bei fast jeder ostdeutschen Altbaulok die Herkunft aus der Nummer ableiten. Die Grundlagen dazu stehen in der Anleitung zum Bestimmen von Baureihen; die vollständige internationale Systematik erklärt der Beitrag zur UIC-Nummer am Fahrzeug.

Erkennung im Feld

Achsen zählen

Vier Achsen in zwei Drehgestellen. Sechsachsige Reichsbahnloks wie die 251 fallen damit heraus.

Front beurteilen

Sehr sachlich, kastig, große Frontfenster, keine aerodynamischen Verkleidungen. Die Formensprache wirkt bewusst nüchtern.

Proportionen prüfen

Der Kasten ist kompakt und vergleichsweise niedrig. Neben einer modernen Ellok wirkt die Lok deutlich kleiner.

Beide Nummern notieren

Steht 211 oder E 11 am Fahrzeug, ist das eine historische Beschriftung. Notiere sie zusätzlich zur Registernummer 109.

Verwechslungsgefahr innerhalb der Familie

E 11 und E 42 sehen sich sehr ähnlich. Wenn du nur eine Bauform siehst und keine Nummer, ist die Zuordnung nicht sicher – fotografiere die Seitenwand, statt zu raten.

Einordnung: ein historisches Fahrzeug

Für die Planung entscheidend: Es gibt keine planmäßigen Einsätze mehr. Die Baureihe ist aus dem Regelverkehr ausgeschieden; erhalten sind einzelne Maschinen bei Vereinen, Museen und privaten Betreibern.

Gelegenheit Realistische Chance Wie du davon erfährst
Sonderfahrten und Vereinsveranstaltungen gut an einzelnen Terminen Veranstaltungskalender, Vereinsseiten, Fachforen
Museumsbahnen und Bahnbetriebswerke gut, teils statisch Öffnungszeiten und Ankündigungen der Einrichtung
Überführungs- und Werkstattfahrten Glückssache kurzfristige Community-Meldungen
Bau- und Arbeitszugleistungen einzelner Betreiber selten und wechselnd aktuelle Sichtungen, nicht ältere Listen
Regelfahrplan keine Es gibt keine planmäßigen Leistungen

Bestand und Betriebsfähigkeit ändern sich

Ob eine bestimmte Maschine gerade fahrbereit ist, hängt an Fristen, Ersatzteilen und dem Engagement des jeweiligen Vereins. Prüfe Termine und Zustand direkt beim Eigentümer, statt auf ältere Übersichten zu vertrauen.

Wo man solche Termine findet und welche Kanäle in der Szene wirklich gepflegt werden, beschreibt der Guide zu Museumsbahnen und Sonderfahrten.

Sonderfahrten früher mitbekommen

Community-Sichtungen melden historische Fahrzeuge oft schon bei der Überführung – Zeit genug, um an den Spot zu kommen.

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Die Werkstradition hinter der Baureihe

Wer die ostdeutschen Elloks verstehen will, kommt an einem Ort nicht vorbei: dem Werk Hennigsdorf bei Berlin, das später zu Bombardier Transportation gehörte. Dort entstand über Jahrzehnte praktisch der gesamte Elektrolokomotivbau der Deutschen Reichsbahn – von der E 11 und E 42 der Sechzigerjahre über die erfolgreiche Baureihe 243 bis zu den schnellen Maschinen der frühen Neunzigerjahre.

Das erklärt eine Beobachtung, die vielen Einsteigern auffällt: Die Reichsbahn-Elloks sehen sich untereinander ähnlicher als die Bundesbahn-Baureihen derselben Zeit. Es gab schlicht einen Hersteller, eine Konstruktionsschule und ein durchgehendes Gestaltungsprinzip – sachlich, kastig, ohne aerodynamische Ambitionen.

Für die Bestimmung im Feld hat das zwei Folgen. Erstens: Formmerkmale helfen dir, die Fahrzeugfamilie einzugrenzen, nicht aber die Baureihe. Zweitens: Die Fahrzeugnummer ist bei diesen Loks wichtiger als bei jeder westdeutschen Bauart, weil die optischen Unterschiede innerhalb der Familie gering ausfallen.

Wer sich in diese Fahrzeuggruppe einarbeitet, lernt sie deshalb am besten über die Nummern und ihre Geschichte – die Formensprache ist bei fast allen Mitgliedern dieselbe.

Spotting und Fotografie

  • Termine statt Fahrplan. Bei historischen Fahrzeugen ersetzt der Veranstaltungskalender die Fahrplanauskunft. Plane vom Termin aus rückwärts.
  • Ein Versuch, ein Standort. Sonderfahrten kommen einmal vorbei. Prüfe Lichtrichtung und Hintergrund vorher, nicht vor Ort.
  • Historische Beschriftung dokumentieren. Gerade bei Vereinsfahrzeugen ist die Anschrift Teil der Information – fotografiere sie mit.
  • Rücksicht auf andere Fotografen. Bei angekündigten Fahrten stehen oft viele Leute am selben Punkt. Frühe Ankunft ist die einzige verlässliche Strategie.

Gleise, Betriebsanlagen und Betriebshöfe sind tabu – Privatgelände, Betreten verboten und lebensgefährlich. Das gilt auch auf Museumsgelände: Dort führen die Betreiber, nicht die Besucher.

