Das Wichtigste in Kürze
- Privatbahn statt Staatsbahn: RegioJet betreibt Škoda-Gleichstromloks der Reihe 162 in eigener, auffällig gelber Lackierung.
- Der Unterschied zur 163 liegt in den Drehgestellen: 162 ist für 140 km/h zugelassen, 163 für 120 km/h.
- Reines Gleichstromfahrzeug: Die 162 bleibt im nördlichen Netzteil Tschechiens, ins Wechselstromnetz kommt sie nicht aus eigener Kraft.
- Peršing ist der etablierte Szene-Spitzname für diese kantige Škoda-Generation.
- Der Zusatz WB taucht in Fahrzeuglisten auf – verlässlich bleibt allein die vollständige Fahrzeugnummer.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Vierachsige Gleichstrom-Elektrolokomotive für Reisezüge |
|---|---|
| Hersteller | Škoda, Plzeň |
| Achsfolge | Bo'Bo' (zwei zweiachsige Drehgestelle) |
| Stromsystem | 3 kV Gleichstrom |
| Höchstgeschwindigkeit | 140 km/h (Reihe 162), gegenüber 120 km/h bei der Reihe 163 |
| Betreiber | RegioJet als privater Eisenbahnverkehrsunternehmer – Flottenzuschnitt ändert sich |
| Spitzname | Peršing, für die kantige Škoda-Generation dieser Bauform |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Auffällige gelbe Unternehmenslackierung statt Staatsbahnfarben
- Vier Achsen in zwei Drehgestellen, kantiger Kastenaufbau
- Fahrzeugnummer beginnt mit 162 – die fast baugleiche Schwester trägt 163
- Nur im Gleichstromnetz Tschechiens aus eigener Kraft unterwegs
- UIC-Nummer mit Ländercode 54 für Tschechien
- Wagenzug in derselben Unternehmensfarbe statt in Staatsbahnlackierung
Aktualisiert: August 2026 – Eine leuchtend gelbe Ellok mit kantiger Škoda-Front vor einem ebenso gelben Wagenzug: Das ist das unverwechselbare Bild einer RegioJet-Lok der Reihe 162. Diese Seite erklärt, was technisch dahintersteckt, warum die Nummer 162 und nicht 163 lautet und wie du das Fahrzeug sauber dokumentierst.
Privatbahn-Fahrzeuge festhalten
Flotten privater Betreiber ändern sich schnell – dokumentiere Nummer, Lackierung und Datum, solange du das Fahrzeug vor dir hast.
Was ist die RegioJet 162?
Die RegioJet 162 ist eine vierachsige Gleichstrom-Elektrolokomotive von Škoda in der Achsfolge Bo’Bo’. Sie fährt unter 3 kV Gleichstrom, wie ihn Správa železnic im Norden Tschechiens vorhält, und ist für 140 km/h zugelassen. Betrieben wird sie nicht von der Staatsbahn, sondern von RegioJet – einem privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen, das im tschechischen Fernverkehr im Wettbewerb antritt.
Die Reihennummer folgt dem seit 1988 gültigen rein numerischen System der tschechischen Bahnen. Vor dieser Umstellung trugen Fahrzeuge Bezeichnungen mit vorangestelltem Buchstaben – T 478 etwa für eine Dieselloktypreihe, S 499 für Wechselstromloks. Viele ältere Fahrzeuge sind bis heute unter beiden Bezeichnungen bekannt, was die Recherche in Archiven und Foren erschwert. Bei der 162 ist das kein Problem: Sie kennt nur die Zahlenreihe.
Für Spotter ist das eine ungewöhnlich komfortable Ausgangslage: Das Fahrzeug ist technisch ein Klassiker, aber optisch durch die kräftig gelbe Unternehmenslackierung sofort zuzuordnen. Wer sie einmal gesehen hat, verwechselt sie nicht mehr mit einer Staatsbahnlok derselben Bauart.
Reihe 162 oder Reihe 163? Die Sache mit den Drehgestellen
Wer sich mit tschechischen Elloks beschäftigt, stolpert früher oder später über ein Reihenpaar, das sich technisch kaum unterscheidet – und trotzdem zwei Nummern trägt.
Der Grund ist eine typisch tschechische Konsequenz: Das seit 1988 gültige rein numerische Reihensystem bildet den technischen Zustand ab, nicht die Baugeschichte. Wenn eine Lok andere Drehgestelle und damit eine andere zugelassene Höchstgeschwindigkeit bekommt, bekommt sie auch eine neue Reihennummer.
- Reihe 162 – 140 km/h, für schnellere Reisezugleistungen
- Reihe 163 – 120 km/h, in der ursprünglichen Auslegung
Dieselbe Logik führte bei den Zweisystemloks zur Trennung zwischen den Reihen 362 und 363 – dort ist es exakt derselbe Mechanismus. Beide Fälle zusammen ergeben ein gutes Bild davon, wie das tschechische System denkt.
