Baureihe 114

Die Baureihe 114 ist eine vierachsige Wechselstromlok für den schnellen Nahverkehr – technisch eine 112.1 mit anderer Nummer. So erkennst du sie und ordnest sie richtig ein.

Auch bekannt als: BR 114 · 114er

DeutschlandDeutschlandElektrolokomotiven7 Min. LesezeitAktualisiert: August 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Die 114 ist keine eigene Konstruktion: Sie entstand durch Umzeichnung aus der Baureihe 112.1 und ist mit ihr technisch identisch.
  • Schnellster Erkennungsweg: vier Achsen, kantige Front mit umlaufendem Fensterband, Nummer beginnt mit 114.
  • 160 km/h unterscheiden die Familie 112/114 von der langsameren, aber äußerlich sehr ähnlichen Baureihe 143.
  • Typischer Arbeitsplatz ist der lokbespannte Regionalexpress mit Wendezug – dort suchst du sie gezielt.
  • Bestand und Einsatzgebiet ändern sich mit Verkehrsverträgen und Umzeichnungen; prüfe den aktuellen Stand.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Baureihe 114?
  2. 2.Die dreistellige Baureihennummer verstehen
  3. 3.So bestimmst du eine 114 im Feld
  4. 4.Einordnung im Bahnbetrieb
  5. 5.Spotting- und Fototipps für die 114
  6. 6.Warum sich die Dokumentation bei dieser Baureihe besonders lohnt
  7. 7.Häufige Verwechslungen
  8. 8.Fazit

Steckbrief

FahrzeugartElektrolokomotive für den schnellen Reise- und Nahverkehr
AchsfolgeBo'Bo' (zwei zweiachsige Drehgestelle, alle Achsen angetrieben)
Höchstgeschwindigkeit160 km/h
Stromsystem15 kV / 16,7 Hz Wechselstrom
HerkunftUmzeichnung aus der Baureihe 112.1, Bauart aus Hennigsdorf
Typischer EinsatzRegionalexpress-Leistungen mit Wendezügen – ändert sich mit Vergaben

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?

Hak ab, was auf das Fahrzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Vier Achsen in zwei Drehgestellen – keine sechsachsige Güterzuglok
  • Kantige, leicht gepfeilte Front mit breitem, umlaufendem Fensterband
  • Einholm-Stromabnehmer auf flachem Dach, Lüftergitter als durchgehendes Band an der Seitenwand
  • Fahrzeugnummer beginnt mit 114 – technisch baugleiche Maschinen laufen als 112
  • Fast immer vor einem Wendezug im Regional- oder Regionalexpressverkehr, nicht vor Güterzügen

Aktualisiert: August 2026 – Eine kantige rote Ellok mit umlaufendem Fensterband vor einem Doppelstock-Wendezug: Das kann eine Baureihe 114 sein – oder eine ihrer engen Verwandten. Diese Seite zeigt, woran du die 114 festmachst, warum die Nummer hier wichtiger ist als jedes Blechdetail und wo du sie realistisch antriffst.

114 gesichtet? Nummer festhalten.

Gerade bei umgezeichneten Baureihen zählt die vollständige Fahrzeugnummer – in Traintrack in Sekunden dokumentiert.

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Was ist die Baureihe 114?

Die Baureihe 114 ist eine vierachsige Elektrolokomotive für den schnellen Reisezugdienst, ausgelegt auf 160 km/h und betrieben unter 15 kV Wechselstrom. Sie ist keine eigenständige Konstruktion, sondern ging durch Umzeichnung aus der Baureihe 112.1 hervor – dieselbe Maschine, ein anderes Nummernschild.

Diese Doppelbezeichnung ist typisch für das deutsche Nummernsystem und kein Zufall. Nach 1990 mussten die Baureihen der Deutschen Reichsbahn bei der neu gegründeten Deutschen Bahn AG in ein Schema eingeordnet werden, das die Bundesbahn bereits belegt hatte. Dabei wanderten ganze Fahrzeugfamilien auf neue Hunderterstellen. Die 114 ist ein spätes Kapitel dieser Umsortierung: Sie markiert innerhalb der schnellen Hennigsdorfer Vierachser eine betrieblich abgegrenzte Gruppe.

