Das Wichtigste in Kürze
- Der LVT/S ist ein Leichttriebwagen: ein kurzer, zweiachsiger Dieseltriebwagen aus dem Waggonbau Bautzen für Strecken mit geringem Fahrgastaufkommen.
- Schnellster Erkennungsweg: zwei Achsen ohne Drehgestell plus moderner, kastenförmiger Aufbau – diese Kombination ist selten.
- Bei der DB läuft er als Baureihe 672, was ihn eindeutig von älteren Leichttriebwagen und von Schienenbussen abgrenzt.
- Der UIC-Bauartcode 95 weist ihn als Dieseltriebwagen aus – er ist also kein Beiwagen und keine Lokomotive.
- Betreiber und Einsatznetze ändern sich mit Vergaben und Fahrplanjahren; prüfe vor einer geplanten Tour den aktuellen Stand.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Fahrzeugart | Zweiachsiger Dieseltriebwagen für schwach ausgelastete Regionalstrecken |
|---|---|
| Bauartkurzzeichen | LVT/S – Leichter Verbrennungstriebwagen, Sonderbauart |
| Hersteller | Deutsche Waggonbau AG (Werk Bautzen), später Bombardier |
| Bauzeit | 1990er-Jahre |
| Laufwerk | Zwei Einzelachsen, keine Drehgestelle |
| Antrieb | Unterflur-Dieselmotor |
| DB-Baureihe | 672 (Varianten unter anderem 672.9) |
| Typischer Einsatz | Regionalverkehr auf Nebenstrecken – Betreiber und Netze wechseln |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diese Baureihe vor dir?
- Kurzer Einzelwagen auf zwei Achsen, keine Drehgestelle unter dem Kasten
- Kastenförmiger, moderner Aufbau mit großen Seitenfenstern und Führerstand an beiden Enden
- Niedrige Einstiege mit Schwenkschiebetüren statt Bustüren mit Trittbrettern
- Dieselmotor unter dem Fußboden, Auspuff und Kühlluftgitter an der Wagenseite
- Fahrzeugnummer aus dem Bereich 672 an Wagenkasten und Führerstand
- Fährt meist einzeln oder in Doppeltraktion mit einem baugleichen Fahrzeug
Aktualisiert: August 2026 – Ein einzelner, kurzer Triebwagen hält am Bahnsteig, unter dem Boden brummt ein Diesel, und unter dem Wagenkasten sitzen statt Drehgestellen nur zwei einzelne Achsen: Dann steht mit hoher Wahrscheinlichkeit ein DWA LVT/S vor dir. Diese Seite zeigt dir, woran du ihn festmachst, warum es solche Fahrzeuge überhaupt gibt und wie du deine Chancen auf eine Sichtung erhöhst.
Leichttriebwagen gesichtet? Nummer mitnehmen.
Gerade bei Fahrzeugen, deren Einsatznetze wechseln, ist die dokumentierte Sichtung mehr wert als die Erinnerung.
Was ist der DWA LVT/S?
Der LVT/S ist ein zweiachsiger Dieseltriebwagen für den Regionalverkehr auf schwach ausgelasteten Strecken, entwickelt und gebaut in den 1990er-Jahren im Waggonbau Bautzen der Deutschen Waggonbau AG, die später in Bombardier Transportation aufging. Bei der Deutschen Bahn werden diese Fahrzeuge als Baureihe 672 geführt.
Die Buchstabenfolge ist dabei kein Modellname, sondern eine Bauartbeschreibung: LVT steht für Leichter Verbrennungstriebwagen, der Zusatz S für die jüngere Sonderbauart. Damit ist die Rolle des Fahrzeugs schon benannt – es geht um Leichtbau und geringe Betriebskosten, nicht um Kapazität oder Tempo. Dieselbe Aufgabe erfüllen im heutigen Fahrzeugpark auch Bauarten wie das Regio-Shuttle RS1, das allerdings auf Drehgestellen läuft.
Bestimmung: zwei Achsen sind das Ausschlusskriterium
Der LVT/S gehört zu den Fahrzeugen, bei denen ein einziges Merkmal fast die ganze Arbeit erledigt.
