Das Wichtigste in Kürze
- Die 142 ist eine Reichsbahn-Konstruktion: gebaut als E 42 in Hennigsdorf, 1970 zur 242 umgezeichnet, nach 1990 zur 142.
- Schnellster Erkennungsweg: vier Achsen, kantiger Reichsbahn-Aufbau, Nummer beginnt mit 142.
- 100 km/h weisen sie klar als Güterzuglok aus – die Reisezugvariante derselben Familie ist schneller.
- Größte Verwechslungsgefahr besteht mit der Baureihe 109, der fast baugleichen Reisezugversion.
- Bestand und Betreiber ändern sich – Maschinen gingen an private Bahnen; prüfe den aktuellen Stand.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Elektrolokomotive für den Güterzugdienst |
|---|---|
| Achsfolge | Bo'Bo' (zwei zweiachsige Drehgestelle, alle Achsen angetrieben) |
| Höchstgeschwindigkeit | 100 km/h |
| Stromsystem | 15 kV / 16,7 Hz Wechselstrom |
| Herkunft | Neubau-Ellok der Deutschen Reichsbahn aus dem Lokomotivbau Hennigsdorf |
| Bezeichnungen | Ursprünglich E 42, ab 1970 Baureihe 242, nach der Bahnvereinigung Baureihe 142 |
| Status | Im DB-Regelbetrieb abgelöst; einzelne Maschinen bei privaten Bahnen und Vereinen – Bestand ändert sich |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Vier Achsen in zwei Drehgestellen, kastiger Lokkasten mit kantigen Übergängen
- Reichsbahn-typische Frontpartie mit zwei großen Frontfenstern und stehender Stirnfläche
- Durchgehende Lüftergitterreihen an der Seitenwand, häufig Scherenstromabnehmer
- Fahrzeugnummer beginnt mit 142 – die schnelleren Schwestern derselben Bauartfamilie laufen als 109
- Typischer Zug dahinter ist ein Güterzug oder ein Bauzug, kein schneller Reisezug
Aktualisiert: August 2026 – Kantiger Aufbau, vier Achsen, ein Güterzug am Haken und eine Frontpartie, die anders wirkt als bei den westdeutschen Klassikern: Das ist die Baureihe 142. Sie hat in ihrem Leben drei verschiedene Bezeichnungen getragen – und erzählt damit ein Stück deutscher Bahngeschichte in Ziffern.
Reichsbahn-Klassiker gesichtet?
Bei Baureihen im Auslauf zählt jede dokumentierte Sichtung – halte Nummer und Lackierung in Traintrack fest.
Was ist die Baureihe 142 (E42)?
Die Baureihe 142 ist eine vierachsige Elektrolokomotive für den Güterzugdienst, gebaut im Lokomotivbau Hennigsdorf – dem späteren Werk von Bombardier Transportation – für die Deutsche Reichsbahn und zugelassen für 100 km/h. Sie gehört zur Neubau-Ellokfamilie der DR, aus der auch die Reisezugvariante Baureihe 109 stammt – ursprünglich als E 11 bezeichnet.
Das Konstruktionsprinzip entspricht dem, was auch im Westen üblich war: ein gemeinsamer Grundentwurf, unterschiedlich ausgelegt für Reise- und Güterzugdienst. Deshalb sehen sich 109 und 142 zum Verwechseln ähnlich, während die Höchstgeschwindigkeit und die Zugkraft deutlich auseinanderliegen.
Von E 42 über 242 zur 142: die Nummernlogik
Kaum ein Fahrzeug macht die deutsche Nummernsystematik so anschaulich wie diese Baureihe.
- Ursprünglich hieß die Bauart
E 42. Wie im Westen stand dasEfür elektrisch, die Zahl für die Bauartfamilie. - 1970 stellte die Reichsbahn auf ein dreistelliges Baureihenschema um. Aus E 42 wurde die Baureihe 242, aus E 11 die 211.
- Nach der Vereinigung von Reichsbahn und Bundesbahn kollidierten diese Nummern mit dem westdeutschen Schema, in dem 2xx für Dieselloks reserviert war. Die Reichsbahn-Elloks wanderten deshalb in freie Bereiche der 1xx-Reihe: aus 242 wurde 142, aus 211 die 109, aus 250 die Baureihe 155.