Die dreistellige Baureihennummer verstehen

Wer deutsche Elloks bestimmt, kommt an der Nummernlogik nicht vorbei. Sie trägt mehr Information als jedes Detail am Fahrzeug.

  • Vor 1968 trugen Elektrolokomotiven bei der Bundesbahn ein E und eine ein- bis zweistellige Nummer: E 10, E 40, E 41, E 50.
  • Mit der Umzeichnung 1968 wurde daraus das dreistellige, computergerechte Schema: aus E 10 wurde 110, aus E 40 die Baureihe 140, aus E 41 die 141.
  • Die erste Ziffer 1 kennzeichnet dabei die Elektrolokomotive. Innerhalb der Hunderterreihe stehen die niedrigen Nummern traditionell für Reisezugloks, die mittleren für Güterzugloks und die 180er für Mehrsystem- und Grenzloks.
  • Nach 1990 kamen die Reichsbahn-Baureihen hinzu und wurden in dieselbe Systematik eingepasst – dort, wo noch Platz war.

Die 114 sitzt damit klar im Reisezug-Segment. Wie du solche Nummern im Betrieb schnell abliest, erklärt der Guide zum Zugnummern und Fahrzeugnummern herausfinden; die internationale Systematik dahinter steht im Beitrag zur UIC-Nummer und ihrer Prüfziffer.

So bestimmst du eine 114 im Feld

Achsen zählen

Vier Achsen in zwei Drehgestellen. Damit fallen alle sechsachsigen Güterzugbaureihen sofort weg.

Front und Fensterband prüfen

Kantige, leicht gepfeilte Stirnseite mit breitem, umlaufendem dunklem Fensterband und flachem Dach. Diese Silhouette teilt sich die 114 mit ihrer gesamten Fahrzeugfamilie.

Zug dahinter ansehen

Wendezug im Nahverkehr, oft mit Doppelstockwagen und Steuerwagen am anderen Ende. Ein Güterzug spricht klar gegen die 114.

Nummer lesen

Erst die Ziffernfolge entscheidet: 114 oder 112 heißt schnelle Variante, 143 heißt die langsamere Schwester.

Warum die Nummer hier wichtiger ist als sonst

Bei den meisten Baureihen führt die Blechform zum Ziel. Bei der Familie 112/114/143 nicht: Die Maschinen sehen sich zu ähnlich. Trainiere dir an, den Blick nach der Frontform sofort auf das Nummernschild zu richten.

Einordnung im Bahnbetrieb

Die 114 arbeitet im lokbespannten Nahverkehr. Das ist ein schrumpfendes Segment, weil viele Linien auf Triebzüge umgestellt wurden – und genau das macht sie für Spotter interessanter als früher. Der Unterschied zwischen den Verkehrsarten und ihren typischen Fahrzeugen ist für Spotter der eigentliche Reiz: lokbespannte Nahverkehrsleistungen sind planbar, aber nicht mehr überall zu haben.

Ort Trefferchance Warum
Regionalexpress-Achsen mit Wendezügen hoch Hier liegt der planmäßige Einsatzschwerpunkt
Große Knotenbahnhöfe dieser Linien hoch Wendezeiten am Bahnsteig, gute Sicht auf die Lok
Reine Triebwagenlinien sehr niedrig Kein lokbespannter Verkehr
Fernverkehrsachsen mit IC/EC niedrig Dort dominieren Fernverkehrsbaureihen wie die Baureihe 101
Güterzugstrecken sehr niedrig Falsches Einsatzprofil

Einsatz und Bestand sind veränderlich

Welche Linien lokbespannt gefahren werden und welche Maschinen dort laufen, hängt an Verkehrsverträgen, Fahrzeugverfügbarkeit und Fahrplanjahr. Verlass dich nicht auf ältere Listen, sondern prüfe die aktuelle Lage über Echtzeitauskunft und Community-Sichtungen.

Sieh, wo gerade gemeldet wird

Community-Sichtungen zeigen dir, welche Loks aktuell unterwegs sind – bevor du losfährst.

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Spotting- und Fototipps für die 114

Die 114 ist ein dankbares Motiv, solange du zwei Dinge im Griff hast: das flache Bahnsteiglicht und die Nummer im Bild.