Unter den Wagen schauen
Zwei einzelne Achsen, direkt im Rahmen gelagert. Kein Drehgestell, kein Drehzapfen, keine Sekundärfederung. Damit fallen praktisch alle modernen Regionaltriebwagen sofort weg.
Wagenlänge abschätzen
Der LVT/S ist ein Einzelwagen ohne Gelenke und deutlich kürzer als ein zweiteiliger Triebzug. Wenn du Übergänge zwischen Wagenteilen siehst, bist du woanders.
Aufbau und Türen prüfen
Moderner, glatter Kasten, große Fenster, Schwenkschiebetüren. Das grenzt ihn klar gegen die alten Schienenbusse mit Bustüren und Trittstufen ab.
Die endgültige Bestätigung liefert die Fahrzeugnummer. Wie du sie liest und was die ersten Stellen über die Fahrzeugart aussagen, erklärt der Beitrag zur UIC-Nummer und ihrer Prüfziffer. Wenn du systematisch statt punktuell bestimmen willst, hilft die Anleitung zum Bestimmen von Baureihen. Verwandte Fahrzeuge findest du unter der Baureihe 672.9 (Bombardier LVT/S); die historische Vorgängerlinie leichter Triebwagen führt zur Baureihe 772.
Merkhilfe
Zweiachsig plus modern gleich Leichttriebwagen. Zweiachsig plus Buskasten gleich Schienenbus. Drehgestell plus modern gleich alles andere. Mit diesen drei Regeln liegst du im deutschen Regionalverkehr fast immer richtig.
Wofür Leichttriebwagen im Bahnbetrieb gebaut werden
Ein Fahrzeug wie der LVT/S existiert aus einem wirtschaftlichen Grund. Auf einer Nebenstrecke mit halbstündlichem Takt und zwanzig Fahrgästen pro Fahrt entscheidet nicht die Höchstgeschwindigkeit über den Fortbestand des Verkehrs, sondern der Aufwand pro Zugkilometer.
| Kriterium | Leichttriebwagen (LVT/S) | Mehrteiliger Dieseltriebzug | Lokbespannter Wagenzug |
|---|---|---|---|
| Kapazität | gering | mittel bis hoch | hoch |
| Betriebsaufwand | niedrig | mittel | hoch |
| Typische Strecke | Nebenbahn mit wenig Nachfrage | Regionalexpress-Linien | Verstärker- und Sonderleistungen |
| Wendemöglichkeit | Führerstand an beiden Enden | Führerstand an beiden Enden | Steuerwagen oder Umsetzen nötig |
| Laufkomfort | eher hart, zweiachsig | gut, Drehgestelle | gut, Drehgestelle |
Wo die Nachfrage steigt, verschwindet dieser Fahrzeugtyp folgerichtig wieder – dann übernehmen kapazitätsstärkere Bauarten. Was das für die Unterscheidung von Verkehrsarten bedeutet, ordnet der Beitrag zu Nahverkehr und Fernverkehr im Vergleich ein.
Welche Fahrzeuge laufen gerade auf deiner Strecke?
Live-Sichtungen aus der Community zeigen dir den tatsächlichen Einsatz statt einer veralteten Liste.
Spotting: kleine Bahnhöfe schlagen große Knoten
Beim LVT/S dreht sich die übliche Spotter-Logik um. Große Knotenbahnhöfe bringen dir hier wenig, weil das Fahrzeug dort höchstens am Rand auftaucht. Interessant sind Endbahnhöfe von Nebenstrecken, Kreuzungsbahnhöfe mit Aufenthalt und Anschlussknoten, an denen der Triebwagen ein paar Minuten steht.
Kreuzungsbahnhöfe suchen
Auf eingleisigen Strecken warten Züge planmäßig aufeinander. Diese Minuten sind die beste Gelegenheit für saubere Seitenansichten und Nummernaufnahmen.
Endbahnhof einplanen
Dort steht das Fahrzeug länger, wechselt den Führerstand und ist vom Bahnsteig aus gut erreichbar – ohne dass du dich Gleisbereichen näherst.