- Die führende 1 kennzeichnet seither einheitlich die Elektrolokomotive; der Zahlenbereich ordnet grob den Einsatzzweck ein, mit den Güterzugloks im Bereich 139 bis 155.
Wie diese Ziffernfolge zur zwölfstelligen europäischen Fahrzeugnummer passt, erklärt der Beitrag zur UIC-Nummer und ihrer Prüfziffer.
So bestimmst du eine 142 im Feld
Bauform einordnen
Kantiger Lokkasten mit stehender Stirnfläche und zwei großen Frontfenstern, schmucklos wirkende Seitenwände mit durchgehenden Lüftergittern: Das ist die Reichsbahn-Neubaugeneration.
Achsen zählen
Vier Achsen in zwei Drehgestellen. Sechs Achsen führen zu den schweren Güterzugbaureihen der DR, nicht zur E-42-Familie.
Zug dahinter prüfen
Güterzug, Bauzug oder Überführung sprechen für die 142. Ein schneller Reisezug ist eher ein Hinweis auf die Reisezugvariante der Familie.
Nummer lesen
142 oder 109 – erst die Ziffernfolge macht die Sichtung belastbar. Die Bauform allein reicht bei dieser Familie nicht aus.
Einordnung im Bahnbetrieb
Die 142 ist eine Güterzuglok ohne Taktfahrplan. Wer sie sucht, braucht andere Strategien als beim Fernverkehr.
| Umfeld | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Elektrifizierte Güterzugstrecken im Osten Deutschlands | mittel | Historisches Kernrevier der Baureihe |
| Bau- und Sonderzugverkehre | mittel | Typisches Betätigungsfeld älterer Maschinen |
| Rangierbahnhöfe und Zugbildungsanlagen | mittel | Züge werden dort übernommen und bereitgestellt |
| Museumsbahn-Betriebstage | mittel | Erhaltene Maschinen werden gezielt gezeigt |
| Reisezugachsen im Taktverkehr | niedrig | Falsches Einsatzprofil |
Wie sich Güterverkehr planbar beobachten lässt, statt auf Zufall zu setzen, beschreibt der Beitrag zum Güterzug-Radar in Deutschland.
Betreiber, Lackierung und Bestand sind veränderlich
Maschinen dieser Bauart sind an private Eisenbahnverkehrsunternehmen und Vereine übergegangen. Damit ändern sich Farbgebung, Anschriften und Einsatzgebiet unabhängig voneinander. Ältere Bestandslisten aus dem Netz veralten hier besonders schnell.
Wer fährt die Lok gerade?
Community-Sichtungen zeigen dir aktuelle Lackierungen und Halter – deutlich zuverlässiger als alte Listen.
Spotting- und Fototipps
- Seitenwand ins Bild nehmen. Die durchgehenden Lüftergitterreihen sind das grafische Merkmal dieser Bauart und gehen bei frontaler Aufnahme verloren.
- Nummernschild mitplanen. Weil 142 und 109 äußerlich kaum zu trennen sind, ist ein Bild ohne lesbare Nummer für die Dokumentation nur die halbe Miete.
- Anschriften und Halterkürzel dokumentieren. Bei Privatbahnmaschinen ändern sie sich häufiger als die Lok selbst.
- Auf Licht achten. Die schmucklose Seitenwand lebt von flachem Morgen- oder Abendlicht, das die Gitterstruktur zeichnet.
Alle Aufnahmen entstehen vom Bahnsteig oder von öffentlich zugänglichem Gelände. Gleise, Betriebsanlagen und Abstellgruppen sind tabu; welche Regeln dabei gelten, steht im Beitrag zum Sicherheitsabstand am Gleis.