  • Dreiviertelansicht statt Frontalbild. Ein Winkel von 30 bis 45 Grad zur Fahrzeugachse zeigt Front und Seitenwand zugleich und macht das umlaufende Fensterband sichtbar.
  • Nummernschild mit einplanen. Weil die Baureihenzuordnung hier nur über die Ziffern läuft, ist ein Bild ohne lesbare Nummer für die Dokumentation halb wertlos.
  • Auf die Zugseite achten. Im Wendezugbetrieb steht die Lok mal vorn, mal hinten. Wer den Bahnsteig falsch wählt, fotografiert den Steuerwagen.
  • Licht vor Perfektion. Flaches Morgen- oder Nachmittagslicht zeichnet die Kanten; Mittagslicht lässt die glatte Seitenwand flau wirken.

Welche Brennweite dafür sinnvoll ist, behandelt der Ratgeber zum besten Teleobjektiv für Eisenbahnfotografie. Und der wichtigste Punkt zuerst: Alle Aufnahmen entstehen vom Bahnsteig oder von öffentlich zugänglichem Gelände aus. Gleise, Betriebsanlagen und Abstellgruppen sind tabu – die Grundregeln stehen im Beitrag zum Sicherheitsabstand am Gleis.

Warum sich die Dokumentation bei dieser Baureihe besonders lohnt

Bei den meisten Fahrzeugen genügt es, die Baureihe zu notieren. Bei der 114 ist genau das die schwächste Information, die man festhalten kann.

  • Die Baureihenbezeichnung ist nicht stabil. Maschinen dieser Fahrzeugfamilie sind zwischen den Bezeichnungen 112 und 114 gewandert. Wer nur die Baureihe notiert, hat in fünf Jahren eine Angabe, die sich nicht mehr überprüfen lässt.
  • Die Ordnungsnummer bleibt. Anders als die Baureihenziffer ändert sich die individuelle Nummer einer Lok praktisch nicht. Sie ist deshalb der eigentliche Anker jeder Sichtung.
  • Das Einsatzgebiet wandert. Verkehrsverträge werden neu vergeben, Umläufe verschoben, Fahrzeuge umbeheimatet. Eine Sichtung mit Datum und Ort dokumentiert deshalb einen Zustand, der später nicht mehr rekonstruierbar ist.
  • Lackierungen erzählen mit. Werbe- und Sonderlackierungen existieren nur in einem Zeitfenster. Wer sie mitfotografiert, hat später mehr als ein weiteres rotes Lokbild.

Praktisch heißt das: Zu jeder Sichtung gehören vollständige Fahrzeugnummer, Datum, Ort und – wenn möglich – ein Bild der Seitenwand. Wie man daraus eine auswertbare Sammlung statt einer unsortierten Bilderflut macht, zeigt der Guide zum Sichtungslogbuch.

Häufige Verwechslungen

Es spricht für die 114, wenn …

  • die Lok vier Achsen hat und eine kantige Front mit umlaufendem Fensterband zeigt
  • ein Wendezug im Nahverkehr dranhängt
  • die Nummer mit 114 beginnt
  • ein Einholm-Stromabnehmer auf flachem Dach sitzt

Sieh genauer hin, wenn …

  • die Form passt, du die Nummer aber nicht lesen kannst – dann kommen 112.1 und 143 genauso infrage
  • die Lok in einer Sonderlackierung unterwegs ist
  • du sie nur im Gegenlicht oder von schräg hinten siehst

Es ist keine 114, wenn …

  • du sechs Achsen zählst – dann bist du bei den schweren Güterzugbaureihen 151 oder 155
  • der Lokkasten kastig und deutlich älter wirkt, mit Scherenstromabnehmer – Kandidat ist dann die Einheitsellok-Familie um 140 und 141
  • ein Güterzug dahinterhängt

Die real gefährlichsten Verwechslungen sind damit benannt: die identisch gebaute Baureihe 112.1, die zur selben Familie gehörende, aber langsamere Baureihe 143 und – aus größerer Entfernung – die ebenfalls vierachsige Baureihe 111, die eine deutlich andere, stärker gerundete Frontpartie hat. Sechs Achsen führen dagegen zur Baureihe 151 und ihrem Umfeld.

Fazit

Die Baureihe 114 ist ein Lehrstück darüber, dass eine Baureihenbezeichnung in Deutschland eine betriebliche Kategorie ist und nicht zwingend eine eigene Konstruktion. Wer die Fahrzeugfamilie an Achszahl, Frontform und Fensterband erkennt, hat neunzig Prozent geschafft – den Rest erledigt die Nummer.