Vor 1988 war alles anders
Bis 1988 nutzten die ČSD Buchstabenbezeichnungen wie T 478 für Dieselloks oder S 499 für Wechselstromloks. Viele Fahrzeuge sind bis heute unter beiden Systemen bekannt. Wer in älteren Quellen sucht, sollte deshalb immer beide Bezeichnungen kennen.
Erkennung im Feld
Farbe zuerst
Die gelbe Unternehmenslackierung ist aus 300 Metern erkennbar und grenzt sofort auf einen privaten Betreiber ein. Staatsbahnfahrzeuge derselben Bauart sehen komplett anders aus.
Achsen und Form prüfen
Vier Achsen, kantiger Kastenaufbau, hochgezogene Frontpartie: die typische Škoda-Silhouette der Peršing-Generation.
Nummer lesen
Beginnt sie mit 162, ist die Zuordnung klar. Bei 163 hast du eine nah verwandte, aber langsamer zugelassene Maschine vor dir.
Wagenzug einbeziehen
Ein Wagenzug in derselben Unternehmensfarbe bestätigt den Betreiber. Bei Ersatz- und Aushilfsleistungen kann das Bild allerdings gemischt sein.
Die grundsätzliche Methodik – von groben zu feinen Merkmalen und erst zum Schluss zur Nummer – erklärt die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen.
Einsatz und Trefferchancen
| Situation | Chance auf eine RegioJet 162 | Grund |
|---|---|---|
| Gleichstromnetz im Norden Tschechiens | hoch | Das passende Stromsystem für diese Lok |
| Große Fernverkehrsknoten mit Wettbewerbsverkehr | hoch | Private Betreiber konzentrieren sich auf starke Achsen |
| Wechselstromnetz im Süden Tschechiens | sehr niedrig | Reine Gleichstromlok, dort nicht selbstständig einsetzbar |
| Grenzbahnhöfe Richtung Deutschland | sehr niedrig | Das deutsche 15-kV-System beherrscht sie nicht |
| Nebenbahnen und Regionalverkehr | niedrig | Die Lok ist auf Fernverkehrsleistungen zugeschnitten |
Privatbahnflotten sind besonders beweglich
Betreiber im Wettbewerb passen ihre Fahrzeugflotten schneller an als Staatsbahnen: Leasing endet, Baureihen kommen und gehen, Lackierungen werden überarbeitet. Nimm jede Bestandsangabe als Momentaufnahme und prüfe die aktuelle Lage über Sichtungen.
Sieh, welche Fahrzeuge zuletzt gemeldet wurden
Gerade bei Privatbahnen sind aktuelle Sichtungen mehr wert als jede ältere Flottenliste.
Fototipps für Loks in Signalfarbe
Kräftiges Gelb ist fotografisch tückisch: Es reißt in der Sonne schnell aus und verliert dann jede Zeichnung.
- Leicht unterbelichten. Ein Drittel bis zwei Drittel Blendenstufen weniger halten die Farbflächen zeichnungsreich.
- Hartes Mittagslicht meiden. Morgens und am späten Nachmittag bleibt die Farbe satt statt grell.
- Seitenwand komplett aufs Bild. Die Lackierung ist bei Privatbahnfahrzeugen die eigentliche Information – zusammen mit der Nummer.
- Auf Lackierungsvarianten achten. Beklebungen und Werbeflächen wechseln; was du heute siehst, kann in einem Jahr anders aussehen.
Wie man gezielt nach besonderen Lackierungen sucht und sie sinnvoll archiviert, beschreibt der Beitrag zu Werbeloks und Sonderlackierungen. Für die Vorbereitung einer Tour nach Tschechien liefert der Guide zu tschechischen Sichtungsquellen die passenden Recherchewege.
Ein zweiter Punkt betrifft die Bildwirkung: Ein durchgehend einfarbiger Zug aus Lok und Wagen ist optisch sehr geschlossen, verliert aber leicht an Tiefe. Ein Standpunkt, der die Bogenlage des Zuges zeigt, oder eine leicht erhöhte Position bringen die Staffelung zurück. Für die Dokumentation reicht dagegen ein sauberes, gerade ausgerichtetes Seitenbild mit gut lesbarer Nummer – trenne beide Ziele bewusst, statt beides in einem Bild erzwingen zu wollen.
Und wie überall gilt: Bahnsteige, öffentliche Wege und Brücken sind zulässige Standorte. Gleisbereiche, Betriebsanlagen und Abstellgruppen sind es nicht.
Häufige Verwechslungen
Es spricht für die RegioJet 162, wenn …
- Lok und Wagenzug in derselben kräftig gelben Unternehmensfarbe fahren
- die Lok vier Achsen und eine kantige Škoda-Front hat
- die Nummer mit 162 beginnt
Sieh genauer hin, wenn …
- eine gelbe Lok vor fremden Wagen läuft – Aushilfsleistungen kommen vor
- du die Nummer nicht lesen kannst und nur die Bauform siehst
- das Fahrzeug eine abweichende Beklebung trägt
Es ist keine 162, wenn …
- die Nummer mit 163 beginnt – dann ist es die langsamer zugelassene Schwester
- die Lok im Wechselstromnetz aus eigener Kraft fährt
- du einen Triebzug statt einer Lok mit Wagen vor dir hast
Mit Leo Express setzt ein weiterer privater Betreiber in Tschechien auf Triebzüge statt Loks. Wer dort einen Stadler FLIRT in Privatbahnfarben sieht, ist bei einem ganz anderen Fahrzeugkonzept gelandet. Die Staatsbahnversion derselben Škoda-Bauart findest du auf der Seite zu den Reihen 162 und 163.