Reichsbahn und Bundesbahn: zwei Formsprachen
Wer deutsche Elloks bestimmt, profitiert enorm davon, die beiden Konstruktionsschulen auseinanderhalten zu können. Sie unterscheiden sich nicht nur in der Nummer, sondern auch in der Gestaltung.
| Merkmal | Bundesbahn-Einheitselloks | Reichsbahn-Neubauelloks |
|---|---|---|
| Stirnseite | flach oder gekantet, mit durchgehender Zierleiste | stehend und schmucklos, ohne Zierleiste |
| Seitenwand | waagerechte Lüftergitterbänder, klar abgesetzt | durchgehende Lüftergitterreihen über die volle Länge |
| Gesamteindruck | proportioniert, mit sichtbaren Gestaltungselementen | streng sachlich und funktional |
| Typische Baureihen | 110, 139, 140, 141 | 109, 142 und die späteren Neubaugenerationen |
Diese Unterscheidung funktioniert erstaunlich zuverlässig, auch wenn eine Lok in einer fremden Lackierung unterwegs ist – denn die Blechform bleibt, was sie ist. Sie ersetzt allerdings nicht das Ablesen der Nummer, sondern grenzt nur die Kandidatenliste ein.
Ein zweiter Hinweis liegt in der Fahrzeuggeschichte: Baureihen aus Reichsbahn-Herkunft sind heute überdurchschnittlich oft bei privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen zu finden, weil sie nach 1990 in großer Zahl verfügbar wurden. Wer eine kantige, schmucklose Ellok in einer unbekannten Firmenlackierung sieht, liegt mit der Vermutung Reichsbahn-Bauart häufig richtig – und sollte anschließend trotzdem die Nummer lesen.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für die 142, wenn …
- vier Achsen und ein kantiger Reichsbahn-Aufbau zusammenkommen
- ein Güter- oder Bauzug dranhängt
- die Nummer mit 142 beginnt
- die Lok schmucklos und streng gestaltet wirkt, ohne ausgeprägte Zierleisten
Sieh genauer hin, wenn …
- die Form passt, die Nummer aber nicht lesbar ist – dann kommt die Reisezugvariante genauso infrage
- die Lok eine Privatbahn-Lackierung trägt, die die Herkunft verdeckt
- sie vor einem untypischen Zug läuft, etwa einem Sonder- oder Messzug
Es ist keine 142, wenn …
- du sechs Achsen zählst – dann sind die schweren Reichsbahn-Güterzugloks dran
- die Front ein breites, umlaufendes Fensterband trägt – das ist die jüngere Neubaugeneration um 143
- der Aufbau westdeutsche Einheitsellok-Züge hat, mit durchgehender Zierleiste unter den Frontfenstern
Die realistisch gefährlichsten Kandidaten sind damit die fast baugleiche Reisezugversion der Familie, die jüngere Baureihe 143 mit ihrem markanten Fensterband und – aus der Ferne – die westdeutsche Baureihe 140, die ein ähnliches Einsatzprofil hatte, aber anders geformt ist.
Fazit
Die Baureihe 142 ist ein Fahrzeug, das man an seiner Nummerngeschichte fast besser erkennt als an seinem Blech. Wer die kantige Reichsbahn-Bauform einmal von den westdeutschen Einheitselloks trennen kann, muss danach nur noch entscheiden, ob eine Reisezug- oder eine Güterzugvariante vor ihm steht – und dafür gibt es die Ziffern.
Kurzfazit
Vier Achsen, kantiger Reichsbahn-Aufbau, Güterzug am Haken: Das ist die Familie um E 11 und E 42. Ob 109 oder 142, entscheidet die Fahrzeugnummer – die Bauform allein reicht nicht.
Zusammenfassung
- Die Baureihe 142 war das Rückgrat des elektrischen Güterverkehrs der Deutschen Reichsbahn und ist heute ein Fahrzeug im Auslauf.
- Ihr Nummernweg von E 42 über 242 zu 142 zeigt exemplarisch, wie zwei Bahnverwaltungen zu einem Schema zusammengeführt wurden.
- Bestimmen lässt sie sich über Achszahl, Reichsbahn-Frontform und die Ziffernfolge – die Bauform allein reicht nicht.
- Weil Maschinen den Eigentümer gewechselt haben, gehören Lackierung und Anschriften in jede saubere Sichtung.
Häufige Fragen
Was ist die Baureihe 142?
Die Baureihe 142 ist eine vierachsige Elektrolokomotive für den Güterzugdienst, die als E 42 für die Deutsche Reichsbahn im Lokomotivbau Hennigsdorf entstand. Sie ist für 100 km/h zugelassen und bildete über Jahrzehnte das Rückgrat des elektrischen Güterverkehrs in der DDR.