Kurzfazit

Vier Achsen, kantige Front mit umlaufendem Fensterband, Wendezug im Nahverkehr: Das ist die Familie 112/114/143. Welche der drei genau vor dir steht, entscheidet ausschließlich die Fahrzeugnummer.

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Nummer, Datum, Standort und Foto in einer App – und du siehst auf einen Blick, welche Maschinen dir noch fehlen.

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Zusammenfassung

  • Die Baureihe 114 ist ein Nummernkapitel der Baureihe 112.1 und keine eigenständige Bauart – wer die eine erkennt, erkennt auch die andere.
  • Drei Merkmale reichen zur Bestimmung: Achszahl, Frontform mit umlaufendem Fensterband und die dreistellige Baureihennummer.
  • Wer die 114 fotografieren will, sucht Regionalexpress-Achsen mit lokbespannten Wendezügen statt Triebwagenlinien.
  • Weil Umzeichnungen zwischen 112 und 114 vorkommen, lohnt sich die Dokumentation der vollständigen Fahrzeugnummer besonders.

Häufige Fragen

Was ist die Baureihe 114 genau?

Die Baureihe 114 ist eine vierachsige Elektrolokomotive für den schnellen Reisezugdienst, die durch Umzeichnung aus der Baureihe 112.1 hervorgegangen ist. Technisch sind beide Baureihen dieselbe Maschine; unterschiedlich ist im Wesentlichen die Baureihenbezeichnung und der betriebliche Verwendungszweck, den die Bahn damit dokumentiert hat.

Wie erkenne ich eine 114 von einer 143?

Äußerlich sind beide sehr ähnlich, weil sie derselben Fahrzeugfamilie aus Hennigsdorf entstammen. Die verlässliche Unterscheidung ist die Fahrzeugnummer: Beginnt sie mit 114 oder 112, hast du die schnelle Variante mit 160 km/h vor dir; beginnt sie mit 143, ist es die langsamere Nahverkehrsschwester.

Wie schnell fährt die Baureihe 114?

Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 160 km/h. Ob das im Alltag ausgefahren wird, entscheidet die Strecke und der Fahrplan, nicht die Lok – im Regionalverkehr liegt das reale Tempo meist deutlich darunter.

Vor welchen Zügen läuft die Baureihe 114?

Typisch ist der lokbespannte Wendezug im Regional- und Regionalexpressverkehr, oft mit Doppelstockwagen und Steuerwagen am anderen Zugende. Vor Güterzügen wirst du sie praktisch nicht antreffen – dafür sind sechsachsige Baureihen und moderne Drehstromloks zuständig.

Warum gibt es 112 und 114 nebeneinander?

Beide Bezeichnungen stehen für dieselbe Bauart. Die 114 entstand als eigene Nummerngruppe, um bestimmte Maschinen betrieblich abzugrenzen. Umzeichnungen in beide Richtungen sind vorgekommen, weshalb sich die Zuordnung einzelner Loks im Lauf der Jahre ändern kann.

Woran erkenne ich die genaue Lok?

An der vollständigen Fahrzeugnummer an der Seitenwand und unter dem Führerstandsfenster. Sie ist zusammen mit der zwölfstelligen UIC-Nummer der eindeutige Identifikator und gehört in jede saubere Sichtung – gerade bei Baureihen, deren Bezeichnung sich ändern kann.

Wo stehen die Chancen auf eine 114 am besten?

Auf Regionalexpress-Achsen, auf denen noch lokbespannte Wendezüge verkehren, und an den großen Knotenbahnhöfen dieser Linien. Welche Linien das aktuell sind, hängt von Verkehrsverträgen und Fahrzeugumläufen ab und verschiebt sich mit jedem Fahrplanwechsel.

Ist die Baureihe 114 eine DDR-Konstruktion?

Die Fahrzeugfamilie stammt aus dem Lokomotivbau in Hennigsdorf und wurde für die Deutsche Reichsbahn entwickelt. Die dreistellige Bezeichnung 114 selbst ist jünger und stammt aus dem gesamtdeutschen Nummernschema, in dem die alten Reichsbahn-Baureihen nach 1990 neue Nummern erhielten.

Sichtung von Baureihe 114 festhalten

Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.

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