Fazit
Die RegioJet 162 verbindet zwei Geschichten: die einer technisch klassischen Škoda-Gleichstromlok und die des tschechischen Wettbewerbsverkehrs. Für die Bestimmung reichen Farbe, Achszahl und die ersten drei Ziffern der Nummer. Spannend bleibt sie vor allem, weil Flotten und Lackierungen privater Betreiber schneller wechseln als bei jeder Staatsbahn.
Kurzfazit
Gelbe Škoda-Lok mit vier Achsen und der Nummer 162: eine Gleichstrommaschine der Peršing-Generation im Privatbahndienst. Die schnellere Schwester der 163 – und ein Fahrzeug, dessen Lackierung du dokumentieren solltest, solange sie so aussieht.
Zusammenfassung
- Die 162 in RegioJet-Farben ist ein Musterbeispiel dafür, wie gebrauchte Staatsbahnloks bei Privatbahnen ein zweites Leben bekommen.
- Technisch bleibt sie eine Škoda-Gleichstromlok der Peršing-Generation, betrieblich ist sie ein Fahrzeug des freien Wettbewerbs.
- Für die Bestimmung reichen Lackierung, Achszahl und die ersten drei Ziffern der Fahrzeugnummer.
- Flottenzuschnitt, Lackierungsdetails und Einsatzgebiete privater Betreiber ändern sich schneller als bei Staatsbahnen.
Häufige Fragen
Was ist die RegioJet 162?
Es handelt sich um eine vierachsige Gleichstrom-Elektrolokomotive von Škoda der Reihe 162, betrieben vom privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen RegioJet. Sie fährt unter 3 kV Gleichstrom und ist für 140 km/h zugelassen. Die auffällige gelbe Unternehmenslackierung macht sie schon aus großer Entfernung erkennbar.
Was unterscheidet die Reihe 162 von der Reihe 163?
Beide sind technisch nahezu identisch. Der Unterschied liegt in den Drehgestellen und damit in der zugelassenen Höchstgeschwindigkeit: 140 km/h bei der 162, 120 km/h bei der 163. Weil sich ein zulassungsrelevantes Merkmal ändert, vergibt das tschechische Reihensystem konsequent eine eigene Reihennummer – am Fahrzeug erkennst du das an den ersten drei Ziffern.
Wofür steht der Zusatz WB in der Bezeichnung?
Solche Zusätze tauchen in Fahrzeug- und Halterlisten auf und werden dort nicht immer einheitlich gehandhabt. Verlässlich ist am Fahrzeug ausschließlich die vollständige Fahrzeugnummer samt UIC-Kennung. Wer eine Sichtung belastbar dokumentieren will, notiert diese Nummer und nicht nur eine Listenbezeichnung.
Woher kommt der Spitzname Peršing?
Er bezeichnet in der tschechischen Szene die kantig gezeichnete Škoda-Generation, zu der die Reihen 162 und 163 gehören. Der Name spielt auf das schroffe, technisch wirkende Design an. Spitznamen sind in Tschechien fester Bestandteil der Fahrzeugkultur und begegnen dir in Foren und Fotoarchiven oft häufiger als die offizielle Reihennummer.
Wo kann die Lok fahren – und wo nicht?
Nur im Gleichstromnetz Tschechiens, also im nördlichen Landesteil. Der Süden ist mit 25 kV Wechselstrom elektrifiziert, dorthin kommt eine reine Gleichstromlok nicht aus eigener Kraft. Für durchgehende Läufe über die Systemgrenze braucht es Zweisystemloks oder einen Lokwechsel.
Kann ich die Lok in Deutschland antreffen?
Aus eigener Kraft nicht. Deutschland fährt mit 15 kV und 16,7 Hz Wechselstrom, wofür die 162 nicht ausgerüstet ist. Wer tschechische Elloks auf deutschem Gebiet sucht, orientiert sich stattdessen an Zweisystemloks, die für das deutsche System zugelassen sind.
Warum betreiben Privatbahnen gebrauchte Staatsbahnloks?
Weil sie sofort verfügbar, zugelassen und im Netz eingeführt sind. Ein Neufahrzeug bedeutet lange Lieferzeiten und aufwendige Zulassungsverfahren. Gebrauchte Loks ermöglichen einen schnellen Markteintritt – die auffällige eigene Lackierung sorgt dann für die Wiedererkennbarkeit, die dem Fahrzeug technisch fehlt.
Sichtung von RegioJet 162 WB (Skoda) festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
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