Warum hatte diese Lok drei verschiedene Nummern?
Weil sie zwei Umzeichnungen erlebt hat. Ursprünglich hieß sie E 42. 1970 stellte die Reichsbahn auf dreistellige Baureihennummern um, daraus wurde die 242. Nach der Vereinigung von Reichsbahn und Bundesbahn musste ein gemeinsames Schema gefunden werden – und weil die 2xx-Nummern im Westen für Dieselloks vergeben waren, wurde daraus die 142.
Wie unterscheide ich die 142 von der 109?
Beide gehören zur selben Reichsbahn-Neubaufamilie und sehen sich sehr ähnlich. Die 109 ist die schnellere Reisezugvariante, die 142 die zugkräftigere Güterzugversion. Äußerlich ist die Trennung schwierig – verlass dich auf die Fahrzeugnummer und auf den Zug dahinter.
Wie schnell fährt die Baureihe 142?
Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 100 km/h. Das ist typisch für eine Güterzuglokomotive dieser Generation und deutlich weniger als bei den Reisezugbaureihen, die für 120 km/h und mehr ausgelegt waren.
Was bedeutet das E in E 42?
Das E stand schlicht für elektrisch und wurde sowohl bei der Bundesbahn als auch bei der Reichsbahn vor der jeweiligen Bauartnummer geführt. Mit der Einführung dreistelliger, computergerechter Baureihennummern verschwand der Buchstabe und wurde durch eine führende Ziffer ersetzt.
Fährt die Baureihe 142 heute noch?
Im Regelbetrieb der DB nicht mehr. Einzelne Maschinen sind an private Eisenbahnverkehrsunternehmen und Vereine gegangen und tauchen im Güter-, Bau- und Sonderverkehr auf. Wie viele davon aktuell einsatzfähig sind und wo sie laufen, ändert sich laufend – prüfe den Stand vor einer gezielten Suche.
Woran erkenne ich Reichsbahn-Neubauelloks generell?
An der kantigen Bauform mit stehender Stirnfläche, zwei großen Frontfenstern und durchgehenden Lüftergitterreihen an der Seitenwand. Sie wirken strenger und schmuckloser als die westdeutschen Einheitselloks, deren Fronten weicher gestaltet und deren Zierleisten ausgeprägter sind.
Woran erkenne ich die genaue Lok?
An der vollständigen Fahrzeugnummer an Seitenwand und Führerstand, ergänzt um die zwölfstellige UIC-Nummer. Bei Maschinen im Privatbahneinsatz gehören Halterkürzel und Eigentümerlogos dazu, weil sie sich mit jedem Besitzerwechsel ändern.
Sichtung von Baureihe 142 (E42) festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
Verwandte Baureihen
Baureihe 109 (E11)
Die E 11 war die Reisezuglok der Deutschen Reichsbahn und heißt heute Baureihe 109. So erkennst du sie und verstehst die Umzeichnungen dahinter.
E-LokBaureihe 143
Die Baureihe 143 ist die meistgebaute Ellok der Deutschen Reichsbahn und bis heute eine Größe im Nahverkehr. So erkennst du sie und trennst sie von 112 und 114.
E-LokBaureihe 155
Die Baureihe 155 ist die schwere sechsachsige Güterzuglok der Reichsbahn: 273 Maschinen, 5.400 kW, 125 km/h. So erkennst du sie und trennst sie von der 151.
E-LokBaureihe 101
Die Baureihe 101 ist die klassische Fernverkehrslok der Deutschen Bahn: 145 Maschinen, 220 km/h, seit den späten 1990ern vor IC und EC. So erkennst du sie sicher.
E-LokBaureihe 102
Die Baureihe 102 ist eine Kleinserie von sechs Škoda-Lokomotiven vor Doppelstock-Expresszügen. So erkennst du sie und grenzt sie von 101 und 111 ab.
E-LokBaureihe 103
Die Baureihe 103 war jahrzehntelang das Aushängeschild des deutschen Fernverkehrs: sechs Achsen, 200 km/h, TEE-Rot. So erkennst du sie und findest sie heute.
Wer dahintersteckt
Konzerne, Marken, Hersteller und Betriebe – wer wem gehört und woran du sie im Feld erkennst.
Passende Guides aus dem Blog




