Das Wichtigste in Kürze
- Die 113 ist eine Untergruppe der E 10: die auf 160 km/h ausgelegte Variante mit der markanten Bügelfalten-Front.
- Die Bügelfalte ist das Erkennungsmerkmal – sie unterscheidet die Lok sofort von der kastigen Grundausführung.
- Aus 112 wurde 113: Die Umzeichnung Ende der Achtzigerjahre schuf Platz im Nummernplan.
- Ursprünglich Prestigedienst: Die Maschinen fuhren vor den hochwertigsten Schnellzügen ihrer Zeit.
- Heute historisch – planmäßige Leistungen gibt es nicht mehr, Begegnungen laufen über Vereine und Museen.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Elektrolokomotive für den schnellen Reisezugverkehr |
|---|---|
| Ursprüngliche Bezeichnung | E 10.12 – schnelle Unterbauart der Einheitslok E 10 |
| Achsfolge | Bo'Bo' (zwei zweiachsige Drehgestelle, alle Achsen angetrieben) |
| Höchstgeschwindigkeit | 160 km/h |
| Frontform | „Bügelfalte“ – spitz zulaufende, gefaltete Stirnwand |
| Umzeichnung | Ende der 1980er Jahre von Baureihe 112 zu Baureihe 113 |
| Ursprünglicher Einsatz | hochwertige Schnellzüge, unter anderem die Rheingold-Garnituren |
| Stromsystem | 15 kV / 16,7 Hz Wechselstrom |
| Heutiger Status | kein planmäßiger Einsatz mehr – museal und bei Vereinen erhalten |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Vier Achsen in zwei Drehgestellen
- Bügelfalten-Front: spitz zulaufende, wie gefaltet wirkende Stirnwand statt flacher Kastenfront
- Fahrzeugnummer beginnt mit 113 – historisch beschriftete Maschinen tragen E 10 mit vierstelliger Betriebsnummer
- Kompakter Lokkasten der Einheitslok-Familie, ohne moderne Verkleidung
- Anzutreffen bei Sonderfahrten und in Museen, nicht im Regelverkehr
Aktualisiert: August 2026 – Eine Front, die spitz zuläuft und wirkt, als wäre sie gefaltet: Die Bügelfalte ist eines der bekanntesten Erkennungsmerkmale der deutschen Eisenbahngeschichte. Sie gehört zur Baureihe 113, der schnellen Variante der Einheitslok E 10. Diese Seite erklärt, woran du sie erkennst, warum sie einmal Baureihe 112 hieß und wo du ihr heute noch begegnest.
Bügelfalte erwischt? Das gehört ins Logbuch.
Historische Maschinen fahren nur zu Terminen – sichere Nummer, Anschrift und Datum direkt in Traintrack.
Was ist die Baureihe 113 (E10)?
Die Baureihe 113 ist eine vierachsige Elektrolokomotive für den schnellen Reisezugverkehr, hervorgegangen aus der Unterbauart E 10.12 der Einheitslok-Familie. Gegenüber der Grundausführung war sie für 160 km/h statt 150 km/h ausgelegt und erhielt eine eigene, aufwendiger gestaltete Frontpartie – die berühmte Bügelfalte.
Der Hintergrund ist betrieblicher Natur: Die Bundesbahn, Vorgängerin der heutigen Deutschen Bahn AG, brauchte für ihre hochwertigsten Schnellzüge, unter anderem die Rheingold-Garnituren, eine schnellere Maschine. Statt eine völlig neue Lok zu entwickeln, entstand eine Unterbauart der bewährten Baureihe 110 (E10) mit geänderter Getriebeübersetzung und neuer Stirnwand. Genau dieses Prinzip – Variante statt Neuentwicklung – prägt die gesamte Einheitslok-Familie.
Die Nummerngeschichte: von E 10.12 über 112 zu 113
| Zeitraum | Bezeichnung | Was dahintersteckt |
|---|---|---|
| vor 1968 | E 10.12 | Buchstabe plus Zahl, Untergruppe der E 10 |
| ab 1968 | Baureihe 112 | Umstellung auf dreistellige, EDV-gerechte Baureihennummern |
| ab Ende der 1980er | Baureihe 113 | Die Nummer 112 wurde anderweitig gebraucht |
| verwandte Reihe | Baureihe 115 | weitere Abspaltung aus der E-10-Familie |
Das Muster ist typisch für das deutsche System: Baureihennummern sind Zuordnungen, keine Eigenschaften. Sie werden neu vergeben, wenn sich Aufgaben ändern oder eine Nummer doppelt belegt wäre. Nach 1992 kam es aus demselben Grund zu einer ganzen Welle von Umzeichnungen, als die Nummernpläne der beiden deutschen Bahnen zusammengeführt wurden.
Für dich als Beobachter heißt das: Maßgeblich ist immer die Nummer, die tatsächlich am Fahrzeug steht – nicht die, die in einem älteren Buch genannt wird. Wie du sie findest und richtig einordnest, erklärt die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.