Doppeltraktion mitnehmen
Laufen zwei Fahrzeuge gekuppelt, fotografiere beide Nummern. Genau solche Konstellationen ändern sich saisonal und sind später schwer zu rekonstruieren.
Sicherheit geht vor Motiv
Gleisbereiche, Bahnübergänge außerhalb der Wege und Betriebsanlagen sind tabu. Fotografiert wird vom Bahnsteig oder von öffentlich zugänglichen Standorten aus – bei kurzen Triebwagen reicht dafür in der Regel eine moderate Brennweite völlig aus.
Wie du deine Fototechnik dafür einstellst, steht im Guide zu guten Fotos von Zügen.
Zweiachsig: was das technisch bedeutet
Die Entscheidung für zwei Einzelachsen statt zweier Drehgestelle ist der Kern dieses Fahrzeugs – und sie hat Folgen, die man im Betrieb sieht und hört.
Ein Drehgestell ist ein eigener Rahmen mit zwei Radsätzen, der sich unter dem Wagenkasten drehen kann. Es führt das Fahrzeug sauber durch Bögen, federt zweistufig und sorgt für ruhigen Lauf. Genau diese Bauteile fehlen beim Zweiachser: Die Radsätze sind direkt im Fahrzeugrahmen gelagert. Das spart Gewicht, Bauteile und Wartungsaufwand, macht das Fahrzeug billiger im Betrieb – und begrenzt zugleich Länge, Kapazität und Laufkomfort.
Für die Bestimmung im Feld ist das die wertvollste Information überhaupt. Wenn du dir angewöhnst, zuerst unter den Wagenkasten zu schauen, trennst du den gesamten deutschen Regionalverkehr in zwei sehr ungleiche Gruppen: die große Mehrheit auf Drehgestellen und die kleine Gruppe der Zweiachser. Letztere besteht im Personenverkehr praktisch nur aus historischen Schienenbussen und modernen Leichttriebwagen wie dem LVT/S – und die beiden unterscheidest du über den Aufbau in einer Sekunde.
Auch akustisch ist der Unterschied hörbar. Über Weichen und Schienenstöße läuft ein Zweiachser deutlich härter; im Bogen quietscht er eher. Wer regelmäßig an derselben Stelle steht, erkennt solche Fahrzeuge irgendwann am Geräusch, bevor sie in Sicht kommen.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für den LVT/S, wenn …
- der Wagen auf zwei Einzelachsen läuft
- es ein kurzer Einzelwagen ohne Gelenk ist
- der Aufbau modern wirkt und Schwenkschiebetüren hat
- die Nummer mit 672 beginnt
Sieh genauer hin, wenn …
- das Fahrzeug in einer Betreiberlackierung ohne DB-Anschriften unterwegs ist
- du nur eine Frontansicht hast und das Laufwerk nicht siehst
- zwei Fahrzeuge gekuppelt sind und du die Nummern nicht zuordnen kannst
Es ist kein LVT/S, wenn …
- du Drehgestelle siehst
- der Zug aus mehreren gelenkig verbundenen Teilen besteht
- der Kasten hoch und schmal mit Busfenstern ist – dann ist es ein Schienenbus der alten Bauarten
Fazit
Der LVT/S ist ein Fahrzeug mit klarer Aufgabe: viel Strecke, wenig Fahrgäste, geringe Kosten. Genau das macht ihn im Feld leicht bestimmbar – zwei Achsen unter einem modernen Kasten sind im deutschen Personenverkehr eine seltene Kombination. Schwieriger ist die Planung, weil Einsatznetze mit Verkehrsverträgen wandern. Wer ihn sucht, arbeitet mit aktuellen Sichtungen statt mit alten Listen.
Kurzfazit
Kurzer Einzelwagen, zwei Achsen, moderner Kasten, Nummer 672: Das ist der LVT/S. Er lebt auf Nebenstrecken – dort suchst du ihn, nicht am großen Knotenbahnhof.
Zusammenfassung
- Der LVT/S führt das Konzept des leichten, sparsamen Einzeltriebwagens für Nebenstrecken in die 1990er-Jahre fort.