Häufige Verwechslungen

Es spricht für eine E 11 / 109, wenn …

  • du vier Achsen zählst
  • die Front sachlich und kastig wirkt
  • die Nummer mit 109 oder historisch mit 211 beginnt
  • das Fahrzeug im Vereins- oder Sonderverkehr unterwegs ist

Sieh genauer hin, wenn …

  • du zwischen E 11 und E 42 schwankst – die Bauformen ähneln sich stark
  • eine historische Lackierung die Zuordnung erschwert
  • am Fahrzeug zwei unterschiedliche Nummern angeschrieben sind

Es ist keine 109, wenn …

  • du sechs Achsen zählst
  • die Nummer mit 143 oder 112 beginnt – dann ist es eine jüngere Reichsbahnbauart
  • die Lok eine moderne, aerodynamisch gestaltete Front hat

Zur Abgrenzung gegenüber der schnellsten Reichsbahn-Ellok lohnt der Blick auf die Baureihe 112.1, die aus derselben Werkstradition stammt, aber eine Generation jünger ist.

Fazit

Die Baureihe 109 ist ein Fahrzeug, das man weniger über sein Aussehen als über seine Nummerngeschichte versteht: E 11, dann 211, dann 109 – jeder Schritt war eine Reaktion auf eine neue Ordnung. Optisch bleibt sie eine sachliche Vierachserin ohne Show. Wer ihr begegnen will, plant über Vereine, Museen und Sonderfahrten, nicht über den Regelfahrplan.

Kurzfazit

Vier Achsen, kastige Front, Nummer 109 oder historisch 211: Das ist die alte E 11 aus Hennigsdorf. Planmäßige Einsätze gibt es nicht mehr – such über Veranstaltungstermine und prüfe sie immer selbst nach.

Altbauloks gehören ins Archiv

Jede Begegnung mit einem Vereinsfahrzeug ist ein Einzelereignis – halte Nummer, Anschrift und Datum in Traintrack fest.

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Zusammenfassung

  • Die Baureihe 109 ist die heutige Bezeichnung der Reichsbahn-Ellok E 11 aus dem Lokomotivbau Hennigsdorf.
  • Ihre Nummerngeschichte zeigt exemplarisch, wie deutsche Baureihennummern nach 1970 und nach 1992 neu geordnet wurden.
  • Optisch ist sie eine sachliche, kastige Vierachserin ohne aerodynamische Zugeständnisse.
  • Wer sie sehen will, plant über Museumsvereine und Sonderfahrten – im Regelverkehr ist sie nicht mehr anzutreffen.

Häufige Fragen

Was ist die Baureihe 109?

Die heutige Bezeichnung der Reichsbahn-Elektrolokomotive E 11. Es handelt sich um eine vierachsige Ellok für den Reisezugverkehr, gebaut im Lokomotivbau Hennigsdorf, ausgelegt auf 120 km/h. Sie ist ein historisches Fahrzeug ohne planmäßige Einsätze.

Warum heißt die Lok mal E 11, mal 211 und mal 109?

Die Deutsche Reichsbahn stellte 1970 auf ein Nummernsystem mit dreistelligen Baureihennummern um – aus E 11 wurde die Baureihe 211. Nach der Vereinigung der beiden deutschen Bahnen war die Nummer 211 aber bereits durch eine westdeutsche Diesellok belegt. Deshalb wurde die Reihe 1992 zur Baureihe 109 umgezeichnet.

Was unterscheidet die E 11 von der E 42?

Beide stammen aus derselben Baufamilie und sehen sich sehr ähnlich. Die E 11 ist die Reisezugvariante mit höherer Höchstgeschwindigkeit, die E 42 die Güterzugvariante mit anderer Getriebeauslegung und niedrigerem Tempo. Sicher trennt sie nur die Fahrzeugnummer.

Wo wurde die Lok gebaut?

Im Lokomotivbau in Hennigsdorf bei Berlin, dem zentralen Werk für Elektrolokomotiven der Deutschen Reichsbahn. Von dort stammen auch die späteren Reichsbahn-Elloks der Baureihen 243 und 212, die heute als 143 und 112 geführt werden.

Fährt die Baureihe 109 heute noch?

Nicht planmäßig. Einzelne Maschinen sind bei Vereinen, Museen oder privaten Betreibern erhalten und kommen bei Sonderfahrten oder Betriebsleistungen zum Einsatz. Ob eine bestimmte Lok betriebsfähig ist, hängt an Fristen und ändert sich – prüfe den aktuellen Stand beim jeweiligen Verein.

Wie schnell fährt die E 11?

Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 120 km/h. Das entsprach dem Bedarf im Reisezugverkehr der Deutschen Reichsbahn, wo die zulässigen Streckengeschwindigkeiten meist ohnehin darunter lagen.

Woran erkenne ich eine E 11 im Feld?

An vier Achsen, einer sehr kastigen, sachlichen Front mit großen Fenstern und einem kompakten, niedrigen Lokkasten. Aerodynamische Verkleidungen fehlen völlig. Die Nummer beginnt mit 109 – oder mit 211, wenn die Lok historisch beschriftet unterwegs ist.

Warum tragen manche Maschinen noch alte Nummern?

Weil Vereine und Museen ihre Fahrzeuge häufig im historischen Zustand beschriften. Eine Lok kann dann äußerlich als E 11 oder 211 auftreten, obwohl sie im Fahrzeugregister unter 109 geführt wird. Für die Sichtung solltest du beide Nummern notieren.

Sichtung von Baureihe 109 (E11) festhalten

Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.

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