Erkennung: die Bügelfalte als Türöffner
Achsen zählen
Vier Achsen in zwei Drehgestellen – wie bei der gesamten E-10-Familie. Sechsachsige Loks fallen sofort heraus.
Front prüfen
Läuft die Stirnwand spitz zu und wirkt wie gefaltet? Dann hast du eine der schnellen Varianten vor dir, nicht die kastige Grundausführung.
Umfeld einordnen
Sonderzug, Museumsgarnitur oder Ausstellung? Im Regelverkehr ist diese Baureihe nicht mehr anzutreffen.
Beide Nummern notieren
Steht eine E-10-Nummer am Fahrzeug, ist das eine historische Beschriftung. Halte sie zusätzlich zur Registernummer 113 fest.
Die Bügelfalte grenzt ein, entscheidet aber nicht
Die Frontform trennt die schnellen Varianten von der Grundausführung – zwischen den schnellen Reihen selbst hilft sie nicht weiter. Dafür brauchst du die Fahrzeugnummer.
Einordnung: ein Museumsfahrzeug
| Gelegenheit | Realistische Chance | Wie du davon erfährst |
|---|---|---|
| Sonderfahrten von Vereinen | gut an einzelnen Terminen | Veranstaltungskalender, Vereinsseiten, Fachforen |
| Eisenbahnmuseen und Bahnbetriebswerke | gut, teils statisch | Öffnungszeiten und Ankündigungen |
| Jubiläen und Fahrzeugparaden | punktuell, gut planbar | Ankündigungen mehrere Wochen im Voraus |
| Überführungsfahrten | Glückssache | kurzfristige Community-Meldungen |
| Regelfahrplan | keine | Die Baureihe ist aus dem Regeldienst ausgeschieden |
Termine bitte immer selbst prüfen
Sonderfahrten werden verschoben, abgesagt oder mit anderer Lok gefahren, wenn eine Frist abläuft oder ein Schaden auftritt. Bestätige den Termin kurz vor der Fahrt beim Veranstalter – Angaben aus zweiter Hand sind unzuverlässig.
Wie du Termine für Museumsbahnen und Sonderfahrten überhaupt findest, beschreibt der entsprechende Guide zu Museumsbahnen und Sonderfahrten.
Sonderfahrten rechtzeitig mitbekommen
Community-Sichtungen melden historische Loks oft schon während der Anreise – genug Vorlauf für deinen Spot.
Von der Prestigelok zum Museumsstück
Der Weg dieser Baureihe ist typisch für hochwertige Fahrzeuge im Bahnbetrieb – und er erklärt, warum du sie heute nur noch zu Terminen siehst.
Am Anfang stand ein besonderer Anspruch: Die schnellsten und komfortabelsten Züge der Bundesbahn sollten eine passende Lok bekommen. Höhere Höchstgeschwindigkeit, aufwendigere Gestaltung, eigene Farbgebung – all das war Teil eines Gesamtauftritts, nicht nur eine technische Anforderung.
Mit der Zeit verschob sich das Umfeld. Neuere Baureihen übernahmen den Spitzendienst, die Maschinen rückten in weniger prominente Leistungen nach und landeten schließlich in Ersatz- und Sonderdiensten. Am Ende dieses Weges steht der Übergang in den Museumsbestand: Ein Fahrzeug, das einmal Prestige transportierte, wird selbst zum Ausstellungsstück.
Für Spotter heißt das zweierlei. Erstens ändert sich der Maßstab: Nicht die Zahl der Sichtungen zählt, sondern die einzelne, gut dokumentierte Begegnung. Zweitens verschiebt sich die Recherche – vom Fahrplan zum Veranstaltungskalender, von der Echtzeitauskunft zur Ankündigung eines Vereins.
Fototipps für die Bügelfalte
Die Frontform ist das Motiv – und sie verlangt einen bestimmten Blickwinkel.
- Leicht schräg von vorn arbeiten. Ein Winkel von etwa 20 bis 40 Grad zeigt die Faltung der Stirnwand am deutlichsten. Frontal verschwindet sie fast vollständig.
- Seitliches Licht suchen. Die Kante lebt vom Schattenwurf. Flaches Morgen- oder Abendlicht zeichnet sie, Mittagssonne nivelliert sie.
- Sonderzug als Kontext. Bei Museumsfahrten gehört die historische Wagengarnitur zur Geschichte – ein Bild mit Zugschluss erzählt mehr als ein reines Lokporträt. Die Grundlagen dazu stehen im Guide gute Fotos von Zügen.
- Anschriften mitnehmen. Historische Beschriftungen sind Teil der Sichtung und später oft die einzige Datierungshilfe.