- Zur Bestimmung reichen Achszahl, Wagenlänge und die Fahrzeugnummer aus dem 672er-Bereich.
- Wer ihn gezielt sucht, orientiert sich an Regionalnetzen mit kurzen Zügen und geringer Nachfrage statt an großen Knotenbahnhöfen.
- Weil Einsatznetze mit Verkehrsverträgen wechseln, lohnt es sich, Sichtungen mit Datum, Ort und Nummer zu dokumentieren.
Häufige Fragen
Was bedeutet die Bezeichnung LVT/S?
LVT steht für Leichter Verbrennungstriebwagen – also für einen dieselgetriebenen Triebwagen mit geringem Fahrzeuggewicht. Der Zusatz S kennzeichnet die jüngere Sonderbauart aus dem Waggonbau Bautzen, die als Weiterentwicklung des älteren LVT-Konzepts entstand. Bei der DB laufen diese Fahrzeuge als Baureihe 672.
Wie erkenne ich einen LVT/S im Feld?
An der Kombination aus zwei Achsen ohne Drehgestelle und einem modernen, kastenförmigen Wagenkasten. Zweiachser sind im heutigen Personenverkehr die absolute Ausnahme – fast alle anderen Triebwagen laufen auf Drehgestellen. Dazu kommen Führerstände an beiden Enden und ein hörbarer Unterflurmotor.
Was ist der Unterschied zwischen LVT/S und Schienenbus?
Beide sind zweiachsige Dieseltriebwagen, stammen aber aus völlig verschiedenen Epochen. Der Schienenbus der 1950er-Jahre hat einen hohen, schmalen Kasten mit Busfenstern und Trittstufen; der LVT/S wirkt modern, hat Schwenkschiebetüren und niedrigere Einstiege. Im Zweifel entscheidet die Fahrzeugnummer.
Warum baut man überhaupt zweiachsige Triebwagen?
Weil auf schwach nachgefragten Strecken jedes Kilogramm und jeder Sitzplatz zu viel Geld kostet. Ein kurzer Zweiachser ist leichter, verbraucht weniger und lässt sich wirtschaftlich auch mit wenigen Fahrgästen fahren. Der Preis dafür sind geringere Kapazität und ein spürbar härterer Lauf als bei Drehgestellfahrzeugen.
Wo fährt der LVT/S heute?
Im Regionalverkehr auf Nebenstrecken, wobei Betreiber und Netze sich mit Ausschreibungen und Fahrplanwechseln verschieben. Verlass dich deshalb nicht auf ältere Einsatzlisten, sondern prüfe aktuelle Sichtungen und den gültigen Fahrplan der jeweiligen Strecke.
Fährt der LVT/S auch in Doppeltraktion?
Ja, das ist ein typisches Bild: Reicht die Kapazität eines Fahrzeugs nicht, werden zwei baugleiche Triebwagen gekuppelt und von einem Führerstand aus gefahren. Für Spotter ist das praktisch, weil so zwei Fahrzeugnummern in einer Sichtung anfallen.
Woran erkenne ich die genaue Variante?
An der vollständigen Fahrzeugnummer. Innerhalb der Baureihe 672 gibt es Untergruppen, die sich in Ausstattung und Herkunft unterscheiden – etwa die als 672.9 geführten Fahrzeuge. Sichtbare Unterschiede sind oft gering, die Nummer ist deshalb der verlässlichere Weg.
Ist der LVT/S für Fernverkehr geeignet?
Nein. Er ist ein reines Nahverkehrsfahrzeug für kurze Relationen mit vielen Halten. Fernverkehr bedeutet lange Laufwege, hohe Geschwindigkeit und viel Kapazität – dafür sind mehrteilige Triebzüge oder lokbespannte Wagenzüge zuständig.
Sichtung von DWA LVT/S festhalten
Datum, Ort und Fahrzeugnummer in Sekunden erfasst – und sichtbar für die Community.
Verwandte Baureihen
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DieseltriebwagenBaureihe 689 / 690
Die Bezeichnung Baureihe 689 / 690 fasst zwei benachbarte Nummerngruppen im Triebwagenblock zusammen. So liest du die Nummer und findest die richtige Einordnung.
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