Gleise, Betriebsanlagen und Betriebshöfe sind tabu. Sie sind Privatgelände, das Betreten ist verboten und lebensgefährlich – auch auf Museumsgelände gilt, was die Betreiber vorgeben.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für die 113, wenn …
- du vier Achsen zählst
- die Front spitz zuläuft und wie gefaltet wirkt
- die Nummer mit 113 beginnt
- das Fahrzeug im Sonder- oder Museumsverkehr unterwegs ist
Sieh genauer hin, wenn …
- du eine Bügelfalte siehst, aber die Nummer nicht lesen kannst
- am Fahrzeug eine historische E-10-Nummer angeschrieben ist
- die Lackierung von der gewohnten Farbgebung abweicht
Es ist keine 113, wenn …
- die Front flach und kastig ist – dann ist es die Grundausführung der Familie
- du sechs Achsen zählst
- die Nummer mit 110, 111 oder 115 beginnt
Die engste Verwandte ist die Baureihe 115 (E10), die ebenfalls aus der E-10-Familie hervorging. Im Nahverkehr übernahm die Rolle später die Baureihe 111 – vierachsig wie die 113, aber jünger und anders proportioniert.
Fazit
Die Baureihe 113 ist ein Fahrzeug, das man an einem einzigen Merkmal erkennt und über seine Nummer versteht. Die Bügelfalte grenzt die schnelle Variante von der kastigen Grundausführung ab; die Nummerngeschichte von E 10.12 über 112 zu 113 zeigt, wie flexibel das deutsche Baureihenschema mit Zuordnungen umgeht. Antreffen wirst du sie heute nur noch dort, wo Vereine und Museen sie zeigen.
Kurzfazit
Vier Achsen, gefaltete Stirnwand, Nummer 113: Das ist die schnelle E 10. Planmäßige Einsätze gibt es nicht – such über Veranstaltungstermine, prüfe sie selbst nach und notiere auch die historische Anschrift.
Zusammenfassung
- Die Baureihe 113 ist die schnelle Bügelfalten-Variante der Einheitslok E 10 und damit eng mit den Baureihen 110 und 115 verwandt.
- Ihre Nummerngeschichte zeigt, wie das deutsche Baureihenschema auf Doppelbelegungen und neue Anforderungen reagiert hat.
- Optisch trennt die gefaltete Frontpartie sie zuverlässig von der kastigen Grundausführung der Familie.
- Wer ihr begegnen will, plant über Veranstaltungstermine von Museen und Vereinen statt über den Regelfahrplan.
Häufige Fragen
Was ist die Baureihe 113?
Eine vierachsige Elektrolokomotive für den schnellen Reisezugverkehr, hervorgegangen aus der Unterbauart E 10.12 der Einheitslok-Familie. Sie ist für 160 km/h ausgelegt und an ihrer spitz zulaufenden Bügelfalten-Front zu erkennen. Planmäßige Einsätze gibt es nicht mehr.
Was bedeutet „Bügelfalte“?
So nennt die Szene die charakteristische Frontform: Die Stirnwand läuft spitz zu und wirkt wie gefaltet, statt flach und kastig zu sein wie bei der Grundausführung der E 10. Das Merkmal ist aus großer Entfernung erkennbar und der schnellste Weg zur Vorauswahl.
Warum hieß die Lok früher Baureihe 112?
Nach der Umzeichnung von 1968 trug die schnelle E-10-Unterbauart zunächst die Nummer 112. Ende der Achtzigerjahre wurde sie zur Baureihe 113 umgezeichnet, weil die Nummer 112 anderweitig gebraucht wurde. Solche Verschiebungen sind im deutschen System keine Seltenheit – maßgeblich ist immer die Nummer am Fahrzeug.
Wie unterscheide ich 110, 113 und 115?
Alle drei gehen auf die E 10 zurück und teilen die Grundkonstruktion. Die Bügelfalten-Front grenzt die schnellen Varianten von der kastigen Grundausführung ab, hilft aber nicht zwischen 113 und 115 weiter. Dafür brauchst du die Fahrzeugnummer.
Wofür wurde die Baureihe ursprünglich gebaut?
Für den hochwertigen Schnellzugdienst der Deutschen Bundesbahn, unter anderem vor den Rheingold-Garnituren. Die höhere Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h und die aufwendigere Gestaltung waren Teil dieses Anspruchs.
Fährt die Baureihe 113 heute noch?
Nicht planmäßig. Sie ist aus dem Regeldienst ausgeschieden. Einzelne Maschinen sind museal oder bei Vereinen erhalten und kommen bei Sonderfahrten zum Einsatz – abhängig von Fristen, Zustand und Terminen, die sich kurzfristig ändern können.
Wo kann ich eine 113 heute sehen?
Bei angekündigten Sonderfahrten, auf Museumsveranstaltungen und in Eisenbahnmuseen. Recherchiere über die Veranstaltungskalender der Vereine und über die einschlägigen Fachforen; kurzfristige Überführungen tauchen zuerst in Community-Sichtungen auf.
Warum steht an manchen Maschinen eine E-10-Nummer?
Weil Museen und Vereine ihre Fahrzeuge oft im historischen Zustand beschriften. Eine Lok kann dann äußerlich als E 10 mit vierstelliger Betriebsnummer auftreten, obwohl sie im Register unter 113 geführt wird. Notiere für deine Sichtung am besten beide Angaben.
Sichtung von Baureihe 113 (E10) festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
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